Dima Slobodeniouk & Xavier de Maistre
Samy Moussa
„Adgilis Deda“ – Hymne für Orchester
Kaija Saariaho
„Trans“ – Konzert für Harfe und Orchester
Dmitri Schostakowitsch
Sinfonie Nr. 6 h-Moll op. 54
Dima Slobodeniouk
Dirigent
Dima Slobodeniouk - Dirigent
Als einer der angesehensten Dirigenten weltweit wird Dima Slobodeniouk für seine mitreißende Interpretationskraft und dynamische musikalische Führung von Musiker:innen und Publikum gleichermaßen gefeiert, wobei seine außergewöhnliche Sensibilität und spannende Programmgestaltung ihm besondere internationale Aufmerksamkeit eingebracht haben
Regelmäßig arbeitet er mit führenden Orchestern wie den Berliner Philharmonikern, dem New York Philharmonic, dem Boston Symphony Orchestra, dem London Symphony Orchestra, dem Gewandhausorchester Leipzig, dem Royal Concertgebouw Orchestra, den Münchner Philharmonikern, den Wiener Symphonikern, dem Tonhalle-Orchester Zürich sowie dem NHK Symphony Orchestra zusammen. Slobodeniouk arbeitet regelmäßig mit renommierten Solist:innen wie Leif Ove Andsnes, Martha Argerich, Emanuel Ax, Augustin Hadelich, Seong-Jin Cho, Isabelle Faust, Kirill Gerstein, Barbara Hannigan, Håkan Hardenberger, Alexandre Kantorow, Patricia Kopatchinskaja, Beatrice Rana, Yuja Wang und Frank Peter Zimmermann.
Für seine musikalische Expertise und interpretatorische Tiefe geschätzt, ist Slobodeniouk auch ein vielfach ausgezeichneter Aufnahme-Künstler. Zu seinen jüngsten Einspielungen zählt Esa-Pekka Salonens Cellokonzert mit dem Rotterdam Philharmonic Orchestra und Nicolas Altstaedt (Alpha), das mit einem ICMA Award ausgezeichnet wurde. Seine neueste Veröffentlichung beim Label BIS enthält Strawinskys „Symphony in Three Movements“, „Symphony in C“ und die „Symphonies of Wind Instruments“, aufgenommen mit dem Orquesta Sinfónica de Galicia, dessen Musikdirektor er viele Jahre war. Weitere Veröffentlichungen auf BIS beinhalten Werke von Kalevi Aho mit dem Lahti Symphony Orchestra – darunter die preisgekrönte Aufnahme, die 2018 mit dem BBC Music Magazine Award ausgezeichnet wurde, sowie spätere Aufnahmen von Ahos „Sieidi“ und der 5. Sinfonie. Auch eine Einspielung mit Werken, die von der finnischen Nationalepik Kalevala inspiriert wurden, zählt dazu. Für das Label Ondine nahm er Werke von Perttu Haapanen und Lotta Wennäkoski mit dem Finnischen Radiosinfonieorchester auf.
Seine musikalische Ausbildung begann Slobodeniouk bei der ukrainischen Geigerin Olga Parkhomenko an der Sibelius-Akademie in Helsinki, wo er 2001 abschloss. Dort begann er auch sein Dirigierstudium bei Leif Segerstam, Jorma Panula und Atso Almila.
Von 2013 bis 2022 war Dima Slobodeniouk Musikdirektor des Orquesta Sinfónica de Galicia, von 2016 bis 2021 Chefdirigent des Lahti Symphony Orchestra und Künstlerischer Leiter des Sibelius-Festivals. Gemeinsam mit dem Orquesta Sinfónica de Galicia baute er in den letzten Jahren eine umfangreiche und hochgelobte Mediathek mit Live-Konzertmitschnitten auf. Aus Überzeugung, musikalische Chancen zu erweitern, initiierte er während seiner Amtszeit ein Dirigierprojekt, das jungen Talenten die Möglichkeit bot, mit einem professionellen Orchester zu arbeiten und unter seiner Anleitung ausgewählte Werke zu erarbeiten.
Xavier de Maistre
Harfe
Xavier de Maistre - Harfe
Xavier de Maistre ist einer der führenden Harfenisten der Gegenwart und ein zutiefst innovativer Musiker. Als leidenschaftlicher Verfechter seines Instruments hat er das Harfenrepertoire erweitert und bei Komponisten neue Werke in Auftrag gegeben. Außerdem erstellt er Transkriptionen von wichtigen Instrumentalwerken.
Seine musikalische Vision führte ihn zur Zusammenarbeit mit Dirigenten wie Sir André Previn, Sir Simon Rattle, Riccardo Muti, Daniele Gatti, Philippe Jordan, Kristjan Järvi, Bertrand de Billy, Andrés Orozco-Estrada, Daniel Harding und Mirga Gražinytė-Tyla. Er wurde eingeladen von Orchestern aus Chicago, Montreal, City of Birmingham, NHK, dem Schwedischen und Finnischen Radio-Sinfonieorchester, den Philharmonieorchestern von Los Angeles, London, St. Petersburg und China, dem Tonhalle-Orchester Zürich, dem Mozarteum Orchester Salzburg, dem Orquestra Sinfônica do Estado de São Paulo und dem Orchestre de la Suisse Romande. In seiner Heimat Frankreich arbeitete er u.a. mit dem Orchestre de Paris, den Nationalorchestern Frankreichs und Lyons, den Philharmonien von Radio France, Monte-Carlo, Montpellier, Lille und Nancy sowie bei Rezitalen in den Opernhäusern von Paris und Lille, Lyon, Bordeaux, Nizza, Poitiers und Avignon.
