RUNDFUNK-SINFONIEORCHESTER BERLIN

STABÜBERGABE

„Ich bin glücklich und stolz, der Nachfolger von Marek Janowski beim RSB zu werden, einem Klangkörper in glänzender Verfassung. Ich möchte die Errungenschaften in der Arbeit mit diesem Spitzenensemble wahren und gleichzeitig neue Höhen anstreben, indem ich das Repertoire des RSB noch erweitere und mit neuen Formen der Kommunikation auf das Publikum zugehe.“ Vladimir Jurowski, der designierte Chefdirigent des Rundfunk-Sinfonieorchesters Berlin, der sein Amt im Sommer 2017 antreten wird, gab im Herbst 2015 die Grundrichtung für seine neue Tätigkeit in Berlin vor. Das Rundfunk-Sinfonieorchester Berlin nimmt eine international anerkannte Position in der ersten Reihe der deutschen Rundfunkorchester und der Berliner Spitzenorchester ein. Zu verdanken ist dies der orchestererzieherischen Arbeit von Marek Janowski, dem Künstlerischen Leiter von 2002 bis 2015.

Die Musikerinnen und Musiker hatten Marek Janowski 2008 die Position des Chefdirigenten auf Lebenszeit angetragen, er hat sich jedoch 2015 entschieden, Platz zu machen für einen Nachfolger der jüngeren Generation. Dieser Nachfolger ist mit Vladimir Jurowski nun gefunden, einer der interessantesten, die man sich derzeit weltweit wünschen kann.
Das seinerseits verjüngte RSB ist auf die neue, spannende Epoche in seiner Geschichte gut vorbereitet. Junge Spitzenmusiker, darunter überdurchschnittlich viele Frauen, harmonieren aufs Beste mit dem bewährten Leistungsfundament und tragen zur Öffnung des Orchesters für die neuen Herausforderungen aktiv bei.

EIN VITALER ORGANISMUS

Das RSB gehört der 1994 gegründeten Rundfunk-Orchester und -Chöre GmbH Berlin an. Die roc berlin wird gemeinsam getragen von Deutschlandradio (40 %), der Bundesrepublik Deutschland (35 %), dem Land Berlin (20 %) und dem Rundfunk Berlin-Brandenburg (5 %).

Sie versammelt vier hauptstädtische Rundfunkklangkörper unter ihrem Dach. Dank der engen Verbindung mit Deutschlandfunk Kultur in Berlin, mit dem Deutschlandfunk Köln und mit dem Rundfunk Berlin-Brandenburg werden die meisten Konzerte des RSB im Rundfunk übertragen. Viele sind über die angeschlossenen Sender der European Broadcasting Union (EBU) weltweit zu empfangen. Darüber hinaus trägt die Zusammenarbeit mit Deutschlandradio reiche Früchte auf CD. Zwischen 2010 und 2013 stand die mediale Auswertung des konzertanten Wagnerzyklus gemeinsam mit dem niederländischen Label PENTATONE im Mittelpunkt.
Alle zehn Live-Mitschnitte sind bis Ende 2013 erschienen und haben sogleich ein weltweites Echo ausgelöst. Ebenso ist die Gesamteinspielung aller Sinfonien von Hans Werner Henze mit WERGO abgeschlossen und seit Frühjahr 2014 vollständig auf dem Markt. Auch mit Labels wie capriccio, cpo, Sony Classical, Naxos und Orfeo wird weiterhin produziert. Zahlreiche der Aufnahmen wurden mit deutschen und internationalen Schallplattenpreisen ausgezeichnet.

ZUKUNFT AUS TRADITION

Das Rundfunk-Sinfonieorchester Berlin geht zurück auf die erste musikalische Funkstunde des deutschen Rundfunks im Oktober 1923. Die früheren Chefdirigenten (u. a. Sergiu Celibidache, Eugen Jochum, Hermann Abendroth, Rolf Kleinert, Heinz Rögner, Rafael Frühbeck de Burgos) formten einen Klangkörper, der in besonderer Weise die Wechselfälle der deutschen Geschichte im 20. Jahrhundert durchlaufen hat. Das RSB ist seit seiner Gründung speziell mit der zeitgenössischen Musik vertraut. Bedeutende Komponisten des 20. Jahrhunderts traten selbst ans Pult dieses Orchesters oder führten als Solisten eigene Werke auf: Paul Hindemith, Arthur Honegger, Darius Milhaud, Sergei Prokofjew, Richard Strauss, Arnold Schönberg, Igor Strawinsky, Wladimir Vogel, Kurt Weill und Alexander Zemlinsky ebenso wie in jüngerer Zeit Krzysztof Penderecki, Peter Maxwell Davies, Friedrich Goldmann, Berthold Goldschmidt, Siegfried Matthus, Matthias Pintscher, Peter Ruzicka, Heinz Holliger, Daniel Schnyder oder Jörg Widmann.

WAS DAS RSB AUSMACHT

Seit Beginn der Ära Janowski kamen hervorragende junge Dirigenten der internationalen Musikszene zum RSB nach Berlin. Nach Andris Nelsons, Kristjan Järvi, Yannick Nézet-Séguin, Vasily Petrenko, Jakub Hrůša, Alain Altinoglu, Alondra de la Parra, Vladimir Jurowski, Ivan Repušić und Lahav Shani in den vergangenen Jahren debütieren in der Saison 2016/2017 u. a. François-Xavier Roth, Pietari Inkinen und Gustavo Gimeno beim Rundfunk-Sinfonieorchester Berlin. Die aktuellen Gäste, unter ihnen einige der oben Genannten, aber auch Altmeister Stanisław Skrowaczewski und erfahrene Dirigenten der mittleren Generation trugen und tragen zum Repertoireprofil des RSB bei. Frank Strobel sorgt seit vielen Jahren für exemplarische Filmmusikkonzerte. Zu den Aufgaben des Orchesters gehören neben den Sinfoniekonzerten, Kammerkonzerten, Rundfunkaufnahmen und CD-Produktionen auch Familien- und Kinderkonzerte. Mit großem persönlichem Einsatz engagieren sich zahlreiche Musikerinnen und Musiker sowohl in der Kammermusik als auch bei ambitionierten Projekten für die Heranwachsenden. Das RSB ist seit mehr als 50 Jahren auf wichtigen nationalen und internationalen Podien ebenso präsent wie in Berlin. Neben regelmäßigen Tourneen nach Korea und Japan gastiert das Orchester bei deutschen und europäischen Festivals und in internationalen Musikzentren.