Vladimir Jurowski & Dina Ivanova
Richard Strauss
München – Ein Gedächtniswalzer o.op.140
Richard Strauss
„Burleske“ für Klavier und Orchester d-Moll
Richard Strauss
„Daphne“ – Bukolische Tragödie in einem Aufzug op. 82
(Auszüge)
(konzertante Aufführung)
Vladimir Jurowski
Dirigent
Vladimir Jurowski - Dirigent
Vladimir Jurowski ist seit 2017 Chefdirigent und Künstlerischer Leiter des RundfunkSinfonieorchesters Berlin (RSB). 2023/2024 setzten seine Konzerte, Tourneen und Aufnahmen die Glanzpunkte der Jubiläumssaison „RSB100“. Sein aktueller Vertrag in Berlin läuft bis 2029. Parallel dazu ist er seit 2021 Generalmusikdirektor der Bayerischen Staatsoper in München.
Vladimir Jurowski, einer der gefragtesten Dirigenten unserer Zeit, der weltweit für seine innovativen musikalischen Interpretationen und ebenso für sein mutiges künstlerisches Engagement gefeiert wird, wurde 1972 in Moskau geboren und absolvierte den ersten Teil seines Musikstudiums am Music College des Moskauer Konservatoriums. 1990 siedelte er mit seiner Familie nach Deutschland über und setzte seine Studien an den Musikhochschulen in Dresden und Berlin fort. 1995 debütierte er beim irischen Wexford Festival mit Rimski-Korsakows „Mainacht“ und 1996 am Royal Opera House Covent Garden mit „Nabucco“. Anschließend war er Erster Kapellmeister der Komischen Oper Berlin (1997-2001).
Bis 2021 arbeitete Vladimir Jurowski fünfzehn Jahre lang als Chefdirigent des London Philharmonic Orchestra (LPO) und wurde inzwischen zu dessen „Conductor Emeritus“ ernannt. In Großbritannien leitete er von 2001 bis 2013 als Musikdirektor der Glyndebourne Festival Opera eine breite Palette von hochgelobten Produktionen. Seine enge Verbindung zum britische Musikleben wurde im Frühjahr 2024 von König Charles III. dadurch gewürdigt, dass er Vladimir Jurowski zum Honorary Knight Commander of the Most Excellent Order of the British Empire (KBE) ernannte. Im April 2024 kehrte Vladimir Jurowski als Gast nach London zurück, um mit dem LPO in der Royal Festival Hall den konzertanten Aufführungszyklus von Wagners „Ring“ mit der „Götterdämmerung“ zu vollenden.
Ebenfalls bis 2021 war er Künstlerischer Leiter des Staatlichen Akademischen Sinfonieorchesters „Jewgeni Swetlanow“ der Russischen Föderation und Principal Artist des Orchestra of the Age of Enlightenment in Großbritannien, außerdem Künstlerischer Leiter des Internationalen GeorgeEnescu-Festivals in Bukarest. Darüber hinaus arbeitet er seit vielen Jahren mit dem Ensemble unitedberlin zusammen. Die Auftritte in Russland hat Vladimir Jurowski seit Februar 2022 ausgesetzt. Ukrainische Werke sind und bleiben Bestandteil seines Repertoires ebenso wie die Werke russischer Komponisten.
Vladimir Jurowski hat Konzerte der bedeutendsten Orchester Europas und Nordamerikas geleitet, darunter die Berliner, Wiener und New Yorker Philharmoniker, das königliche Concertgebouworchester Amsterdam, das Cleveland und das Philadelphia Orchestra, die Sinfonieorchester Boston und Chicago, das Tonhalle-Orchester Zürich, die Sächsische Staatskapelle Dresden und das Gewandhausorchester Leipzig. Er gastiert regelmäßig bei den Musikfestivals in London, Berlin, Dresden, Luzern, Schleswig-Holstein und Grafenegg. Obwohl Vladimir Jurowski von Spitzenorchestern aus der ganzen Welt als Gastdirigent eingeladen wird, konzentriert er seine Aktivitäten inzwischen auf jenen geographischen Raum, den er unter ökologischem Aspekt mit vertretbarem Aufwand gut erreichen kann.
Die gemeinsamen CD-Aufnahmen von Vladimir Jurowski und dem RSB begannen 2015 mit Alfred Schnittkes Sinfonie Nr. 3. Es folgten Werke von Britten, Hindemith, Strauss, Mahler und erneut Schnittke. Vladimir Jurowski wurde vielfach für seine Leistungen ausgezeichnet, darunter mit zahlreichen internationalen Schallplattenpreisen. 2016 erhielt er aus den Händen des heutigen Königs Charles III. die Ehrendoktorwürde der Royal Philharmonic Society. 2020 wurde Vladimir Jurowskis Tätigkeit als Künstlerischer Leiter des George-Enescu-Festivals vom Rumänischen Präsidenten mit dem Kulturverdienstorden gewürdigt.
