Digitales Programm

Do 26.03. Oksana Lyniv

20:00 Philharmonie

Giuseppe Verdi

„Messa da Requiem“
für Soli, Chor und Orchester

Besetzung

Oksana Lyniv, Dirigentin
Roberta Mantegna, Sopran
Monika Bohinec, Mezzosopran
Carlos Cardoso, Tenor
Insung Sim, Bass
Rundfunkchor Berlin
Klaas-Jan de Groot, Choreinstudierung
Rundfunk-Sinfonieorchester Berlin

Es findet keine Pause statt.

Konzert mit Deutschlandfunk Kultur

Das Konzert wird am 29.03.2026 um 20 Uhr auf Deutschlandfunk Kultur übertragen.

Konzerteinführung: 19.10 Uhr, Südfoyer, Steffen Georgi

Evviva Verdi!

Verdis Requiem ist ein Politikum. Mit dem Werk provoziert er die katholische Kirche, ebenso die weltliche Macht, indem er dieselben seinem Anliegen unverhohlen unterordnet. Denn zuallererst huldigt Verdi der Musik. Dies in einer Weise, die aus den Zuhöreenden hilflos mitgerissene Blätter im urgewaltigen Orkan der Klänge macht – damals wie heute. Aus schier unhörbarem Stammeln erblüht der großartigste Gesang, auf ohrenbetäubende orchestrale Eruptionen folgt intimste, keuscheste Kammermusik. Hin- und hergerissen zwischen den Emotionen, lauschen wir Verdi: atemlos, sprachlos, euphorisch jubelnd und zu Tode entsetzt – im Opernhaus, in der Kirche und im Konzertsaal.

RSB-Konzertpodcast "Muss es sein?"

Giuseppe Verdi

„Messa da Requiem“ für Soli, Chor und Orchester

Gewaltige Musik statt ewiger Ruhe

Am 22. Mai 1874 wogten die Klangwellen von Giuseppe Verdis Messa da Requiem zum ersten Mal vom Mailänder Dom ausgehend in Richtung Universum. Der Meister persönlich leitete das Unternehmen. So hatte er es sich ausbedungen, ebenso den Ort und die Zeit, einen stattlichen Chor und ein erhebliches Orchester, nicht zuletzt die besten damals in Italien verfügbaren Solisten. Und Senator Giuseppe Verdi setzte sich durch, denn im gleichen Maße, wie man ihn feierte, fürchtete man ihn auch.

Verdis Requiem war ein Politikum. Mit dem Werk provozierte er die katholische Kirche, ebenso die weltliche Regierung, er würdigte auf seine Weise einen großen italienischen Künstler und politischen Vordenker – den am 22. Mai 1873 verstorbenen Schriftsteller Alessandro Manzoni – im gleichen Maße, wie er bei dieser Gelegenheit heilige Rituale verletzte, indem er dieselben seinem Anliegen profan einfunktionierte.

Denn zuallererst huldigt Verdi der Musik. Dies tut er in einer Weise, die aus dem Zuhörer ein hilflos mitgerissenes Blatt im urgewaltigen Orkan der Klänge macht – damals wie heute. Aus schier unhörbarem Stammeln erblüht der großartigste Gesang, auf ohrenbetäubende orchestrale Eruptionen folgt intimste keusche Kammermusik. Hin- und hergerissen zwischen den Emotionen, lauschen wir Verdi: atemlos, sprachlos, euphorisch jubelnd, zu Tode entsetzt – im Opernhaus, in der Kirche und im Konzertsaal.

Das leidige Wort mit den vier Buchstaben

Die gewaltige Messa da Requiem von Giuseppe Verdi wird von einigen Klerikern bis heute geringschätzig als „Kirchentheater“ abgetan. Nachhaltig irritiert hat die katholische Kirche, dass der Opernkomponist die heilige Totenmesse um die Dimension der großen menschlichen Gefühle erweitert hat. Wenn Verdis Opern die verhängnisvollen Abhängigkeiten von Macht und Liebe, Treue und Verrat mit psychologischem Einfühlungsvermögen und präzisem Ausdruck beschreiben, so gehorcht die Totenmesse derselben musikalisch-dramatischen Logik. Hier wie dort konfrontiert Verdi die Menschen mit sich selbst. Das fühlt sich bisweilen sehr unbequem an, besonders wenn es bei der Spiegelung um etwas Absolutes geht, in der Messa da Requiem um die Begegnung des Individuums mit dem Tod.

In Wagner-Deutschland rief das hingegen einfach nur Neid hervor (bevor Meister Richard 1882 in „Parsifal“ selber mit bezwingender Musik einen Gottes- zum Götzendienst umwandelte): „... die morgen Vormittags in der hierfür theatralisch hergerichteten Kirche San Marco vom Autor, Senator Giuseppe Verdi, ausnahmsweise selbst geleitete Monstre-Aufführung“ gelte einem Werk, so schrieb es der namhafte (Wagner!-)Dirigent und Pianist Hans von Bülow in der Augsburger Allgemeinen Zeitung am 21. Mai 1874, mit dem „der allgewaltige Verderber des italienischen Kunstgeschmacks und Beherrscher dieses von ihm verdorbenen vermuthlich den letzten, seinem Ehrgeiz unbequemen Rest von Rossini’s Unsterblichkeit, hinwegzuräumen hofft. Seine neueste Oper im Kirchengewande wird nach dem ersten Scheincompliment an das Andenken des gefeierten Dichters, zunächst drei Abende hindurch in der Scala den Händen des weltlichen Enthusiasmus überantwortet werden, worauf dann unverzüglich in Begleitung der von ihm eigens dressirten Solosänger die Wanderung nach Paris... angetreten werden soll. Verstohlene Einblicke in die neueste Offenbarung des Componisten von Trovatore und Traviata haben uns nicht eben lüstern nach dem Genusse dieses ‚Festivals’ gemacht, obwohl er’s sich dießmal hat weidlich sauer werden lassen. So ist unter anderem die Schlußfuge, trotz vieler Schülerhaftigkeiten, Abgeschmacktheiten und Häßlichkeiten, eine so fleißige Arbeit, daß mancher deutsche Musiker eine große Überraschung daran erleben wird. Im allgemeinen herrscht aber der Styl seiner neusten Periode... vor, jener Styl, über den ein witziger Gesangslehrer an der Donau äußerte, daß ‚derselbe sich sehr zu seinem Nachtheil verbessert habe‘... Endlich hat uns aber das traurige Schauspiel der Niederlage slavischer Cultur (vom musikalischen Standpunkte könnten wir ebenso gut deutsche Cultur sagen) am gestrigen Abend außer Stand gesetzt, kalten Blutes einem... Triumphe romanischer Barbarei anzuwohnen.“

