Antonín Dvorák
Konzert für Violine und Orchester a-Moll op. 53
Erich Wolfgang Korngold
Sinfonie Fis-Dur op. 40
Simone Young
Dirigentin
Simone Young - Dirigentin
Die australische Dirigentin Simone Young zählt zu den bedeutendsten DirigentInnen unserer Zeit. Seit 2022 ist sie Chefdirigentin des Sydney Symphony Orchestra, wo sie u. a. einen konzertanten Ring des Nibelungen dirigiert. 2024 debütierte sie bei den Bayreuther Festspielen mit diesem Werk und kehrte im Sommer 2025 für zwei weitere Zyklen zurück.
Nach der gefeierten Neuproduktion von György Kurtágs Fin de partie an der Wiener Staatsoper leitet sie im Herbst 2025 die Wiederaufnahme. Danach dirigiert sie Wagners Lohengrin an der Staatsoper Unter den Linden. Anschließend vollendet sie an der Mailänder Scala David McVicars Neuproduktion des Ring des Nibelungen mit der Götterdämmerung und einem vollständigen Zyklus.
Auch im symphonischen Bereich setzt sie eindrucksvolle Akzente und dirigiert das NDR Elbphilharmonie Orchester, das Orchestre de la Suisse Romande, das WDR Sinfonieorchester, das Orchestre Philharmonique de Radio France, das Rundfunksinfonieorchester Berlin, sowie im Rahmen einer USA-Tournee das National Symphony Orchestra, die Los Angeles Philharmonic, das San Francisco Symphony Orchestra und das Montreal Symphony Orchestra.
Von 2005 bis 2015 war sie Intendantin der Staatsoper Hamburg sowie Generalmusikdirektorin der Philharmoniker Hamburg und verantwortete dort ein breit gefächertes Repertoire mit Werken von Mozart über Verdi, Puccini, Wagner und Strauss bis zu Hindemith, Britten und Henze sowie zahlreiche Ur- und Erstaufführungen. Frühere Positionen führten sie als Chefdirigentin von 1998 bis 2002 zum Bergen Philharmonic Orchestra und von 2001 bis 2003 als Künstlerische Leiterin zur Opera Australia in Sydney und Melbourne.
Bereits zu Beginn ihrer Karriere machte sich Simone Young international als Wagner- und Strauss-Dirigentin einen Namen. Sie übernahm die musikalische Leitung mehrerer kompletter Ring des Nibelungen-Zyklen an der Wiener Staatsoper, der Staatsoper Unter den Linden in Berlin sowie in einer Neuproduktion an der Staatsoper Hamburg. Engagements führten sie an weltweit führende Häuser wie die Wiener Staatsoper (Debüt 1993), die Opéra National de Paris, das Royal Opera House Covent Garden in London, die Metropolitan Opera New York, die Berliner Staatsoper, die Bayerische Staatsoper, der Semperoper Dresden, die Oper Zürich sowie erstmals 2023 an die Scala mit einer Neuproduktion von Peter Grimes (Regie: Robert Carsen).
Neben ihrer umfangreichen Operntätigkeit ist sie auch auf dem Konzertpodium höchst gefragt. Engagements führten u.a. sie zu Klangkörpern wie den Wiener Philharmonikern, den Berliner Philharmonikern, der Staatskapelle Berlin, dem London Philharmonic Orchestra, der New York Philharmonic, der Los Angeles Philharmonic, dem Washington Symphony Orchestra, dem Dallas Symphony Orchestra, den Münchner Philharmonikern, dem Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks, dem Chicago Symphony Orchestra, dem San Francisco Symphony, dem Orchestre de Paris, der Filarmonica della Scala, dem Orchestre National de France, dem BBC Symphony Orchestra, dem Cincinnati Symphony Orchestra, dem Royal Stockholm Philharmonic, dem Oslo Philharmonic sowie zahlreichen australischen Orchestern.
Für ihr künstlerisches Wirken wurde Simone Young mit zahlreichen Auszeichnungen geehrt: Sie ist Ehrendoktorin der Universitäten Sydney und Melbourne, Trägerin des australischen Verdienstordens »Member of the Order of Australia«, des französischen Ordens »Chevalier des Arts et des Lettres«, der Goethe-Medaille sowie des Brahms-Preises Schleswig-Holstein. Im April 2022 wurde sie zum Ehrenmitglied der Wiener Staatsoper ernannt.
Zahlreiche CD- und DVD-Aufnahmen dokumentieren ihr beeindruckendes künstlerisches Schaffen.
Christian Tetzlaff
Violine
Christian Tetzlaff - Violine
„In jeder Ausdrucksrichtung strebt Tetzlaff nach dem Maximum… Mehr Intensität geht nicht.“ – Süddeutsche Zeitung
Der Geiger Christian Tetzlaff wird für seine ausdrucksstarken, einfühlsamen und persönlichen Interpretationen hoch gelobt. Seine individuelle Herangehensweise an die Partitur, bei der er stets nach der emotionalen und strukturellen Tiefe der Komposition sucht, hat ihm im Laufe der Zeit eine treue Anhängerschaft beschert, die seine Darbietungen oft als existenzielle Erfahrung beschreibt. Seit seinem spektakulären Debüt mit dem Schönberg-Violinkonzert 1988 in Berlin, München und Cleveland ist er mit bedeutenden Orchestern von höchstem Rang aufgetreten, darunter die Berliner, Wiener und New Yorker Philharmoniker, die Bostoner und Chicagoer Symphonieorchester, das Royal Concertgebouw Orchestra, das London Symphony Orchestra und viele andere. Sein umfangreiches Repertoire reicht von Bachs Solosonaten und Partiten über weniger bekannte Konzerte von Giovanni Battista Viotti und Joseph Joachim bis hin zu zeitgenössischen Werken von György Ligeti, Jörg Widmann und Thomas Ades. Im Jahr 2023 übernahm er die künstlerische Leitung des SPANNUNGEN-Festivals in Heimbach, Deutschland.
