Silvesterkonzert
Sergej Newski
„Göttin der Geschichte“ für Mezzosopran und Orchester, Text von Tomas Venclova „Der Asow-Feldzug“ (2024, Auftragswerk der Basel Sinfonietta, des RSB und des WDR Köln)
Ludwig van Beethoven
Sinfonie Nr. 9 d-Moll op. 125 mit Schlusschor über Schillers Ode „An die Freude“
Vasily Petrenko
Dirigent
Vasily Petrenko - Dirigent
Vasily Petrenko ist Musikdirektor des Royal Philharmonic Orchestra, eine Position, die er 2021 übernahm und die eine Zusammenarbeit begründete, die von Publikum und Kritikern weltweit gelobt wird. Im selben Jahr wurde er zum Ehrendirigenten des Royal Liverpool Philharmonic Orchestra ernannt, nachdem er von 2006 bis 2021 fünfzehn Jahre lang als dessen Chefdirigent tätig war und dabei große Anerkennung fand. Er ist stellvertretender Dirigent des Orquesta Sinfónica de Castilla y León und war außerdem Chefdirigent des European Union Youth Orchestra (2015–2024), Chefdirigent des Oslo Philharmonic Orchestra (2013–2020) und Hauptdirigent des National Youth Orchestra of Great Britain (2009–2013). Er trat 2022 als künstlerischer Leiter des Staatlichen Akademischen Symphonieorchesters Russlands „Evgeny Svetlanov“ zurück, nachdem er seit 2016 dessen Erster Gastdirigent und seit 2020 dessen künstlerischer Leiter gewesen war.
Er hat mit vielen der renommiertesten Orchestern der Welt zusammengearbeitet, darunter die Berliner Philharmoniker, das Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks, das Gewandhausorchester Leipzig, das London Symphony Orchestra, das London Philharmonic Orchestra, das Philharmonia Orchestra, die Accademia Nazionale di Santa Cecilia (Rom), St. Petersburger Philharmoniker, Orchestre National de France, Tschechische Philharmonie und NHK-Sinfonieorchester zusammengearbeitet und in Nordamerika das Philadelphia Orchestra, das Los Angeles Philharmonic Orchestra, das Cleveland Orchestra sowie die Sinfonieorchester von San Francisco, Boston und Chicago dirigiert. Er trat beim Edinburgh Festival, beim Grafenegg Festival und bei den BBC Proms auf. Vasily ist auch im Opernhaus zu Hause und hat mit über 30 Opern in seinem Repertoire zahlreiche Opernaufführungen dirigiert, darunter beim Glyndebourne Festival Opera, der Opéra National de Paris, dem Opernhaus Zürich, der Bayerischen Staatsoper und der Metropolitan Opera in New York.
Zu den Höhepunkten der Saison 2025/26 zählen Tourneen mit dem Royal Philharmonic Orchestra in Spanien und den Vereinigten Staaten. Er gibt sein Debüt bei der Warschauer Philharmonie und kehrt unter anderem zum Gewandhausorchester Leipzig, Oslo Philharmonic Orchestra, Orchestre National de Lyon, Orchestre Philharmonique de Strasbourg, Dresdner Philharmonie und das Houston Symphony Orchestra zurück.
Zu den jüngsten Höhepunkten als Musikdirektor des Royal Philharmonic Orchestra zählen umfangreiche Tourneen durch die wichtigsten europäischen Hauptstädte und Festivals sowie durch China, Japan und die USA. In London gehörten zu den jüngsten gefeierten Auftritten Mahlers Chorsinfonien und Konzerte mit Yunchan Lim und Maxim Vengerov in der Royal Albert Hall, Auftritte bei den BBC Proms sowie die Reihen „Icons Rediscovered“ und „Lights in the Dark“. In der Saison 2025–26 werden sie in der Royal Albert Hall drei mächtige Mahler-Sinfonien neben Bernsteins Chichester Psalms und Korngolds Violinkonzert aufführen. Zu den Höhepunkten in der Royal Festival Hall zählen Schostakowitschs Sinfonie Nr. 10, Messiaens Turangalîla-Sinfonie, Orchestermusik aus Wagners Parsifal und Skrjabins Sinfonie Nr. 3, „Das göttliche Gedicht“.
