KAMMERMUSIK

Neben den Sinfonie- und Familienkonzerten sind die Mitglieder des Rundfunk-Sinfonieorchesters Berlin regelmäßig in kleineren Formationen zu hören, in der Saison 2016/2017 im Kühlhaus am Gleisdreieck und im silent green Kulturquartier in Wedding. Die Kammermusik ergänzt den Musikeralltag um wertvolle Nuancen, ermöglicht es den RSB-Mitgliedern, selbst dramaturgisch tätig zu werden und ist in vielerlei Hinsicht eine Bereicherung für die Musiker und das Publikum.

› Alle sieben Kammerkonzerte der Saison sind in unserem Konzertkalender auf einen Blick zu sehen.

NEU: Kammermusik-Blog „Klangraum K”

Im neuen Kammermusik-Blog „Klangraum K” dokumentieren die Musikerinnen und Musiker den Weg von der Entstehung der von ihnen selbst zusammengestellten Programme, geben Informationen über die Werke und Komponisten und lassen ihre Probenarbeit und die Konzerte Revue passieren.

KLASSIK IM KÜHLHAUS

Mit vier Programmen ist das RSB in der zweiten Saison in Folge im Kühlhaus Berlin zu Gast. Das Gebäude direkt am Gleisdreieck stammt aus dem Jahre 1901 und diente Händlern jahrzehntelang zum gekühlten Einlagern ihrer Ware. Nach der Wende wurde das siebenstöckige Kühlhaus, ein Überbleibsel eines ehemals großen Komplexes, als Industriedenkmal vor dem Abriss bewahrt und wird seit 2010 schrittweise zu einem charmanten Ort für Kunst, Konzerte und Veranstaltungen ausgebaut, dessen außergewöhnliche Atmosphäre auch der klassischen Musik schmeichelt.
Durch das Programm von „Klassik im Kühlhaus“ führt auch in der Saison 2016/2017 „radioeins“-Moderator Volker Wieprecht mit seiner humorvollen und auf natürliche Weise investigativen Art. Vor den Konzerten sowie in den Pausen kann sich das Publikum mit Getränken und kleinen Snacks an der Bar versorgen, nach den Konzerten besteht dort die Möglichkeit zum Austausch mit den Künstlern.

Kooperationspartner: Kühlhaus Berlin
Präsentiert von: tip Berlin

SILENT GREEN KULTURQUARTIER

Auf der steten Suche nach neuen, stimmungsvollen Orten für Kammermusik ist das RSB für die Saison 2016/2017 mitten in Wedding fündig geworden. Zwischen den U-Bahnhöfen Leopoldplatz und Wedding liegt das silent green Kulturquartier, das zwischen 1908 und 1911 ursprünglich als erstes Krematorium Berlins erbaut wurde. Das Herzstück des denkmalgeschützten Gebäudekomplexes ist die 17 Meter hohe ehemalige Trauerhalle mit achteckigem Grundriss und dem pyramidenförmigen Mansardendach, in die man über einen ebenfalls achteckigen Innenhof gelangt. 2002 wurde das Krematorium geschlossen und das Gebäude zum Verkauf ausgeschrieben. 2013 begannen schließlich die Umbau- und Renovierungsarbeiten zum Kulturquartier, im Zuge derer die Räume aus ihren alten Funktionen gelöst und neuen Nutzungsmöglichkeiten zugeführt wurden. Im Café neben der Halle, in der nun Kulturveranstaltungen aller Arten stattfinden, wird für das leibliche Wohl des Konzertpublikums gesorgt.

Präsentiert von: Zitty

Tickets jeweils 20 €
› Buchen Sie drei Kammerkonzerte im Paket für nur 45€!


EINDRÜCKE VON BETEILIGTEN KÜNSTLERN

STEFFEN TAST

› seit 1987 Mitglied der ersten Geigen des RSB
› nebenberuflich als Dirigent tätig, u. a. bei „Dorf macht Oper“ in Klein-Leppin, leitet seit 2005 regelmäßig Kammerkonzerte der RSB-Orchesterakademie, seit 2014 auch Familienkonzerte des RSB

