07.03.2024, 10 Uhr Moderierte Probe
Gustav Mahlers Sinfonie Nr. 1
Alvero Grafik Moderierte Probe RSB
19:30 Ballhaus Wedding

Kammerkonzert im Ballhaus Wedding

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Werke von Kurt Weill, von jüdischen Komponisten der 1920er-Jahre u.a.

Christine Lichtenberg

Gesang

Judith Simonis

Gesang

Enrico Palascino

Violine

Juliane Färber-Rambo

Violine

Lydia Rinecker

Viola

Romane Montoux-Mie

Violoncello

Von Dessau nach Youkali

Das Konzert mit Mitgliedern des Rundfunk-Sinfonieorchesters und des Rundfunkchores Berlin beleuchtet einen gleichermaßen faszinierenden wie betroffen machenden Ausschnitt jüdischer Musik, jüdischer Kultur in der Ära der 1920er-Jahre in Berlin. Betroffen machend deswegen, weil Antisemitismus und nationale Überheblichkeit die jüdischen Anteile in der deutschen Kultur bereits damals systematisch auszugrenzen begannen.
Bis 1933, bis zur Machtergreifung der Nationalsozialisten, hatte Berlin für etwa eine Dekade als eine der kulturell spannendsten Städte der Welt gegolten. Mittenmang zum Beispiel: Kurt Weill, Bertolt Brecht und ihre Dreigroschenoper. Aber auch weniger bekannte jüdische Komponisten wie Arno Nadel, Mark Warschawski und Joseph Achron schrieben Berliner Musikgeschichte. Es ist ein großes Anliegen des Konzertes, dieses, unser verschüttetes Erbe wiederzubeleben, zumal Brechts denkwürdiger Satz von 1941 über die wuchernde Selbstherrlichkeit des Nationalsozialismus auch 2024 verstörende Aktualität besitzt: „Der Schoß ist fruchtbar noch, aus dem das kroch.“

Ballhäuser haben in Berlin eine kulturell prägende Zeit erlebt. Die Goldenen Zwanziger wären ohne die zeittypischen Tanzlokale womöglich gar nicht zu der Kultmarke geworden, welche inhaltlich sogar bis in die Gründerjahre des Rundfunks hineingewirkt hat. Das RSB erschließt sich zwei der aufwändig gepflegten Ballhäuser Berlins für ausgewählte Kammerkonzerte: das Ballhaus Wedding und das Ballhaus Neukölln, den heutigen „Heimathafen“. Beide markieren Stationen auf einer gedachten Linie zwischen den beiden Funkhäusern des Orchesters während seiner 100-jährigen Geschichte: dem Haus des Rundfunks in Charlottenburg und dem Funkhaus Nalepastraße in Oberschöneweide.

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