Digitales Programm
Di 30.12. / Mi 31.12. Silvesterkonzert
20:00 / 16:00 Uhr Konzerthaus Berlin
Sergej Newski
„Göttin der Geschichte“ für Mezzosopran und Orchester, Text von Tomas Venclova „Der Asow-Feldzug“ (2024, Auftragswerk der Basel Sinfonietta, des RSB und des WDR Köln)
Ludwig van Beethoven
Sinfonie Nr. 9 d-Moll op. 125 mit Schlusschor über Schillers Ode „An die Freude“
Vasily Petrenko, Dirigent
Vera-Lotta Boecker, Sopran
Christina Daletska, Mezzosopran/Alt
Benjamin Bruns, Tenor
Jordan Shanahan, Bass
Rundfunkchor Berlin
Nico Köhs, Choreinstudierung
Ralf Sochaczewsky, Assistent des Dirigenten
Rundfunk-Sinfonieorchester Berlin
Konzert mit Deutschlandfunk Kultur. Übertragung am 31.12.2025, 20.07 Uhr.
Es wird keine Einführung zum Konzert geben.
Das Konzert findet ohne Pause statt.
Vasily Petrenko übernimmt für Vladimir Jurowski
Mit großem Bedauern müssen wir mitteilen, dass Chefdirigent Vladimir Jurowski aus gesundheitlichen Gründen die Leitung der beiden Silvesterkonzerte am 30. und 31.12. absagen muss. Wir wünschen ihm eine rasche Genesung und alles Gute.
Gleichzeitig freuen wir uns sehr, dass Vasily Petrenko sich bereit erklärt hat, die Leitung der beiden Konzerte zu übernehmen. Petrenko ist seit 2021/22 Musikdirektor des Royal Philharmonic Orchestra in London und als regelmäßiger Gastdirigent des RSB mit dem Orchester bestens vertraut. Besonders freuen wir uns, dass er neben Beethoven Sinfonie Nr. 9 auch das von Vladimir Jurowski initiierte Auftragswerk "Göttin der Geschichte" von Sergej Newski dirigieren wird.
Brüder, überm Himmel muss ein lieber Vater wohnen
Ukraine, März 2022.
„… schönes Wetter – angstvoll wird es der Nachwuchs, in Bunkern geboren, betrachten, denn der Himmel ist nukleare Bedrohung, nicht Gottes Wohnung.“
Das beklemmende Gedicht „Der Asow-Feldzug“ des litauischen Dichters Tomas Venclova bezieht sich auf die Belagerung von Mariupol durch das russische Militär im Frühjahr 2022. Es ist Gegenstand der aufrüttelnden Komposition „Göttin der Geschichte“ des in Berlin lebenden russischen Exil-Komponisten Sergej Newski. Vladimir Jurowski schickt 2025 diese Komposition der traditionellen Aufführung von Beethovens Sinfonie Nr. 9 mit der Ode „An die Freude“ voraus.
In zehn Strophen richtet Venclova den Blick auf die konkreten Ereignisse in der östlichen Ukraine und überhöht sie zu einer epischen Aussage, die in der antiken Tradition wurzelt. „Die menschliche Stimme mutiert von quasi-folkloristischem Gesang zu Rap und erweiterten Techniken und gipfelt in einem langen improvisationsartigen Solo, das von einem rhythmischen Ostinato im Bass begleitet wird.“ (Sergej Newski)
Nummer Neun
Richard Wagner fühlte sich sein Leben lang magisch von ihr angezogen, Hermann Hesse stieß sich an der vulgären Banalität ihres Finales. Die deutsche Arbeitersängerbewegung machte aus ihr in den 1920er-Jahren regelmäßige Massenveranstaltungen, Claude Debussy sah durch eben diese breite Öffentlichkeit das Große an ihr zum „Popanz“ degradiert. Thomas Manns Romanfigur Adrian Leverkühn wollte sie gar ein für allemal zurücknehmen. Das Rundfunk-Sinfonieorchester Berlin spielt sie seit 1948 regelmäßig zum Jahreswechsel – nicht weil es so üblich ist, sondern weil dieses besondere Werk, die Sinfonie Nr. 9 von Ludwig van Beethoven, den Menschen rund um den Erdball immer aufs Neue dabei hilft, sich innerlich aufzurichten und buchstäblich zu den Sternen zu greifen.
