Kammerkonzert der Orchesterakademie des RSB
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Hans Kössler
Sextett für zwei Violinen, zwei Violen und zwei Violoncelli f-Moll
Sofia Gubaidulina
Fünf Etüden für Harfe, Kontrabass und Schlagzeug
Felix Mendelssohn Bartholdy
Oktett für vier Violinen, zwei Violen und zwei Violoncelli (oder Violoncello und Kontrabass) Es-Dur op. 20
Cristina Casak
Violine
Seogyun Noh
Violine
Seogyun Noh - Violine
Seogyun Noh wurde in Südkorea geboren und studierte Violine an der Korea National University of Arts, wo sie sowohl den Bachelor- als auch den Masterabschluss erwarb. Anschließend war sie Mitglied des Akademie-Programms des KBS-Sinfonieorchesters in Seoul. Derzeit setzt sie ihr Studium im Master of Music an der Hochschule für Musik und Tanz Köln in der Klasse von Prof. Yeeun Choi fort. Sie ist Mitglied der Jungen Deutschen Philharmonie und Akademistin in der Orchesterakademie des Rundfunk-Sinfonieorchesters Berlin.
Antonia Mütze
Viola
Livia Paté
Viola
Livia Paté - Viola
Livia Paté, geboren am 5. Mai 2002 in Berlin.
Ihre musikalische Laufbahn begann bereits 2006 mit Geigenunterricht bei Yoko Hoshino. 2012 wurde sie Schülerin des C.P.E. Bach Gymnasiums und Jungstudentin an der Hochschule für Musik „Hanns Eisler“ in Berlin bei Professor Kittel. 2015 wechselte sie zur Bratsche und setzte ihre Ausbildung bei Professorin Ditte Leser fort. Im selben Jahr wurde sie Mitglied der Deutschen Streicherphilharmonie und 2016 der Internationalen Musikakademie Berlin.
Ab 2021 studierte Livia Paté bei Professorin Pauline Sachse zunächst in Lübeck und wechselte 2024 gemeinsam mit ihr an die Hochschule für Musik in Leipzig. Parallel dazu wurde sie 2024 Mitglied der Jungen Deutschen Philharmonie und absolvierte 2024/2025 ein Erasmus-Semester am Conservatoire National Supérieur de Musique et de Danse de Paris bei Professor David Gaillard.
Ihre künstlerische Tätigkeit umfasst sowohl Solo- als auch Kammermusik- und Orchesterauftritte. Zu den Höhepunkten zählen Solo-Konzerte im Rahmen der Internationalen Musikakademie im Konzerthaus Berlin (2017), ein Klavierquartett-Konzert im Rahmen der „Preludes Concerts“-Reihe (2019), Solo-Auftritte in der Deutschen Oper Berlin und im Roten Rathaus zur Eröffnung des Musikschulkongresses mit Klaus Lederer (2019) sowie ein Konzert mit dem Orchester des Julius Stern-Instituts unter der Leitung von Christoph Eschenbach (2019). Weitere bedeutende Engagements waren der Kammermusikworkshop „Mit Musik – Miteinander“ in der Kronberg Akademie (2020), diverse Kammermusikkonzerte mit Quartett-Unterricht bei Professor Heime Müller (2022), ein Meisterkurs mit Abschlusskonzert als Solistin mit Orchester in Bad Elster (2023) sowie Mitwirkung am Schleswig-Holstein Musikfestival (2024).
Livia Paté erhielt zahlreiche Förderungen und Auszeichnungen, darunter ein Stipendium der Internationalen Musikakademie Berlin (2017), die Förderung durch die Ad Infinitum Stiftung (2022), den Nachwuchspreis der Chursächsischen Philharmonie (2023) und eine Förderung für soziales Engagement mit 14 Quartett-Konzerten durch Musethica (2024).
Danbin Lee
Violoncello
Ji Woon Yoon
Violoncello
Ji Woon Yoon - Violoncello
Ji Woo Yoon ist eine koreanisch-australische Cellistin, die nach Abschluss ihres Bachelorstudiums an der Hochschule für Musik, Theater und Medien Hannover bei Prof. Tilmann Wick und Paolo Bonomini derzeit an der Universität der Künste Berlin bei Prof. Konstantin Heidrich studiert.
