Vladimir Jurowski & Julia Fischer
Valentin Silvestrov
Serenade für Streichorchester
Jean Sibelius
Konzert für Violine und Orchester d-Moll op. 47
Pjotr Tschaikowsky
Sinfonie Nr. 6 h-Moll op. 74 („Pathétique“)
Vladimir Jurowski
Dirigent
Vladimir Jurowski - Dirigent
Vladimir Jurowski ist seit 2017 Chefdirigent und Künstlerischer Leiter des RundfunkSinfonieorchesters Berlin (RSB). 2023/2024 setzten seine Konzerte, Tourneen und Aufnahmen die Glanzpunkte der Jubiläumssaison „RSB100“. Sein aktueller Vertrag in Berlin läuft bis 2029. Parallel dazu ist er seit 2021 Generalmusikdirektor der Bayerischen Staatsoper in München.
Vladimir Jurowski, einer der gefragtesten Dirigenten unserer Zeit, der weltweit für seine innovativen musikalischen Interpretationen und ebenso für sein mutiges künstlerisches Engagement gefeiert wird, wurde 1972 in Moskau geboren und absolvierte den ersten Teil seines Musikstudiums am Music College des Moskauer Konservatoriums. 1990 siedelte er mit seiner Familie nach Deutschland über und setzte seine Studien an den Musikhochschulen in Dresden und Berlin fort. 1995 debütierte er beim irischen Wexford Festival mit Rimski-Korsakows „Mainacht“ und 1996 am Royal Opera House Covent Garden mit „Nabucco“. Anschließend war er Erster Kapellmeister der Komischen Oper Berlin (1997-2001).
Bis 2021 arbeitete Vladimir Jurowski fünfzehn Jahre lang als Chefdirigent des London Philharmonic Orchestra (LPO) und wurde inzwischen zu dessen „Conductor Emeritus“ ernannt. In Großbritannien leitete er von 2001 bis 2013 als Musikdirektor der Glyndebourne Festival Opera eine breite Palette von hochgelobten Produktionen. Seine enge Verbindung zum britische Musikleben wurde im Frühjahr 2024 von König Charles III. dadurch gewürdigt, dass er Vladimir Jurowski zum Honorary Knight Commander of the Most Excellent Order of the British Empire (KBE) ernannte. Im April 2024 kehrte Vladimir Jurowski als Gast nach London zurück, um mit dem LPO in der Royal Festival Hall den konzertanten Aufführungszyklus von Wagners „Ring“ mit der „Götterdämmerung“ zu vollenden.
Ebenfalls bis 2021 war er Künstlerischer Leiter des Staatlichen Akademischen Sinfonieorchesters „Jewgeni Swetlanow“ der Russischen Föderation und Principal Artist des Orchestra of the Age of Enlightenment in Großbritannien, außerdem Künstlerischer Leiter des Internationalen GeorgeEnescu-Festivals in Bukarest. Darüber hinaus arbeitet er seit vielen Jahren mit dem Ensemble unitedberlin zusammen. Die Auftritte in Russland hat Vladimir Jurowski seit Februar 2022 ausgesetzt. Ukrainische Werke sind und bleiben Bestandteil seines Repertoires ebenso wie die Werke russischer Komponisten.
Vladimir Jurowski hat Konzerte der bedeutendsten Orchester Europas und Nordamerikas geleitet, darunter die Berliner, Wiener und New Yorker Philharmoniker, das königliche Concertgebouworchester Amsterdam, das Cleveland und das Philadelphia Orchestra, die Sinfonieorchester Boston und Chicago, das Tonhalle-Orchester Zürich, die Sächsische Staatskapelle Dresden und das Gewandhausorchester Leipzig. Er gastiert regelmäßig bei den Musikfestivals in London, Berlin, Dresden, Luzern, Schleswig-Holstein und Grafenegg. Obwohl Vladimir Jurowski von Spitzenorchestern aus der ganzen Welt als Gastdirigent eingeladen wird, konzentriert er seine Aktivitäten inzwischen auf jenen geographischen Raum, den er unter ökologischem Aspekt mit vertretbarem Aufwand gut erreichen kann.
