20:00 Konzerthaus Berlin

Vladimir Jurowski & Konstantyn Napolov

Jean Sibelius

„Pohjolan tytär“ (Pohjolas Tochter) – Sinfonische Dichtung op. 49

Moritz Eggert

„Master and Servant“ für Schlagzeug und Orchester (Auftragswerk der RSB, Uraufführung)

Johannes Brahms

Sinfonie Nr. 3 F-Dur op. 90

Vladimir Jurowski

Dirigent

Konstantyn Napolov

Schlagzeug

Rundfunk-Sinfonieorchester Berlin

Was kann Macht ohnmächtig machen?

Die bildschöne Tochter des Nordlandes wimmelt einen greisen Schamanen ab, der zudringlich zu werden droht. Wie macht sie das? Indem sie ihn an einer unlösbaren Aufgabe sich vergeblich abarbeiten lässt. Jean Sibelius hat die Episode einmal mehr dem finnischen Nationalepos „Kalevala“ entnommen und daran 1905 seine so fesselnde wie virtuose Tondichtung „Pohjolas Tochter“ entzündet.
Zu der Zeit lag die Sinfonie Nr. 3 von Johannes Brahms gerade 22 Jahre, mithin eine Generation zurück. Sie modifiziert Brahms‘ berühmtes, einst von Joseph Joachim übernommenes Lebensmotto des Verzichts „f-a-e“ (frei aber einsam) zu f-a-f: frei aber froh. Aus den drei Tonbuchstaben gewinnt Brahms nicht nur die Haupttonart F-Dur, sondern auch deren Schattenseite f-Moll (mit „as“ statt „a“). Die unaufgelöste Spannung zwischen diesen beiden Antagonismen treibt die Sinfonie voran, bis deren letzter Satz zum ersten Mal in der Geschichte der großen romantischen Sinfonie sich einem triumphalen Schluss verweigert.
Wer gewinnt, wenn selbstbewusste Solisten und charismatische Dirigenten aufeinandertreffen? Und: Wie reagiert das Orchester? Moritz Eggert: „Als Komponist habe ich mich schon lange dafür interessiert, diese interessante Dichotomie spielerisch zu erforschen. Schlaginstrumente haben wie kein anderes Instrument die Fähigkeit, präzise ‚Befehle‘ zu geben. Doch wird das Ensemble so reagieren, wie es der Solist erwartet?“ Finden Sie es heraus in unserem Konzert!

Konzerteinführung: 19.10 Uhr, Ludwig-van-Beethoven-Saal, Steffen Georgi

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