Johannes Brahms, der später mit Hans von Bülow gemeinsam auf Konzertreisen ging, stellte einem Freund gegenüber klar: „Bülow hat sich für alle Zeiten lächerlich gemacht; nur ein Genie konnte ein solches Werk hervorbringen.“

Und Verdi, der Angegriffene? Im Mai 1874 schrieb er in einem Brief an seinen Verleger Giulio Ricordi: „Es wäre besser für alle und würdevoller, nicht mehr über die Angelegenheit Bülow zu sprechen; und ehrlich gesagt, wenn die Deutschen so anmaßend sind, dann ist das hauptsächlich unsere Schuld. Wenn sie nach Italien kommen, dann blähen wir ihre natürliche Gefallsucht mit unseren Schwärmereien, mit unseren Begeisterungsstürmen, mit unseren unsinnigen Beiworten dermaßen auf, dass sie natürlich annehmen müssen, wir könnten nicht atmen und das Licht nicht sehen, ohne dass sie uns ihre Sonne brächten.“

Eine Wucht

Bevor es losgeht, muss Ruhe herrschen. Absolute Ruhe. Denn sonst hört man den Anfang nicht. Ein schlichter a-Moll-Dreiklang, abwärts gespielt im Pianissimo von den Violoncelli, eröffnet das Requiem. Zögernd stimmen die übrigen Streicher in die beständigen Abwärtsmelodien ein. Der Chor spricht, flüstert (sotto voce) die ersten Worte: Ewige Ruhe. Beim „Te decet“, dem folgenden Loblied auf Gott, schwingen sich die Sängerinnen und Sänger zum ersten Forte auf, fallen zurück ins Stammeln. Über diesem Grund erhebt sich strahlend die Figur des „Kyrie eleison“. Nacheinander steigen die Solisten – Tenor, Bass, Sopran, Mezzosopran – mit der Bitte um Erbarmen über sich hinaus. Der Chor tritt hinzu, trägt die Solostimmen, rauscht mit dem Orchester. Um liturgische Regeln, etwa wann und wie oft „Kyrie eleison“ und „Christe eleison“ wiederholt werden müssen, kümmert Verdi sich nicht. Morendo, ersterbend, aber in aufsteigenden Melodiefragmenten sendet er die letzte Bitte an Christus. Spätestens jetzt sollte die Luft im Saal vibrieren.

Denn was nun niedersaust, kennt in der Musikgeschichte kaum seinesgleichen. Mit brachialer, ja infernalischer Gewalt schmettert Gottes Faust am Dies irae, am Großen Tag des Zornes, auf die panisch verstörten Erdlinge ein. Scharf schneiden Trompeten und Posaunen von oben herab, heulend sausen Flöten, Oboen, Klarinetten und Fagotte gegeneinander, bebend rasen Geigen, Bratschen, Celli und Kontrabässe in die Tiefe, dumpf kracht die große Trommel. Ihren Schlägen allein ist die Lautstärkeforderung fff vorbehalten. Mit mehrfachem Fortissimo geht der Menschen-und-Musiker-Kenner Verdi insgesamt sehr sparsam um, mit mehrfachem Pianissimo (bis zu pppppp) dagegen nicht! Das ist der Tag, an dem abgerechnet wird. Und da kommt es schon, das Weltgericht. Tuba mirum, zuerst von fern hallen die Trompetensignale, dann immer näher, mit Paukenunterstützung entfachen sie den Furor des heiligen Zornes. Die Menschen realisieren es, schaudernd vor Angst. Stellvertretend für sie alle verkündet der Solobass in einem ergreifenden Auftritt seine Befangenheit. Eine genauere Übersetzung des „Mors stupebit“, als sie gewöhnlich tradiert ist, offenbart den herausfordernden Widerspruchsgeist in diesem Textabschnitt der Sequentia: „Der Tod wird staunen und die Natur, wenn die Kreatur aufersteht, um dem Richtenden Antwort zu geben.“ Brahms, der „bibelfeste Ketzer“ (Georg Knepler), hätte geschmunzelt.

Viva la musica!

Verdi ist Theatermann. Daran lässt er keinen Zweifel. Warum sollte der 60-Jährige hinter seinem künstlerischen Können zurückstehen, bigotte Askese heucheln, wo er die (von Gott gegebenen) Mittel zur Verfügung hat, um die Menschen zu bewegen? Mehr zu bewegen, als eine Predigt mit Worten es je vermöchte. Es ist dieselbe kleinliche Rechthaberei, die bis heute die Kirchen aller Konfessionen eifersüchtig darüber wachen lässt, dass sich die Musik bloß nicht zu breit (und zu herzenstief) mache in den Gottesdiensten. Es ist die Angst vor dem Verlust der Kontrolle und der Macht, die an Verdis Messa da Requiem herummäkelt. Eduard Hanslick, der so streitbare wie einflussreiche Wiener Kritiker des späten 19. Jahrhunderts, hat Verdi schon 1875 richtig beurteilt: „Er kann auch im Requiem den dramatischen Componisten nicht verleugnen; Trauer und Bitte, Entsetzen und hoffende Zuversicht, sie sprechen hier eine leidenschaftlichere und individuellere Sprache, als wir sie in der Kirche zu hören gewohnt sind.“ Nicht opernhaft aufgebauscht fährt Verdis Requiem auf uns nieder, sondern im philosophisch ernsten Sinn dramatisch. Als ein unbequemes Drama um Sünde, Schuld und Tod. Unbequem gerade für professionelle Bibelausleger.

