Valentin Uryupin & Anna Vinnitskaya
Sergei Rachmaninow
Konzert für Klavier und Orchester Nr. 1 fis-Moll op. 1
Anton Bruckner
Sinfonie Nr. 2 c-Moll WAB 102
(Fassung 1877)
Valentin Uryupin
Dirigent
Valentin Uryupin - Dirigent
„Nie war Tschaikowski moderner und der Dirigent Valentin Uryupin lebt dies konsequent und ziemlich umwerfend aus.“ – Süddeutsche Zeitung
Valentin Uryupin fühlt sich als Dirigent im symphonischen wie im Opernrepertoire gleichermaßen zu Hause. In beiden Bereichen hat er in den letzten Jahren teils enge künstlerische Partnerschaften mit Orchestern und Häusern aufgebaut. So stehen auch in der aktuellen Saison neben Debüts mehrere Wiedereinladungen an, unter anderem zum ORF Radio-Symphonieorchester Wien, zum Rundfunk-Sinfonieorchester Berlin, bei dem er im Rahmen einer CDD-Produktion für Sony Classical debütiert hatte, und zum Teatro Regio Torino, wo er eine Neuproduktion von Tschaikowskis Pique Dame leitet; beim Rotterdam Philharmonic Orchestra ist er nach seinem erfolgreichen Einspringer im Frühjahr 2024 erstmals mit regulären Saisonkonzerten zu Gast.
Auch wichtige Debüts stehen in der aktuellen Spielzeit an, unter anderem beim Chamber Orchestra of Europe, das er bei Konzerten mit Cellistin Julia Hagen in Antwerpen und Gent dirigiert, an der Staatsoper Berlin (Carmen) und an der Bayerischen Staatsoper (Purcells Dido and Aeneas sowie Schönbergs Erwartung). Eine inzwischen enge Zusammenarbeit verbindet ihn mit der Oper Frankfurt. In der vergangenen Saison dirigierte er dort eine Neuproduktion von Tschaikowskis Die Zauberin, mit der er in der aktuellen Spielzeit erneut zu erleben ist; zuvor hatte er schon höchst erfolgreich mit Ödipus Rex und Jolanthe am Pult gestanden.
Als Gastdirigent arbeitete er außerdem unter anderem mit den Wiener Symphonikern, dem Deutschen Symphonie-Orchester Berlin, dem Netherlands Philharmonic Orchestra, dem New Japan Philharmonic, der Tapiola Sinfonietta, dem SWR Symphonieorchester, dem Orchestra della Toscana, dem Orchestra Filarmonica del Teatro Comunale di Bologna, der Deutschen Radiophilharmonie Saarbrücken Kaiserslautern, dem Gulbenkian Orchestra, dem Prague Radio Symphony Orchestra, dem Janáček Philharmonic Ostrava, dem Belgrade Philharmonic Orchestra, dem George Enescu Philharmonic Orchestra, dem Orchestre de Chambre de Lausanne und dem Danish National Symphony Orchestra. Als Operndirigent leitete er hoch gelobte Produktionen an das Staatsoper Stuttgart, am New National Theatre Tokyo, an der Staatsoper Hannover, am Theater Nürnberg und bei den Bregenzer Festspielen (Eugen Onegin, 2021 und Siberia, 2022). Auch bei den Tiroler Festspielen Erl war er mehrfach zu Gast. Er arbeitete mit Solist:innen wie Patricia Kopatchinskaja, Lars Vogt, Thomas Hampson, Bryn Terfel, Barbara Hannigan, Pepe Romero, Asmik Grigoryan, Vadim Gluzman, Vadim Repin, Juri Baschmet, Denis Matsuev, Nikolai Luganski, Sergei Chatschatrjan und Marc-André Hamelin. Das Repertoire von Valentin Uryupin umfasst alle Epochen von Joseph Haydn und Jan Dimas Zelenka bis Thomas Adès, Jörg Widmann und Kaija Saariaho.
