Karina Canellakis - Dirigentin

Karina Canellakis © Mathias Bothor

Die gebürtige New Yorkerin Karina Canellakis trat mit Beginn der Spielzeit 2019/2020 das Amt der Ersten Gastdirigentin des RSB an und übernahm damit neben Vladimir Jurowski eine längerfristige Position in der musikalischen Arbeit mit dem Orchester. Eine in jeder Hinsicht bereichernde Zusammenarbeit zwischen ihr und dem RSB für ein Gastkonzert im Rahmen der Festspiele Mecklenburg-Vorpommern im September 2017 ließ auf beiden Seiten den Wunsch reifen, die künstlerische Beziehung zu intensivieren. In der Saison 2019/2020 begeisterte sie das Publikum in drei Konzerten, unter anderem in den beliebten Silvesterkonzerten des RSB.
Als Erste Gastdirigentin setzt Karina Canellakis eigene programmatische Akzente. Zwei Konzerte in der Spielzeit 2020/2021 stehen im Zeichen von zwei Schlüsselwerken der musikalischen Weltliteratur: der Sinfonie Nr. 10 von Dmitri Schostakowitsch und der Sinfonie Nr. 2 von Johannes Brahms. Schostakowitsch reicht am 29. November 2020 seinem Freund Benjamin Britten vielsagend die Hand, indem dessen Sinfonia da Requiem der monumentalen Sinfonie vorausgeht. Der Wahlwiener Brahms hingegen liebäugelte sein Leben lang mit dem ungarischen Ton in der Musik, so dass Frank Peter Zimmermann zumindest bei Brahms auf offene Arme trifft, wenn er am 24. April 2021 die Rhapsodie Nr. 1 von Béla Bartók, ein Csárdás-Feuerwerk ohnegleichen, anstimmt. Danach baut der Geiger mit der atemberaubenden Suite Concertante von Bohuslav Martinů eine künstlerische Brücke von Ungarn zurück nach Tschechien. Von dort aus wird Karina Canellakis am Beginn des Konzertes nämlich starten – mit der leidenschaftlichen Tondichtung „Eifersucht“ von Leoš Janáček.
Karina Canellakis hat griechische und russische Vorfahren und spricht neben Englisch auch Deutsch, Französisch und Italienisch. Ihre musikalische Karriere begann sie als Violinistin, und im Zuge ihrer Ausbildung wurde sie Mitglied der Orchesterakademie der Berliner Philharmoniker, wo sie von Sir Simon Rattle ermutigt wurde, sich stärker dem Dirigieren zu widmen. Diesem Rat folgte sie mit großer Begeisterung und gewann 2016 den Sir Georg Solti Dirigierpreis. Mit emotionsgeladenen Auftritten, technischer Brillanz und interpretatorischer Tiefe machte sie sich in der Folge schnell einen Namen bei Orchestern und an Opernhäusern in den USA, in Europa, Asien und Australien.
Parallel zu ihrem Engagement beim RSB trat Karina Canellakis im Herbst 2019 ihre erste Position als Chefdirigentin beim Radio Filharmonisch Orkest der Niederlande an. Beginnend mit „Jenůfa“ wird sie dort ab Januar 2021 einen Zyklus mit Janáček-Opern verwirklichen.
In der Spielzeit 2020/2021 wird die charismatische Dirigentin bemerkenswerte Projekte realisieren, u.a. debütiert sie beim Pittsburgh Symphony Orchestra, beim West Australian Symphony Orchestra und an der Deutschen Oper Berlin (Mozarts „Le nozze de Figaro“) und wird im Juli 2021 eine Australien-Tournee mit dem Sydney Symphony Orchestra gestalten. Erneut wird sie am Pult des London und Royal Stockholm Philharmonic Orchestra, Orchestre de Paris, Melbourne Symphony Orchestra, Seattle und Detroit Symphony Orchestra und der Wiener Symphoniker zu erleben sein.

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