„Jedes Jahr aufs Neue setzt spätestens im Herbst bei vielen Musikern unseres Orchesters ein besonderer, kreativer Prozess ein. Ziel ist es, ein möglichst spannendes und außergewöhnliches Programm für die Kammermusikreihe des RSB zu entwickeln und damit den Dramaturgen des Orchesters, Steffen Georgi, zu überzeugen. Allein schon diese Vorgehensweise setzt eine kommunikative Energie frei, die für die Verständigung innerhalb eines so großen Klangkörpers eminent wichtig ist. Um möglichst erfindungsreich in der Programmwahl zu sein, stecken Musiker die Köpfe zusammen, die in der alltäglichen Arbeit im Orchester eher selten die Möglichkeit haben, sich auszutauschen. Aber wie läuft so etwas konkret ab? Beispielsweise hat eine Geigerin die Idee, ein Programm mit der neuen Harfenistin des Orchesters zu entwickeln und beide möchten auch noch den Soloflötisten mit einbeziehen. So werden schon in dieser frühen Phase Kommunikationsfäden gesponnen, die sich auch positiv auf das Zusammenspiel im Orchester auswirken. Die eigentliche kammermusikalische Arbeit an den jeweiligen Werken bringt dann diesen frühen Impuls vollends zum Erblühen. Das Ergebnis, ein von Begeisterung und tiefem musikalischem Verständnis geprägtes Kammerkonzert, ist dann die Belohnung für die monatelange Arbeit der Musiker und ein besonderes Geschenk für das Publikum des RSB.“

KONSTANZE VON GUTZEIT

› seit August 2012 Solocellistin des RSB
› gewann 2013 den 1. Preis beim Mendelssohn-Wettbewerb und ist regelmäßig in Kammerkonzerten des RSB zu erleben

„Für mich persönlich gehört das kammermusikalische Musizieren zu den schönsten Aufgaben im Musikerleben. Im Rahmen der Kammermusikreihe des RSB mit den Orchesterkollegen auftreten zu können, stellt aus meiner Sicht eine große Bereicherung für alle beteiligten Musikerinnen und Musiker dar. Es ist wunderbar, im großen Kollektiv des Orchesters gemeinsam zu agieren, doch ebenso kann es sehr erfrischend, herausfordernd und augen- und ohrenöffnend sein, mit einigen wenigen Kollegen in dieser unmittelbaren, intimen Weise Musik zu machen. Man schult sein eigenes Ohr und das individuelle musikalische Empfinden ebenso wie die Fähigkeit, musikalisch miteinander zu kommunizieren und aufeinander zu hören. Nicht zuletzt lernen wir uns als Kollegen durch die intensive Probenarbeit künstlerisch sowie menschlich noch besser kennen. Ich bin überzeugt, dass sich all dies im Endeffekt auch positiv auf unsere gemeinsame Arbeit im Orchester auswirkt.“

VOLKER WIEPRECHT

› Hörfunkjournalist, Autor und Unternehmer
› wurde 2013 als „Bester Moderator“ mit dem Deutschen Radiopreis ausgezeichnet, moderiert seit 2013 Kammerkonzerte des RSB, derzeit „Klassik im Kühlhaus“

„In der Kampfkunst Karate ist eine gute Technik immer eine zwingende Technik: eine, die den Gegner alternativlos hinterlässt. Entweder wehrt er sich mit aller Macht oder er geht k.o. Unsaubere, unentschlossene, kraftlose oder gar ängstliche Angriffe führen zu unerheblichen Reaktionen. Natürlich ist Musik keine Attacke, aber im besten Falle setzt auch sie mein ansonsten im Tagewerk kämpferisches Wesen außer Gefecht – wenn die Technik zwingend ist.
Bei einem Orchester muss wesentlich mehr zusammenkommen als bei einem sportlichen Schlagabtausch. Ich bewundere bei jedem Konzert aufs Neue die weitverzweigte Verästelung von Kräften, die sich zu einem mächtigen Strom ergänzen, und erlaube, dass meine unliebsame Geschäftigkeit weggeschwemmt und der stets aktive Verstand mal untergetaucht wird, mitten im Ereignisraum Kammermusik. Es ist die räumliche, körperliche und klangliche Nähe zu den Musikern, die bislang noch jedes Kammerkonzert für mich zu einem tief berührenden Ereignis gemacht hat. Auch, weil mich immer wieder die Frage beschäftigt: Wie machen die das, dass das alles so umwerfend wirkt? Hat doch mit Karate nun wirklich gar nichts zu tun, die Klassik..“