Vera-Lotte Boecker
Sopran
Vera-Lotte Boecker - Sopran
Vera-Lotte beginnt die Saison an der Hamburgischen Staatsoper als Peri“ in einer szenischen Fassung von Schumanns Das Paradies und die Peri (Dirigat: Omer Meir Wellber). Es inszeniert Tobias Kratzer, der damit seine Intendanz an der Oper Hamburg eröffnet.
Weitere Höhepunkte der Saison sind ihr Rollendebüt als Titelrolle in Janáčeks Das schlaue Füchslein (Sir Simon Rattle/Ted Huffman)) an der Staatsoper Unter den Linden sowie die Weltpremiere von Brett Deans neuer Oper Of One Blood (Vladimir Jurowski) an der Bayerischen Staatsoper, wo sie die Rolle der Mary Stuart singt. Es inszeniert Claus Guth.
Auf der Konzertbühne debütiert Vera-Lotte mit dem Rundfunk-Sinfonieorchester Berlin in Beethovens 9. Sinfonie (Vladimir Jurowski) sowie mit der Robert Schumann Philharmonie Chemnitz in Mahlers 2. Sinfonie (Benjamin Reiners). In Festival „Kissinger Sommer“ ist Vera-Lotte mit einem Programm von Meyerbeer bis Robert Stolz zu hören.
Zu den jüngsten Konzert-Highlights zählen Schönbergs „Gurrelieder“ (Petr Popelka) und Brahms‘ „Ein deutsches Requiem“ (Dima Slobodeniouk) mit den Wiener Symphonikern, Mahlers Sinfonie Nr. 4 (Cornelius Meister) mit dem Orquesta y Coro Nacionales de España, Beethovens Sinfonie Nr. 9 (Rafael Payare) mit dem Orchestre Symphonique de Montréal beim Festival de Lanaudière, Agnès Written on Skin (George Benjamin) im Konzert mit dem Stavanger Symphony, Zemlinskys Lyrische Sinfonie (Hannu Lintu) mit dem Finnish National Opera Orchestra, Reimanns Mignon mit dem Vogler Quartett im Konzerthaus Berlin, Mendelssohns Paulus mit dem Symphonieorchester Voralberg sowie Auftritte im Wiener Konzerthaus, in der Kölner Philharmonie, im Kulturpalast Dresden, in der Stuttgarter Philharmonie und im Musikverein Wien.
Zu den jüngsten Opernhighlights zählen bedeutende Rollendebüts wie die Titelrolle in Strauss‘ Daphne (Thomas Guggeis) in Romeo Castelluccis Inszenierung an der Deutschen Staatsoper, die Titelrolle in Bergs Lulu (Maxime Pascal) und Dorotka in Tobias Kratzers Inszenierung von Schwanda der Dudelsackpfeifer (Petr Popelka) am Theater an der Wien, Nadja in der Uraufführung von Haas‘ Bluthaus (Titus Engel) an der Bayerischen Staatsoper unter der Regie von Claus Guth sowie Fusako Kuroda in Henzes Das verratene Meer an der Wiener Staatsoper, das auch auf DVD erschienen ist.
2026 erscheint bei Capriccio „Cardillac“, wo Vera-Lotte an der Seite von Tomasz Konieczny in Paul Hindemiths Meisterwerk zu hören ist.
Christina Daletska
Mezzosopran / Alt
Christina Daletska - Mezzosopran / Alt
Christina Daletska ist in Lemberg (Ukraine) geboren und aufgewachsen. Die Künstlerin wird von der Presse als „phänomenal“ und „unwiderstehlich“ beschrieben. Sie ist Menschenrechtsaktivistin und offizielle Botschafterin von Amnesty International Schweiz. Ihr außergewöhnliches musikalisches Können konnte sie auch im Repertoire des späten 20. und 21. Jahrhunderts unter Beweis stellen, u.a. in mehreren Uraufführungen.
Daletskas Stimmumfang umfasst mehr als 3 Oktaven.
Ihr Operndebüt gab die Künstlerin im Alter von 23 Jahren als Rosina in „Il barbiere di Siviglia“ am Teatro Real Madrid, ein Jahr später sang sie bei den Salzburger Festspielen. Daletskas Repertoire ist enorm breit – sie fühlt sich bei Bach, Beethoven und Mahler ebenso zu Hause wie in den anspruchsvollsten Werken der Gegenwart. Dabei kann sie mühelos zwischen den Epochen und auch zwischen den Stimmfächern wechseln, etwa wenn an einem Abend ein barockes und ein zeitgenössisches Werk erklingen.