Die gemeinsamen CD-Aufnahmen von Vladimir Jurowski und dem RSB begannen 2015 mit Alfred Schnittkes Sinfonie Nr. 3. Es folgten Werke von Britten, Hindemith, Strauss, Mahler und erneut Schnittke. Vladimir Jurowski wurde vielfach für seine Leistungen ausgezeichnet, darunter mit zahlreichen internationalen Schallplattenpreisen. 2016 erhielt er aus den Händen des heutigen Königs Charles III. die Ehrendoktorwürde der Royal Philharmonic Society. 2020 wurde Vladimir Jurowskis Tätigkeit als Künstlerischer Leiter des George-Enescu-Festivals vom Rumänischen Präsidenten mit dem Kulturverdienstorden gewürdigt.
Julia Fischer
Violine
Julia Fischer - Violine
Von der Weltspitze der Geigenelite als Solistin und Kammermusikerin bis hin zu ihrer Rolle als künstlerische Leiterin und angesehene Professorin – Julia Fischer verkörpert künstlerische Vielseitigkeit in Perfektion. Mit ihrer außergewöhnlichen Virtuosität, ihrer musikalischen Leidenschaft und großem Facettenreichtum hat sie sich einen einzigartigen Platz unter den Musikgrößen erobert. Dabei wurde sie mit zahlreichen renommierten Auszeichnungen wie dem Bundesverdienstkreuz, dem Deutschen Kulturpreis und dem Bayerischen Maximiliansorden geehrt, die ihre Rolle als herausragende Kulturbotschafterin würdigen. Auch bei kulturübergreifenden Ereignissen ist sie gefragt, so spielte sie bei der Verleihung des Nobelpreises 2023 in Stockholm gemeinsam mit dem Royal Stockholm Philharmonic Orchestra und Esa-Pekka Salonen.
Schon früh in ihrer Karriere setzte Julia Fischer mit dem ersten Preis beim internationalen Yehudi-Menuhin-Wettbewerb im Jahr 1995 einen Meilenstein. Seitdem hat sie die Bühnen dieser Welt erobert und ist bei den renommiertesten Orchestern zu Gast, wo sie mit namhaften Dirigenten zusammenarbeitet, darunter Herbert Blomstedt, Alan Gilbert, Jakub Hrůša, Vladimir Jurowski, Juanjo Mena, Riccardo Muti, Kirill Petrenko, Vasily Petrenko, Esa- Pekka Salonen, Thomas Søndergård, Michael Sanderling, Christian Thielemann, Michael Tilson-Thomas und Franz Welser-Möst sowie in der Vergangenheit mit Yakov Kreizberg, Lorin Maazel, Giuseppe Sinopoli und Yuri Termikanov. Ihre Interpretationen sind geprägt von technischer Brillanz und tiefer emotionaler Intensität, die das Publikum in Bann ziehen.
In der Saison 2025/2026 geht Julia Fischer mit ihrem Quartett – Alexander Sitkovetsky, Nils Mönkemeyer und Benjamin Nyffenegger – auf eine große Europa-Tournee. Es folgen Auftritte mit dem Sinfonieorchester Basel unter Markus Poschner und den Bamberger Symphonikern unter Manfred Honeck. Mit den Berliner Philharmonikern unter Jakob Hrůša spielt sie Suks Fantasie Op. 24, zum ersten Mal mit dem Orchester in der Berliner Philharmonie. Auch beim Kissinger Sommer wird sie sowohl mit dem Budapest Festival Orchestra zu erleben sein als auch mit der Pianistin Yulianna Avdeeva, mit der sie regelmäßig musiziert.
Als begeisterte Kammermusikerin hat Julia Fischer weitere enge musikalische Partnerschaften geschmiedet: Zu den Highlights der vergangenen Saison zählen eine Europa- und US-Tournee mit dem Pianisten Jan Lisiecki und Konzerte mit dem Cellisten Daniel Müller-Schott. Auch zu dem traditionsreichen britischen Kammerorchester, der Academy of St. Martin in the Fields hat Julia Fischer eine enge Beziehung, wie eine gemeinsame Jubiläums-Tour durch ganz Europa zeigte, anlässlich des 100. Geburtstag des Gründers Sir Neville Marriner im Jahr 2024. Neben der Academy leitet sie weitere Orchester wie die Kammerakademie Potsdam oder das Zürcher Kammerorchester vom ersten Pult.
