Rundfunk-Sinfonieorchester Berlin

Rundfunk-Sinfonieorchester Berlin © Molina Visuals
Rundfunk-Sinfonieorchester Berlin © JosepMolina_MV

Einer Musikmetropole würdig

Seit Herbst 2017 ist Vladimir Jurowski Chefdirigent und Künstlerischer Leiter des Rundfunk-Sinfonieorchesters Berlin (RSB). Mit ihm, einem der musikalisch spannendsten, programmatisch mutigsten, technisch versiertesten und menschlich integersten Dirigenten der Gegenwart, stehen dem Berliner Rundfunk-Klangkörper glänzende Perspektiven bevor. Vladimir Jurowski hat das RSB auf einem, wie er zu betonen nicht müde wird, ausgezeichneten Entwicklungsstand von seinem Vorgänger Marek Janowski übernommen.

Vadimir Jurowski © Simon Pauly
Vladimir Jurowski © Simon Pauly

Das Rundfunk-Sinfonieorchester Berlin besetzt seit vielen Jahren eine international anerkannte Position in der ersten Reihe der deutschen Rundfunkorchester und der Berliner Spitzenorchester. Zuletzt baute Marek Janowski von 2001 bis 2016 eine beispielhafte Kompetenz des Orchesters für das deutsche romantische und spätromantische Repertoire auf, setzte einen international viel beachteten Schwerpunkt mit dem auch auf CD festgehaltenen, zehnteiligen Wagnerzyklus und hinterließ nicht zuletzt eine Gesamtaufnahme der Sinfonien von Hans Werner Henze. Zuvor hob Rafael Frühbeck de Burgos Klangvolumen und Präzision des Zusammenspiels des RSB auf höchstes Niveau.

Das Rundfunk-Sinfonieorchester Berlin geht zurück auf die erste musikalische Funkstunde des deutschen Rundfunks im Oktober 1923. Die früheren Chefdirigenten, u. a. Sergiu Celibidache, Eugen Jochum, Hermann Abendroth, Rolf Kleinert und Heinz Rögner formten einen Klangkörper, der in besonderer Weise die Wechselfälle der deutschen Geschichte im 20. Jahrhundert durchlebt hat.

Dirigentenpersönlichkeiten

Mittlerweile ist das RSB zu einer ersten Adresse für hervorragende junge Dirigenten der internationalen Musikszene geworden: Andris Nelsons, Kristjan Järvi, Yannick Nézet- Séguin, Vasily Petrenko, Jakub Hrůša, Alain Altinoglu, Omer Meir Wellber, Alondra de la Parra, Lahav Shani, Karina Canellakis, Thomas Søndergård. Viele von ihnen haben ihr jeweiliges Berlin-Debüt mit dem RSB absolviert. In der Saison 2018/2019 debütieren u. a. Antonello Manacorda, Ariane Matiakh, Edward Gardner und Nicholas Carter in einem Konzert des RSB, während Dima Slobodeniouk, John Storgårds und Ivan Repušić ebenso zum wiederholten Male kommen wie etliche der oben genannten früheren Debütanten. Aus der mittleren Generation konnte Sylvain Cambreling zur großen Freude des Orchesters gewonnen werden, erstmals das RSB zu dirigieren. Frank Strobel sorgt weiterhin für exemplarische Filmmusik-Konzerte. Brett Dean, der 2018/2019 die erstmals beim RSB ausgelobte Funktion eines „Composer in Residence“ innehat, spielt selbst als Solist sein Bratschenkonzert, Peter Ruzicka setzt die Reihe der dirigierenden Komponisten fort. Beides entspricht einer Tradition des Rundfunk-Sinfonieorchesters Berlin seit der Gründung 1923. Denn bedeutende Komponisten des 20. und inzwischen auch des 21. Jahrhunderts traten und treten selbst ans Pult dieses Orchesters oder führ(t)en als Solisten eigene Werke auf: Paul Hindemith, Arthur Honegger, Darius Milhaud, Sergei Prokofjew, Richard Strauss, Arnold Schönberg, Igor Strawinsky, Wladimir Vogel, Kurt Weill und Alexander Zemlinsky ebenso wie in jüngerer Zeit Krzysztof Penderecki, Peter Maxwell Davies, Friedrich Goldmann, Berthold Goldschmidt, Siegfried Matthus, Matthias Pintscher, Peter Ruzicka, Heinz Holliger, Daniel Schnyder, Jörg Widmann und Thomas Adès.

RSB im Konzerthaus © Bettina Stöß
Rundfunk-Sinfonieorchester Berlin © Bettina Stöß

Jung bleiben

Zu den Aufgaben des Orchesters gehören neben den Sinfoniekonzerten, Kammerkonzerten, Rundfunkaufnahmen und CD-Produktionen auch Familien- und Kinderkonzerte. Mit großem persönlichem Einsatz engagieren sich zahlreiche Musikerinnen und Musiker sowohl in der Kammermusik als auch bei ambitionierten Projekten für die Heranwachsenden. Die Arbeit mit und für die jungen Musiker und Konzerthörer nimmt mittlerweile ein Drittel der öffentlich wahrnehmbaren Aktivitäten des RSB ein, wobei ein großer Teil darüber hinaus hinter den Kulissen und im nichtöffentlichen Raum geleistet wird. Der Verein der Freunde und Förderer des RSB e.V. engagiert sich besonders für dieses nachhaltige, in die Zukunft wirkende Tätigkeitsfeld des RSB.

Ausstrahlen

Als Mitglied der 1994 gegründeten Rundfunk-Orchester und –Chöre GmbH Berlin (roc berlin) kann sich das Rundfunk-Sinfonieorchester Berlin auf starke institutionelle Partner stützen: Deutschlandradio (40 %), Bundesrepublik Deutschland (35 %), Land Berlin (20 %) und Rundfunk Berlin-Brandenburg (5 %) tragen die Gesellschaft, welcher vier hauptstädtische Rundfunkklangkörper angehören. Dank der engen Verbindung mit Deutschlandfunk Kultur in Berlin, mit dem Deutschlandfunk in Köln und mit dem Rundfunk Berlin-Brandenburg werden die meisten Konzerte des RSB im Rundfunk übertragen. Viele sind über die angeschlossenen Sender der European Broadcasting Union (EBU) weltweit zu empfangen. Aber auch live ist das RSB national und international präsent. Seit mehr als 50 Jahren gastiert es regelmäßig in Japan und Korea sowie bei deutschen und europäischen Festivals und in Musikzentren weltweit. Die Zusammenarbeit mit Deutschlandradio trägt unverändert reiche Früchte auf CD. Die zehn Livemitschnitte des großen konzertanten Wagnerzyklus (2010 bis 2013, PENTATONE) unter Leitung von Marek Janowski verschafften dem RSB größten Respekt auf dem internationalen Plattenmarkt. Die Gesamteinspielung aller Sinfonien von Hans Werner Henze (WERGO) mit Marek Janowski wurde 2014 abgeschlossen. Auch mit Labels wie capriccio, cpo, ORFEO, NAXOS und Sony Classical wird weiterhin produziert. Zahlreiche der Aufnahmen sind mit deutschen und internationalen Schallplattenpreisen ausgezeichnet worden. Drei Einspielungen seit 2015 unter der Leitung von Vladimir Jurowski haben bereits ein vielversprechendes neues Kapitel der Aufnahmetätigkeit aufgeschlagen.

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