Es folgen weitere ergreifende Solosätze, „Liber scriptus“, wo der Mezzosopran in schleppenden Tonwiederholungen Trostlosigkeit vermittelt, flüsternd kommentiert vom bangen „Dies irae“ des Chores, diesmal im sechsfachen Piano. Dann aber tobt es wieder los, das heulende und zähneklappernde „Dies irae“. Verdi setzt die welterschütternde Musik mehrfach ein im Requiem, um das Drama in Gang zu halten. Mit liturgischen Gepflogenheiten hat das nichts zu tun. „Quid sum miser“ vereint die die drei hohen Solostimmen in der allzu menschlichen Furcht vor den bohrenden Fragen des Weltenrichters. Der dann mit Donnerstimme (Chorbässe: „Rex tremendae“, massiv unterstützt durch die tiefen Blasinstrumente) herabfährt aus dem Himmel auf die zitternde Herde. Einzelne (die Soli) fassen Mut, ihn um Nachsicht und Gnade zu bitten. Dabei findet Verdi berückend schöne Musik für das „Recordare“, in dem Sopran und Mezzosopran ein liebevolles Wiegenlied auf den das Leid der Welt tragenden Jesus Christus anstimmen, für das „Ingemisco“, welches der Tenor ganz allein beginnt. Dem Bass schließlich sind erneut die bitteren Wahrheiten in den Mund gelegt („Confutatis maledictis“), bevor erneut, bekräftigend, das „Dies irae“ hereinbricht. Nicht nur Mozart, auch Verdi widmet im „Lacrimosa“ den Tränen für die Untergehenden eine innig bittende Musik (ein Rückgriff auf die Klage König Philipps um den toten Marquis de Posa in der Urfassung von „Don Carlos“), an der sich das gesamte Personal der Requiem-Aufführung beteiligt – bis hin zum milden G-Dur-„Amen“ in düsterer b-Moll-Umgebung.

Ewige Suche nach Ruhe

Boticelli, Pièta, Detail

Offertorium, Sanctus und Benedictus verbreiten traditionell Zuversicht, auch bei Verdi. Fast vergisst man die Totenmesse, wenn die vielen Stimmen des Chores ins Hoffen kommen, die Hölle möge sie nicht verschlingen, der Rachen des Löwen leer bleiben. Die Opfer und Gebete im „Hostias“ bringt Verdi so keusch dar, dass sie der Solotenor mit einem so überirdisch schönen wie sängerisch heiklen Solo offerieren darf. Das „Sanctus“ schmettern die Menschen in einer erzenen Fuge der Heiligkeit Gottes so fröhlich entgegen, als hätte der Herr seinen Segen längst erteilt.

Der nächste Satz, „Agnus Dei“, findet zurück zur inneren Einkehr. Ganz nackt und bloß, zunächst unbegleitet vom Orchester, beschwören die beiden Solistinnen das Lamm Gottes, Sinnbild für den früh verstorbenen Sohn des Vaters. Er ist im Leben wie im Tod vorausgegangen. In einstimmigen Oktaven tragen sie ihm die Bitte um Seelenruhe an. Gott der Herr scheint sie zu erhören, jedenfalls lässt Verdi das ewige Licht („Lux eterna“) aus dem Orchester erstrahlen. Vielfach geteilte Violinen (Verdi bekannte sich zum Vorbild des „Lohengrin“-Vorspiels) leuchten dem Solo-Mezzosopran, dann dem Bass und dem Tenor auf ihren himmelwärts gerichteten melodischen Pfaden. Später ergreift das Flirren und Flackern auch die Holzbläser, untermalt von leisen Paukenwirbeln, bevor sich die drei Sängerindividuen allein und ohne irdische Unterstützung auf eine letzte A-cappella-Reise begeben. Requiem aeternam, die ewige Ruhe, sie ist gefunden.

Nein, sie ist noch nicht gefunden. „Libera me“, errette mich, bohrt die Sopranistin (sie war an dem vorhergehenden Geschehen nicht beteiligt) den Zweifel wieder auf. In einem großen Alleingang, dem größten Solo des gesamten Werkes, ruft sie noch einmal alle Höhen und Tiefen der menschlichen Seelenwanderung auf. Dem Bangen und Fürchten antwortet ein letztes Mal der Schrecken am Tag des Zornes – als ob sie ihn herbeigeredet hätte. Auf das Toben folgt das Trauern, wir sind wieder in der Situation wie am Ende des „Lux eterna“. Diesmal begibt sich die Solostimme gemeinsam mit den Sängerinnen und Sängern des Chores auf die allerletzte Reise. Wie ganz am Anfang ist es der absteigende Molldreiklang, der die ewige Ruhe verkörpert. Nun erklingt er in b-Moll, einen Halbton höher als zu Beginn, immerhin.

Das Schlusswort hat Verdi. In einer großartigen Fuge verdeutlicht er Gottes klaren Plan – und die verschlungenen Irrwege, auf denen die Menschen ihm zu folgen versuchen.

Verdi Requiem Sanctus

Am Anfang: Rossini

Die Messa da Requiem mag ein Bekenntniswerk Verdis sein. Ohne konkreten Entstehungsanlass war sie deswegen nicht. Als Gioacchino Rossini 1868 gestorben war, schrieb Verdi an seinen Verleger Ricordi: „Um das Andenken Rossinis zu ehren, möchte ich, dass die angesehensten italienischen Komponisten ... eine Messa da Requiem komponieren, die am Jahrestag seines Todes aufzuführen wäre. Ich möchte, dass nicht nur die Komponisten, sondern alle die ausführenden Künstler, ihre Arbeit zur Verfügung stellen und darüber hinaus einen Obulus zur Deckung der entstehenden Kosten entrichten... Die Messe müsste an S. Petronio in der Stadt Bologna aufgeführt werden, die die eigentliche musikalische Heimat Rossinis gewesen ist. Die Messe dürfte weder Gegenstand von Neugier, noch von Spekulation sein; vielmehr müsste sie unmittelbar nach der Aufführung versiegelt und in die Archive des Liceo musicale jener Stadt gelegt werden, von wo sie niemals weggebracht werden dürfte... Dieser Komposition wird es notwendigerweise (so gut die einzelnen Stücke auch sein mögen) an musikalischer Einheit fehlen; aber auch wenn sie von dieser Seite her mangelhaft sein wird, wird sie dennoch davon Zeugnis geben, wie groß unser aller Verehrung gegenüber diesem Menschen ist, dessen Verlust die ganze Welt nun beweint.“ Verdis Appell an die musikalische Öffentlichkeit wurde einige Tage später in der „Gazetta musicale di Milano“ veröffentlicht. Die Auswahl der Komponisten übernahm eine eigens hierfür ins Leben gerufene Kommission, die schließlich auch Verdi auf dessen eigenen Wunsch hin mit der Komposition des „Libera me“ betraute. Trotz fristgemäßer Fertigstellung aller Kompositionen kam es infolge kleinmütiger, bürokratischer Verhinderungstaktiken nicht zur Aufführung. Nun war es Verdi, der sich strikt gegen jedwede Verwässerung des Anliegens aussprach und die Partitur unerklungen verschließen ließ. Ihre Uraufführung erlebte die „Messa per Rossini“so erst 1988 unter der Leitung von Helmuth Rilling in Stuttgart.