Sergej Newski
„Göttin der Geschichte“
Das Verhängnis des Nationalismus
Während der Probenphase einer Newski-Produktion im Februar 2022 an der Staatsoper in Stuttgart brach der Krieg in der Ukraine aus. Gemeinsam mit der Sängerin Christina Daletska entwickelte Sergej Newski damals die Idee zu „Göttin der Geschichte“ für Mezzosopran und Orchester. Die gebürtige Ukrainerin Christina Daletska, die seit Kriegsbeginn freiwillig Hilfsdienste leistet, lehnt einen pauschalen Boykott russischer Kunst und Kultur ab. „Natürlich respektiere und schätze ich Kulturschaffende aus diesem Land, die sich schon damals gegen das Sowjetregime gestellt hatten – denken wir zum Beispiel an Dmitri Schostakowitsch – und heute absolut offen und kompromisslos den Krieg verurteilen“, sagte sie 2024 in einem Interview. „Ich wünschte mir sehr, dass es mehr von ihnen gäbe.“
„Die zehn Strophen des Gedichts sind in dem Stück in drei ungleiche Abschnitte unterteilt, die sich mit einer Einleitung und instrumentalen Intermezzos abwechseln. Die menschliche Stimme mutiert von quasi-folkloristischem Gesang zu Rap und erweiterten Techniken und gipfelt in einem langen improvisationsartigen Solo, das von einem rhythmischen Ostinato im Bass begleitet wird. Die Gleichzeitigkeit von verschiedenen Tempi, von Statik und Ausdruck soll die Mehrdimensionalität der poetischen Quelle vermitteln.
Einer besonderen Erwähnung bedarf die Verwendung von Klangfarben, die ich zwar sonst fast nie verwende, die aber für die Trauermusik des 20. Jahrhunderts typisch sind – gestimmte Gongs, Harfe und die tiefen Register des Klaviers – welche asynchron absteigende Linien bilden und auf verschiedene musikalische Epitaphien der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts verweisen, von Strawinskys ‚Orpheus‘ bis zu Griseys ‚Quatre Chantes‘“. (Sergej Newski)
Gesungener Text
Der Asow-Feldzug
Sei gegrüßt, du vergessene Göttin der Geschichte,
mit deinem Gefolge aus Raketenhülsen und toten Kriegern!
Du bist noch nicht da – doch an diesem beklemmenden Tag zu erkennen,
wenn Raupenketten quietschen und Hubschraubermotten fliegen über die Grenze.
Danach wird deine Herrschaft schon zur Gewohnheit. Zuerst sind
das Loch in der Brust eines Wohnhauses, schwelende Bäume zum Meer hin,
zerschossene Bahnknotenpunkte, das grenzenlose Theater der Steppe,
wo Peter in Schwarzerdeklumpen versinkt und lästert gegen Masepa.
Der Tod ist noch jung. Zu wenig Geschick und Zeit hat er anfangs.
Er übt noch, er lernt seine Arbeit. Er zielt ganz langsam,
doch lange kein Treffer. Ein Splitter grüßt den Leib erst
beim fünften Mal. Danach wird schon nichts mehr bleiben.
Eine Drohne zeichnet der Luft ihre unsichtbare Spur ein.
Ein zwanzigjähriger Wachmann begleitet durch ein
Schlammfeld am Zaun einen älteren Städter – und sei er
auch Zivilist – die letzten drei Meter ziehn sich für beide wie Meilen.
Der Inhalt der Buschlaten schmilzt und sickert von Ruine
zu Ruine. Der Begleiter steckt fest im Raum und fixiert ihn
ganz träge. Ein Geschütz zerschmettert die Stickstoffzisterne.
Zehn Blocks sind erobert – gloria nostra aeterna.
Ach, die rettenden Bahnhöfe und die Häfen sind in weiter Ferne!
Vor den Augen – wer weiß, sind das Posten der Freunde oder der Gegner,
lassen sie einen durch oder schießen sie. Für Marodeure bleiben noch Hühner
in Fluren und Ziegen in Höfen, sogar ein Blick, der zurückkehrt
zu den auf der Karte nicht eingezeichneten Orten Trostianka, Merefa und Irpin,
wo durchlöcherte Dächer auf einem dichten Nesselfeld schillern,
der süßliche Dunst der Toten dringt in den Rachen
und Kinder sich dran gewöhnen, „Verräter“, „Gewehr“ und „Hunger“ zu sagen.