In der Saison 2025/26 tritt Tetzlaff als Artist-in-Residence mehrfach mit dem Rundfunk-Sinfonieorchester Berlin auf und spielt Violinkonzerte von Berg, Suk und Dvořák sowie Kammermusik mit Vladimir Jurowski. Im Februar 2026 gibt er die Weltpremiere von Ondrej Adameks Violinkonzert Nr. 2 in Paris, gefolgt von nationalen Premieren in der Schweiz und der Tschechischen Republik. Weitere Höhepunkte der Saison sind Duo-Konzerte mit Leif-Ove Andsnes, Solo-Rezitale in Berlin, Oslo und London sowie Konzerte mit dem BBC Symphony Orchestra, der Deutschen Kammerphilharmonie Bremen, den Wiener Symphonikern, dem SWR Symphonieorchester, Helsinki Philharmonic und dem NHK Symphony Orchestra.
Tetzlaff arbeitet mit vielen der führenden Dirigenten zusammen, darunter Herbert Blomstedt, Karina Canellakis, Maxim Emelyanychev, Christoph Eschenbach, Daniele Gatti, Daniel Harding, Manfred Honeck, Jakub Hrůša, Marie Jacquot, Paavo Järvi, Vladimir Jurowski, Cristian Măcelaru, Andris Nelsons, Gianandrea Noseda, Sakari Oramo, Sir Antonio Pappano, Kirill Petrenko, Sir Simon Rattle, Esa-Pekka Salonen, Jukka-Pekka Saraste, John Storgårds, Robin Ticciati, and Juraj Valčuha.
Kammermusik ist ein fester Bestandteil seiner Karriere. 1994 gründete er zusammen mit seiner Schwester, der Cellistin Tanja Tetzlaff, das Tetzlaff Quartett. Das Ensemble geht jede Saison auf Tournee und tritt 2025/26 in Deutschland und Großbritannien auf. Das Tetzlaff Quartett wurde 2015 für seine Aufnahme von Bergs Lyrischer Suite und Mendelssohn mit dem Diapason d’or l’année ausgezeichnet. Christian und Tanja Tetzlaff treten auch regelmäßig als Trio mit der Pianistin Kiveli Dörken auf.
Seine umfangreiche Diskografie, hauptsächlich beim Label Ondine, wurde mit dem Jahrespreis der Deutschen Schallplattenkritik, mehreren Diapason d’or-Auszeichnungen und dem Midem Classical Award geehrt. Zu den jüngsten Höhepunkten zählen Sibelius mit dem Finnischen Radio-Sinfonieorchester und Nick Collon sowie die Brahms‘ Klavierquartette, die letzten Aufnahmen des verstorbenen Lars Vogt. Die Violinkonzerte von Elgar und Adès mit dem BBC Philharmonic Orchestra und John Storgårds erscheinen im Herbst 2025. Bachs Werke für Solovioline nahm er dreimal auf, zuletzt im 2017.
Christian Tetzlaff spielt auf einer Violine des Geigenbauers Peter Greiner. Er unterrichtet an der Kronberg Academy und lebt mit seiner Frau, der Fotografin Giorgia Bertazzi, und den drei Kindern in Berlin.
Rundfunk-Sinfonieorchester Berlin
Glück kann sehr romantisch sein
Noch einmal erweist uns Christian Tetzlaff die Ehre. Der Artist in Residence der RSB-Saison 2025/2026 hat für sein letztes Konzert in diesem Rahmen den Gattungsbeitrag von Antonín Dvořák ausgesucht, so recht frei von eitler Selbstsucht und virtuoser Prahlerei. Das hat dem Werk in den Augen von Joseph Joachim zwar geschadet, aber heute nutzt es ihm umso mehr. Der langsame Mittelsatz als wahrer Kern des Werkes bezieht seine beseelte Dringlichkeit aus dem herrlich geigerisch komponierten Solopart und den herzensklug nachfragenden, abwägend beipflichtenden und harmonisch ergänzenden Orchesterstimmen. Im Finale hingegen brilliert und tiriliert das Soloinstrument in höchster Lage, stürzt sich lustvoll in einen temperamentvollen Ballwechsel mit den Gruppen des Orchesters um die Krone in einem rasanten Spiel der slawischen Volkstänze und -lieder, die den berühmtesten Duftmarken Dvořáks in nichts nachstehen.
Ein ebenso erfindungsreicher Komponist, der sich allerlei Nörgeleien von den trockenen Verfechtern einer akademischen Musik gefallen lassen musste, ist Erich Wolfgang Korngold. Sein Statement anno 1952 beleuchtet selbstbewusst den Platz im großen Kanon der romantischen Musik, den er für seine Sinfonie Fis-Dur in Anspruch nimmt: „Ich glaube, meine neue Symphonie wird der Welt zeigen, daß Atonalität und häßlicher Mißklang unter Preisgabe von Inspiration, Form, Ausdruck, Melodie und Schönheit letztlich im Untergang der Tonkunst enden werden.“
Konzerteinführung: 19.10 Uhr, Ludwig-van-Beethoven-Saal, Steffen Georgi
Brahms und Wagner – Vladimir Jurowski arrangiert ein Gipfeltreffen
Brahms, Wagner
Kammerkonzert im Ballhaus Wedding
Strauß (Sohn), Brahms, Wolf, Strauß (Vater)