KONZERTKALENDER

04. Dezember 2016

Sonntag / 20.00 Uhr

Konzerthaus Berlin / Abo-Konzert

Alondra de la Parra

Annika Schlicht / Mezzosopran

Rundfunk-Sinfonieorchester Berlin

Diaghilew-Nacht

Manuel de Falla

"El sombrero de tres picos" (Der Dreispitz) -
Ballett in zwei Akten (Konzertante Aufführung)

Maurice Ravel

"Pavane pour une infante défunte" für Orchester

Igor Strawinsky

"Le Sacre du printemps" (Das Frühlingsopfer) -
Bilder aus dem heidnischen Russland für großes Orchester

18.45 Uhr, Werner-Otto-Saal
Einführung von Steffen Georgi

 Stadtplan

 Programmheft (PDF)

Konzert mit

Sendetermin:

17. Dezember 2016

20.04 Uhr

Die Ballets Russes erobern Europa

Ballette hatten 300 Jahre lang als unterhaltende Pausenfüller in Oratorien und Opern gedient. Das Ballett aus der Rolle einer Alibi-Gattung befreit zu haben, war im 19. Jahrhundert vor allem ein Verdienst von russischen und französischen Komponisten. Den Tanz aber als Ausdrucksmedium einer neuen Zeit zu entdecken, blieb dem russischen Impresario Sergei Diaghilew Anfang des 20. Jahrhunderts vorbehalten. Der menschliche Körper galt auch in wohlhabenden Kreisen nicht länger als peinlich zu verbergende Unappetitlichkeit – seine umfassende Pflege und Ertüchtigung vorausgesetzt. Die Grenzen des für fremde Blicke Zumutbaren verschoben sich bei den Damen deutlich an den Beinen aufwärts. Das Luftpolster zwischen Kleidung und Haut schwand – auch bei den Herren. Muskeln, Teint und Konturen rückten ins Zentrum der Aufmerksamkeit. Das neue Körpergefühl rief förmlich nach einer adäquaten Kunstform.
1907 stellte Diaghilew seine Truppe erstmals in Paris vor. Zwei Jahre später arbeitete der 27-jährige Komponist Igor Strawinsky bereits für die Ballettkompanie. Die Ballets Russes wurden nahezu für alle Künste zur Maßstäbe setzenden Institution. Weltberühmte Tänzer, Choreographen, Dichter, Musiker, Maler, Bühnenbildner wie Fokin, Nijinskij, Balanchine, Karsawina, Massine, Gontscharowa, Bakst, Benois, Cocteau, Ramuz, Matisse, Picasso, Ravel, Debussy, de Falla, Strauss, Satie, Milhaud, Prokofjew und viele andere beteiligten sich am Zustandekommen der Aufführungen.
Alondra de la Parra stellt ihr Programm ganz in den Dienst dieser faszinierenden Ära.
(Siehe auch 22. Januar 2017 und 8. April 2017)

Biografien

Alondra de la Parra / Dirigent

Die Dirigentin Alondra de la Parra wurde international bekannt für ihre mitreißenden, dynamischen Auftritte. Sie arbeitet regelmäßig mit den renommiertesten Orchestern der Welt zusammen, darunter das Orchestre de Paris, das Orquestra Sinfônica do Estado de São Paulo, das Rundfunk-Sinfonieorchester Berlin und die Cameristi della Scala aus Mailand. Im Oktober 2015 wurde sie ab 2017 zur Generalmusikdirektorin des Queensland Symphony Orchestras ernannt. Es ist das erste Mal in der …

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Die Dirigentin Alondra de la Parra wurde international bekannt für ihre mitreißenden, dynamischen Auftritte.
Sie arbeitet regelmäßig mit den renommiertesten Orchestern der Welt zusammen, darunter das Orchestre de Paris, das Orquestra Sinfônica do Estado de São Paulo, das Rundfunk-Sinfonieorchester Berlin und die Cameristi della Scala aus Mailand. Im Oktober 2015 wurde sie ab 2017 zur Generalmusikdirektorin des Queensland Symphony Orchestras ernannt. Es ist das erste Mal in der Geschichte, dass ein australisches Orchester die Position des Generalmusikdirektors vergibt.