„Ich arbeite nun wieder an meiner Totenmesse und habe viel Freude daran“

Verdi, über das Scheitern des Projektes enttäuscht, ließ sich zunächst nicht bewegen, das „Libera me“ zu einem Requiem auszuweiten. Auf eine diesbezügliche Anfrage äußerte er vielmehr: „Totenmessen gibt es so viele!!! Es ist unnütz, eine mehr hinzuzufügen“. Dennoch bewegte ihn der Gedanke, „später einmal die ganze Messa zu schreiben; dies umso mehr, als sich bei einer weiteren Ausarbeitung ergäbe, dass ich das Requiem und das Dies irae, die im bereits komponierten Libera me wiederaufgenommen werden, schon fertig hätte.“ Den Anstoß gab der Tod des von Verdi zutiefst verehrten italienischen Dichters Alessandro Manzoni, der am 22. Mai 1873 beinah 90-jährig verstorben war.

Alessandro Manzoni

(1785-1873)

Alessandro Manzoni

Manzoni war ein italienischer Dichter, der mit „Inni sacri“ (Heilige Hymnen, 1812-1822) und der großen „Ode auf den Tod Napoleons“ (Il cinque Maggio, 1821, zuerst von Goethe übersetzt) zum gefeiertsten Dichter seiner Zeit avancierte und sich zum bedeutendsten italienischen Romantiker entwickelte. Sein Rückgriff auf national-historische Stoffe galt, nicht zuletzt angesichts der nationalen Einigungsbestrebungen, als revolutionär. Mit seinem Hauptwerk, dem historischen Roman „I promessi sposi“ (Die Verlobten, 1825-1827, überarbeitet 1840-1842) begründete Manzoni die moderne italienische Prosa und entschied, obwohl gebürtiger Lombarde, den für die italienische Einigungsbewegung wie die italienische Literatur grundlegenden Streit über die Schriftsprache zugunsten der Sprache der Toskana. Verdi, der „I Promessi sposi“ für einen der bedeutendsten italienischen Romane hielt, hoffte, den Stoff einst als Opernvorlage nutzen zu können. Der italienische Staat ehrte beide, Manzoni wie Verdi, Symbolfiguren des Risorgimento (1815-1870), mit der Senatorwürde.

Manzoni zu Ehren

„Ich bin tief betroffen vom Tod unseres Großen!“, schrieb Verdi am 23. Mai 1873 an Ricordi. „Aber ich komme morgen nicht nach Mailand, weil ich es nicht übers Herz brächte, an seinem Begräbnis teilzunehmen. Ich werde bald sein Grab besuchen, allein und ohne gesehen zu werden. Und vielleicht werde ich nach weiterem Nachdenken und nachdem ich meine Kräfte eingeschätzt habe, etwas vorschlagen, um sein Andenken zu ehren.“ In einem anderen Brief hieß es dann wenig später: „Ich möchte ein Requiem schreiben, das wir nächstes Jahr an seinem Todestag aufführen könnten... Ich würde die Noten auf eigene Kosten kopieren lassen und die Aufführung selbst dirigieren, sowohl bei den Proben, als auch in der Kirche“.

Verdi nahm das „Libera me“ also wieder auf und führte in etwa halbjähriger Arbeit das Werk zu Ende. Wie vorgesehen, fand die Uraufführung am ersten Todestag Manzonis unter Verdis Leitung in der Kirche San Marco in Mailand statt. Der Eindruck, den das Werk auf die Zuhörer machte, war überwältigend. Nur wenige Tage später erklang dieMessa da Requiem in der Mailänder Scala. Aufführungen an der Pariser Opéra Comique, der Londoner Albert Hall, beim Niederrheinischen Musikfest in Köln und in vielen anderen Städten schlossen sich an. Bezeichnenderweise eroberte sich die Messa da Requiem die Opernhäuser und Konzertsäle, kaum die Kirchen. „Da Du es willst, werde ich Dir sagen, dass der Erfolg der Messa sehr gut gewesen ist. Aufführung, wie Du ihresgleichen nie wieder hören wirst. Orchester und Chöre wunderbar! Wiederholt das Duett der Frauen, das Offertorio und das Agnus Dei ...“, so Verdi über eine Wiener Requiem-Aufführung im Jahre 1875. Erfolgreiche Aufführungen wie diese wiederholten sich und begründeten schon zu Lebzeiten des Komponisten jenen Ruhm, den das Werk bis heute genießt.

Über die Arbeit an seiner Messa da Requiem äußerte Verdi im Februar 1874: „Ich arbeite nun wieder an meiner Totenmesse und habe viel Freude daran. Mir scheint, ich sei ein ernster Mensch geworden, sei kein Bajazzo des Publikums mehr, der Tambour und große Trommel rührt und ‘herein, herein, hereinspaziert’ schreit“. Das „Libera me“ ließ Verdi weitestgehend unangetastet. Die Anfangstakte des „Dies irae“-Teils unterzog er jedoch einer gründlichen Überarbeitung. Für die eigentliche „Dies irae“-Sequenz suchte er nach einem wirkungsvollen Beginn. Er fand einen kaum zu überbietenden! Dass zudem die Sopranpartie aufgewertet wurde, mag als Indiz für die hohe Wertschätzung gelten, die der Komponist der Solistin der Uraufführung, Teresa Stolz, der ersten italienischen Aida, entgegenbrachte.