Am Streifen der Ebbe zieht eine Kugel den Strich, keine Möwe,
und hinterm zersplitterten Fenster zeigt der Spiegel ein schönes
Wetter – angstvoll wird es der Nachwuchs, in Bunkern geboren,
betrachten, denn der Himmel ist nukleare Bedrohung, nicht Gottes Wohnung.
[Ein geronnener Blutfleck. Eines Sprengstoffes Bass und Alt jetzt.
Für jedwede Thermopylen findet sich, wie bekannt, ein Ephialtes.
Nimm Abschied von ihnen – du wirst nicht verstehn, ob in Ehre oder in Schande:
Die Wege sind abgeschnitten, und die Meder dringen sowieso in die Lande.]
Was denn, du Göttin der Geschichte, Kriege sind eben Kriege.
Der Boulevard einer feindlichen Stadt macht schlapp in der Sonnenhitze,
ein Student zertritt seine Zigarette im Sand und plappert
unter der Lindenkuppel die alten Zeilen: „Wie süß ist es, das Vaterland zu hassen“,
und ein Soldat – an den Namen werden die Freunde sich nicht mehr erinnern –
atmet noch jetzt die verbliebene Luft im stickigen Labyrinth ein.
Die Lippen bewegen sich nicht mehr, doch es hören Stein und Beton
das harte Wort, geschleudert gegen die Angreifer von Cambronne.
Thomas Venclova, Prag, Juni 2022
Aus dem Litauischen von Cornelius Hell
Ludwig van Beethoven
Sinfonie Nr. 9
Das Mirakel der Neunten
Gesungener Text
An die Freude
O Freunde, nicht diese Töne!
Sondern laßt uns angenehmere anstimmen und freudenvollere!
Freude!
Rezitativtext von Ludwig van Beethoven
Freude, schöner Götterfunken,
Tochter aus Elysium,
Wir betreten feuertrunken,
Himmlische, dein Heiligtum.
Deine Zauber binden wieder,
Was die Mode streng geteilt,
Alle Menschen werden Brüder,
Wo dein sanfter Flügel weilt.
Wem der große Wurf gelungen,
Eines Freundes Freund zu sein,
Wer ein holdes Weib errungen,
Mische seinen Jubel ein!
Ja – wer auch nur eine Seele
Sein nennt auf dem Erdenrund!
Und wer’s nie gekonnt, der stehle
Weinend sich aus diesem Bund!
Freude trinken alle Wesen
An den Brüsten der Natur,
Alle Guten, alle Bösen
Folgen ihrer Rosenspur.
Küsse gab sie uns und Reben,
Einen Freund, geprüft im Tod;
Wollust ward dem Wurm gegeben,
Und der Cherub steht vor Gott.
Froh, wie seine Sonnen fliegen
Durch des Himmels prächt’gen Plan,
Laufet, Brüder, eure Bahn,
Freudig, wie ein Held zum Siegen!
Seid umschlungen, Millionen!
Diesen Kuß der ganzen Welt!
Brüder – überm Sternenzelt
Muß ein lieber Vater wohnen.
Ihr stürzt nieder, Millionen?
Ahnest du den Schöpfer, Welt?
Such ihn überm Sternenzelt
Über Sternen muß er wohnen.
Friedrich Schiller, Ode „An die Freude“
(Ausschnitt, der von Beethoven in der Sinfonie Nr. 9 vertont wurde)
Das Rundfunk-Sinfonieorchester Berlin wünscht Ihnen ein gesundes, achtsames und friedliches, also ein rundum positives Jahr 2026!
Texte © Steffen Georgi
Kurzbiografien
Vasily Petrenko

Vasily Petrenko ist Musikdirektor des Royal Philharmonic Orchestra, eine Position, die er 2021 übernahm und die eine Zusammenarbeit begründete, die von Publikum und Kritikern weltweit gelobt wird. Im selben Jahr wurde er zum Ehrendirigenten des Royal Liverpool Philharmonic Orchestra ernannt, nachdem er von 2006 bis 2021 fünfzehn Jahre lang als dessen Chefdirigent tätig war und dabei große Anerkennung fand. Er ist stellvertretender Dirigent des Orquesta Sinfónica de Castilla y León und war außerdem Chefdirigent des European Union Youth Orchestra (2015–2024), Chefdirigent des Oslo Philharmonic Orchestra (2013–2020) und Hauptdirigent des National Youth Orchestra of Great Britain (2009–2013). Er trat 2022 als künstlerischer Leiter des Staatlichen Akademischen Symphonieorchesters Russlands „Evgeny Svetlanov“ zurück, nachdem er seit 2016 dessen Erster Gastdirigent und seit 2020 dessen künstlerischer Leiter gewesen war.