Zu ihren zahlreichen Wettbewerbserfolgen im Ausland zählen: Gewinnerin der Kategorie Streicher beim Valsesia Juniores Musica Wettbewerb 2020 (Italien), 1. Preis beim Melbourne Youth Orchestra Virtuosity Competition und ein Sonderpreis beim J.S. Bach and Great Romantics Competition, beide veranstaltet vom Melbourne Recital Centre.
Sie war Preisträgerin des Cello-Probespiels der Tiroler Festspielhaus Erl Akademie 2023. Sie war Praktikantin bei der NDR Radiophilharmonie Hannover und hatte einen Zeitvertrag als Vorspielerin beim Göttinger Sinfonieorchester.
Ji Woo liebt die Interaktion mit anderen Musikern, die die gleiche Leidenschaft haben, und findet es aufregend, ihre eigenen Ideen und Interpretationen mit anderen Künstlern und dem Publikum zu teilen, wenn sie auf der Bühne steht.
Maud Edenwald
Harfe
Maud Edenwald - Harfe
Maud Edenwald ist seit November 2015 Solo-Harfenistin des RSB. 1991 in Versailles, Frankreich geboren, fing ihre Harfenausbildung mit sechs Jahren in Bonn bei Frau Straub-Acoulon an. Sie studierte zunächst in Versailles am Conservatoire de Région bei Annie Challan. 2004 kam sie nach Berlin und studierte vier Jahre lang bei Ronith Mues, bevor sie 2008 ein Studium als Jungstudentin in der Klasse von Maria Graf und Gesine Dreyer an der Hochschule für Musik „Hanns Eisler“ begann. Anschließend folgten von 2009 bis 2015 ein Bachelor- sowie ein Masterstudium. Zusätzlich nahm sie an Meisterkursen teil, u.a. mit Jana Bouskova, Isabelle Moretti, Marie-Pierre Langlamet und Christine Icart.
Orchestererfahrung sammelte sie als Mitglied des Bundesjugendorchesters sowie der Jungen Deutschen Philharmonie. Von 2012 bis 2013 war sie Solo-Harfenistin bei der Neubrandenburger Philharmonie, danach Akademistin an der Deutschen Oper Berlin. Anschließend spielte sie als Solo-Harfenistin beim Beethoven Orchester Bonn.
2011 wurde ihr und dem RSB-Solobratscher Alejandro Regueira Caumel von der Jury einstimmig der 1. Preis beim Wettbewerb für Kammermusik mit Harfe in Madrid in der Kategorie Jugend verliehen. 2014 gewannen sie dort den 1. Preis in der Kategorie Erwachsene.
Jannis Lichtenfels
Schlagzeug
Yuen Kiu Marco Yeung
Kontrabass
Arisa Hagiwara
Violine
Yu-Chen Fan
Violine
Yu-Chen Fan - Violine
Myung Joo Kim
Violine
Myung Joo Kim - Violine
Romina Bernsdorf
Violine
Romina Bernsdorf - Violine
Berkay Olgun
Viola
Oliwia Meiser
Violoncello
Junha Moon
Kontrabass
Stipendiat:innen der Orchesterakademie des Rundfunk-Sinfonieorchesters Berlin
Stipendiat:innen der Orchesterakademie des Rundfunk-Sinfonieorchesters Berlin - Orchester
An den Musikhochschulen dieser Welt lernen die Studierenden, ihr Instrument oder ihre Stimme technisch und künstlerisch einwandfrei zu beherrschen und Musik gekonnt zu interpretieren. Was dabei nur in beschränktem Maße vermittelt werden kann, ist das Spielen oder das Singen und das generelle Miteinander in einem großen Ensemble, was für viele Absolventinnen und Absolventen aber später zum Berufsalltag gehört. Um diese Lücke zu schließen, bieten immer mehr Orchester und Chöre ein spezielles Ausbildungsprogramm an. Beim RSB wurde 2002 auf Initiative der Freunde und Förderer des Orchesters die Orchesterakademie für Streicher ins Leben gerufen.