Im Herbst 2021 wurde Valentin Uryupin Chefdirigent und künstlerischer Leiter der Novaya Opera in Moskau. Dort präsentierte er mit Korngolds Die tote Stadt und Massenets Cendrillon zwei große Produktionen, ehe er seinen Posten an dem Haus niederlegte. Als künstlerischer Leiter des Rostov Symphony Orchestra entwickelte er von 2015 bis 2021 das Orchester zu einem der renommierten Klangkörper Russlands.
Valentin Uryupin wurde 1985 im ukrainischen Losowa geboren. Bevor er am Dirigentenpult Erfolge feierte, entschied er als Klarinettist mehr als 20 internationale Wettbewerbe für sich und konzertierte weltweit. Beide seiner Studien – Klarinette und Dirigieren – absolvierte der Gewinner des 8. internationalen Dirigentenwettbewerbs Sir Georg Solti (2017) am Moskauer Staatskonservatorium. Zu seinen Lehrern zählen Gennadi Roschdestwenski und der Klarinettist Evgeny Petrov; zudem assistierte er Valery Gergiev, Teodor Currentzis und Vladimir Jurowski, und er bekam in dessen letztem Meisterkurs wichtige Impulse von Kurt Masur. Angesichts seiner zahlreichen Dirigate tritt seine Solistenkarriere inzwischen in den Hintergrund; allerdings ist er gelegentlich in play-conduct-Konzerten in beiden Rollen, als Dirigent und Klarinettist, zu erleben, und er ist ein begeisterter Kammermusiker.
Anna Vinnitskaya
Klavier
Anna Vinnitskaya - Klavier
Der 1. Preis beim Concours Reine Elisabeth in Brüssel 2007 markierte für Anna Vinnitskaya den internationalen Durchbruch. Ihre Auftritte mit Spitzenorchestern wie den Berliner Philharmonikern, dem Gewandhausorchester Leipzig, der Sächsischen Staatskapelle Dresden, den Münchner Philharmonikern, dem NHK Symphony Orchestra Tokyo, dem Orchestre Philharmonique de Radio France und dem Boston Symphony Orchestra rufen weltweit große Begeisterung hervor. Die atemberaubende technische Präzision und klangliche Nuancierung ihres Klavierspiels erlauben ihr maximale Gestaltungskraft in ihren Interpretationen. Unbedingtheit, Energie und poetische Tiefe zeichnen das Klavierspiel von Anna Vinnitskaya aus.
Mit Klavierkonzerten von Rachmaninow ist Anna Vinnitskaya in der Saison 2025/2026 unter anderem mit dem Orchestre de Paris unter Klaus Mäkelä, dem London Philharmonic Orchestra mit Vladimir Jurowski sowie dem Rundfunk-Sinfonieorchester Berlin unter Eva Ollikainen zu erleben. Mit dem Berner Sinfonieorchester und Chefdirigent Krzysztof Urbański interpretiert sie sogar sämtliche Klavierkonzerte Rachmaninows an zwei aufeinanderfolgenden Abenden. Ravels Konzert für die linke Hand steht beim Festkonzert im Wiener Musikverein anlässlich des 125-jährigen Jubiläums der Wiener Symphoniker auf dem Programm, das Anna Vinnitskaya gemeinsam mit Chefdirigent Petr Popelka bestreitet, gefolgt von einer Tournee in die Hamburger Elbphilharmonie, Müpa Budapest, die Essener Philharmonie und das Konzerthaus Freiburg. Rezitale spielt Anna Vinnitskaya in dieser Saison unter anderem in Bordeaux, Tokyo, Paris, Luxembourg, Madrid und Hamburg. Gemeinsam mit Evgeni Koroliov und Ljupka Hadzi- Georgieva erklingen Bachs Werke für ein bis drei Klaviere und Orchester mit den Menuhin Academy Soloists in Wien und Basel sowie mit dem Kölner Kammerorchester in der Kölner Philharmonie. In der vergangenen Saison war Anna Vinnitskaya Porträtkünstlerin der Philharmonie Essen. Neben einer Reihe von Kammerkonzerten und Rezitalen, gastierte sie dort mit dem Tonhalle-Orchester Zürich unter der Leitung von Paavo Järvi, dem Mahler Chamber Orchestra unter Elim Chan, sowie mit Herbert Grönemeyer und den Bochumer Symphonikern.
