19:30 Theater im Delphi

Kammerkonzert mit Vladimir Jurowski & Christian Tetzlaff

Kurzfristig können wieder Ticktets zur Verfügung stehen.

Wolfgang Amadeus Mozart

Quintett für 2 Violinen, 2 Violen und Violoncello g-Moll KV 516

Franz Schubert

Quintett für Klavier, Violine, Viola, Violoncello und Kontrabass A-Dur D 667
("Forellenquintett")

Vladimir Jurowski

Klavier

Christian Tetzlaff

Violine

Nadine Contini

Violine

Alejandro Regueira Caumel

Viola

Yugo Inoue

Viola

Hermann Wömmel-Stützer

Kontrabass

Konstanze von Gutzeit

Violoncello

Klassisch klar oder tückisch trübe?

Die „launische“ Forelle, ja sie schießt – eher launig als launisch – „vorüber wie ein Pfeil“ im Lied von Franz Schubert, welches dem unausrottbar als himmelhochjauchzend etikettierten „Forellenquintett“ zugrundeliegt. Dabei erweist sich die A-Dur-Heiterkeit des klaren Bächleins hier wie dort als trügerisch. Denn schon der 22-jährige Schubert weiß zur Genüge um die Schattenseiten des Lebens und ergreift angesichts des an der Angelrute zappelnden Fisches „mit regem Blute“ und folglich mit höchst erregter Musik Partei für „die Betrogene“.
Nicht minder vehement ist dem notorisch Positiven zu widersprechen, welches der vermeintlichen Rokokomusik von Wolfgang Amadeus Mozart immer aufs Neue angeklebt wird. Im großen Streichquintett in g-Moll verkehren sich sogar die Dur-Episoden ins Gegenteil. Wolfgang Hildesheimer hebt hervor: „Die tragisch wirkende Moll-Cavatine im letzten Satz des Quintetts KV 516 steigert sich zu verhaltenem Pathos, um nach einer Fermate und einer wahrhaft ominösen Generalpause in ein G-Dur-Rondo überzugehen, dessen Hauptthema von erschreckender Trivialität sich in den Nebenthemen zu einer trostlosen Fröhlichkeit zu steigern scheint.“
Unter solchem Blickwinkel ist es alles andere als eine zufällige Koinzidenz, wenn in unserem Kammerkonzert das „sonnige“ Forellenquintett von Schubert auf das „düstere“ g-Moll-Quintett von Mozart trifft.