Studierende aus aller Welt bewerben sich auf die dreizehn Stipendien, die jeweils für zwei Jahre an vielversprechende Talente unter 26 Jahren vergeben werden. In der Spielzeit 2018/2019 waren Musikerinnen und Musiker aus zehn Nationen in der Akademie vertreten und unterstrichen damit die gelebte Diversität im Orchester.
Die Mitglieder der Akademie werden wie die festangestellten Kolleginnen und Kollegen für Orchesterdienste eingeteilt, spielen demnach in Proben und Konzerten sowie bei CD-Aufnahmen und gehen mit auf Tournee. Dabei haben sie in ihrer Stimmgruppe jeweils eine feste Bezugsperson. Diese Mentorinnen und Mentoren stehen den Mitgliedern der Akademie mit Rat und Tat und konstruktiver Kritik zur Seite, erteilen Unterricht und geben ihre eigenen Erfahrungen weiter. So werden die Akademistinnen und Akademisten als Künstlerpersönlichkeiten gestärkt und lernen viel über die Arbeit im künstlerischen Kollektiv. Regelmäßig gibt es Workshops, in denen Themen abseits des eigentlichen musikalischen Repertoires behandelt werden. Dabei werden zum Beispiel Kenntnisse in Probespielvorbereitung, Dramaturgie von Konzertprogrammen, Musikvermittlung an Kinder und Erwachsene oder Musikergesundheit vermittelt. Einmal im Jahr geben die Mitglieder der Orchesterakademie ein Kammerkonzert.
Für viele Mitglieder der Akademie stellt die Zeit beim RSB ein echtes Karrieresprungbrett dar, sie erspielen sich – teils noch während ihrer Akademiezeit – eine Stelle in namhaften nationalen und internationalen Ensembles und können gestärkt in ihr weiteres Berufsleben starten, zum Teil auch im RSB selbst.
Taufrisch und zeitlos
Waldeck im Fichtelgebirge, das ist der Ort, in dem am 1. Januar 1853 der deutsche Komponist Hans Kößler geboren wurde. Da er nach seiner Ausbildung in München und Dresden 43 Berufsjahre als Hochschullehrer in Budapest verbrachte (wo er u.a. Zoltán Kodály, Béla Bartók, Emmerich Kálmán, Ernst von Dohnányi und Leó Weiner in Komposition unterrichtete) gilt er heute bisweilen als ungarischer Musiker namens János Koessler. Unter den etwa 130 eigenen Kompositionen Koesslers stellt das Streichsextett ob seiner herausragenden Qualität einen Überraschungsfund dar. 1902 erschienen, steht es den berühmten Gattungsgeschwistern aus der Feder von Johannes Brahms in keiner Weise nach!
Am 13. März 2025 ist Sofia Gubaidulina gestorben, sie wurde 93 Jahre alt. Die von der Grand Dame der zeitgenössischen Musik zeitlebens in Anspruch genommene künstlerische Unabhängigkeit zeichnet bereits die Fünf Etüden für Harfe, Kontrabass und Schlagzeug aus, die uraufgeführt worden sind „von befreundeten Musikern im März 1966 im Moskauer Musikalischen Jugend-Klub, sowjetische Off-Szene sozusagen. Frappierend ist bei diesen fünf kurzen Charakterstücken, wie individuell, frei von Stilnormen, kontrastreich und vielgestaltig sie sind. Selbst die Grenzen zu Jazz und Folklore sind fließend. … Nach über einem halben Jahrhundert wirkt diese Musik noch immer taufrisch und zeitlos.“ (Eckhard Weber)
Und das unsterbliche Oktett des 16-jährigen Felix Mendelssohn? Schwester Fanny schwärmt zum Beispiel über dessen Scherzo: „Das ganze Stück wird staccato und pianissimo vorgetragen, die einzelnen Tremolando-Schauer, die leicht aufblitzenden Pralltriller: Alles ist neu. fremd und doch so vertraut, so befremdet, man fühlt sich so nahe der Geisterwelt, so leicht in die Luft gehoben, ja man möchte den Besenstiel in die Hand nehmen, um der lustigen Schar besser zu folgen. Am Schluss flattert die erste Geige federleicht auf – und alles ist zerstoben“.