19:30 Theater im Delphi

Kammerkonzert der Orchesterakademie des RSB

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Hans Kössler

Sextett für zwei Violinen, zwei Violen und zwei Violoncelli f-Moll

Sofia Gubaidulina

Fünf Etüden für Harfe, Kontrabass und Schlagzeug

Felix Mendelssohn Bartholdy

Oktett für vier Violinen, zwei Violen und zwei Violoncelli (oder Violoncello und Kontrabass) Es-Dur op. 20

Cristina Casak

Violine

Seogyun Noh

Violine

Antonia Mütze

Viola

Livia Paté

Viola

Danbin Lee

Violoncello

Ji Woon Yoon

Violoncello

Maud Edenwald

Harfe

Jannis Lichtenfels

Schlagzeug

Yuen Kiu Marco Yeung

Kontrabass

Arisa Hagiwara

Violine

Yu-Chen Fan

Violine

Myung Joo Kim

Violine

Romina Bernsdorf

Violine

Berkay Olgun

Viola

Oliwia Meiser

Violoncello

Junha Moon

Kontrabass

Stipendiat:innen der Orchesterakademie des Rundfunk-Sinfonieorchesters Berlin

Taufrisch und zeitlos

Waldeck im Fichtelgebirge, das ist der Ort, in dem am 1. Januar 1853 der deutsche Komponist Hans Kößler geboren wurde. Da er nach seiner Ausbildung in München und Dresden 43 Berufsjahre als Hochschullehrer in Budapest verbrachte (wo er u.a. Zoltán Kodály, Béla Bartók, Emmerich Kálmán, Ernst von Dohnányi und Leó Weiner in Komposition unterrichtete) gilt er heute bisweilen als ungarischer Musiker namens János Koessler. Unter den etwa 130 eigenen Kompositionen Koesslers stellt das Streichsextett ob seiner herausragenden Qualität einen Überraschungsfund dar. 1902 erschienen, steht es den berühmten Gattungsgeschwistern aus der Feder von Johannes Brahms in keiner Weise nach!

Am 13. März 2025 ist Sofia Gubaidulina gestorben, sie wurde 93 Jahre alt. Die von der Grand Dame der zeitgenössischen Musik zeitlebens in Anspruch genommene künstlerische Unabhängigkeit zeichnet bereits die Fünf Etüden für Harfe, Kontrabass und Schlagzeug aus, die uraufgeführt worden sind „von befreundeten Musikern im März 1966 im Moskauer Musikalischen Jugend-Klub, sowjetische Off-Szene sozusagen. Frappierend ist bei diesen fünf kurzen Charakterstücken, wie individuell, frei von Stilnormen, kontrastreich und vielgestaltig sie sind. Selbst die Grenzen zu Jazz und Folklore sind fließend. … Nach über einem halben Jahrhundert wirkt diese Musik noch immer taufrisch und zeitlos.“ (Eckhard Weber)

Und das unsterbliche Oktett des 16-jährigen Felix Mendelssohn? Schwester Fanny schwärmt zum Beispiel über dessen Scherzo: „Das ganze Stück wird staccato und pianissimo vorgetragen, die einzelnen Tremolando-Schauer, die leicht aufblitzenden Pralltriller: Alles ist neu. fremd und doch so vertraut, so befremdet, man fühlt sich so nahe der Geisterwelt, so leicht in die Luft gehoben, ja man möchte den Besenstiel in die Hand nehmen, um der lustigen Schar besser zu folgen. Am Schluss flattert die erste Geige federleicht auf – und alles ist zerstoben“.