Er hat mit vielen der renommiertesten Orchestern der Welt zusammengearbeitet, darunter die Berliner Philharmoniker, das Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks, das Gewandhausorchester Leipzig, das London Symphony Orchestra, das London Philharmonic Orchestra, das Philharmonia Orchestra, die Accademia Nazionale di Santa Cecilia (Rom), St. Petersburger Philharmoniker, Orchestre National de France, Tschechische Philharmonie und NHK-Sinfonieorchester zusammengearbeitet und in Nordamerika das Philadelphia Orchestra, das Los Angeles Philharmonic Orchestra, das Cleveland Orchestra sowie die Sinfonieorchester von San Francisco, Boston und Chicago dirigiert. Er trat beim Edinburgh Festival, beim Grafenegg Festival und bei den BBC Proms auf. Vasily ist auch im Opernhaus zu Hause und hat mit über 30 Opern in seinem Repertoire zahlreiche Opernaufführungen dirigiert, darunter beim Glyndebourne Festival Opera, der Opéra National de Paris, dem Opernhaus Zürich, der Bayerischen Staatsoper und der Metropolitan Opera in New York.
Zu den Höhepunkten der Saison 2025/26 zählen Tourneen mit dem Royal Philharmonic Orchestra in Spanien und den Vereinigten Staaten. Er gibt sein Debüt bei der Warschauer Philharmonie und kehrt unter anderem zum Gewandhausorchester Leipzig, Oslo Philharmonic Orchestra, Orchestre National de Lyon, Orchestre Philharmonique de Strasbourg, Dresdner Philharmonie und das Houston Symphony Orchestra zurück.
Zu den jüngsten Höhepunkten als Musikdirektor des Royal Philharmonic Orchestra zählen umfangreiche Tourneen durch die wichtigsten europäischen Hauptstädte und Festivals sowie durch China, Japan und die USA. In London gehörten zu den jüngsten gefeierten Auftritten Mahlers Chorsinfonien und Konzerte mit Yunchan Lim und Maxim Vengerov in der Royal Albert Hall, Auftritte bei den BBC Proms sowie die Reihen „Icons Rediscovered“ und „Lights in the Dark“. In der Saison 2025–26 werden sie in der Royal Albert Hall drei mächtige Mahler-Sinfonien neben Bernsteins Chichester Psalms und Korngolds Violinkonzert aufführen. Zu den Höhepunkten in der Royal Festival Hall zählen Schostakowitschs Sinfonie Nr. 10, Messiaens Turangalîla-Sinfonie, Orchestermusik aus Wagners Parsifal und Skrjabins Sinfonie Nr. 3, „Das göttliche Gedicht“.
Vera-Lotta Boecker

Vera-Lotte beginnt die Saison an der Hamburgischen Staatsoper als Peri“ in einer szenischen Fassung von Schumanns Das Paradies und die Peri (Dirigat: Omer Meir Wellber). Es inszeniert Tobias Kratzer, der damit seine Intendanz an der Oper Hamburg eröffnet.
Weitere Höhepunkte der Saison sind ihr Rollendebüt als Titelrolle in Janáčeks Das schlaue Füchslein (Sir Simon Rattle/Ted Huffman)) an der Staatsoper Unter den Linden sowie die Weltpremiere von Brett Deans neuer Oper Of One Blood (Vladimir Jurowski) an der Bayerischen Staatsoper, wo sie die Rolle der Mary Stuart singt. Es inszeniert Claus Guth.
Auf der Konzertbühne debütiert Vera-Lotte mit dem Rundfunk-Sinfonieorchester Berlin in Beethovens 9. Sinfonie (Vladimir Jurowski) sowie mit der Robert Schumann Philharmonie Chemnitz in Mahlers 2. Sinfonie (Benjamin Reiners). In Festival „Kissinger Sommer“ ist Vera-Lotte mit einem Programm von Meyerbeer bis Robert Stolz zu hören.
