19:30 Kühlhaus Berlin

Kammerkonzert im Kühlhaus Berlin

Ensemble QuintFunk

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Mayako Kubo

Allego für Flöte, Oboe, Klarinette und Fagott (Auftragswerk des RSB, 2019)

Ilse Fromm-Michaels

„Vier Puppen“ für Bläserquintett op. 4

Ethel Smyth

„Two Interlinked French Folk Melodies“ für Flöte, Oboe und Klavier

Louise Farrenc

Sextett für Klavier, Flöte, Oboe, Klarinette, Horn und Fagott c-Moll op. 40

Elena Kats-Chernin

„Sand“ Waltz für Bläserquintett

Mélanie Bonis

„Scènes de la forêt“ (Waldszenen) für Flöte, Horn und Klavier

Cécile Chaminade

Drei Miniaturen für Bläserquintett (Bearbeitungen von Klavierwerken)

Rudolf Döbler

Flöte

Gudrun Vogler

Oboe

Christoph Korn

Klarinette

Anne Mentzen

Horn

Miriam Kofler

Fagott

Yuki Inagawa

Klavier

Brahms und die Frauen

Nein, hier wird kein Skandal aufgedeckt…
Sondern etwas Wichtiges wird an diesem Konzertabend klangvoll klargestellt: „Bereits in der Romantik gab es namhafte Komponistinnen, die nicht etwa ein Schattendasein führten, sondern in der ‚ersten Liga‘ mitspielten. Um aber wirklich künstlerisch die ihnen verdiente Anerkennung zu bekommen, standen dann aber doch gesellschaftliche Barrieren im Weg“ – weiß Rudolf Döbler, der spiritus rector des hier vorgestellten Kammerkonzertes. Dessen spannendes Programm hat er gemeinsam mit seinen Kolleg:innen vom RSB rund um Johannes Brahms gebaut, auch und gerade weil der mit keinem einzigen Takt vorkommt. Vielmehr erklingen überwiegend Werke von Frauen, die Zeitgenossinnen von Johannes Brahms gewesen sind. Mélanie Bonis (1858-1937) und Cécile Chaminade (1857-1944) haben ganz unabhängig von Brahms im damals ästhetisch weit von Deutschland entfernten Frankreich ganz eigene Beiträge zur Kompositionskunst geleistet. Die englische Komponistin Ethel Smyth (1858-1944) begab sich tatsächlich persönlich in den Dunstkreis des verehrten Brahms – um gründlich enttäuscht zu werden. Als sie es wagte, ihn auf ein Detail hinzuweisen, erntete sie eine ironische Antwort des Meisters, „mit vor herablassender Verachtung triefender Stimme“. Die Anerkennung als gleichwertige Komponistin wurde das Lebensthema von Ethel Smyth.
„Im Zentrum des Konzerts steht Louise Farrencs Sextett op. 40. Die französische Komponistin, deren Todestag sich am 15. September 2025 zum 150. Mal jährte, schrieb auch ein Nonett, in dessen Uraufführung der Geiger Joseph Joachim mitwirkte, dem Johannes Brahms sein Violinkonzert zugeeignet hatte.
Das weitere Programm schlägt im Werk von Komponistinnen einen Bogen bis ins 21. Jahrhundert. Bei Elena Kats-Chernin gibt es dennoch einen Bezug zur Brahmszeit: Ihr ‚Sand Waltz‘ ist inspiriert von der französischen Dichterin Amantine Aurore Lucile Dupin de Francueil (1804-1876), besser bekannt unter dem Pseudonym George Sand.“ (Rudolf Döbler)