Der Dirigent John Eliot Gardiner hat interessante aufführungspraktische Detail herausgefunden: „Bei der Erstaufführung hat Verdi offenbar die Ausführenden in durchaus unkonventioneller Weise angeordnet: das Orchester links, den Chor auf der rechten Seite. Er behielt diese Verteilung auch in späteren Aufführungen bei; doch kann es sehr wohl sein, dass ihm dies zunächst durch ein päpstliches Verbot über die Anwesenheit weiblicher Chormitglieder aufgezwungen worden war. Um die Verordnung bei der Uraufführung in der Markuskirche zu umgehen, ‚versteckte’ man die Sängerinnen (ganz in Schwarz gekleidet, das Gesicht hinter einem weiten Trauerschleier verborgen) hinter einem Gitter zur Rechten des Dirigenten.“

Gläubig oder nicht?

Wie so oft bei großer Musik stellt sich die Frage, wie Verdi es mit der Religion hielt. Befragen wir zunächst seine Frau Giuseppina Strepponi (1815-1897). Etwa ein Jahr vor Manzonis Tod schrieb sie in ihr Tagebuch: „Er [Verdi] ist ein Muster an Aufrichtigkeit, versteht und fühlt die zartesten und erhabensten Empfindungen; trotz alledem erlaubt sich dieser Räuber, ich will nicht gerade sagen, Atheist, aber doch nur ein nicht sehr gläubiger Mensch zu sein, und dies mit einer Hartnäckigkeit und einer Ruhe, dass [...] man ihn dafür prügeln möchte.“ Und was sagt er selbst? „Ich bin seit Anfang des Jahres hier und tue nichts, als Note für Note zur höheren Ehre Gottes niederzuschreiben, vielleicht auch zu künftigem Verdruss meiner Mitmenschen.“ Voller Selbstbewusstsein hat Verdi immer wieder betont, er sei ein religionsferner Agnostiker, wohlgemerkt, kein Atheist: „Ich glaube, dass das Leben etwas sehr Dummes ist und, noch schlimmer: unnütz. Was macht man? Was werden wir tun? Es gibt, ehrlich gesagt, nur eine einzige Antwort, und die ist demütigend und sehr traurig: GAR NICHTS!“ (Brief an Clarina Maffei, 1883)

Was aber sagt das „Libera me“ ganz am Ende des Requiems dazu? Ein tiefer Glaube jenseits der institutionellen Kirche, darf bei dem Komponisten unbedingt angenommen werden. Folgt man Arrigo Boito, dem Librettisten von „Otello“ und „Falstaff“, dem späten Vertrauten des Komponisten, so war Verdi „im idealen, moralischen und sozialen Sinn ... ein großer Christ“. Bezogen auf seine zeitlebens mehr als kritische Einstellung zum Klerus, wird die Reaktion auf eine Frage nach dem Verhältnis zu Gott verständlich: „Ich hatte mich so ein bisschen abseits geschlichen ...“ Arrigo Boito ergänzt: „Hätte man ihm [Verdi] angeboten, ein Gott zu sein, würde er es abgelehnt haben, denn er wollte sich als Mensch und Sieger im feurigen Kreise der irdischen Prüfung fühlen.“

Epilog

Hans von Bülow entschuldigte sich am 7. April 1892 in einem in italienischer Sprache verfassten Brief persönlich bei Verdi für seine achtzehn Jahre frühere „journalistische Dummheit“. Verdi antwortete: „Keine Spur von Sünde in Ihnen. Übrigens, wer weiß? Vielleicht hatten Sie beim ersten Mal recht!“

Was für ein Segen, wenn sich ein Mensch derart wenig wichtig nehmen muss! So verwundert es nicht, dass der Querdenker Verdi für ein anderes Exotikum, das Streichquartett in e-Moll, eine Interpretationshilfe namentlich für die Schlussfuge gab, die glatt von einem Deutschen formuliert sein könnte: „Alles sollte klar und genau herauskommen, selbst im kompliziertesten Kontrapunkt. Und das gelingt nur, wenn man ganz durchsichtig und staccato spielt...“ Am Ende seines Berufslebens übertraf sich Verdi noch einmal selbst bei einem letzten Ausflug in den strengen Kontrapunkt: „Falstaff“ endet mit einer kunstvollen Fuge. Dazu ist sie leicht, schwerelos, selbstironisch! „Tutto nel mondo è burla.“ Alles auf der Welt ist Spaß. Die ganze Welt ist ein Witz im Universum. Lustig ist es nicht, wie ernst sich die Menschen nehmen. Aber komisch ist es schon.

Text © Steffen Georgi

Liedtext Deutsch

REQUIEM

Chor:
Ewige Ruhe schenke ihnen, Herr, und das ewige Licht leuchte ihnen! 
Dir gebührt ein Loblied, Gott, auf dem Zion, und dir erfülle man sein Gelübde in Jerusalem; 
erhöre mein Gebet! Zu dir wird alles Fleisch kommen.

Sopran, Mezzosopran, Tenor, Bass, Chor:
Herr, erbarme dich. Christus, erbarme dich. Herr, erbarme Dich.

SEQUENTIA

Chor:
Tag des Zornes, jener Tag 
löst die Welt(-Zeit) in Glut(-Asche) auf 
gemäß dem Zeugnis Davids und der Sibylla. 
  
Welch ein Zittern wird dann sein, 
wenn der Richter kommen wird, 
der alles streng diskutieren wird. 

Chor:
Eine Posaune, erstaunlichen Klang verbreitend 
über die Gräber der Weltgegenden, 
wird alle vor den Thron zwingen. 

Bass:
Der Tod wird staunen und die Natur, 
wenn die Kreatur aufersteht 
um dem Richtenden Antwort zu geben. 

Mezzosopran:
Ein geschriebenes Buch wird vorgebracht werden, 
in dem alles enthalten ist, 
aufgrund dessen die Welt beurteilt wird. 

Chor:
Tag des Zornes.

Mezzosopran:
Sobald der Richter sich hinsetzen wird 
wird alles, was verborgen ist, offenbar werden, 
nichts wird unvergolten zurückbleiben. 

Chor:
Tag des Zornes, jener Tag 
löst die Welt(-Zeit) in Glut(-Asche) auf 
gemäß dem Zeugnis Davids und der Sibylla. 

Sopran, Mezzosopran, Tenor:
Was werde ich Armer dann sagen, 
wen bitten, mein Schutz zu sein, 
da kaum ein Gerechter sicher sein wird? 

