Giedrė Šlekytė & Victor Julien-Laferrière
John Adams
„Short Ride in a Fast Machine“ – Fanfare für Orchester
Robert Schumann
Konzert für Violoncello und Orchester a-Moll op. 129
Anna Clyne
„This Midnight Hour“
Béla Bartók
„Der wunderbare Mandarin“ – Suite für Orchester aus der gleichnamigen Pantomime op. 19
Giedre Šlekytė
Dirigentin
Giedre Šlekytė - Dirigentin
Die in Österreich lebende litauische Dirigentin Giedrė Šlekytė begann ihre musikalische Ausbildung an der Nationalen M. K. Čiurlionis Kunstschule in Vilnius. Anschließend studierte sie Dirigieren an der Universität für Musik und darstellende Kunst in Graz, an der Hochschule für Musik und Theater in Leipzig und an der Zürcher Hochschule der Künste. Außerdem besuchte sie Meisterkurse bei Bernhard Haitink und Riccardo Muti.
In der vergangenen Spielzeit 2024/25 gab Šlekytė ihr Debüt an der Wiener Staatsoper (La Bohème) und am Royal Opera House Covent Garden in London (Hänsel und Gretel), kehrte mit einer Neuproduktion von Das Paradies und die Peri ans Musiktheater an der Wien sowie mit Die Perlen-fischer und Sacre an die Staatsoper Berlin zurück. Ihre symphonischen Projekte umfassten Debüts beim Dallas Symphony Orchestra – zugleich ihr Debüt in den USA –, Philharmonia London und Tokyo NHK Symphony sowie Wiedereinladungen zu den Münchner Philharmonikern, SWR Symphonie-orchester, RSB Berlin und dem Lithuanian State Symphony Orchestra. Bereits im November 2023 sprang sie sehr kurzfristig für Daniel Barenboim bei der Staatskapelle Berlin ein und dirigierte den kompletten Brahms-Zyklus in Toronto, zugleich ihr Debüt in Kanada und Nordamerika.
2025/26 kehrt Šlekytė mit einer Neuproduktion Hänsel & Gretel an die Oper Zürich zurück, dirigiert das RSB Berlin, DSO Berlin, Wiener Symphoniker im Musikverein sowie Le nozze di Figaro am Royal Opera House Covent Garden. Debüts hat sie u.a. beim L.A. Philharmonic im Hollywood Bowl im August 2025, Royal Scottish National Orchestra, Rotterdam Philharmonic und Antwerp Symphony Orchestra.
2016 wurde Šlekytė zur Ersten Kapellmeisterin des Stadttheaters Klagenfurt ernannt, wo sie ihre erste eigene Produktion – Mozarts Entführung aus dem Serail – leitete. Weitere Opernengagements führten sie an die Bayerische Staatsoper, Oper Zürich, Staatsoper Berlin, Lithuanian National Opera und die Semperoper Dresden. Von ihr geleitete Neuproduktionen waren u.a. Janáčeks Das schlaue Füchslein am Musiktheater an der Wien, Káťa Kabanová an der Komischen Oper Berlin, Strauss’ Ariadne auf Naxos an der Royal Danish Opera, Dvořáks Rusalka am Opera Ballett Vlaanderen sowie Poulencs Dialogues des Carmélites an der Oper Frankfurt.
Als Gastdirigentin trat sie bei den Wiener Symphonikern, Münchner Philharmoniker, Lithuanian National Symphony Orchestra, hr-Sinfonieorchester Frankfurt, Tokyo Yomiuri Nippon Orchestra, Orchestre Philharmonique de Radio France, Sächsische Staatskapelle Dresden, Netherlands Philharmonic, Swedish Radio und vielen weiteren Orchestern auf.
Von 2022-25 war Giedrė Šlekytė 1. Gastdirigentin des Brucknerorchester Linz, mit dem sie erfolgreiche Konzertauftritte feierte.
2015 war sie Finalistin beim Young Conductors Award der Salzburger Festspiele und Preisträgerin des Malko International Young Conductors Competition in Kopenhagen. 2018 wurde sie in der Kategorie „Newcomer“ der International Opera Awards nominiert.