Dina Ivanova
Klavier
Louise Alder
Sopran
Louise Alder - Sopran
Louise Alder studierte an der International Opera School des Royal College of Music, wo sie die erste Kiri Te Kanawa-Stipendiatin war. Sie gewann den Young Singer Award bei den International Opera Awards 2017 und den Dame Joan Sutherland Publikumspreis beim Cardiff Singer of the World Competition 2017. Außerdem gewann sie 2015 den ersten Young British Soloists’ Competition und erhielt 2014 den John Christie Award von Glyndebourne.
In der Saison 2022/23 ist Fiordiligi unter anderem in einer Neuproduktion von Così fan tutte für die Bayerische Staatsoper München zu sehen und kehrt als Anne Trulove The Rake’s Progress zum Glyndebourne Festival zurück.
Zu den jüngsten Erfolgen gehörten Susanna in einer Neuproduktion von Le nozze di Figaro für das Opernhaus Zürich; Susanna und Sophie Der Rosenkavalier für die Wiener Staatsoper; Susanna, Marzelline Fidelio und Gretel Hänsel und Gretel an der Bayerischen Staatsoper München; Musetta La bohème für die English National Opera; Cleopatra Giulio Cesare für das Theater an der Wien, Zerlina Don Giovanni und die Titelrolle in La Calisto für das Teatro Réal, Madrid; Zerlina für das Royal Opera House, Covent Garden; Sophie, Zerlina und Lucia Die Vergewaltigung von Lucretia für Glyndebourne; Ilia Idomeneo und Pamina Die Zauberflöte für die Garsington Opera und Gilda Rigoletto, Susanna, Pamina, Despina Così fan tutte, Cleopatra Giulio Cesare, Romilda Serse, Sophie, Gretel und die Titelrolle in Das schlaue Füchslein für die Oper Frankfurt.
Auf dem Konzertpodium singt sie Mahlers Symphonie Nr. 2 mit dem London Symphony Orchestra/Sir Simon Rattle und seine Symphonie Nr. 4 mit dem Bayerischen Staatsorchester/Vladimir Jurowski, Janáčeks Das schlaue Füchslein mit der Accademia Nazionale di Santa Cecilia/Jakub Hrůša und Mozarts Exsultate, jubilate mit den Berliner Philharmonikern/Kirill Petrenko. Zu den bisherigen Höhepunkten zählen Strauss‘ „Vier letzte Lieder“ mit dem Ulster Orchestra/Daniele Rustioni bei den BBC Proms, die Titelrolle in Theodora bei den BBC Proms und im Kozerthaus in Wien mit Arcangelo/Jonathan Cohen; die Titelrolle in Semele auf Tournee mit dem Monteverdi Choir/Sir John Eliot Gardiner; Schumanns Szenen aus Goethes Faust mit dem Royal Concertgebouw Orchestra/Gardiner, Messiah mit dem New York Philharmonic/Harry Bicket, Beethovens Symphonie Nr. 9 mit dem Tokyo Philharmonic/Jonathan Nott und Mozart-Arien bei der Salzburger Mozartwoche mit dem Mahler Chamber Orchestra/Daniel Harding.
Louise ist eine leidenschaftliche Rezitalistin und tritt bei der Schubertiade Schwarzenberg, der Wigmore Hall, den BBC Proms, dem Musikverein in Graz, der Oper Frankfurt, der Fundación Juan March in Madrid und der Fundación Privada Victoria de los Ángeles in Barcelona, dem Barber Institute in Birmingham, dem Bath Mozart Festival und Snape auf Maltings, beim Brighton and Oxford Lieder Festival und in der Perth Concert Hall mit den Pianisten Helmut Deutsch, Joseph Middleton, Gary Matthewman, Julius Drake und Roger Vignoles.
Zu ihren Aufnahmen gehören Chère Nuit: Französische Lieder mit Liedern von Ravel bis Yvain (Chandos), The Russian Connection mit Liedern von Rachmaninow, Sibelius, Tschaikowsky, Grieg, Medtner und Britten (Chandos) sowie eine CD mit Strauss-Liedern, Through Life and Love, (Orchid Classics), mit dem Pianisten Joseph Middleton; Lucia The Rape of Lucretia (Opus Arte) und Silandra in Cesti’s L’Orontea (OEHMS Classics/Oper Frankfurt).