In den letzten Jahren gastierte sie u.a. Philharmonie Berlin, Wiener Konzerthaus, Muziekgebouw und Concertgebouw Amsterdam, Elbphilharmonie Hamburg, Opernhaus Zürich, Philharmonie Luxemburg, Staatsoper Stuttgart, Casa da Musica, Barbican London, Philharmonie de Paris, Ruhrtriennale, Palais de Chaillot, Grand Théâtre de Luxembourg, Festspielhaus Baden-Baden, Konzerthaus Dortmund, Opéra national du Rhin sowie bei den Wiener Festwochen, dem Kissinger Sommer, dem Beethovenfest Bonn, dem Lucerne Festival und dem Teatro La Fenice.
Die Künstlerin konzertiert regelmässig mit renommierten Ensembles und Orchestern wie Arditti Quartett, Ensemble Intercontemporain, Orchestra Sinfonica di Milano, Klangforum Wien, Kammerphilharmonie Bremen, MusikFabrik, Collegium Novum, Lucillin Luxembourg, Mahler Chamber Orchestra, Balthasar-Neumann-Ensemble, MDR Leipzig, SWR Sinfonieorchester, Ensemble Resonanz, Swedish Radio Symphony, Orchestre de Chambre de Lausanne, Tonhalle Zürich u.v.a..
Sie arbeitet mit DirigentInnen und KomponistInnen wie Emilio Pomarico, Philippe Manoury, Georges Aperghis, Peter Rundel, Titus Engel, Francois-Xavier Roth, Matthias Pintscher, Heinz Holliger, Daniel Harding, Ivor Bolton, Nello Santi, Riccardo Muti, Thomas Hengelbrock, Louis Langrée, Mirga Gražinytė – Tyla, Jun Märkl, Christopher Hogwood, Iris Szeghy, Christian Arming, Elena Firsova, James Gaffigan und Christian Zacharias.
Christina Daletska studierte Violine bei ihrer Mutter Oksana Trunko und trat bereits mit 10 Jahren als Solistin am Royal College of Music in London auf; noch vor ihrem 18. Geburtstag spielte sie die Violinkonzerte von Mendelssohn, Tschaikowsky und Beethoven. 2006 begann sie ihr Gesangsstudium bei Ruth Rohner in Zürich und gewann bereits ein Jahr später drei Preise bei drei internationalen Gesangswettbewerben.
Daletska spricht sieben Sprachen und engagiert sich gegen die Verschwendung von Lebensmitteln. Seit dem Ausbruch des Krieges gegen die Ukraine ist sie zudem täglich als freiwillige Helferin im Einsatz.
Benjamin Bruns
Tenor
Benjamin Bruns - Tenor
Benjamin Bruns Tenor Benjamin Bruns begann seine Sängerlaufbahn als Alt-Solist im Knabenchor seiner Heimatstadt Hannover. Nach einer vierjährigen privaten Gesangsausbildung bei Prof. Peter Sefcik studierte er an der Hochschule für Musik und Theater Hamburg bei Kammersängerin Renate Behle. Noch während des Studiums wurde ihm vom Bremer Theater ein erstes Festengagement angeboten, welches ihm früh den Aufbau eines breitgefächerten Repertoires ermöglichte und dem bald ein Ensemblevertrag an der Oper Köln folgte. Über die Sächsische Staatsoper Dresden führte ihn sein Weg direkt zur Wiener Staatsoper, deren Ensemblemitglied er bis Juni 2021 war.
Seine musikalische Bandbreite umfasst Mozart-Rollen wie Belmonte (Die Entführung aus dem Serail), Tamino (Die Zauberflöte) und Don Ottavio (Don Giovanni) aber auch wichtiges anderes Repertoire wie Fenton (Falstaff), Camille de Rosillon (Die lustige Witwe), Lysander (Britten: A Midsummer Night’s Dream), Don Ramiro (La Cenerentola), Boris Grigorievič (Janáček: Kátia Kabanová) oder den Italienischen Tenor in den beiden Strauss-Opern Capriccio und Der Rosenkavalier. Mit Wagner-Partien wie Lohengrin, Loge (Das Rheingold) und Erik (Der fliegende Holländer) oder dem Matteo in Strauss’ Arabella zeichnet sich die Erweiterung ins jugendlich-dramatische Fach ab. Im Frühjahr 2021 stand er erstmals als Florestan in Beethovens Fidelio (1804) auf der Bühne der Wiener Staatsoper.
