Stanislav Kochanovsky & Jörg Widmann
Jörg Widmann
Fantasie für Klarinette solo (1993)
Jörg Widmann
„Elegie“ – Konzert für Klarinette und Orchester
Sergei Rachmaninow
Sinfonie Nr. 1 d-Moll op. 13
Stanislav Kochanovsky
Dirigent
Stanislav Kochanovsky - Dirigent
Stanislav Kochanovsky ist seit Beginn der Spielzeit 2024/2025 der Chefdirigent der NDR Radiophilharmonie Hannover. Schon die erste gemeinsame Saison mit dem Orchester war voller besonderer Konzerte und künstlerischer Highlights. Dazu zählen beispielsweise das Benefizkonzert des Bundespräsidenten im November 2024, das Mitsingkonzert zum
Kirchentag 2025 in Hannover, die Tournee zum „Festival Internacional de música de
Canarias“ auf die Kanarischen Inseln sowie Konzerte mit Gil Shaham in Hannover und
Frankreich. In dieser Saison startete auch die Zusammenarbeit mit dem Label harmonia
mundi. Als erste gemeinsame CD erschien eine Einspielung mit Tschaikowskys
Orchestersuite Nr. 3 sowie Werken von Rimskij-Korsakow und Tcherepnin.
Stanislav Kochanovsky ist eine der interessantesten Künstlerpersönlichkeiten der
Gegenwart. Sein Herz schlägt sowohl für die sinfonische Musik wie für die Oper. Und mit
beiden Genres hat er in der internationalen Musikwelt in den vergangenen Jahren für großes
Aufsehen gesorgt. So führen ihn seine Gastdirigate beispielsweise zum Royal
Concertgebouw Orchestra, zu den Wiener Symphonikern, zum Israel Philharmonic
Orchestra, zum Orchestre de Paris, zum Oslo Philharmonic, zum Orchestra dell‘Accademia
Nazionale di Santa Cecilia, zum NHK Symphony Orchestra, zur Dresdner Philharmonie oder
zum Philharmonia Orchestra London. Im Laufe seiner Karriere hat er auch die großen
russischen Orchester dirigiert, darunter die St. Petersburger Philharmonikern, das
Russischen Nationalorchester und die Moskauer Philharmoniker. Rund um den Globus
arbeitet er mit renommierten Solist*innen zusammen, z. B. mit Leonidas Kavakos, Vilde
Frang, Frank Peter Zimmermann, Mikhail Pletnev, Nikolai Lugansky, Kirill Gerstein, Truls Mørk
und Matthias Goerne. Im Mai 2023 gab Stanislav Kochanovsky zudem sein Debüt in den USA
als Dirigent des National Symphony Orchestra in Washington – ein vom Publikum wie von
der Fachpresse gefeierter Auftritt. Im Juli gibt er beim Cleveland Orchestra seinen Einstand.
Als ebenso gefragter Operndirigent gehören mehr als 30 Opern zu Stanislav Kochanovskys
Repertoire, darunter die großen Bühnenwerke von Mozart, Donizetti, Gounod, Saint-Saëns,
Tschaikowsky, Mussorgsky, Verdi, Puccini und Wagner. Seine Engagements im Bereich
Musiktheater führen ihn u. a. an das Opernhaus Zürich, an die Niederländische Nationaloper
Amsterdam, an das Mariinsky-Theater und zum Maggio Musicale Fiorentino. Seit seinem
Debüt beim Verbier Festival 2017 ist er dort regelmäßig zu Gast, um sinfonische Programme
sowie Opern zu dirigieren.
Über das etablierte klassische Repertoire hinaus setzt sich Stanislav Kochanovsky auch
intensiv für die Musik der Gegenwart ein sowie für die Aufführung von Werken, die dem
Publikum nur selten geboten werden. In den letzten Spielzeiten hat er Ausnahmewerke wie
Ligetis Requiem, Skrjabins/Nemtins „Mysterium“, Kodálys „Psalmus Hungaricus“,
Schostakowitschs unvollendete Oper „Der Spieler“, Mjaskowskis „Silence“ und Weinbergs
Sinfonie Nr. 21 „Kaddish“ auf die Bühne gebracht. Außerdem führte er zeitgenössische
Kompositionen von Brett Dean, Osvaldo Golijov, Anna Thorvaldsdóttir, Tobias Broström oder
Pēteris Vasks auf.
Geboren wurde Stanislav Kochanovsky 1981 in St. Petersburg. Seine musikalische
Ausbildung begann in seiner Heimatstadt im berühmten Knabenchor der Glinka-Chorschule.
Später studierte er am St. Peterburger Konservatorium Chorleitung, Orgel und Dirigieren
(Sinfonik und Oper) und schloss sein Studium mit Auszeichnung ab. Als 25-Jähriger erhielt
er ein Engagement am St. Petersburger Michailowski-Theater, an dem er mehr als 60 Opern-
und Ballettaufführungen leitete. Von 2010 bis 2015 war er außerdem Chefdirigent des State
Safonov Philharmonic Orchestra
Jörg Widmann
Klarinette
Jörg Widmann - Klarinette
Jörg Widmann ist einer der bemerkenswertesten und vielseitigsten Künstler seiner Generation.
Von 2026 an ist er der neue Künstlerische Leiter der Lucerne Festival Academy, die seit ihrer Gründung 2004 durch Pierre Boulez eine zentrale Säule für die zeitgenössischen Musik innerhalb dieses Festivals ist. In der Saison 2025/26 ist er weltweit in all seinen Facetten als Klarinettist, Dirigent und Komponist zu erleben, unter anderem in seiner dritten Saison als Erster Gastdirigent der NDR Radiophilharmonie. Darüber hinaus ist er Associated Conductor des Münchener Kammerorchesters und Artistic Partner der Sinfonietta Riga.
