Jean-Yves Thibaudet - Klavier

Jean-Yves Thibaudet © Andrew Eccles

Seit mehr als 30 Jahren tritt Jean-Yves Thibaudet weltweit auf, er hat über 50 Alben aufgenommen und sich den Ruf als einer der besten Pianisten der heutigen Zeit erarbeitet. Sein Repertoire umfasst Solowerke, Kammermusik und Orchesterwerke – von Beethoven über Liszt, Grieg und Saint-Saëns bis Khachaturian und Gershwin, ebenso wie Werke von zeitgenössischen Komponisten wie Qigang Chen und James MacMillan. Seit Beginn seiner Karriere begeistert Thibaudet sich für Musik jenseits des Standardrepertoires, vom Jazz bis zur Oper, die er selbst für Klavier transkribiert. Seine weltweiten Freundschaften führen zu spontanen und fruchtbaren Kooperationen in Film, Mode und bildender Kunst.

Thibaudet beginnt die Saison 2018/19 bei dem Sinfonieorchester Seattle Symphony mit Khachaturians Klavierkonzert. Im Sommer 2018 tourte er mit Michael Tilson Thomas und dem National Youth Orchestra der Carnegie Hall durch Taiwan, China und Südkorea. Seine Leidenschaft für die Ausbildung und Förderung junger musikalischer Talente zeigt sich auch in seinem Engagement als erster Artist in Residence bei der Colburn School in Los Angeles, wo er zuhause ist. Thibaudet wird weitere drei Jahre in Residenz bei der Colburn School bleiben, außerdem wurden „Jean-Yves Thibaudet Stipendien“ zur Unterstützung von Musikakademie-Studenten eingeführt, die Thibaudet unabhängig ihres Instruments auswählt.

Als einer der ersten Interpreten der Solopartie in Bernsteins Age of Anxiety führt Thibaudet zum hundertjährigen Jubiläum des Komponisten das Stück weltweit auf. Er interpretiert das Werk mit dem Baltimore Symphony Orchestra und Marin Alsop bei den BBC Proms, mit dem Los Angeles Philharmonic Orchestra, den Brüsseler Philharmonikern und dem Detroit Symphony Orchestra.

In der Spielzeit 2018/19 erneuert Thibaudet viele langjährige musikalische Partnerschaften, unter anderem tourt er mit Midori und einem Programm mit Werken von Schumann, Fauré, Debussy und Enescu. Außerdem bespielt er mit Lisa Batiashvili und Gautier Capuçon die großen Konzerthallen Europas und ist mit den Brüdern Renaud und Gautier Capuçon zu erleben. Mit Gautier und dem West Australien Symphony Orchestra spielt er auch die Uraufführung von Richard Dubugnons Eros Athanatos, eine Fantaisie concertante für Cello und Klavier. Des Weiteren interpretieren die Musiker das Werk mit dem Antwerp Symphony Orchestra in Belgien, beim Klavier-Festival Ruhr sowie mit dem Orchestre Philharmonique de Radio France. Mit dem Cleveland Orchestra und dem Iceland Symphony Orchestra stellt Thibaudet ein weiteres Werk vor: James MacMillans Klavierkonzert Nr. 3.

Zu den weiteren Höhenpunkten der Saison gehört Messiaens Turangalîla-Symphonie mit Marin Alsop und dem Baltimore Symphony Orchestra, sowie Susanne Mälkki und dem Los Angeles Philharmonic Orchestra. Mit Kent Nagano und dem Montreal Symphony Orchestra ist Thibaudet mit Saint-Saëns 5. Klavierkonzert in der Elbphilharmonie Hamburg, der Philharmonie Essen und der Philharmonie Berlin zu erleben.

