Carlos Cardoso

Carlos Cardoso, geboren in Tarouquela (Portugal), ist ein vielseitiger Tenor. Ursprünglich als Posaunist ausgebildet, arbeitete er als Orchestermusiker, bevor er bei Paulo Ferreira in Beira Interior Gesangsunterricht nahm.

Seit 2015 setzt er seine Ausbildung in Verona bei Annunziata Lia Lantieri fort. Als Preisträger renommierter Wettbewerbe, darunter Luísa Todi (1. Preis), Magda Olivero (1. Preis für Männerstimmen) und der Concorso Rubini (3. Preis und Debüt als Ernesto in Don Pasquale), unternahm er seine ersten internationalen Schritte an der Niederländischen Nationaloper (Edgardo in Lucia di Lammermoor für junges Publikum), am Teatro Filarmonico di Verona (Un giorno di regno), am Gran Teatre del Liceu in Barcelona (Ferrando in La Favorite im Foyer für junges Publikum) und an der La Monnaie in Brüssel (Adriana Lecouvreur). Von 2011 bis 2013 besuchte er die Accademia del Teatro alla Scala in Mailand und debütierte in Rossini-Rollen wie Don Ramiro in „La Cenerentola“ und Dorvil in „La scala di seta“ unter der Regie von Michieletto und dem Dirigenten Rousset. In dieser Zeit debütierte er auch als Conte di Libenskof in „Il viaggio a Reims“ beim Rossini-Festival in Bad Wildbad.

2015 gab er sein Debüt als Herzog von Mantua in „Rigoletto“ am Teatro Verdi in Busseto (Inszenierung: A. Pizzech). Mit dieser Rolle, die er zwei Spielzeiten in Folge in Busseto und als Zweitbesetzung an der Scala sang, wandte er sich zunehmend dem lyrischen Repertoire zu. Es folgten weitere Debüts am Landestheater Salzburg mit Rossini (Don Narciso in Il turco in Italia), am Stadttheater Klagenfurt (Roberto in Maria Stuarda) und am Teatro São Carlos in Lissabon (Ismaele in Nabucco).

In der Spielzeit 2017/18 trat er dem Ensemble des Aalto-Theaters Essen bei, wo er sieben Spielzeiten lang blieb und Rollen sang, die für seinen künstlerischen Werdegang von zentraler Bedeutung wurden: den Herzog in Rigoletto, Don José in Carmen, Rodolfo in La bohème, Alfredo in La traviata, Pinkerton in Madama Butterfly, Rodolfo in Luisa Miller, Edgardo in Lucia di Lammermoor, Ismaele in Nabucco, Rinuccio in Gianni Schicchi, Riccardo in Un ballo in maschera, Adorno in Simon Boccanegra und Pollione in Norma.

Als Gast trat er am Teatro Verdi in Triest (Silvesterkonzert, Herzog in Rigoletto und Rodolfo in La bohème), am Teatro Regio di Parma (Weihnachtskonzert), am Staatstheater Wiesbaden (Rigoletto), Theater Dortmund (La bohème), Staatstheater am Gärtnerplatz München (Luisa Miller), Theater Magdeburg (La bohème) und Musiktheater im Revier Gelsenkirchen (Madama Butterfly und Carmen).

Seit der Spielzeit 2023/24 setzte er seine Karriere als freischaffender Künstler fort und gab sein Debüt an der Nationaloper Prag (Carmen), am Teatro São Carlos in Lissabon (Madama Butterfly, Cavalleria rusticana, Aida), an der Oper Nürnberg (Madama Butterfly und Carmen), den Salzburger Osterfestspielen (Einsatz als Enzo in La Gioconda unter Sir Antonio Pappano mit dem Orchestra dell’Accademia Nazionale di Santa Cecilia), der Oper Leipzig (Madama Butterfly), dem Festival und Theater Plovdiv Festival und Theater (Madama Butterfly, Carmen), am Landestheater Linz (Madama Butterfly), an der Nationaloper von Tirana (Carmen, Aida) sowie beim Klangvokal Musikfestival Dortmund (Raffaele in Stiffelio).

Neben seiner Opernkarriere ist er auch auf der Konzertbühne sehr gefragt. Zu seinem Repertoire gehören Dvořáks Requiem mit dem Tonkünstler-Orchester in Grafenegg und im Wiener Musikverein, Puccinis Messa di Gloria in Wuppertal, Rossinis Petite Messe Solennelle beim Millennium Festival in Lissabon, Donizettis Messa da Requiem am Teatro São Carlos, Janáčeks Glagolitische Messe sowie Rossinis Stabat Mater in der Philharmonie Essen.

Er trat zudem mit der Fundação Calouste Gulbenkian auf und wirkte bei einem Galakonzert auf Schloss Neukirchen im Rahmen eines im Fernsehen übertragenen Sommerkonzerts mit der Philharmonie Südwestfalen mit.