20:00 Philharmonie Berlin

Jonathan Nott & Nicola Benedetti

Edward Elgar

Konzert für Violine und Orchester h-Moll op. 61

Pjotr Tschaikowsky

Sinfonie Nr. 3 D-Dur op. 29

Jonathan Nott

Dirigent

Nicola Benedetti

Violine

Rundfunk-Sinfonieorchester Berlin

Der Rosenkavalier aus London und der Charmeur aus Moskau

Vorzeichen und Opuszahl teilt es mit dem Violinkonzert von Ludwig van Beethoven. Darüber hinaus ist es genuiner Elgar, das Violinkonzert in h-Moll. Seit Jacqueline du Près war das Cellokonzert in aller Ohren. Nun holt das Violinkonzert mächtig auf – zu Recht, denn es ist nicht weniger klangprächtig, schönheitstrunken, meditativ. Wie üppige Ranken einer betörend duftenden und lieblich anzuschauenden Clematis blüht die Violine Elgars auf der alten hohen hässlichen Brandmauer, die einst geistvolle Haltung von geistloser Unterhaltung trennen wollte. Strahlen und flackern, jubeln und flüstern, alles dicht beieinander.
Nicht anders in der kaum gespielten Sinfonie Nr. 3 des sonst so großen Favoriten des sinfonischen Kernrepertoires: Pjotr Tschaikowsky. Warum? Ist doch die Dritte ein ebenso strahlendes Prunkstück wie etwa die Vierte. In der Rezeptionsgeschichte hat es sich eingebürgert, dass die Sinfonien Nr. 1, 2 und 3 von den späteren Sinfonien Tschaikowskys überstrahlt werden. Nun ist die Zeit reif, die herrlichen Vorzüge auch der Sinfonie Nr. 3 bekannt zu machen. Fünfsätzig angelegt, spielt sie zunächst mit Errungenschaften der westeuropäischen Musik, um schließlich in einem turbulenten, echt slawischen Finale zu gipfeln, dem Tschaikowsky ein „Tema alla polacca“ einverleibt hat – was kein Grund ist, die Sinfonie „Die Polnische“ zu nennen! Wer würde Beethovens Neunte denn „Türkische“ nennen?

Konzerteinführung: 19.10 Uhr, Südfoyer, Steffen Georgi

Konzert mit

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