20:00 Konzerthaus Berlin

Roderick Cox & Leila Josefowicz

Esa-Pekka Salonen

„Helix“ für Orchester

Igor Strawinsky

Concerto en Ré – Konzert für Violine und Orchester D-Dur

Pjotr Tschaikowsky

Sinfonie Nr. 4 f-Moll op. 36

Roderick Cox

Dirigent

Leila Josefowicz

Violine

Rundfunk-Sinfonieorchester Berlin

Teilchenbeschleunigende Musik

Am 23. Oktober 1931 musizierte das Orchester der Berliner Funk-Stunde, mithin der Vorgänger des heutigen Rundfunk-Sinfonieorchesters Berlin, dem Violinkonzert von Igor Strawinsky in der alten Philharmonie vor vollem Saal und geöffneten Mikrofonen sozusagen den Ur-Erfolg. „Schärfe in Klang und Rhythmus. Das ganze Orchester hämmerte. Ein grandioser Eindruck. Unheimliche Begeisterung der ausverkauften Philharmonie“, jubelte Heinrich Strobel 1931 in der Zeitschrift „Melos“. Möge es auch diesmal so sein!

Die Sinfonie Nr. 4 von Pjotr Tschaikowsky wird jedenfalls in dieses Feuer weiteres Öl gießen. Grollt am Anfang noch das Schicksal, verkörpert von einem wuchtigen Hörnermotiv, so steigert sich das Finale unter Zuhilfenahme des russischen Volksliedes „Stand ein Birkenbäumchen“ zu übermütiger Raserei. „Wenn Sie an sich selbst keinen Anlass zur Freude finden, blicken Sie auf andere. Gehen Sie unter das Volk. Schauen Sie, wie es versteht, heiter zu sein, wie die Leute sich ihrer Freude hingeben!“ Wilde, betäubende Schläge fahren die Sinfonie an die Wand.

Zu Beginn des Abends ereignet sich im großen Sinfonieorchester eine neun Minuten andauernde Beschleunigung. Esa-Pekka Salonen hat sie 2005 komponiert und ihr den Titel „Helix“ gegeben. Doch wenn das Tempo schneller, die Notenwerte aber zugleich länger werden, ändert sich „nicht unbedingt der Eindruck von Geschwindigkeit selbst. Daher die Spiralmetapher. Das Material … wird durch sich ständig verengende konzentrische Kreise geschoben, bis die Musik einen Punkt erreicht, an dem sie anhalten muss, da sie nirgendwo hin kann.“ (Esa-Pekka Salonen)

Das Konzert wird live bei Deutschlandfunk Kultur übertragen.

Konzerteinführung: 19.10 Uhr, Ludwig-van-Beethoven-Saal, Steffen Georgi

Konzert mit

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