Giedrė Šlekytė ist eine engagierte Botschafterin litauischer Musik und führt Werke von Raminta Šerkšnytė, Bronius Kutavičius, Osvaldas Balakauskas, Justė Janulytė, Mikalojus Konstantinas Čiurlionis und weiteren litauischen Komponisten in Österreich, Schweden, Tschechien, Deutschland und Israel auf. Gemeinsam mit der Dirigentin Mirga Gražinytė-Tyla nahm sie ein Album mit Werken von Raminta Šerkšnytė für Deutsche Grammophon sowie das vielgepriesene Album mit Werken von Žibuoklė Martinaitytė für Ondine auf.
Victor Julien-Laferrière
Violoncello
Victor Julien-Laferrière - Violoncello
Victor Julien-Laferrière, Gewinner des ersten Preises beim Königin-Elisabeth-Wettbewerb 2017 (im ersten Jahr, das dem Cello gewidmet war), wurde vom Magazin Diapason als „eines der zuverlässigsten Talente der jungen Generation französischer Cellisten” bezeichnet. Außerdem erhielt er den ersten Preis und zwei Sonderpreise beim Internationalen Wettbewerb „Prager Frühling“ 2012 und 2018 in Frankreich die Victoire de la Musique in der Kategorie „Instrumentalsolist des Jahres“. In der Saison 2023/24 tritt er als Cellist mit dem Nationalorchester Lille unter der Leitung von François Leleu sowie mit dem Philharmonischen Orchester Timisoara unter Antonio Méndez auf. Außerdem wird er vom Royal Liverpool Philharmonic für das Brahms-Doppelkonzert mit der Geigerin Simone Lamsma, in Utrecht vom Netherlands Radio Philharmonic für die Aufführung des Gedichts für Cello und Orchester von Henriëtte Bosmans und in Brüssel vom Belgian National Orchestra für Haydns zweites Cellokonzert eingeladen.
Darüber hinaus trat Victor Julien-Laferrière mit renommierten Orchestern auf der ganzen Welt auf, darunter das Royal Concertgebouw Amsterdam, das Deutsche Symphonie-Orchester Berlin, das BBC Philharmonic, das Bournemouth Symphony Orchestra, das Kammerorchester Lausanne, dem Orchestre de Paris, dem Radio France Philharmonic Orchestra, dem Orchestre National de France, dem Orchestre National du Capitole de Toulouse, dem Orchestre National de Lyon, dem Netherlands Radio Philharmonic, dem Brussels Philharmonic, dem Belgium National Orchestra, dem Antwerp Symphony Orchestra, Les Siècles, dem Philharmonischen Orchester Straßburg, dem RTÉ National Symphony Orchestra, der Nordwestdeutschen Philharmonie unter der Leitung renommierter Dirigenten wie Valery Gergiev, Kristiina Poska, Emmanuel Krivine, Tugan Sokhiev, Elim Chan, Maxim Emelyanychev, Hanna Chang, François-Xavier Roth, Jun Märkl und Philippe Herreweghe, Nathalie Stutzmann, Stéphane Denève, Joshua Weilerstein, Eivind Gullberg Jensen, Gergely Madaras und Ben Glassberg. Ihre Recital- und Kammermusikprojekte führen sie in renommierte Konzertsäle und zu Festivals wie dem Concertgebouw Amsterdam, dem Konzerthaus Wien, dem KKL Luzern, dem BOZAR Brüssel, der Queen Elisabeth Music Chapel, der Tonhalle Zürich, der Philharmonie de Paris, dem Théâtre des Champs -Elysées, Louis Vuitton Foundation, Essen Philharmonie, Phillips Collection in Washington, Internationales Musikfestival Prager Frühling, Klavier-Festival Ruhr, Rheingau Musik Festival Mecklenburg-Vorpommern, Sommets Musicaux de Gstaad, Brussels Cello Festival, Copenhagen Summer Festival, Folles Journées à Nantes und Tokio.