Oratorium und Liedgesang bilden für den Künstler einen wichtigen Gegenpol zu seinem Bühnenschaffen. Den Schwerpunkt seines umfangreichen Konzertrepertoires bilden die großen sakralen Werke von Bach, Händel, Haydn, Mozart, Schubert und Mendelssohn. Dabei musiziert er mit allen wichtigen deutschen Orchestern wie den Berliner Philharmonikern, dem Gewandhausorchester Leipzig, der Sächsischen Staatskapelle Dresden oder der Akademie für Alte Musik Berlin, aber auch mit renommierten internationalen Ensembles wie den Wiener Philharmonikern, dem Boston Symphony Orchestra, dem Bach Collegium Japan, der Tschechischen Philharmonie, dem Sydney Symphony Orchestra, dem Kammerorchester Basel sowie Chor und Orchester der Accademia di Santa Cecilia in Rom.
Benjamin Bruns ist Preisträger des Bundeswettbewerbs Gesang Berlin, des Hamburger Mozart-Wettbewerbs sowie des internationalen Gesangswettbewerbs der Kammeroper Schloss Rheinsberg. Als besondere Auszeichnungen wurden ihm 2008 der Kurt-Hübner-Preis des Theaters Bremen und 2009 der Nachwuchsförderpreis des Schleswig-Holstein Musik Festivals verliehen.
Seine Lied-CD „Dichterliebe“, mit Schumanns Dichterliebe und Der arme Peter, Beethovens An die ferne Geliebte und Hugo Wolfs Liederstrauß (am Klavier: Karola Theill) wurde von der Presse hoch gelobt und sowohl bei den International Classical Music Awards als auch für den Deutschen Schallplattenpreis in der Kategorie ‚Vocal Recital‘ nominiert.
Jordan Shanahan
Bass
Jordan Shanahan - Bass
Der hawaiianische Bariton Jordan Shanahan konnte sich besonders mit seinen charismatischen Interpretationen der dramatischen Rollen international einen Namen machen. Er nahm an zahlreichen Konzerten und Liederabenden in New York, Honolulu, Philadelphia, Portland Oregon, Seattle, in Holland und in Frankreich teil.
Jordan Shanahan, geboren auf Hawaii, studierte Posaune und Komposition an der Universität Hawaii. Anschliessend wechselte er an die Temple University Philadelphia, und an die am Ryan Opera Center der Lyric Opera of Chicago um Gesang zu studieren. Er war bereits an der Metropolitan Opera Chicago, dem Teatro di San Carlo in Neapel, der Santa Fe Opera, Orlando Opera, Opera Memphis, in St. Louis oder der holländischen Nationaloper in Amsterdam auf der Bühne zu erleben. Sein Repertoire umfasst die grossen Partien des Baritonfaches. Er nahm an zahlreichen Konzerten und Liederabenden in New York, Honolulu, Philadelphia, Portland Oregon, Seattle, in Holland und in Frankreich teil.
In der Spielzeit 2024/205 sang der Künstler Monterone in RIGOLETTO an der Metropolitan Opera, sein Debüt in Portugal beim Casa da Música in Porto mit Zemlinskys LYRISCHE SYMPHONIE, eine Neuproduktion FRAU OHNE SCHATTEN als Barak an der Deutschen Oper Berlin (Sir Donald Runnicles & Tobias Kratzer) und sein Hausdebüt an der Wiener Staatsoper als Telramund im LOHENGRIN (Christian Thielemann) und Amfortas im PARSIFAL (Axel Kober). Darüber hinaus kehrt er im Sommer an die Bayreuther Festspiele zurück; diesmal gleich mit 3 Partien: Klingsor im PARSIFAL, Kothner in DIE MEISTERSINGER von NÜRNBERG und Kurwenal in TRISTAN UND ISOLDE.