Benjamin Bruns
Tenor
Benjamin Bruns - Tenor
Benjamin Bruns Tenor Benjamin Bruns begann seine Sängerlaufbahn als Alt-Solist im Knabenchor seiner Heimatstadt Hannover. Nach einer vierjährigen privaten Gesangsausbildung bei Prof. Peter Sefcik studierte er an der Hochschule für Musik und Theater Hamburg bei Kammersängerin Renate Behle. Noch während des Studiums wurde ihm vom Bremer Theater ein erstes Festengagement angeboten, welches ihm früh den Aufbau eines breitgefächerten Repertoires ermöglichte und dem bald ein Ensemblevertrag an der Oper Köln folgte. Über die Sächsische Staatsoper Dresden führte ihn sein Weg direkt zur Wiener Staatsoper, deren Ensemblemitglied er bis Juni 2021 war.
Seine musikalische Bandbreite umfasst Mozart-Rollen wie Belmonte (Die Entführung aus dem Serail), Tamino (Die Zauberflöte) und Don Ottavio (Don Giovanni) aber auch wichtiges anderes Repertoire wie Fenton (Falstaff), Camille de Rosillon (Die lustige Witwe), Lysander (Britten: A Midsummer Night’s Dream), Don Ramiro (La Cenerentola), Boris Grigorievič (Janáček: Kátia Kabanová) oder den Italienischen Tenor in den beiden Strauss-Opern Capriccio und Der Rosenkavalier. Mit Wagner-Partien wie Lohengrin, Loge (Das Rheingold) und Erik (Der fliegende Holländer) oder dem Matteo in Strauss’ Arabella zeichnet sich die Erweiterung ins jugendlich-dramatische Fach ab. Im Frühjahr 2021 stand er erstmals als Florestan in Beethovens Fidelio (1804) auf der Bühne der Wiener Staatsoper.
Oratorium und Liedgesang bilden für den Künstler einen wichtigen Gegenpol zu seinem Bühnenschaffen. Den Schwerpunkt seines umfangreichen Konzertrepertoires bilden die großen sakralen Werke von Bach, Händel, Haydn, Mozart, Schubert und Mendelssohn. Dabei musiziert er mit allen wichtigen deutschen Orchestern wie den Berliner Philharmonikern, dem Gewandhausorchester Leipzig, der Sächsischen Staatskapelle Dresden oder der Akademie für Alte Musik Berlin, aber auch mit renommierten internationalen Ensembles wie den Wiener Philharmonikern, dem Boston Symphony Orchestra, dem Bach Collegium Japan, der Tschechischen Philharmonie, dem Sydney Symphony Orchestra, dem Kammerorchester Basel sowie Chor und Orchester der Accademia di Santa Cecilia in Rom.
Benjamin Bruns ist Preisträger des Bundeswettbewerbs Gesang Berlin, des Hamburger Mozart-Wettbewerbs sowie des internationalen Gesangswettbewerbs der Kammeroper Schloss Rheinsberg. Als besondere Auszeichnungen wurden ihm 2008 der Kurt-Hübner-Preis des Theaters Bremen und 2009 der Nachwuchsförderpreis des Schleswig-Holstein Musik Festivals verliehen.
Seine Lied-CD „Dichterliebe“, mit Schumanns Dichterliebe und Der arme Peter, Beethovens An die ferne Geliebte und Hugo Wolfs Liederstrauß (am Klavier: Karola Theill) wurde von der Presse hoch gelobt und sowohl bei den International Classical Music Awards als auch für den Deutschen Schallplattenpreis in der Kategorie ‚Vocal Recital‘ nominiert.
Siyabonga Maqungo
Tenor
Rundfunk-Sinfonieorchester Berlin
Burlesk und bukolisch
Die Musik von Richard Strauss trägt den ganzen Abend. Und doch könnte sie differenzierter kaum sein. „Unmenschlich schwierig“ nennt der Komponist selber sein Klavierkonzert – und macht sich mit donnernden Akkordkaskaden über die pianistischen Schwerstarbeiter lustig, die manche Kollegen seiner Meinung nach an die Stelle von kompositorischer Qualität gesetzt haben. Da triumphiert bisweilen der Haudrauf über den Schöngeist, spottet Strauss. Eine andere Form der Erdverbundenheit verkörpert die bukolische Tragödie über die antike Saga um die Nymphe Daphne, die den Zudringlichkeiten des Gottes Apollon nur entweichen kann, indem sie sich in einen Lorbeerbaum verwandelt. Gleichwohl, schönster Strauss! Am Anfang aber wird das Ende vorweggenommen: Die Gelegenheitskomposition des Gedächtniswalzers wird zum emotionalen Wechselbad zwischen herrlicher Erinnerung und heftiger Zerstörung.
Konzerteinführung: 19.10 Uhr, Südfoyer, Steffen Georgi