Katharina Wincor & Camille Thomas
Augusta Read Thomas
„Plea for Peace“ für Kammerorchester
Fazil Say
“Never Give Up” – Konzert für Violoncello und Orchester
Ludwig van Beethoven
Sinfonie Nr. 6 F-Dur op. 68 („Pastorale“)
Katharina Wincor
Dirigentin
Katharina Wincor - Dirigentin
Die österreichische Dirigentin Katharina Wincor hat sich bereits in kurzer Zeit auf internationalen Bühnen einen Namen gemacht.
In der Saison 2024/25 arbeitet sie zum wiederholten Mal mit dem Bruckner Orchester Linz, Klangforum Wien, Romanian Radio National Orchestra, Ensemble Reflektor und dem Oberösterreichischen Jugendsinfonieorchester. Weitere Debüts folgen beim SWR Symphonieorchester, den Bamberger Symphonikern, den Wiener Symphonikern, dem Kärntner Sinfonieorchester, dem Wiener Jeunesse Orchester, der Deutschen Radiophilharmonie Kaiserslautern, Sao Paolo State Symphony Orchestra, Phoenix Symphony, Royal Bangkok Symphony Orchestra, Orquesta Sinfónica RTVE Madrid, Orchestre National du Capitole de Toulouse, dem Yomiuri Nippon Orchestra in Tokyo und dem Queensland Symphony Orchestra.
Highlights der vergangenen Saisonen inkludierten Gastdirigate beim Deutschen Symphonie-Orchester Berlin, WDR Sinfonieorchester, Staatsorchester Darmstadt, NFM Wrocław Philharmonic, Tucson Symphony, Sarasota Orchestra, Grazer Philharmoniker, Seattle Symphony, Detroit Symphony, Vancouver Symphony, Naples Philharmonic, North Carolina Symphony und Utah Symphony. Mehrfach arbeitete sie mit dem Museumsorchester Frankfurt, der Dresdner Philharmonie, Cincinnati Symphony, Klangforum Wien, Ensemble Reflektor und dem Orquesta Filarmónica de la UNAM. Anlässlich des Jubiläumsjahres von Arnold Schönberg umrahmte Wincor 2024 das Festkonzert des Arnold Schönberg Centers zusammen mit Mitgliedern der Wiener Philharmoniker.
Durch die Erfahrungen, die Wincor schon in jungen Jahren beim Arnold Schoenberg Chor in Wien sammelte, eignete sie sich eine natürliche Herangehensweise in der Arbeit mit Sänger*innen an.
Nachdem sie Bernsteins Candide beim May Festival des Cincinnati Symphony Orchestras 2022 dirigiert hatte, leitete sie eine Produktion am Salzburger Landestheater und eine Kinderoper der Salzburger Festspiele.
Katharina Wincor erregte internationales Aufsehen, als sie als Assistant Conductor des Dallas Symphony Orchestras mit Musikdirektor Fabio Luisi engagiert wurde. 2020 wurde sie Preisträgerin der Mahler Competition in Bamberg und zur Ammodo Masterclass des Royal Concertgebouw Orchestras unter Iván Fischer eingeladen, der sie anschließend als Assistentin zu mehreren Projekten mit dem Budapest Festival Orchestra engagierte.
Aufgewachsen in Oberösterreich, studierte Wincor Dirigieren an der Universität für Musik und Darstellende Kunst Wien und an der Zürcher Hochschule der Künste. Sie nahm an Meisterkursen mit Riccardo Muti, Jaap van Zweden, Robert Spano und David Zinman teil.
Camille Thomas
Violoncello
Camille Thomas - Violoncello
Optimismus, Vitalität und Ausgelassenheit gehören zur Persönlichkeit von Camille Thomas. Im Frühjahr 2017 schloss sie einen Exklusivvertrag mit der Deutschen Grammophon ab – als erste Cellistin seit 40 Jahren und als erste belgische Künstlerin überhaupt.
Zu den Höhepunkten der Saison 2025/26 zählen Auftritte mit dem Rundfunk- Sinfonieorchester Berlin und Katharina Wincor, dem Orchestra della Svizzera italiana unter der Leitung von Juanjo Mena, dem Taiwan Philharmonic unter der Leitung von Michael Sanderling, dem Japan Philharmonic Orchestra unter der Leitung von Junichi Hirokami, dem Residentie Orkest unter der Leitung von David Danzmayr, dem Bochumer Sinfonieorchester unter der Leitung von Gemma New sowie eine Tournee durch fünf Städte mit dem Euskadiko Orkestra. Im Oktober 2025 wird Camille beim Viva Cello Festival in der Schweiz eine Konzertwoche unter dem Titel „Paris est une fête“ kuratieren, mit Auftritten und Kooperationen mit Freunden und Kollegen, die von diesem Pariser Thema inspiriert sind. Camille begibt sich außerdem auf eine nordamerikanische Recital-Tournee mit dem Pianisten und Komponisten Julien Brocal, bei der sie ihr Programm „Rendez-vous“ an Veranstaltungsorten wie der Van Cliburn Concert Series, der Harvard Musical Association in Boston und der Phillips Collection in Washington, D.C. aufführen wird, und wird ihre Tournee mit dem Klarinettisten YOM mit ihrem intimen und immersiven Programm fortsetzen.