Chor; Sopran, Mezzosopran, Tenor, Bass:
König von solcher Majestät, dass wir erzittern, 
der du die zu Erlösenden ohne Gegenleistung erlöst, 
erlöse mich, Quell der Güte! 
 
Sopran, Mezzosopran
Beherzige, gütiger Jesus, 
da ich doch Ursache deines Weges bin: 
mich an jenem Tag nicht zugrunde zu richten! 

Mich suchend, hast du dich ermüdet hingesetzt, 
du hast mich freigekauft, das Kreuz erleidend, 
solch eine Mühsal soll nicht vergebens sein. 

Gerechter Richter der Vergeltung, 
mache mir ein Geschenk der Vergebung 
vor dem Abrechnungstag. 
 
Tenor:
Ich seufze wie ein Angeklagter, 
Schuld rötet mein Gesicht, 
gewähre dem Bittenden Schonung, Gott! 
 
Der du Maria entsündigt 
und den Räuber erhört hast, 
auch mir hast du Hoffnung gegeben. 
  
Meine Bitten sind nicht würdig, 
aber du, der Gute, erweise dich gütig, 
dass ich nicht im immerwährenden Feuer brenne. 
  
Unter den Schafen gewähre mir einen Platz 
und von den Böcken scheide mich, 
indem du mich auf der rechten Seite aufstellst! 

Bass:
Wenn die Überführten verflucht sind 
und den scharfen Flammen zugesprochen, 
rufe mich mit den Gesegneten! 
  
Ich bitte dich kniend und tief geneigt, 
das Herz aufgerieben wie Asche, 
trage Sorge für mein Ende! 

Chor:
Tag des Zornes, jener Tag 
löst die Welt(-Zeit) in Glut(-Asche) auf 
gemäß dem Zeugnis Davids und der Sibylla. 

Michelangelo Das Jüngste Gericht, Detail Märtyrer

Sopran, Mezzosopran, Tenor, Bass, Chor:  
Tränenreich jener Tag, 
an dem aus der Glut(-Asche) aufersteht 
der Mensch, der als Angeklagter zu verurteilen ist:  

Diesem gewähre also Schonung, Gott!  
Gütiger Herr Jesus, 
schenke ihnen Ruhe, Amen.

OFFERTORIUM

Sopran, Mezzosopran, Tenor, Bass:
Herr Jesus Christus, König der Ehre, befreie die Seelen aller gläubigen Verstorbenen von den Strafen der Hölle und dem abgründigen See. Befreie sie aus dem Rachen des Löwen, damit sie die Unterwelt nicht verschlinge, damit sie nicht in die Finsternis hinabsinken! Aber der Bannerträger, der heilige Michael, geleite sie ins heilige Licht,  
wie du es einst Abraham versprochen hast und seinen Nachkommen. 

Opfer und Gebete bringen wir dir, Herr, zum Lobe dar. Nimm sie an für jene Seelen, deren Gedächtnis wir heute pflegen: mach, Herr, dass sie vom Tod zum Leben übergehen, 
wie du es einst dem Abraham versprochen hast und seinen Nachkommen.

SANCTUS

Chor:
Heilig, heilig, heilig. Herr, Gott der Heerscharen! 
Erfüllt sind Himmel und Erde von deinem Glanz! Hosianna (Hilf doch!) in den erhabenen (Himmeln)! 
Gesegnet ist, der da kommt im Namen des Herrn! Hosianna (Hilf doch!) in der Höhe!

AGNUS DEI

Sopran, Mezzosopran, Chor:
Lamm Gottes, das du hinwegnimmst die Sünden der Welt: gib ihnen Ruhe. 
Lamm Gottes, das du hinwegnimmst die Sünden der Welt: gib ihnen Ruhe, 
Lamm Gottes, das du hinwegnimmst die Sünden der Welt: gib ihnen immerwährende Ruhe. 

LUX AETERNA

Mezzosopran, Tenor, Bass:
Ewiges Licht leuchte ihnen, Herr, mit deinen Heiligen in Ewigkeit, denn du bist gütig. 
Ewige Ruhe gib ihnen, Herr, und unaufhörliches Licht leuchte ihnen.

LIBERA ME

Sopran, Chor:
Errette mich, Herr, vom ewigen Tod an jenem Tag des Schreckens, wenn Himmel und Erde wanken, wenn du erscheinen wirst, die Welt durch Feuer zu richten.

Zittern befällt mich und Angst, wenn die Rechenschaft naht und der drohende Zorn.
Tag des Zornes, Tag des Unheils und des Elends, Tag, so groß und so bitter.
Ewige Ruhe gib ihnen, Herr, und das ewige Licht leuchte ihnen.
Errette mich, Herr ...
Errette mich.

REQUIEM

Chor:
Requiem aeternam dona eis, Domine: et lux pepetua luceat eis.
Te decet hymnus, Deus, in Sion, et tibi reddetur votum in Jerusalem: exaudi orationem meam, ad te omnis caro veniet.
Requiem aeternam dona eis, Domine: et lux pepetua luceat eis.

Sopran, Mezzosopran, Tenor, Bass, Chor:
Kyrie eleison. Christe eleison. Kyrie eleison.

SEQUENTIA

Chor:
Dies irae, dies illa
Solvet saeclum in favilla:
Teste David cum Sibylla.

Quantus tremor est futurus,
Quando Judex est venturus,
Cuncta stricte discussurus.

Chor:
Tuba mirum spargens sonum
Per sepulcra regionum,
Coget omnes ante thronum.

Bass:
Mors stupebit et natura,
Cum resurget creatura,
Judicanti responsura.

Mezzosopran:
Liber scriptus proferetur,
In quo totum continetur,
Unde mundus judicetur.

Chor:
Dies irae.

Mezzosopran:
Judex ergo cum sedebit,
Quidquid latet, apparebit:
Nil inultum remanebit.

Chor:
Dies irae, dies illa
Solvet saeclum in favilla:
Teste David cum Sibylla.

Sopran, Mezzosopran, Tenor:
Quid sum miser tunc dicturus?
Quem patronum rogaturus,
Cum vix justus sit securus?

Chor; Sopran, Mezzosopran, Tenor, Bass:
Rex tremendae majestatis,
Qui salvandos salvas gratis,
Salva me, fons pietatis.

