Rundfunk-Sinfonieorchester Berlin

Rundfunk-Sinfonieorchester Berlin © Simon Pauly
Rundfunk-Sinfonieorchester Berlin © Simon Pauly

Ausstrahlung

Wenn ein begeisterter Radiohörer von Deutschlandfunk Kultur den Intendanten dieses Senders im Februar 2019 schriftlich gebeten hat, „das RSB mit Vladimir Jurowski als die helle Kerze auf der Torte der ROC“ zu präsentieren, „die es derzeit tatsächlich ist“, so spricht aus dieser Wortmeldung die öffentliche Wahrnehmung des Rundfunk- Sinfonieorchesters Berlin mit seinem Künstlerischen Leiter auch außerhalb des Konzertsaales, die überregionale Resonanz auf zeitnahe Konzertübertragungen durch die Radioanstalten und nicht zuletzt die hohe Wertschätzung für das RSB. Das Deutschlandradio mit seinen Sendern Deutschlandfunk und Deutschlandfunk Kultur ist mit 40 % Geschäftsanteilen der größte Gesellschafter der 1994 gegründeten Rundfunk-Orchester und -Chöre GmbH Berlin (ROC), welche das Rundfunk-Sinfonieorchester Berlin und drei andere hauptstädtische Klangkörper institutionell trägt. Außerdem stützt sich die ROC auf weitere starke Partner: die Bundesrepublik Deutschland (35 %), das Land Berlin (20 %) und den Rundfunk Berlin-Brandenburg (5 %).

Dank der engen Verbindung mit Deutschlandfunk Kultur in Berlin, mit dem Deutschlandfunk in Köln und mit dem Rundfunk Berlin-Brandenburg werden alle Sinfoniekonzerte des RSB im Rundfunk übertragen. Viele sind über die angeschlossenen Sender der European Broadcasting Union (Euroradio) weltweit zu empfangen. Die Zusammenarbeit mit Deutschlandradio trägt unvermindert reiche Früchte auf CD. Drei Einspielungen unter der Leitung von Vladimir Jurowski haben seit 2015 ein neues Kapitel der Aufnahmetätigkeit aufgeschlagen, das sich mit hochrangigen Konzertmitschnitten und Studioaufnahmen auf CD beständig weiterentwickelt. Die zehn Livemitschnitte des großen konzertanten Wagnerzyklus (2010 bis 2013, PENTATONE) unter Leitung von Marek Janowski hatten dem RSB größten Respekt auf dem internationalen Plattenmarkt verschafft. Auch mit Labels wie Capriccio, cpo, Orfeo, Naxos und Sony Classical wird weiterhin produziert. Zahlreiche Aufnahmen sind mit deutschen und internationalen Schallplattenpreisen ausgezeichnet worden. Aber auch live ist das RSB national und international präsent. Seit mehr als 50 Jahren gastiert es regelmäßig in Japan und Korea sowie bei deutschen und europäischen Festivals und in Musikzentren weltweit.

Vadimir Jurowski © Simon Pauly
Vladimir Jurowski © Simon Pauly

Durchgestartet

Seit Herbst 2017 ist Vladimir Jurowski Chefdirigent und Künstlerischer Leiter des Rundfunk-Sinfonieorchesters Berlin. Mit ihm, einem der musikalisch spannendsten, programmatisch mutigsten, technisch versiertesten und menschlich integersten Dirigenten der Gegenwart, stehen dem Berliner Rundfunk-Klangkörper glänzende Perspektiven offen. Vladimir Jurowski hat das RSB auf einem, wie er zu betonen nicht müde wird, ausgezeichneten Entwicklungsstand von seinem Vorgänger Marek Janowski übernommen. Gleichwohl sind neue Qualitätsmerkmale in der Orchesterkultur, vor allem im Hinblick auf ein stärkeres Miteinander im künstlerischen Prozess, bereits hinzu gewachsen. An Vladimir Jurowskis Seite wird zukünftig die junge US-amerikanische Dirigentin Karina Canellakis die Position der Ersten Gastdirigentin einnehmen.