Diese Saison gab sie Debüts mit dem London Philharmonic Orchestra auf einer Tournee durch Mexiko, dem Tonhalle-Orchester Zürich und dem japanischen NHK Symphony Orchestra. Ferner wird sie im Rahmen der BBC Proms Australia mit dem Queensland Symphony Orchestra auftreten. Highlights der letzten Saisons waren unter anderem ihre gefeierte Wiederkehr an das Pult des Orchestre de Paris, welches vom deutschfranzösischen Fernsehsender Arte live übertragen wurde, ihre Wiedereinladung zum Rundfunk-Sinfonieorchester Berlin und dem Queensland Symphony Orchestra, Auftritte mit dem Verbier Festival Orchestra, dem BBC National Orchestra of Wales, den Cameristi della Scala, dem Orchestre Symphonique de Québec und ein CD-Projekt mit dem Tonkünstler-Orchester Wien und dem Komponisten Enjott Schneider, und eine Live-Orchesterbegleitung des Films West Side Story im Auditorio Nacional in Mexiko.

In Lateinamerika arbeitet de la Parra regelmäßig mit dem Orquestra Sinfonica Brasileira, dem Orquesta Filarmónica de Buenos Aires in Argentinien, dem Orquestra Filarmonica de Montevideo in Uruguay und Mexiko, den philharmonischen Orchester von Aguascalientes, Jalisco, Sinaloa, Xalapa, Puebla, San Luis Potosí, Estado de Mexico, dem Nationalorchester und dem berühmten Simón Bolivar Youth Orchestra, dessen größte Auszeichnung sie erhielt.

Alondra de la Parra wurde in New York geboren und zog im Alter von zwei Jahren mit ihren Eltern nach Mexiko. Sie spielte Klavier seit sie sieben, und Cello seit sie 13 Jahre alt war und beschloss schon früh, einmal Dirigentin zu werden.

Nach ihrem Studium in New York gründete sie 2004 im Alter von 23 Jahren das Philharmonic Orchestra of the Americas (POA). Ziel des Projektes ist es bis heute junge Musiker und Komponisten zu fördern und der Musik aus dem lateinamerikanischen Kulturkreis einen festen Platz im Standard-Repertoire für Orchester zu sichern.

Ihr Debütalbum mit dem Orchester namens „Mi Alma Mexicana/My Mexican Soul“ (erschienen bei Sony 2010, anlässlich des 200. Jahrestages der Unabhängigkeit von Mexiko) erreichte die Top 10 der Billboard Classical Charts und war seit mehr als zehn Jahren die erste klassische Aufnahme, die innerhalb von weniger als acht Wochen Platinstatus in Mexiko erreichte.

Auch bei den offiziellen Feierlichkeiten der 200-jährigen Unabhängigkeit des Landes trat Alondra de la Parra mit dem Orchester auf. Das Konzert wurde von hunderttausenden von Mexikanern besucht und live übertragen in mehr als 200 Millionen Haushalte.

Seit 2003 hat Alondra verschiedene Bildungsprogramme in öffentlichen Schulen in New York und Mexiko ins Leben gerufen. Auch entwickelte sie gemeinsam mit Kenneth Kiesler ein Förderungsprogramm für junge mexikanische Dirigenten, das nun seit zwei Jahren läuft. De la Parra arbeitete gemeinsam mit den verschiedensten Künstlern an genreübergreifenden Projekten. Zu diesen gehörten zum Beispiel die Schauspieler Geoffrey Rush und Robert Redford, Filmemacher Michel Gondry, der Choreograf Christopher Wheeldon und Musiker wir Gloria Estefan, Natalia Lafourcade, Gustavo Santaolalla und viele weitere. De la Parra steht regelmäßig mit Tenor Placido Domingo auf der Bühne, der sie öffentlich als „außergewöhnliche Dirigentin“ lobte.

Sie ist offizielle Kulturbotschafterin ihrer Heimat Mexiko und war die erste mexikanische Frau, die je in New York City dirigierte.