Zu den jüngsten Konzert-Highlights zählen Schönbergs „Gurrelieder“ (Petr Popelka) und Brahms‘ „Ein deutsches Requiem“ (Dima Slobodeniouk) mit den Wiener Symphonikern, Mahlers Sinfonie Nr. 4 (Cornelius Meister) mit dem Orquesta y Coro Nacionales de España, Beethovens Sinfonie Nr. 9 (Rafael Payare) mit dem Orchestre Symphonique de Montréal beim Festival de Lanaudière, Agnès Written on Skin (George Benjamin) im Konzert mit dem Stavanger Symphony, Zemlinskys Lyrische Sinfonie (Hannu Lintu) mit dem Finnish National Opera Orchestra, Reimanns Mignon mit dem Vogler Quartett im Konzerthaus Berlin, Mendelssohns Paulus mit dem Symphonieorchester Voralberg sowie Auftritte im Wiener Konzerthaus, in der Kölner Philharmonie, im Kulturpalast Dresden, in der Stuttgarter Philharmonie und im Musikverein Wien.
Zu den jüngsten Opernhighlights zählen bedeutende Rollendebüts wie die Titelrolle in Strauss‘ Daphne (Thomas Guggeis) in Romeo Castelluccis Inszenierung an der Deutschen Staatsoper, die Titelrolle in Bergs Lulu (Maxime Pascal) und Dorotka in Tobias Kratzers Inszenierung von Schwanda der Dudelsackpfeifer (Petr Popelka) am Theater an der Wien, Nadja in der Uraufführung von Haas‘ Bluthaus (Titus Engel) an der Bayerischen Staatsoper unter der Regie von Claus Guth sowie Fusako Kuroda in Henzes Das verratene Meer an der Wiener Staatsoper, das auch auf DVD erschienen ist.
2026 erscheint bei Capriccio „Cardillac“, wo Vera-Lotte an der Seite von Tomasz Konieczny in Paul Hindemiths Meisterwerk zu hören ist.
Christina Daletska

Christina Daletska ist in Lemberg (Ukraine) geboren und aufgewachsen. Die Künstlerin wird von der Presse als "phänomenal" und "unwiderstehlich" beschrieben. Sie ist Menschenrechtsaktivistin und offizielle Botschafterin von Amnesty International Schweiz. Ihr außergewöhnliches musikalisches Können konnte sie auch im Repertoire des späten 20. und 21. Jahrhunderts unter Beweis stellen, u.a. in mehreren Uraufführungen.
Daletskas Stimmumfang umfasst mehr als 3 Oktaven.
Ihr Operndebüt gab die Künstlerin im Alter von 23 Jahren als Rosina in „Il barbiere di Siviglia“ am Teatro Real Madrid, ein Jahr später sang sie bei den Salzburger Festspielen. Daletskas Repertoire ist enorm breit - sie fühlt sich bei Bach, Beethoven und Mahler ebenso zu Hause wie in den anspruchsvollsten Werken der Gegenwart. Dabei kann sie mühelos zwischen den Epochen und auch zwischen den Stimmfächern wechseln, etwa wenn an einem Abend ein barockes und ein zeitgenössisches Werk erklingen.
In den letzten Jahren gastierte sie u.a. Philharmonie Berlin, Wiener Konzerthaus, Muziekgebouw und Concertgebouw Amsterdam, Elbphilharmonie Hamburg, Opernhaus Zürich, Philharmonie Luxemburg, Staatsoper Stuttgart, Casa da Musica, Barbican London, Philharmonie de Paris, Ruhrtriennale, Palais de Chaillot, Grand Théâtre de Luxembourg, Festspielhaus Baden-Baden, Konzerthaus Dortmund, Opéra national du Rhin sowie bei den Wiener Festwochen, dem Kissinger Sommer, dem Beethovenfest Bonn, dem Lucerne Festival und dem Teatro La Fenice.
Die Künstlerin konzertiert regelmässig mit renommierten Ensembles und Orchestern wie Arditti Quartett, Ensemble Intercontemporain, Orchestra Sinfonica di Milano, Klangforum Wien, Kammerphilharmonie Bremen, MusikFabrik, Collegium Novum, Lucillin Luxembourg, Mahler Chamber Orchestra, Balthasar-Neumann-Ensemble, MDR Leipzig, SWR Sinfonieorchester, Ensemble Resonanz, Swedish Radio Symphony, Orchestre de Chambre de Lausanne, Tonhalle Zürich u.v.a..