Seit 2024 übernehmen Julia Fischer und Benjamin Nyffenegger die künstlerische Leitung des »Boswiler Sommers«, ein angesehenes Kammermusik-Festival im Aargau in der Schweiz – eine weitere Aufgabe für die Künstlerin, die stets nach neuen musikalischen Horizonten strebt.
Julia Fischers außergewöhnliches Talent findet auch auf zahlreichen Aufnahmen Anerkennung. Sie wurde mit wichtigen Preisen wie dem BBC Music Magazine Award, dem Gramophone Award und dem Preis der Deutschen Schallplattenkritik geehrt. Seit 2017 präsentiert sie ihre Meisterwerke exklusiv im JF CLUB, ihrer eigenen Plattform, auf der sie ihre neuesten Aufnahmen exklusiv präsentiert und den Mitgliedern persönliche Einblicke in ihre Arbeit gewährt. 2021 begeisterte sie darüber hinaus ihre Fans mit einer limitierten JF CLUB Edition der Sonaten von Eugène Ysaye, die exklusiv bei Hänssler Classic auf Vinyl erschien.
Nicht nur als gefeierte Geigerin tritt Julia Fischer auf, sondern nimmt auch ihre Rolle als Mentorin ernst und engagiert sich leidenschaftlich für die Förderung junger Talente. Mit Meisterkursen und ihrer Gründung der Kindersinfoniker öffnet sie den jüngsten Musikern die Türen in die Klassikwelt.
Julia Fischer begann ihre musikalische Ausbildung bereits im Alter von drei Jahren. Sie erhielt zunächst Geigenunterricht und kurz darauf auch Klavierunterricht von ihrer Mutter Viera Fischer. Mit neun Jahren wurde sie als Jungstudentin der renommierten Geigenprofessorin Ana Chumachenco. Inzwischen hat sie deren Nachfolge als Geigen- Professorin an der Hochschule für Musik und Theater München übernommen.
Auf ihrer jahrhundertealten Geige von Giovanni Battista Guadagnini aus dem Jahr 1742 und einer modernen Violine von Philipp Augustin aus dem Jahr 2018 erweckt Julia Fischer die Musik zum Leben.
Wenn Sie tiefer in die musikalischen Welten von Julia Fischer eintauchen möchten, werden Sie Mitglied des JF CLUB – Julia Fischers exklusiver Mitgliederplattform und der einzige Ort, an dem all ihre Aufnahmen, Videos und musikalischen Projekte gebündelt zu finden sind. Dank eines umfassenden Relaunches sowohl des JF CLUB als auch ihrer offiziellen Website www.juliafischer.com/club, wird langjährigen Wegbegleitern oder neuen Zuhörern zur Saison 2025/26 ein noch intensiveres, umfassenderes Erlebnis von Julia Fischer als Künstlerin geboten.
Rundfunk-Sinfonieorchester Berlin
Lebensabendmusik
Eine Serenade (von ital. sereno „heiter“ und sera „Abend“) wollte ursprünglich unterhaltsam, unbeschwert sein, eine Musik, die abends oder nachts im Freien erklingt. Eine solche Musik kann auch nach innen gerichtet sein, Einsamkeit benennen, Schlaflosigkeit, dunkle Gedanken wälzen. Der ukrainische Altmeister Valentin Silvestrov hat mehrere Serenaden komponiert. Keine davon lädt nur zum Träumen ein. Wenige Tage nach der Vollendung der Sinfonie Nr. 6 ist Pjotr Tschaikowsky 53-jährig gestorben. Vor allem der letzte Satz der Sinfonie ist eine große, menschheitsbewegende Abendmusik. Eine Abschiedsmusik, die alles über die Abgründe des Lebens weiß, die viel Bitterkeit, aber auch unendlich viel Trost auszustrahlen vermag. Das verbindet sie mit dem sonst sehr stolzen Violinkonzert von Jean Sibelius: herrliche Wutausbrüche,
dunkle Authentizität im energischen Kopfsatz. Wärme und Wehmut im Adagio.
Konzerteinführung: 19.10 Uhr, Ludwig-van-Beethoven-Saal, Steffen Georgi