Zukünftige Projekte ab der Spielzeit 2025/2026 umfassen u.a. sein Rollendebüt als Wotan in Wagners RING (RHEINGOLD und WALKÜRE) an der Oper Köln, Holländer in DER FLIEGENDE HOLLÄNDER an der Staatsoper Hamburg, Kurwenal in TRISTAN UND ISOLDE an der Nederlandse Opera in Amsterdam, WALKÜRE-Wotan an der Deutschen Oper Berlin und Beethovens NEUNTE SYMPHONIE im Konzerthaus Berlin mit dem Rundfunk Sinfonieorchester Berlin.
Jordan Shanahan arbeitet regelmäßig mit berühmten Dirigenten zusammen u.a. mit Marc Albrecht, Semyon Bychkov, Pablo Heras-Casado, Daniele Gatti, Christian Thielemann, Sir Donald Runncles, Axel Kober, James Conlon und Stefan Blunier.
Auf der Konzertbühne feiert Jordan Shanahan ebenso große Erfolge im breit gefächerten Repertoire: von Händels MESSIAH, Mendelssohns ELIAS, Strawinskys OEDIPUS REX, bis hin zu Verdis REQUIEM; sei es im Palast der Künste in Budapest, im Concertgebouw in Amsterdam, oder bei anderen großen Orchestern in ganz Europa (zuletzt 2023 mit Daniele Gatti mit Santa Cecilia in Rom) und in der Carnegie Hall den Vereinigten Staaten von Amerika. Jordan Shanahan lebt heute in der Schweiz und tritt regelmäßig in Europa, Nordamerika, Asien und natürlich auch in seiner Heimat auf Hawaii auf.
Rundfunkchor Berlin
Rundfunkchor Berlin
Mit rund 60 Konzerten jährlich, CD-Einspielungen und internationalen Gastspielen zählt der Rundfunkchor Berlin zu den herausragenden Chören der Welt. Allein drei Grammy Awards stehen für die Qualität seiner Aufnahmen. Sein breit gefächertes Repertoire, ein flexibles, reich nuanciertes Klangbild, makellose Präzision und packende Ansprache machen den Profichor zum Partner bedeutender Orchester und Dirigenten, darunter Kirill Petrenko, Daniel Barenboim, Simon Rattle oder Yannick Nézet-Séguin. In Berlin besteht eine intensive Zusammenarbeit mit den Berliner Philharmonikern sowie mit dem Deutschen Symphonie-Orchester Berlin und dem Rundfunk-Sinfonieorchester Berlin und ihren Chefdirigenten.
Internationales Aufsehen erregt der Rundfunkchor Berlin auch mit seinen interdisziplinären Projekten, die das klassische Konzertformat aufbrechen und Chormusik neu erlebbar machen. Zum Meilenstein wurde die szenische Umsetzung des Brahms-Requiems als »human requiem« durch Jochen Sandig und ein Team von Sasha Waltz & Guests. Nach Gastspielen u.a. in New York, Hongkong, Paris und Adelaide reist die Produktion im Sommer 2019 erstmals nach Istanbul. Für das Projekt »LUTHER dancing with the gods« reflektierte der Chor im Herbst 2017 in einer genresprengenden Konzertperformance mit Robert Wilson und Musik von Bach, Nystedt und Reich Luthers Wirkung auf die Künste und in den Künsten. Für »TIME TRAVELLERS« wird der Chor in der Spielzeit 2019/20 das Berliner Radialsystem in einen begehbaren Zeittunnel verwandeln. Auf Grundlage von Jonathan Doves Komposition »The Passing of the Year« entsteht mit Filmen, Bildern, Performance und Musik ein interaktives Chorerlebnis.
Mit seinen Community-Projekten für unterschiedliche Zielgruppen – das große Mitsingkonzert in der Berliner Philharmonie, das Fest der Chorkulturen für Chöre aus aller Welt und die Liederbörse für Berliner Schülerinnen und Schüler – möchte der Rundfunkchor Berlin möglichst viele Menschen zum Singen bringen. Sein breit angelegtes Bildungsprogramm SING! zielt auf die nachhaltige Vernetzung verschiedener Partner, um das Singen als selbstverständlichen Teil des Berliner Grundschulalltags zu fördern. Mit der Akademie und Schola sowie der Internationalen Meisterklasse Berlin setzt sich das Ensemble für den professionellen Sänger- und Dirigentennachwuchs ein.