Sie arbeitet mit DirigentInnen und KomponistInnen wie Emilio Pomarico, Philippe Manoury, Georges Aperghis, Peter Rundel, Titus Engel, Francois-Xavier Roth, Matthias Pintscher, Heinz Holliger, Daniel Harding, Ivor Bolton, Nello Santi, Riccardo Muti, Thomas Hengelbrock, Louis Langrée, Mirga Gražinytė - Tyla, Jun Märkl, Christopher Hogwood, Iris Szeghy, Christian Arming, Elena Firsova, James Gaffigan und Christian Zacharias.
Christina Daletska studierte Violine bei ihrer Mutter Oksana Trunko und trat bereits mit 10 Jahren als Solistin am Royal College of Music in London auf; noch vor ihrem 18. Geburtstag spielte sie die Violinkonzerte von Mendelssohn, Tschaikowsky und Beethoven. 2006 begann sie ihr Gesangsstudium bei Ruth Rohner in Zürich und gewann bereits ein Jahr später drei Preise bei drei internationalen Gesangswettbewerben.
Daletska spricht sieben Sprachen und engagiert sich gegen die Verschwendung von Lebensmitteln. Seit dem Ausbruch des Krieges gegen die Ukraine ist sie zudem täglich als freiwillige Helferin im Einsatz.
Benjamin Bruns

Benjamin Bruns Tenor Benjamin Bruns begann seine Sängerlaufbahn als Alt-Solist im Knabenchor seiner Heimatstadt Hannover. Nach einer vierjährigen privaten Gesangsausbildung bei Prof. Peter Sefcik studierte er an der Hochschule für Musik und Theater Hamburg bei Kammersängerin Renate Behle. Noch während des Studiums wurde ihm vom Bremer Theater ein erstes Festengagement angeboten, welches ihm früh den Aufbau eines breitgefächerten Repertoires ermöglichte und dem bald ein Ensemblevertrag an der Oper Köln folgte. Über die Sächsische Staatsoper Dresden führte ihn sein Weg direkt zur Wiener Staatsoper, deren Ensemblemitglied er bis Juni 2021 war.
Seine musikalische Bandbreite umfasst Mozart-Rollen wie Belmonte (Die Entführung aus dem Serail), Tamino (Die Zauberflöte) und Don Ottavio (Don Giovanni) aber auch wichtiges anderes Repertoire wie Fenton (Falstaff), Camille de Rosillon (Die lustige Witwe), Lysander (Britten: A Midsummer Night’s Dream), Don Ramiro (La Cenerentola), Boris Grigorievič (Janáček: Kátia Kabanová) oder den Italienischen Tenor in den beiden Strauss-Opern Capriccio und Der Rosenkavalier. Mit Wagner-Partien wie Lohengrin, Loge (Das Rheingold) und Erik (Der fliegende Holländer) oder dem Matteo in Strauss’ Arabella zeichnet sich die Erweiterung ins jugendlich-dramatische Fach ab. Im Frühjahr 2021 stand er erstmals als Florestan in Beethovens Fidelio (1804) auf der Bühne der Wiener Staatsoper.
Oratorium und Liedgesang bilden für den Künstler einen wichtigen Gegenpol zu seinem Bühnenschaffen. Den Schwerpunkt seines umfangreichen Konzertrepertoires bilden die großen sakralen Werke von Bach, Händel, Haydn, Mozart, Schubert und Mendelssohn. Dabei musiziert er mit allen wichtigen deutschen Orchestern wie den Berliner Philharmonikern, dem Gewandhausorchester Leipzig, der Sächsischen Staatskapelle Dresden oder der Akademie für Alte Musik Berlin, aber auch mit renommierten internationalen Ensembles wie den Wiener Philharmonikern, dem Boston Symphony Orchestra, dem Bach Collegium Japan, der Tschechischen Philharmonie, dem Sydney Symphony Orchestra, dem Kammerorchester Basel sowie Chor und Orchester der Accademia di Santa Cecilia in Rom.
Benjamin Bruns ist Preisträger des Bundeswettbewerbs Gesang Berlin, des Hamburger Mozart-Wettbewerbs sowie des internationalen Gesangswettbewerbs der Kammeroper Schloss Rheinsberg. Als besondere Auszeichnungen wurden ihm 2008 der Kurt-Hübner-Preis des Theaters Bremen und 2009 der Nachwuchsförderpreis des Schleswig-Holstein Musik Festivals verliehen.