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Annika Schlicht / Mezzosopran

Die gebürtige Stuttgarterin Annika Schlicht studierte in Berlin an der Hochschule für Musik „Hanns Eisler“ bei Prof. Renate Faltin und beendete ihr Diplomstudium erfolgreich im Sommer 2015. Die junge Mezzosopranistin besuchte während des Studiums zusätzlich Interpretationsunterrichte für Oper bei Julia Varady und Lied bei Prof. Wolfram Rieger. Sie ist Stipendiatin des Richard-Wagner-Verbandes. Meisterkurse u. a. bei KS Dietrich Fischer-Dieskau, KS Brigitte Fassbaender ...

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Die gebürtige Stuttgarterin Annika Schlicht studierte in Berlin an der Hochschule für Musik „Hanns Eisler“ bei Prof. Renate Faltin und beendete ihr Diplomstudium erfolgreich im Sommer 2015. Die junge Mezzosopranistin besuchte während des Studiums zusätzlich Interpretationsunterrichte für Oper bei Julia Varady und Lied bei Prof. Wolfram Rieger. Sie ist Stipendiatin des Richard-Wagner-Verbandes. Meisterkurse u. a. bei KS Dietrich Fischer-Dieskau, KS Brigitte Fassbaender, KS Deborah Polaski, Christine Schäfer und Patricia McCaffrey prägten die Sängerin maßgeblich und auch in Wettbewerben konnte sie sich behaupten. So gewann sie beim internationalen Giulio Perotti Wettbewerb 2012 neben Sonderpreisen den Grand Prix, beim DEBUT Wettbewerb 2012 den 3. Liedpreis und den Förderpreis des Bronnbach e.V. und war 2013 beim Anneliese Rothenberger-Wettbewerb 2. Preisträgerin.

Noch während ihres Studiums wurde Annika Schlicht Stipendiatin der Liz-Mohn Kultur Stiftung am Internationalen Opernstudio der Staatsoper Berlin und debütierte in der Spielzeit 2013/2014 unter anderem als Flosshilde/„Rein Gold“ (Elfriede Jelinek), 2. Dame/„Die Zauberflöte“ und Annina/„La Traviata“. Außerdem sang sie die Stiefmutter in Wolf-Ferraris „Aschenputtel“, Judy in Birtwistles „Punch And Judy“ unter Christopher Moulds und war mit der Staatskapelle in den Adventskonzerten als Solistin zu erleben. Mit Zubin Metha und Harry Kupfer arbeitete sie für die Wiederaufnahme von „Salome“ zusammen. In der Spielzeit 2014/2015 sang sie neben Paquette/„Candide“ und den Wiederaufnahmen zusätzlich Dryade/„Ariadne auf Naxos“ in einer Neuproduktion von Hans Neuenfels und Ingo Metzmacher sowie in Dmitri Tcherniakovs Neuproduktion „Parsifal“ unter Leitung von Daniel Barenboim Blumenmädchen, Stimme aus der Höhe und Knappe.

2014 debütierte Annika Schlicht im Rahmen des Young-Singers-Project bei den Salzburger Festspielen, wo sie neben der Titelpartie in einer Kinderversion von Rossinis „Cenerentola“ in der Uraufführung von Marc-André Dalbavie „Charlotte Salomon“ als Studentin aus Tirol zu erleben war. KS Brigitte Fassbaender lud sie im Juli 2014 ein, eine Liedmatinee mit Werken von Richard Strauss beim „Eppaner Liedsommer“ zu gestalten. Im Sommer 2015 gab Annika Schlicht ihr Rollendebüt als Dorabella in „Così fan tutte“ bei den Bregenzer Festspielen.

Zukünftige Engagements beinhalten das Altsolo in Pergolesis „Stabat Mater“ zusammen mit dem Ensemble La Divina Armonia unter Leitung von Lorenzo Ghielmi sowie Richard Wagners Wesendonck-Lieder in Stuttgart.

Mit der Spielzeit 2015/2016 wechselt Annika Schlicht in das Ensemble der Deutschen Oper Berlin, wo sie u. a. die Partien der Maddalena/„Rigoletto“, Försterin/„Das schlaue Füchslein“, Auntie/„Peter Grimes“, Leda/„Die Liebe der Danae“, 1. Magd/„Elektra“, Page/„Salome“ und 3. Dame/„Die Zauberflöte“ interpretieren wird.

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