Das Rundfunk-Sinfonieorchester Berlin besitzt seit vielen Jahren eine international anerkannte Position in der ersten Reihe der deutschen Rundfunkorchester und der Berliner Spitzenorchester. Zuletzt baute Marek Janowski von 2001 bis 2016 eine beispielhafte Kompetenz des Orchesters für das deutsche romantische und spätromantische Repertoire auf, setzte einen international viel beachteten Schwerpunkt mit dem zehnteiligen Wagnerzyklus und hinterließ eine Gesamtaufnahme der Sinfonien von Hans Werner Henze (WERGO, 2014). Zuvor hatte Rafael Frühbeck de Burgos Klangvolumen und Präzision des Zusammenspiels des RSB auf vorbildliches Niveau gehoben.

Das Rundfunk-Sinfonieorchester Berlin geht zurück auf die erste musikalische Funkstunde des deutschen Rundfunks im Oktober 1923. Die früheren Chefdirigenten, u. a. Sergiu Celibidache, Eugen Jochum, Hermann Abendroth, Rolf Kleinert und Heinz Rögner formten einen Klangkörper, der in besonderer Weise die Wechselfälle der deutschen Geschichte im 20. Jahrhundert durchlebt hat.

RSB © Robert Niemeyer
RSB © Robert Niemeyer

Handschriften am Pult

Mittlerweile ist das RSB zu einer ersten Adresse für hervorragende junge Dirigenten der internationalen Musikszene geworden: Andris Nelsons, Kristjan Järvi, Yannick Nézet- Séguin, Vasily Petrenko, Jakub Hrůša, Alain Altinoglu, Omer Meir Wellber, Alondra de la Parra, Lahav Shani, Thomas Søndergård, Nicholas Carter, Antonello Manacorda oder Ariane Matiakh. Viele von ihnen haben ihr jeweiliges Berlin-Debüt mit dem RSB absolviert. In der Saison 2019/2020 debütieren u. a. Gabriel Bebeşelea und Gijs Leenaars in Konzerten des RSB, während Andrey Boreyko, John Storgårds und Michael Francis ebenso zum wiederholten Male kommen wie etliche der oben genannten früheren Debütanten. Aus der mittleren Generation konnten Mario Venzago und Peter Rundel gewonnen werden, erneut das RSB zu dirigieren. Frank Strobel sorgt wiederum für ein exemplarisches Filmmusik-Konzert.

Nach Brett Dean, dem „Composer in Residence“ der letzten Saison, hat 2019/2020 der serbische Komponist Marko Nikodijević diese Position inne. Seit der Gründung 1923 traten bedeutende Komponisten des 20. und inzwischen auch des 21. Jahrhunderts ans Pult des Rundfunk-Sinfonieorchesters Berlin oder führten als Solisten eigene Werke auf: Paul Hindemith, Arthur Honegger, Darius Milhaud, Sergei Prokofjew, Richard Strauss, Arnold Schönberg, Igor Strawinsky, Wladimir Vogel, Kurt Weill und Alexander Zemlinsky ebenso wie in jüngerer Zeit Krzysztof Penderecki, Peter Maxwell Davies, Friedrich Goldmann, Berthold Goldschmidt, Siegfried Matthus, Matthias Pintscher, Peter Ruzicka, Heinz Holliger, Daniel Schnyder, Jörg Widmann und Thomas Adès.

RSB © Robert Niemeyer
RSB © Robert Niemeyer

An morgen denken

Zu den Aufgaben des Orchesters gehören neben den Sinfoniekonzerten, Kammerkonzerten, Rundfunkaufnahmen und CD-Produktionen auch Familien- und Kinderkonzerte. Mit großem persönlichem Einsatz engagieren sich zahlreiche Musiker*innen sowohl in der Kammermusik als auch bei ambitionierten Projekten für die Heranwachsenden. Die Arbeit mit und für die jungen Musiker*innen und Konzerthörer*innen nimmt mittlerweile ein Drittel der öffentlich wahrnehmbaren Aktivitäten des RSB ein, wobei ein großer Teil darüber hinaus hinter den Kulissen und im nichtöffentlichen Raum geleistet wird. Der Verein der Freunde und Förderer des RSB e.V. engagiert sich besonders für dieses nachhaltige, in die Zukunft wirkende Tätigkeitsfeld des RSB.

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