Seine Lied-CD „Dichterliebe“, mit Schumanns Dichterliebe und Der arme Peter, Beethovens An die ferne Geliebte und Hugo Wolfs Liederstrauß (am Klavier: Karola Theill) wurde von der Presse hoch gelobt und sowohl bei den International Classical Music Awards als auch für den Deutschen Schallplattenpreis in der Kategorie ‚Vocal Recital‘ nominiert.
Jordan Shanahan
Der hawaiianische Bariton Jordan Shanahan konnte sich besonders mit seinen charismatischen Interpretationen der dramatischen Rollen international einen Namen machen. Er nahm an zahlreichen Konzerten und Liederabenden in New York, Honolulu, Philadelphia, Portland Oregon, Seattle, in Holland und in Frankreich teil.
Jordan Shanahan studierte Posaune und Komposition an der Universität Hawaii. Anschliessend wechselte er an die Temple University Philadelphia, und an die am Ryan Opera Center der Lyric Opera of Chicago um Gesang zu studieren. Er war bereits an der Metropolitan Opera Chicago, dem Teatro di San Carlo in Neapel, der Santa Fe Opera, Orlando Opera, Opera Memphis, in St. Louis oder der holländischen Nationaloper in Amsterdam auf der Bühne zu erleben. Sein Repertoire umfasst die grossen Partien des Baritonfaches. Er nahm an zahlreichen Konzerten und Liederabenden in New York, Honolulu, Philadelphia, Portland Oregon, Seattle, in Holland und in Frankreich teil.
In der Spielzeit 2024/205 sang der Künstler Monterone in RIGOLETTO an der Metropolitan Opera, sein Debüt in Portugal beim Casa da Música in Porto mit Zemlinskys LYRISCHE SYMPHONIE, eine Neuproduktion FRAU OHNE SCHATTEN als Barak an der Deutschen Oper Berlin (Sir Donald Runnicles & Tobias Kratzer) und sein Hausdebüt an der Wiener Staatsoper als Telramund im LOHENGRIN (Christian Thielemann) und Amfortas im PARSIFAL (Axel Kober). Darüber hinaus kehrt er im Sommer an die Bayreuther Festspiele zurück; diesmal gleich mit 3 Partien: Klingsor im PARSIFAL, Kothner in DIE MEISTERSINGER von NÜRNBERG und Kurwenal in TRISTAN UND ISOLDE.
Zukünftige Projekte ab der Spielzeit 2025/2026 umfassen u.a. sein Rollendebüt als Wotan in Wagners RING (RHEINGOLD und WALKÜRE) an der Oper Köln, Holländer in DER FLIEGENDE HOLLÄNDER an der Staatsoper Hamburg, Kurwenal in TRISTAN UND ISOLDE an der Nederlandse Opera in Amsterdam, WALKÜRE-Wotan an der Deutschen Oper Berlin und Beethovens NEUNTE SYMPHONIE im Konzerthaus Berlin mit dem Rundfunk Sinfonieorchester Berlin.
Jordan Shanahan arbeitet regelmäßig mit berühmten Dirigenten zusammen u.a. mit Marc Albrecht, Semyon Bychkov, Pablo Heras-Casado, Daniele Gatti, Christian Thielemann, Sir Donald Runncles, Axel Kober, James Conlon und Stefan Blunier.
Auf der Konzertbühne feiert Jordan Shanahan ebenso große Erfolge im breit gefächerten Repertoire: von Händels MESSIAH, Mendelssohns ELIAS, Strawinskys OEDIPUS REX, bis hin zu Verdis REQUIEM; sei es im Palast der Künste in Budapest, im Concertgebouw in Amsterdam, oder bei anderen großen Orchestern in ganz Europa (zuletzt 2023 mit Daniele Gatti mit Santa Cecilia in Rom) und in der Carnegie Hall den Vereinigten Staaten von Amerika. Jordan Shanahan lebt heute in der Schweiz und tritt regelmäßig in Europa, Nordamerika, Asien und natürlich auch in seiner Heimat auf Hawaii auf.