Camille Thomas’ Debüt-Album für das gelbe Label kam im Oktober 2017 heraus. Es stellte lyrische Werke für Cello und Orchester aus der französischen Romantik vor, wie Saint-Saëns’ Cellokonzert Nr. 1 op. 33 und »Les larmes de Jacqueline« aus Offenbachs Harmonies des bois op. 76. Aufgenommen mit dem Orchestre National de Lille und dem Dirigenten Alexandre Bloch gibt es auch Gastauftritte von Rolando Villazón und Nemanja Radulovic Die Kritiker zollten weithin Beifall (Gramophone: »Camille Thomas … erschafft einen Klang, der mich sofort an heiße Schokolade denken lässt: köstlich, mit intensivem, wohltuendem Geschmack. Man weiß sogleich, dass man in guten Händen ist.«).
Camille Thomas spielt mit Orchestern wie dem WDR Sinfonieorchester, der Deutsche Kammerphilharmonie Bremen, Academia Santa Cecilia, Sinfonia Varsovia, dem Staatsorchester Hamburg, der Philharmonie Baden-Baden, den Brüsseler Philharmonikern, dem Orchestre National de Lille, dem Orchestre Philharmonique Royal de Liège , Los Angeles Philharmonic mit Dirigenten wie Paavo Järvi, Mikko Franck, Marc Soustrot, Darrell Ang, Kent Nagano, Stéphane Denève. Ihre Konzerte werden regelmäßig im internationalen Rundfunk ausgestrahlt, darunter von der ARD, vom BR, von ARTE, TF1, France Musique, Radio Classique, Espace 2, DR Danemark, Musiq‘3-RTBF und weiteren. Nach ersten Jahren bei Marcel Bardon in Paris studierte Camille Thomas zunächst an der Hochschule für Musik Hanns Eisler in Berlin bei Stephan Forck und Frans Helmerson, später bei Wolfgang Emanuel Schmidt an der Hochschule für Musik Franz Liszt in Weimar. Camille Thomas spielt das „Feuermann“-cello von Antonio Stradivari, Cremona 1730, eine Leihgabe der Nippon Music Foundation.
Rundfunk-Sinfonieorchester Berlin
Dringende Bitte: FRIEDEN!
CP-1. Das war der Deckname des ersten Kernreaktors der Welt. „Chicago Pile-1“ erzeugte am 2. Dezember 1942 die erste menschengemachte, sich selbst erhaltende nukleare Kettenreaktion. CP-1 war ein wesentlicher Meilenstein des Manhattan-Projektes, des westalliierten Vorhabens zur Entwicklung von Atombomben während des Zweiten Weltkriegs. Anlässlich des 75. Jahrestages von Chicago Pile-1 reflektierte die 1964 in New York geborene Komponistin Augusta Read Thomas mit musikalischen Mitteln über den physikalischen Vorgang.
Frühere Komponisten hatten adlige Inthronisationszeremonien oder klerikale Bischofsweihen auszugestalten. Doch wie reagierst du als Komponistin auf die erste nukleare Kettenreaktion der Welt? Erkennst du die Auswirkungen für Wissenschaft, Medizin und Energiesektor an? Weist du hin auf die katastrophalen Folgen von Bomben, Krieg, Ressourcenverschwendung und Tod? Augusta Read Thomas‘ „Plea for Peace“ schafft 2017 binnen sechs Minuten beides: Please for Peace, die unendlich sanfte Bitte um Bewahrung der Wunder des Lebens. Und schrecklicher Schrei nach Frieden, bohrende, fordernde, kompromisslose Dringlichkeit.
Das Cellokonzert „Never Give Up“ von Fazıl Say ist nach Auskunft des Komponisten nichts weniger als ein „Aufschrei nach Freiheit und Frieden“. Camille Thomas hat das Werk des namhaften türkischen Musikers 2018 in Paris uraufgeführt und seitdem weltweit bekannt gemacht.
Ludwig van Beethovens Sinfonie Nr. 6, die „Sinfonia pastorale“, das instrumentale Pendant seiner späteren, ultimativen Missa solemnis (1819-1823), versteht 1808 die Naturidylle als eine sublimierte Form von Trost, nach Beethovens Worten als eine Rückbesinnung auf äußeren Frieden, um den inneren wiederzufinden. Auf dem Autograph der Missa solemnis ist über dem „Dona nobis pacem“ von Beethovens Hand zu lesen: „Bitte um innern und äußern Frieden“. Ganz in diesem Sinne darf Johann Wolfgang von Goethe mit einem Satz aus der „Italienischen Reise“ (1787/1788) das Schlusswort der RSB-Saison 2025/2026 sprechen: „Ich bin ein Kind des Friedens und will Friede halten für und für mit der ganzen Welt, da ich ihn einmal mit mir selbst geschlossen habe.“
Konzerteinführung: 19.10 Uhr, Ludwig-van-Beethoven-Saal, Steffen Georgi