Victoria Randem
Die norwegisch-nicaraguanische Sopranistin Victoria Randem (*1995) hat sich rasch als eine der herausragendsten Stimmen ihrer Generation etabliert. Sie ist bekannt für ihren warmen lyrischen Ausdruck, ihre dramatische Bühnenpräsenz und ihre künstlerische Neugier – Qualitäten, die sie auf einige der renommiertesten Bühnen Europas geführt haben.
Von 2019 bis 2024 war sie festes Ensemblemitglied der Staatsoper Unter den Linden in Berlin, wo sie Rollen wie Susanna (Le nozze di Figaro), Ilia (Idomeneo), Ännchen (Der Freischütz) und Pamina (Die Zauberflöte) interpretierte.
Ihr internationaler Durchbruch gelang ihr 2021 in der Rolle der Alida in Peter Eötvös’ Sleepless, basierend auf dem Roman Andvake von Jon Fosse. Die Produktion wurde sowohl in Berlin als auch am Grand Théâtre de Genève gezeigt und mit mehreren Preisen ausgezeichnet. Diese Rolle wurde zu einem wichtigen Sprungbrett in Randems internationaler Karriere.
Sie gastierte zudem als Pamina an der Semperoper Dresden und trat an der Bayerischen Staatsoper München, der Volksoper Wien, beim Glyndebourne Festival und am Grand Théâtre de Genève auf. Im Jahr 2024 erweiterte sie ihr Repertoire auf das Musiktheater und sang Maria in West Side Story in Wien.
Im September 2025 gab sie ihr italienisches Debüt als Susanna in Le nozze di Figaro bei Palermo Classica und übernahm die Rolle der Musetta in La Bohème bei den Tiroler Festspielen, in der ersten Spielzeit von Jonas Kaufmann als Festivalintendant.
An der Norwegischen Nationaloper & Ballett feierte Randem große Erfolge in der Titelrolle von Stefan Herheims Inszenierung von Das schlaue Füchslein unter der Leitung von Edward Gardner. Für ihre Darstellung erhielt sie den Hedda-Preis für die beste musikalische und szenische Leistung; die Produktion selbst wurde mit dem Kritikerpreis und dem Hedda-Preis für die beste Oper ausgezeichnet.
Sie ist außerdem Trägerin des Kirsten-Flagstad-Preises 2025 und des Ingrid-Bjoner-Preises 2023 (verliehen im Rahmen des Dronning Sonja International Music Competition) sowie der Norwegischen Solist*innen-Auszeichnung 2025, die mit einem eigenen Konzert bei den Bergen International Festspielen 2026 gewürdigt wird.
Randem trat bei den Bayreuther Festspielen (Waldvogel in Siegfried, Blumenmädchen in Parsifal) auf und sang mit Orchestern wie dem Royal Liverpool Philharmonic Orchestra und dem Real Orquesta Sinfónica de Sevilla.
Sie arbeitete mit Dirigent*innen wie Daniel Barenboim, Sir Simon Rattle, Zubin Mehta, Christian Thielemann und Simone Young zusammen.
Zu ihren kommenden Höhepunkten zählen neue Engagements bei den Bayreuther Festspielen, mit den Berliner Philharmonikern, ein Artist-in-Residence-Aufenthalt an der Norwegischen Nationaloper & Ballett sowie Aufführungen von Brahms’ Ein deutsches Requiem mit dem Rundfunkchor Berlin in Vilnius und in der Berliner Philharmonie.