Sopran, Mezzosopran:
Recordare, Jesu pie,
Quod sum causa tuae viae;
Ne me perdas illa die.

Quaerens me, sedisti lassus:
Redemisti crucem passus:
Tantus labor non sit cassus.

Juste judex ultionis,
Donum fac remissionis
Ante diem rationis.

Tenor:
Ingemisco, tamquam reus:
Culpa rubet vultus meus:
Supplicanti parce, Deus.

Qui Mariam absolvisti,
Et latronem exaudisti,
Mihi quoque spem dedisti.

Preces meae non sunt dignae,
Sed tu, bonus, fac benigne,
Ne perenni cremer igne.

Inter oves locum praesta,
Et ab haedis me sequestra,
Statuens in parte dextra.

Michelangelo Das Jüngste Gericht, Detail

Bass:
Confutatis maledictis,
Flammis acribus addicitis,
Voca me cum benedictis.

Oro supplex et acclinis,
Cor contritum quasi cinis:
Gere curam mei finis.

Chor:
Dies irae, dies illa
Solvet saeclum in favilla:
Teste David cum Sibylla.

Sopran, Mezzosopran, Tenor, Bass, Chor:
Lacrimosa dies illa,
Qua resurget ex favilla
Judicandus homo reus.

Huic ergo parce Deus.
Pie Jesu Domine,
Dona eis requiem. Amen.

OFFERTORIUM

Botticelli Pietà, (Monaco)

Sopran, Mezzosopran, Tenor, Bass:
Domine Jesu Christe, Rex gloriae, libera animas omnium fidelium defunctorum de poenis inferni et de profundo lacu: libera eas de ore leonis, ne absorbeat eas tartarus, ne cadant in obscurum. Sed signifer sanctus Michael repraesentet eas in lucem sanctam,
quam olim Abrahae promisisti et semini eius.

Hostias et preces tibi, Domine, laudis offerimus: tu suscipe pro animabus illis, quarum hodie memoriam facimus: fac eas, Domine, de morte transire ad vitam,
quam olim Abrahae promisisti et semini eius.

SANCTUS

Chor:
Sanctus, Sanctus, Sanctus. Dominus, Deus Sabaoth.
Pleni sunt coeli et terra gloria tua. Hosanna in excelsis.
Benedictus, qui venit in nomine Domini. Hosanna in excelsis.

AGNUS DEI

Sopran, Mezzosopran, Chor:
Agnus Dei, qui tollis peccata mundi: dona eis requiem.
Agnus Dei, qui tollis peccata mundi: dona eis requiem sempiternam.

LUX AETERNA

Mezzosopran, Tenor, Bass:
Lux aeterna luceat eis, Domine, cum Sanctis tuis in aeternum, quia pius es.
Requiem aeternam dona eis, Domine, et lux perpetua luceat eis.

LIBERA ME

Sopran, Chor:
Libera me, Domine, de morte aeterna in die illa tremenda, quando coeli movendi sunt et terra,
dum veneris judicare saeculum per ignem.
Tremens factus sum ego et timeo, dum discussio venerit atque ventura ira.

Dies irae, dies illa calamitatis et miseriae, dies magna et amara valde.

Requiem aeternam dona eis, Domine, et lux perpetua luceat eis.
Libera me, Domine ...
Libera me.

Oksana Lyniv

© Guido Calamosca

Oksana Lyniv ist seit 2022 die Musikdirektorin des Teatro Comunale di Bologna und damit die erste weibliche Chefdirigentin eines italienischen Opernhauses. Sie schrieb Geschichte als die erste Dirigentin in der Geschichte der Bayreuther Festspiele mit ihrer Debütproduktion des „Fliegenden Holländers“ zur Eröffnung des Festivals im Jahr 2021. Nach dem Sensationserfolg der Premiere wurde sie bis 2024 nach Bayreuth verpflichtet.

Im Februar 2024 debütierte Lyniv als erste ukrainische Dirigentin an der Metropolitan Opera in New York und leitete Puccinis Turandot mit großem Erfolg. Zu ihren großen Erfolgen zählen Auftritte an der Bayerischen Staatsoper, der Staatsoper Berlin, dem Teatro dell’Opera di Roma, dem Royal Opera House Covent Garden, der Opéra National de Paris, der Oper Frankfurt, dem Gran Teatre del Liceu Barcelona, dem Theater an der Wien und der Staatsoper Stuttgart. Oksana Lyniv engagiert sich auch leidenschaftlich für die Förderung junger Musiktalente und ist die Gründerin sowie Chefdirigentin des Jugendsinfonieorchesters der Ukraine (YsOU).

Bekannt für ihre außergewöhnliche Kombination aus Präzision und künstlerischem Temperament in ihrem Dirigieren ist Oksana Lyniv eine prominente Persönlichkeit auf der internationalen Bühne und zählt zu den führenden Dirigentinnen der jüngeren Generation. Die Saison 2025–2026 bringt beeindruckende Höhepunkte für Oksana Lyniv, darunter ihre lang erwarteten Rückkehr an die Metropolitan Opera mit Turandot sowie an die Opéra National de Paris mit Tosca. Sie gibt ihr Debüt beim Orchestre National de France, beim Orchestre de Paris und beim National Orchestra of Spain und kehrt zum Rundfunk-Sinfonieorchester Berlin mit Verdis Requiem in der Berliner Philharmonie zurück. Außerdem gibt sie ihr Südamerika-Debüt mit dem Orchester der Nationaloper von Chile und dirigiert erstmals das Cincinnati Symphony Orchestra. Im Oktober 2025 beschließt Lyniv ihren ersten Wagner-Ring-Zyklus am Teatro Comunale di Bologna mit konzertanten Aufführungen der Götterdämmerung. Im Februar 2026 folgt ein weiteres Italien-Debüt mit dem Orchestra Sinfonica Siciliana in Palermo.