Victor Julien-Laferrière ist auch als Dirigent sehr aktiv. Er dirigiert das Wiener Kammerorchester, das Orchester National d’Ile de France und das Orchester der Oper von Rouen auf Tournee sowie das Pariser Kammerorchester. Im Jahr 2021 gründete er sein eigenes Ensemble, das Consuelo Orchestra, das in Frankreich und im Ausland sehr aktiv ist.
Darüber hinaus hat er zahlreiche Alben aufgenommen: Zu seinen jüngsten Aufnahmen für Alpha Classics gehören das Album mit zwei Konzerten von Dutilleux / Dusapin, das zwischen 2021 und 2022 mit dem Orchestre National de France aufgenommen wurde und mit einem Diapason D’Or 2023 ausgezeichnet wurde.
Ebenfalls bei Alpha Classics erschien 2021 das Album mit den beiden Konzerten von Dvořák und Martinu mit dem Royal Philharmonic Orchestra of Liège unter der Leitung von Gergely Madaras.
2019 wurde das Album, das Schostakowitsch, Rachmaninow und Denisov gewidmet ist und auf dem der Pianist Jonas Vitaud zu hören ist, von der Kritik hoch gelobt.
Victor Julien-Laferrière nahm in Zusammenarbeit mit dem Trio Les Esprits ein Schubert gewidmetes Album auf (Sony Music, 2019), das von der französischen Zeitschrift Télérama mit der besten Bewertung ausgezeichnet wurde.
Ende 2023 nahm er mit den Brüdern Théo und Pierre Fouchenneret unter dem französischen Label B-Records die gesamten Klaviertrios von Schumann auf.
An der Spitze des Consuelo Orchestra veröffentlichte er 2023 Brahms – Sérénades für das Label Mirare und setzte über vier Jahre hinweg eine Gesamtaufnahme der Beethoven-Sinfonien live für das Label B.Records fort (erste Veröffentlichung 2024).
Victor Julien-Laferrière studierte bei René Benedetti, anschließend bei Roland Pidoux am CNSM in Paris, bei Heinrich Schiff an der Universität Wien und bei Clemens Hagen am Mozarteum in Salzburg. Von 2005 bis 2011 nahm er außerdem an der Seiji Ozawa International Music Academy Switzerland teil. Er spielt auf einem Cello von Domenico Montagnana und mit einem Bogen von Dominique Peccatte.
Rundfunk-Sinfonieorchester Berlin
Achterbahnfahrt der Gefühle
„Kennen Sie das, wenn Sie jemand zu einer Fahrt in einem tollen Sportwagen einlädt und Sie sich dann wünschen, Sie hätten es nicht getan?“ John Adams nimmt Sie mit auf eine kurze Reise in einem rasenden Gefährt. Doch keine Angst, Sie werden begeistert sein. Denn: „Ich bin in einem Haushalt aufgewachsen, in dem keine Unterschiede zwischen Benny Goodman und Mozart gemacht wurden.“ Solche Erfahrungen prägten das musikalische Wertesystem von John Adams. Hier können Sie schon einen kleinen Ausschnitt aus dem Werk hören.
Nicht minder um den Kitzel der Angst geht es in Béla Bartóks packendem Orchesterwerk aus dem Zuhältermilieu der 1920er-Jahre. Die Geschichte mündet in einem brutalen Mord. Bartók zeigt mit musikalischen Mitteln die „Hässlichkeit und Widerlichkeit der zivilisierten Welt“, wie er selbst sagt.
Ein melancholischer Walzer irrt zwischen zwei musikalischen Welten hin und her, die von zwei Gedichten inspiriert worden sind. Das ist „Midnight Hour“ von Anna Clyne (geb. 1980). Ein Gedicht von Juan Ramón Jiménez (1881-1958) beschreibt Musik als eine nackte Frau, die sich „wie verrückt durch die reine Nacht“ bewegt. Das andere Gedicht von Charles Baudelaire (1821-1867) spricht von „Klängen und Düften, die sich in der Abendluft drehen“.
… das könnte genau die Atmosphäre sein, in welche Sie zuvor das schwärmerische Cellokonzert von Robert Schumann geführt hat!
Konzerteinführung: 19.10 Uhr, Ludwig-van-Beethoven-Saal, Steffen Georgi