Jean-Yves Thibaudets veröffentlichte Alben wurden mit zwei Grammy Nominierungen, dem deutschen Schallplattenpreis, dem Diapason d’Or, dem Choc du Monde de la Musique, dem Gramophone Award und dem Edison Award ausgezeichnet. 2017 veröffentlichte er Bernstein’s Age of Anxiety mit dem Baltimore Symphony Orchestra und Marin Alsop, mit dem er im Frühjahr 2010 Gershwin aufgenommen hatte, mit großen Jazz-Band Orchestrierungen der „Rhapsody in Blue“, Variationen über „I Got Rhythm“ und dem Klavierkonzert in F-Dur. Im Jahr 2016, zum 150. Jahrestag von Erik Saties Geburtstag, veröffentlichte Decca eine Box mit Saties komplettem Werk für Soloklavier – eingespielt von Thibaudet, einem der wichtigsten Interpreten von Saties Werk. Bei seiner Grammy-nominierten Aufnahme von Saint-Saëns‘ Klavierkonzerten Nr. 2 und 5, die im Herbst 2007 auf den Markt kam, wird Thibaudet von Charles Dutoit, einem langjährigen musikalischen Weggefährten und dem Orchestre de la Suisse Romande begleitet. Ebenfalls im Jahr 2007 veröffentlichte Thibaudet „Aria: Opera Without Words“ mit Transkriptionen von Opern-Arien von Saint-Saëns, R. Strauss, Gluck, Korngold, Bellini, J. Strauss II, P. Grainger und Puccini. Einige der Transkriptionen stammen von Mikhashoff, Sgambati und Brassin, andere sind von Thibaudet selbst. Unter seinen weiteren Aufnahmen sind die Jazz-Alben „Reflections on Duke: Jean-Yves Thibaudet spielt die Musik von Duke Ellington“ und „Conversations with Bill Evans“, seine Hommage an zwei Größen der Jazz-Geschichte.

Bekannt für seinen Stil und seine Eleganz auf und abseits der traditionellen Konzertbühne hat sich Thibaudet auch in der Mode- und Filmwelt sowie im karitativen Bereich einen Namen gemacht. Er spielte Aaron Zigmans Soundtrack für Wakefield, ein Drama von Robin Swicord, mit dem der Komponist zum ersten Mal einem anderen Pianisten erlaubt hatte, sein Filmwerk zu spielen. Thibaudet war Solist der Oscar- und Golden Globe-prämierten Filmmusik von „Abbitte“ und dem Oscar-nominierte Film „Stolz und Vorurteil“. Für die Verfilmung des Romans „Extremely loud and incredibly close“ (2012) von Jonathan Safran Foer spielte er außerdem die Filmmusik von Alexandre Desplat ein. Weiter hatte er einen Cameo-Auftritt in Bruce Beresfords Spielfilm „Bride of the Wind“ über Alma Mahler und steuerte zum Soundtrack sein Spiel bei. Im November 2004 war Thibaudet Präsident des renommierten Hospice de Beaune, einer jährlichen Wohltätigkeits-Auktion in Burgund, Frankreich. Seine Konzertkleidung stammt von der gefeierten Londoner Designerin Dame Vivienne Westwood.

Jean-Yves Thibaudet wurde in Lyon geboren, wo er als Fünfjähriger mit dem Klavierspiel begann, seinen ersten öffentlichen Auftritt hatte er im Alter von sieben Jahren. Mit zwölf Jahren begann er am Conservatoire de Paris bei Aldo Ciccolini und Lucette Descaves, einer Freundin und Mitarbeiterin von Ravel, zu studieren. Im Alter von fünfzehn Jahren gewann er den Premier Prix du Conservatoire und drei Jahre später die Young Concert Artists Auditions in New York City. Zu seinen zahlreichen Auszeichnungen zählt die Victoire d’Honneur, ein Preis für sein Lebenswerk und die höchste Auszeichnung von Frankreichs „Victoires de la Musique“. 2010 ehrte die Hollywood Bowl Thibaudet für seine musikalischen Leistungen durch die Aufnahme in ihre Hall of Fame. Das Französische Kultusministerium erhob Thibaudet im Jahre 2012 vom „Chevalier“ zum „Officier“ des „Ordre des Arts et des Lettres“.

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