Anna Vinnitskayas CD-Einspielungen bei Alpha/Outhere wurden mit zahlreichen Preisen wie dem Diapason d’Or und dem Gramophone Editor’s Choice ausgezeichnet, darunter ein gefeiertes Chopin- Album, ein Rachmaninow-Album mit dem NDR Elbphilharmonie Orchester und Krzysztof Urbański und das 2024 erschienene Album „Piano Dances“. Ihre eigene Fassung von Ravels hochvirtuosem Stück „La Valse“ und dessen „Valses nobles et sentimentales“ kombiniert sie darauf mit den „Puppentänzen“ von Schostakowitsch sowie den „Zirkustänzen“ von Jörg Widmann. Besonders am Herzen liegt ihr die Einspielung von Bachs Klavierkonzerten gemeinsam mit Evgeni Koroliov, Ljupka Hadzi Georgieva und der Kammerakademie Potsdam.
Anna Vinnitskaya wurde im russischen Novorossijsk geboren. Sie studierte bei Sergei Ossipienko in Rostow und anschließend bei Evgeni Koroliov an der Hochschule für Musik und Theater in Hamburg, an der sie seit 2009 selbst als Professorin lehrt. Vermehrt ist Anna Vinnitskaya Jurorin bei renommierten Wettbewerben im Fach Klavier, wie dem Concours Reine Elisabeth im Mai 2025 sowie dem Internationalen Musikwettbewerb der ARD im September 2025.
Rundfunk-Sinfonieorchester Berlin
Dirigentenwechsel
Eva Ollikainen hat leider aus gesundheitlichen Gründen die Leitung des Konzertes abgeben müssen. Wir freuen uns sehr, dass Valentin Uryupin – dem RSB von einer CD-Aufnahme 2023 und vom Erzählkonzert 2024 („Der Zauberberg“ von Thomas Mann) bekannt und damals vom Publikum gefeiert – sich bereit erklärt hat, in das Projekt kurzfristig einzusteigen. Das Programm bleibt unverändert.
Melodische Majestäten
Auch wenn sie den jeweils populäreren Werken ihrer Autoren vorausgegangen sind, verdienen die beiden hier versammelten Kompositionen besondere Zuwendung. Das Klavierkonzert Nr. 1, mit dem Sergei Rachmaninow bereits als Siebzehnjähriger begonnen hatte und das er 1917 im Alter von 44 Jahren endgültig freigab, zeigt bei aller Affinität zum Klavierkonzert von Edvard Grieg und zum Typus der Konzerte Chopins und Liszts melodisch bereits den ganzen Rachmaninow.
Die pulsierende Energie teilt Rachmaninows fis-Moll-Klavierkonzert mit der Sinfonie Nr. 2 von Anton Bruckner. Auch sie steht eher am Anfang des sinfonischen Œuvres ihres Verfassers, obwohl der da bereits 47 Jahre alt war. Bruckner schichtet Quader auf Quader, lässt Welle auf Welle folgen. Sein architektonisches Prinzip kennt keine Sieger- oder Verlierermotive. Zuspitzung und Steigerung geschehen durch rhythmische Verdichtung des Einzelklanges, blockartige Instrumentation und schrittweise Metamorphose der Intervalle. „Dergestalt gelang Bruckner eine authentische Lösung des sinfonischen Problems, gleichrangig mit denen von Brahms und Mahler.“ (Mathias Hansen)
Konzerteinführung: 19.10 Uhr, Südfoyer, Steffen Georgi
Filmkonzert „Der Herr der Ringe – Die Gefährten“
Shore
Brahms und Wagner – Vladimir Jurowski arrangiert ein Gipfeltreffen
Brahms, Wagner