RSB-Abendbesetzung
Violine 1
Wolters, Rainer
Nebel, David
Yoshikawa, Kosuke
Neufeld, Andreas
Beckert, Philipp
Pflüger, Maria
Polle, Richard
Shalyha, Bohdan
Stangorra, Christa-Maria
Behrens, Susanne
Kim, Myung Joo
Hagiwara, Arisa
Violine 2
Kurochkin, Oleh
Drop, David
Petzold, Sylvia
Buczkowski, Maciej
Eßmann, Martin
Färber-Rambo, Juliane
Hetzel de Fonseka, Neela
Palascino, Enrico
Fan, Yu-Chen
Jung, Yujoo
Seo, Bohun
Cazak, Cristina
Viola
Regueira, Alejandro
Adrion, Gernot
Zolotova, Elizaveta
Nell, Lucia
Roske, Martha
Solle, Miriam
Olgun, Berkay
Mütze, Antonia
Violoncello
Eschenburg, Hans-Jakob
Riemke, Ringela
Breuninger, Jörg
Albrecht, Peter
Boge, Georg
Weigle, Andreas
Lee, Danbin
Meiser, Oliwia
Kontrabass
Wömmel-Stützer, Hermann
Figueiredo, Pedro
Rau, Stefanie
Ahrens, Iris
Puhr, William
Yeung, Marco
Flöte
Schaaff, Ulf-Dieter
Döbler, Rudolf
Schreiter, Markus
Oboe
Lazzari, Leandro
Herzog, Thomas
Klarinette
Kern Michael
Korn, Christoph
Fagott
You, Sung Kwon
Voig, Alexander
Königstedt, Clemens
Horn
Ember, Daniel
Klinkhammer, Ingo
Mentzen, Anne
Stephan, Frank
Trompete
Matajsz, Rudolf
Gruppe, Simone
Hofer, Patrik
Posaune
Pollock, Louise
Hauer, Dominik
Lehmann, Jörg
Tuba
Neckermann, Fabian
Harfe
Edenwald, Maud
Percussion
Thiersch, Konstantin
Lichtenfels, Jannis
Ko, Minhye
Pauken
Wahlich, Arndt
Klavier
Gneiting, Heike
Abendbesetzung Rundfunkchor
Sopran
Bischoff, Christina
Friedrich, Eva
Heil, Cornelia
Hense, Catherine
Ju, Hyewon
Nowakowski, Gesine
Peetz-Glintenkamp, Heike
Reim, Bianca
Rettinghaus, Karen
Schwab, Sylke
Schwarze, Uta
Voßkühler, Isabelle
Willert, Gabriele
Strieder, Antonia
Otten, Nienke
Schnur, Natasha Katherine
Song, Yujin
Blanz, Rebecca Theresa
Dziadko, Kamila
Koch, Lea Maria
Linden, Sophia
Neves de Sá, Ema
Papadopoulou, Sarah
Sarkissian, Anais
Weise-Böning, Silke-Maria
Alt
Choi, Jiwon
Eyer, Sabine
Fischer, Katrin
Hummel, Annerose
Lichtenberg, Christine
Murphy, Laura
Nitzsche, Leandra
Sotin, Tatjana
Stützer, Elisabeth
Wolff, Natsumi
Tietze, Anna-Maria
Baier, Amelie
Heiligtag, Katharina Monika Christine
Zschunke, Anne-Kristin
Ducomble, Chiara
Greiner, Margarita
Symann, Ines
Zeuner, Ewa
Tenor
Bumiller, Raoul
Drake, Georg
Ewald, Peter
Finger, Jonas
Franke, Robert
Kim, Sinje
Klügling, Johannes
Kober, Thomas
Leonhardt, Christoph
Löns, Ulrich
Ryu, Seongsoo
Shin, Joohoon
Janssen, Felix
Ahn, Youngjun
Choi, Shinho
Gronemeyer, Mathis
Horenburg, Jens
Stewart, Dominic
Kurokawa, Tomonobu
Bass
Gawlik, Oliver
Glintenkamp, Sascha
Hülsmann, Christoph
Kim, Young Wook
Koch, Mathis
Meichsner, Bruno
Nesterenko, Artem
Pfützner, Thomas
Scheidig, Axel
Schnös, Rainer
Teßmer, Wolfram
Voßkühler, René
Witt, Georg
Kwon, Leeseok
Nennemann, Gerhard
Lee, Sanghun
Martins dos Reis, Israel
Müller-Kopp, Tobias
Choi, Yisae
Rathgeber, Felix
Schubach, Martin
Kooperationspartner


Bildrechte
Portrait Vasily Petrenko © Mark McNulty
Bilder Silvester im Konzerthaus © Peter Meisel
Portrait Vera-Lotta Boecker© Monarca Studios
Portrait Benjamin Bruns © Sara Schöngen
Portrait Sergej Newski © Harald Hoffmann