Nach wichtigen Dirigaten beim Seoul Philharmonic Orchestra und Orquesta y Coro Nacionales de España führt ihn ein Schwerpunkt der Saison 2025/26 in die USA: Erstmals wird er das Cleveland Orchestra mit seiner und Mendelssohns Musik dirigieren. Zudem ist er am Pult der Sinfonieorchester von Atlanta und Detroit zu erleben. Weitere Gastdirigate führen ihn zum Oslo Philharmonic, Finnish Radio Symphony Orchestra, Orchestre Philharmonique de Radio France, Radio Filharmonisch Orkest, National Symphony Orchestra Taiwan, Budapest Festival Orchestra und zu den Bamberger Symphonikern. In seiner Eigenschaft als Associated Conductor ist er mit dem Münchener Kammerorchester auf Tournee in Südamerika.
Einen Akzent setzt im Feburar 2026 das Jörg Widmann gewidmete Klarinettenkonzert Zones of Blue von Olga Neuwirth, das er mit dem Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks unter Sir Simon Rattle uraufführen wird. Eine weitere Facette ist die Uraufführung von Jörg Widmanns neuer Komposition Jupiter-Etüde im Rahmen des Mozartfests Würzburg im Juni 2026.
Langjährige Kammermusikpartner wie Isabelle Faust, Pierre-Laurent Aimard, Carolin Widmann und das Hagen Quartett, Signum Quartett und Amabile Quartet werden zusammen mit Jörg Widmann unter anderem in der Elbphilharmonie Hamburg, Philharmonie Essen, Muziekgebouw, Konzerthaus Wien, Auditorio Nacional de Música, Toppan Hall und dem Boulez Saal musizieren.
Bei den Donaueschinger Musiktagen 2015 brachte Widmann das Klarinettenkonzert über von Mark Andre zur Uraufführung. Weitere ihm gewidmete und für ihn geschriebene Klarinettenkonzerte sind Wolfgang Rihms Musik für Klarinette und Orchester (1999) und Aribert Reimanns Cantus (2006).
Dirigenten wie Daniel Barenboim, Daniel Harding, Kent Nagano, Franz Welser-Möst, Christian Thielemann, Iván Fischer, Andris Nelsons und Sir Simon Rattle bringen seine Musik regelmäßig zur Aufführung. Orchester wie die Wiener and Berliner Philharmoniker, New York Philharmonic, Concertgebouw Orchestra Amsterdam, Cleveland Orchestra, Orchestre de Paris, London Symphony Orchestra und viele andere haben seine Musik uraufgeführt und regelmäßig in ihrem Konzertrepertoire. In der Saison 2023/24 war Jörg Widmann Composer in Residence der Berliner Philharmoniker. Den fulminanten Abschluss der Residenz bildete die Uraufführung seines Hornkonzerts mit Stefan Dohr als Solisten und den Berliner Philharmonikern unter der Leitung von Sir Simon Rattle.
Ausgebildet von Gerd Starke in München und Charles Neidich an der Juilliard School New York war Jörg Widmann selbst Professor für Klarinette und Komposition an der Freiburger Musikhochschule. Seit 2017 bekleidet Widmann einen Lehrstuhl für Komposition an der Barenboim-Said Akademie Berlin. In Anerkennung seiner Verdienste um die Musik wurde er im Juni 2024 zum Mitglied der Royal Swedish Academy of Music ernannt. Er war Fellow des Wissenschaftskollegs zu Berlin und ist Mitglied der Bayerischen Akademie der Schönen Künste, der Freien Akademie der Künste Hamburg (2007) und der Akademie der Wissenschaften und der Literatur Mainz (2016) und erhielt im Februar 2023 die Ehrendoktorwürde der University of Limerick, Irland. Im Juli 2025 wurde Jörg Widmann zum Präsidenten der Internationalen Max-Reger-Gesellschaft gewählt.
Komposition studierte Jörg Widmann bei Kay Westermann, Wilfried Hiller, Hans Werner Henze und Wolfgang Rihm. Sein Schaffen wurde vielfach ausgezeichnet, zuletzt mit dem renommierten Bach-Preis der Freien und Hansestadt Hamburg, wie auch mit dem Musikpreis der Landeshauptstadt München.
Rundfunk-Sinfonieorchester Berlin
Einfach Freude
Zwei Universalmusiker, die auf den ersten Blick kaum etwas gemeinsam haben, begegnen sich in diesem Konzert. Tatsächlich eint es Sergei Rachmaninow und Jörg Widmann, dass sie eine natürliche, erlebbare Freude an der Musik verspüren, die sie gerne mit anderen Menschen
teilen. Rachmaninow, ein glänzender Pianist des frühen 20. Jahrhunderts, Widmann ein nicht minder phantastischer Klarinettist im noch jungen 21. Jahrhundert, beide darüber hinaus aktive und kreative Komponisten, die sich immer bewusst darüber sind, selber ihre Werke auf der Bühne dem Publikum „auszuliefern“. Das heißt auch, kreativ auf Kritik reagieren zu können. Keine kompositorische Idee kann falsch sein, wenn sie dem Herzen entspringt – diese Haltung war in der klassischen Musik des 20. Jahrhunderts selten geworden. Langsam kehrt sie zurück.
Konzerteinführung: 19.10 Uhr, Ludwig-van-Beethoven-Saal, Steffen Georgi