Rundfunk-Sinfonieorchester Berlin

Rundfunk-Sinfonieorchester Berlin © Simon Pauly
Rundfunk-Sinfonieorchester Berlin © Simon Pauly

Spitzenposition

Das Rundfunk-Sinfonieorchester Berlin (RSB) besitzt seit vielen Jahren eine international anerkannte Position in der ersten Reihe der deutschen Rundfunkorchester und der Berliner Spitzenorchester. Zuletzt baute Marek Janowski von 2001 bis 2016 eine beispielhafte Kompetenz des Orchesters für das deutsche romantische und spätromantische Repertoire auf, setzte einen international viel beachteten Schwerpunkt mit dem zehnteiligen Wagnerzyklus und hinterließ eine Gesamtaufnahme der Sinfonien von Hans Werner Henze (WERGO, 2014). Zuvor hatte Rafael Frühbeck de Burgos Klangvolumen und Präzision des Zusammenspiels des RSB auf vorbildliches Niveau gehoben.

Seit Herbst 2017 ist Vladimir Jurowski Chefdirigent und Künstlerischer Leiter des Rundfunk-Sinfonieorchesters Berlin. Vladimir Jurowski hat das RSB auf einem, wie er zu betonen nicht müde wird, ausgezeichneten Entwicklungsstand von seinem Vorgänger Marek Janowski übernommen. Gleichwohl sind neue Qualitätsmerkmale in der Orchesterkultur, vor allem im Hinblick auf ein stärkeres Miteinander im künstlerischen Prozess, längst hinzu gewachsen. An Vladimir Jurowskis Seite agiert seit 2019 die junge US-amerikanische Dirigentin Karina Canellakis als Erste Gastdirigentin.

Vadimir Jurowski © Simon Pauly
Vladimir Jurowski © Simon Pauly

Das Rundfunk-Sinfonieorchester Berlin geht zurück auf die erste musikalische Funkstunde des deutschen Rundfunks im Oktober 1923. Die früheren Chefdirigenten, u.a. Sergiu Celibidache, Eugen Jochum, Hermann Abendroth, Rolf Kleinert und Heinz Rögner, formten einen Klangkörper, der in besonderer Weise die Wechselfälle der deutschen Geschichte im 20. Jahrhundert durchlebt hat.

Interessante Partner

Mittlerweile ist das RSB zu einer ersten Adresse für hervorragende junge Dirigent*innen der internationalen Musikszene geworden: Andris Nelsons, Yannick Nézet- Séguin, Vasily Petrenko, Jakub Hrůša, Alain Altinoglu, Omer Meir Wellber, Alondra de la Parra, Lahav Shani, Karina Canellakis, Thomas Søndergård, Nicholas Carter, Antonello Manacorda oder Bernard Labadie. Viele von ihnen haben ihr jeweiliges Berlin-Debüt mit dem RSB absolviert und dirigieren es inzwischen regelmäßig. Aus der mittleren Generation konnten Sylvain Cambreling und Jukka-Pekka Saraste gewonnen werden, erneut das RSB zu dirigieren.

RSB © Robert Niemeyer
RSB © Robert Niemeyer

Seit der Gründung 1923 traten bedeutende Komponisten des 20. und inzwischen auch des 21. Jahrhunderts ans Pult des Rundfunk-Sinfonieorchesters Berlin oder führten als Solisten eigene Werke auf: Paul Hindemith, Arthur Honegger, Darius Milhaud, Sergei Prokofjew, Richard Strauss, Arnold Schönberg, Igor Strawinsky, Wladimir Vogel, Kurt Weill und Alexander Zemlinsky ebenso wie in jüngerer Zeit Krzysztof Penderecki, Peter Maxwell Davies, Friedrich Goldmann, Berthold Goldschmidt, Siegfried Matthus, Matthias Pintscher, Peter Ruzicka, Heinz Holliger, Daniel Schnyder, Jörg Widmann, Thomas Adès und Brett Dean. Brett Dean und Marko Nikodijević waren zuletzt als Composer in Residence beim RSB präsent.
Zu den Aufgaben des Orchesters gehören neben den Sinfoniekonzerten, Kammerkonzerten, Rundfunkaufnahmen und CD-Produktionen selbstredend Familien- und Kinderkonzerte. Mit großem persönlichem Einsatz engagieren sich zahlreiche Musiker*innen sowohl in der Kammermusik als auch bei ambitionierten Projekten für die Heranwachsenden. Die Arbeit mit und für die jungen Musiker*innen und Konzerthörer*innen nimmt mittlerweile ein Drittel der Aktivitäten des RSB ein, wobei ein großer Teil darüber hinaus hinter den Kulissen und im nichtöffentlichen Raum geleistet wird. Der Verein der Freunde und Förderer des RSB e.V. engagiert sich besonders für dieses nachhaltige, in die Zukunft wirkende Tätigkeitsfeld des RSB.

RSB © Robert Niemeyer
RSB © Robert Niemeyer

Das lebendige „Rundfunk-Gen“

Deutschlandradio mit seinen Sendern Deutschlandfunk und Deutschlandfunk Kultur ist mit 40% Geschäftsanteilen der größte Gesellschafter der 1994 gegründeten Rundfunk-Orchester und -Chöre GmbH Berlin (ROC), welche das Rundfunk-Sinfonieorchester Berlin (RSB) und drei weitere hauptstädtische Klangkörper institutionell trägt. Außerdem stützt sich die ROC Berlin auf starke Partner: die Bundesrepublik Deutschland (35%), das Land Berlin (20%) und den Rundfunk Berlin-Brandenburg (5%).
Dank der engen Verbindung mit Deutschlandfunk Kultur in Berlin, mit dem Deutschlandfunk in Köln und mit dem Rundfunk Berlin-Brandenburg (rbb) werden alle Sinfoniekonzerte des RSB im Rundfunk übertragen. Viele sind über die angeschlossenen Sender der European Broadcasting Union (Euroradio) weltweit zu empfangen. Die Zusammenarbeit mit Deutschlandradio trägt unvermindert reiche Früchte auf CD. Drei Einspielungen unter der Leitung von Vladimir Jurowski haben seit 2015 ein neues Kapitel der Aufnahmetätigkeit aufgeschlagen, das sich mit hochwertigen Konzertmitschnitten und Studioaufnahmen auf CD beständig weiterentwickelt. Die zehn Livemitschnitte des großen konzertanten Wagnerzyklus (2010 bis 2013, PENTATONE) unter Leitung von Marek Janowski hatten dem RSB größten Respekt auf dem internationalen Plattenmarkt verschafft. Auch mit Labels wie Capriccio, cpo, Orfeo, Naxos und Sony Classical wird weiterhin produziert. Zahlreiche Aufnahmen sind mit deutschen und internationalen Schallplattenpreisen ausgezeichnet worden. Auch live ist das RSB national und international präsent. Seit mehr als 50 Jahren gastiert es regelmäßig in Japan und Korea sowie bei deutschen und europäischen Festivals und in Musikzentren weltweit.

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