1925 gegründet, feierte der Rundfunkchor Berlin 2015 sein 90-jähriges Bestehen. Der Chor wurde von Dirigenten wie Helmut Koch, Dietrich Knothe (1982-93), Robin Gritton (1994-2001) und Simon Halsey (2001-2015) geprägt. Seit der Saison 2015/16 steht der Niederländer Gijs Leenaars als Chefdirigent und Künstlerischer Leiter an der Spitze des Ensembles. Simon Halsey bleibt dem Chor als Ehrendirigent und Gastdirigent verbunden. Der Rundfunkchor Berlin ist ein Ensemble der Rundfunk Orchester und Chöre GmbH Berlin in der Trägerschaft von Deutschlandradio, der Bundesrepublik Deutschland, dem Land Berlin und dem Rundfunk Berlin-Brandenburg.
Nico Köhs
Choreinstudierung
Rundfunk-Sinfonieorchester Berlin
Mit großem Bedauern müssen wir mitteilen, dass Chefdirigent Vladimir Jurowski aus gesundheitlichen Gründen die Leitung der beiden Silvesterkonzerte am 30. und 31.12. absagen muss. Wir wünschen ihm eine rasche Genesung und alles Gute.
Gleichzeitig freuen wir uns sehr, dass Vasily Petrenko sich bereit erklärt hat, die Leitung der beiden Konzerte zu übernehmen. Petrenko ist seit 2021/22 Musikdirektor des Royal Philharmonic Orchestra in London und als regelmäßiger Gastdirigent des RSB mit dem Orchester bestens vertraut.
Besonders freuen wir uns, dass er neben Beethoven Sinfonie Nr. 9 auch das von Vladimir Jurowski initiierte Auftragswerk „Göttin der Geschichte“ von Sergej Newski dirigieren wird.
Brüder, überm Sternenzelt muss ein lieber Vater wohnen
Ukraine, März 2022.
„… schönes Wetter – angstvoll wird es der Nachwuchs, in Bunkern geboren, betrachten, denn der Himmel ist nukleare Bedrohung, nicht Gottes Wohnung.“
Das beklemmende Gedicht „Der Asow-Feldzug“ des litauischen Dichters Tomas Venclova bezieht sich auf die Belagerung von Mariupol durch das russische Militär im Frühjahr 2022. Es ist Gegenstand der aufrüttelnden Komposition „Göttin der Geschichte“ des in Berlin lebenden russischen Exil-Komponisten Sergej Newski. Vladimir Jurowski schickt 2025 diese Komposition der traditionellen Aufführung von Beethovens Sinfonie Nr. 9 mit der Ode „An die Freude“ voraus.
In zehn Strophen richtet Venclova den Blick auf die konkreten Ereignisse in der östlichen Ukraine und überhöht sie zu einer epischen Aussage, die in der antiken Tradition wurzelt. „Die menschliche Stimme mutiert von quasi-folkloristischem Gesang zu Rap und erweiterten Techniken und gipfelt in einem langen improvisationsartigen Solo, das von einem rhythmischen Ostinato im Bass begleitet wird.“ (Sergej Newski)
NUMMER NEUN
Richard Wagner fühlte sich sein Leben lang magisch von ihr angezogen, Hermann Hesse stieß sich an der vulgären Banalität ihres Finales. Die deutsche Arbeitersängerbewegung machte aus ihr in den 1920er-Jahren regelmäßige Massenveranstaltungen, Claude Debussy sah durch eben diese breite Öffentlichkeit das Große an ihr zum „Popanz“ degradiert. Thomas Manns Romanfigur Adrian Leverkühn wollte sie gar ein für allemal zurücknehmen. Das Rundfunk-Sinfonieorchester Berlin spielt sie seit 1948 regelmäßig zum Jahreswechsel – nicht weil es so üblich ist, sondern weil dieses besondere Werk, die Sinfonie Nr. 9 von Ludwig van Beethoven, den Menschen rund um den Erdball immer aufs Neue dabei hilft, sich innerlich aufzurichten und buchstäblich zu den Sternen zu greifen.
Konzert mit Deutschlandfunk Kultur. Übertragung am 31.12.2025, 20.07 Uhr