Im Jahr 2020 begann er eine neue Zusammenarbeit mit dem Tenor Rolando Villazón, mit dem er für die Deutsche Grammophon ein Projekt mit südamerikanischen Volksliedern aufnahm.
In den vergangenen Spielzeiten arbeitete er mit der Flamenco- und Kastagnetten-Legende Lucero Tena an einem Programm mit spanischem Repertoire, mit dem er durch Europa, Japan und China tourte und ein Album veröffentlichte (Sony Classical, 2018). Im Sommer 2020 war er Porträtkünstler beim Schleswig-Holstein Musik Festival. Als Solist war er bei vielen hochkarätigen Festivals zu Gast, darunter Rheingau, Salzburger Festspiele, Wiener Festwochen, Verbier, Budapest Spring, Würzburger Mozartfest und Mostly Mozart in New York. Außerdem arbeitet er regelmäßig mit Diana Damrau, Arabella Steinbacher, Daniel Müller-Schott, Baiba Skride, Antoine Tamestit, Mojca Erdmann und Magali Mosnier zusammen.
In der Saison 2022/2023 geht Xavier in Deutschland und in Österreich mit dem Orchestre National de France unter der Leitung von Cristian Măcelaru auf Tournee, um das berühmte Harfenkonzert von Reinhold Glière anlässlich der Veröffentlichung seines neuen Albums zu spielen. Außerdem tritt er mit dem Beethoven Orchester Bonn, dem Monte Carlo Philharmonic, dem Royal Stockholm Philharmonic, dem Helsinki Philharmonic, dem Paris Chamber Orchestra und beim Musica Festival in Straßburg auf. Xavier de Maistre tritt auch in Solokonzerten auf, unter anderem an der Staatsoper Berlin, im Duo mit Rolando Villazón an der Staatsoper Frankfurt und der Elbphilharmonie Hamburg sowie im Duo mit Diana Damrau am La Fenice in Venedig.
De Maistre ist seit 2008 Exklusivkünstler bei Sony Music, als er sein erstes Album Nuit d’Etoiles aufnahm, das Debussy gewidmet ist. Weitere Veröffentlichungen waren Hommage à Haydn (2009), Aranjuez (2010) und Notte Veneziana (2012) mit bedeutendem Barockrepertoire, Moldau (2015), Soloharfenstücke slawischer Komponisten, und La Harpe Reine (2016) mit Les Arts Florissants und William Christie. Sein Album „Christmas Harp“ (Oktober 2021) enthält Paraphrasen und Fantasien berühmter Weihnachtslieder sowie Melodien von Schubert und Tschaikowsky. Im Herbst 2022 erscheint seine letzte russischer Musik gewidmete CD mit dem berühmten Harfenkonzert von Reinhold Glière und dem vergessenen Konzert von Alexander Mosolov, begleitet vom WDR Sinfonieorchester Köln unter der Leitung von Nathalie Stutzmann.
Der in Toulon geborene de Maistre studierte Harfe am dortigen Konservatorium bei Vassilia Briano, bevor er seine Technik bei Catherine Michel und Jacqueline Borot in Paris perfektionierte. Er studierte auch in Sciences-Po Paris und dann an der London School of Economics. 1998 erhielt er den Ersten Preis (und zwei Interpretationspreise) beim renommierten Internationalen Harfenwettbewerb der USA (Bloomington) und wurde im selben Jahr als erster französischer Musiker bei den Wiener Philharmonikern aufgenommen.
Seit 2001 unterrichtet er an der Musikhochschule in Hamburg.
Er spielt auf einem Instrument von Lyon & Healy.
Rundfunk-Sinfonieorchester Berlin
Sehnen nach Schönheit
1984 in Kanada geboren, heute in Berlin lebend – Samy Moussa gehört der immer präsenter werdenden Generation der Postavantgarde an, die keinen Reiz mehr darin verspürt, die Missstände der Welt in düsteren Klangfarben anzuprangern. Für die Orchesterhymne „Adgilis
Deda“ (Mutterort) hat er sich von den georgischen Kaukasusbergen inspirieren lassen, die Musik folgt dem „Konzept des Schutzes“ (Moussa) und der Geborgenheit. Die feinen Klangfarben der Harfe sind es, die Kaija Saariaho immer wieder gereizt haben, für dieses besondere
Instrument zu komponieren. Einer der weltweit führenden Harfenisten stellt uns das dreisätzige Harfenkonzert aus dem Jahre 2015 vor. Nach der fulminanten Fünften sucht die Sechste (1939) von Schostakowitsch mit weitaus poetischeren Mitteln nach Sinn und Hoffnung. Am Ende bleibt ihr nichts, als sich wie ein Clown im Zirkus auszutoben – mit verzweifelter Grimasse.
Konzerteinführung: 19.10 Uhr, Südfoyer, Steffen Georgi