Im Juli und August 2026 kehrt sie zum 150-jährigen Jubiläum der Bayreuther Festspiele mit vier Aufführungen des Fliegenden Holländers zurück. Darüber hinaus setzt Lyniv ihre enge Zusammenarbeit mit dem Kyiv Symphony Orchestra fort und leitet mehrere internationale Tourneen mit ihrem Youth Symphony Orchestra of Ukraine. „Lyniv lenkt diese kosmischen und philosophischen Kräfte, indem sie auf sehr tiefgreifende Ebenen der Dramaturgie eingeht, um dann dem Zuhörer die drängende Kontinuität einer straffen Erzählung zurückzugeben, die vier Stunden Musik wie einen Augenblick erscheinen lässt und stets am Rand einer Spannung gelebt wird, die der Manzoni aufrecht erhalten hat, ohne nachzugeben. An einem Abend lebte Bologna wie in Bayreuth, dem Wagner-Tempel, in dem Lyniv jetzt eine ständige Präsenz ist, vielleicht eines Tages sogar im gesamten Ring (der in Bologna nächstes Jahr mit den Stufen von Siegfried und Götterdämmerung abgeschlossen wird).“ La Repubblica

Ihre internationale Konzerttätigkeit blüht regelrecht auf: Als Gastdirigentin arbeitet sie mit zahlreichen weltweit führenden Orchestern zusammen, darunter die Münchner Philharmoniker, das Wiener Symphonieorchester, das Bayerische Rundfunk-Symphonieorchester, das DSO Berlin, die Staatskapelle Berlin, das Wiener Radio-Symphonieorchester, das London Philharmonic Orchestra, das Baltimore Symphony Orchestra, das City of Birmingham Symphony Orchestra, das Cleveland Orchestra, das SWR Symphonieorchester, das Korean National Orchestra, das Toronto Symphony Orchestra, das Orchestre Philharmonique du Luxembourg, das Göteborgs Symfoniker, das Bruckner Orchester Linz, das Düsseldorfer Symphoniker, das Grazer Philharmoniker, das Philharmonia Orchestra London, das Orchestre Philharmonique de Strasbourg und das Orchestra Sinfonica di Milano. Im Jahr 2022, nach dem Ausbruch des Krieges in der Ukraine, wurde Oksana Lyniv Mitinitiatorin des Kooperationsprojekts „Music for the Future“, eines Evakuierungs-Musikcamps für junge ukrainische Musiker in Ljubljana, Slowenien.

In Zeiten des russischen Krieges gegen die Ukraine zeigt Oksana Lyniv sich als hingebungsvolle Kulturbotschafterin ihres Landes und setzt sich leidenschaftlich für die Aufführung ukrainischer Komponisten auf internationalen Bühnen ein.

Roberta Mantegna

© Rosellina Garbo

Roberta Mantegna wurde 1988 in Palermo geboren. Seit ihrem achten Lebensjahr singt sie im Kinderchor der Fondazione Teatro Massimo in Palermo. Sie schloss 2009 ihr Klavierstudium und 2010 ihr Gesangsstudium (Operngesang) am Konservatorium „V. Bellini“ in Palermo ab. Anschließend absolvierte sie 2015 einen zweijährigen Spezialisierungskurs in Operngesang am Konservatorium „N. Piccinni“ in Bari, wo sie Gesangstechnik bei Maestro Lucrezia Messa und Repertoire bei Maestro Domenico Colaianni studierte.

Gleichzeitig vervollkommnete sie ihre Fähigkeiten bei den Sopranistinnen Dimitra Theodossiou und Renata Scotto an der Accademia Santa Cecilia in Rom. Zwischen 2013 und 2015 arbeitete sie für die Petruzzelli-Stiftung und die Teatri di Bari, wo sie als Chorsängerin an rund 15 Opernproduktionen mitwirkte und unter der Leitung von Maestro M. Angius als Frauenstimme in John Adams’ „Grand Pianola Music“ sowie als „Maid of the Train“ in Strauss’ „Elektra“ unter der Leitung von Maestro J. Nott auftrat.

Im Oktober 2014 gewann sie den zweiten Preis beim XXVII. Internationalen Opernwettbewerb „Iris Adami Corradetti“ und kürzlich den zweiten Preis sowie den Preis für die beste Frauenstimme mit einer Arie von Umberto Giordano beim XVII. Internationalen Umberto-Giordano-Wettbewerb. Im Dezember 2016 gewann sie den ersten Preis „Vincenzo Bellini“ beim Internationalen Belcanto-Wettbewerb „Vincenzo Bellini“ in Marseille. Roberta Mantegna ist Absolventin der ersten Ausgabe des „Fabbrica“-Programms für junge Künstler an der Oper von Rom.

Monika Bohinec

© Lois Lammerhuber

Die slowenisch – österreichische Mezzosopranistin Monika Bohinec ist seit der Saison 2011 / 2012 Ensemblemitglied der Wiener Staatsoper, wo sie in der aktuellen Spielzeit 2025 / 2026 in Rollen wie Fenena (Verdi / Nabucco), Mrs.Quickly (Verdi / Falstaff), Ježibaba (Dvořak / Rusalka), Herodias (R.Strauss / Salome), Frugola (Puccini / Il Tabarro), Marta (Tschaikowski / Iolanta) zu hören ist.

Ihre Gastauftritte in 2025 / 2026 führen sie zur Berliner Philharmonie, als Mezzosopran-Solo in Verdis „Requiem“, zu den Pfingstfestspielen Baden-Baden als Annina in „Der Rosenkavanier“ von R.Strauss und in Ihre Heimat, nach Ljubljana, wo sie in der Rolle der Brangäne in Wagners Oper „Tristan in Isolde“ auftreten wird.

Monika Bohinec verkörperte an der Wiener Staatsoper große Rollen ihres Fachs u.a. wie: Eboli (Verdi / Don Carlos), Azucena (Verdi / Il Trovatore), Mrs. Quickly (Verdi / Falstaff), Ulrica (Verdi / Un Ballo in Maschera), Fenena (Verdi / Nabucco), Maddalena (Verdi / Rigoletto), Ježibaba (Dvořák / Rusalka), Sara di Nottingham (Donizetti / Roberto Devereux), Polina und Daphnis (Tschaikowski / Piqué Dame), Fricka (Wagner / Das Rheingold, Die Walküre), Waltraute (Wagner / Götterdämmerung), Erda (Wagner / Das Rheingold, Siegfried), Magdalene (Wagner / Die Meistersinger), Hexe (Humperdinck / Hänsel und Gretel), Alto Solo (Mahler / Von der Liebe Tod), Auntie (Britten / Peter Grimes), Gora (Reimann / Medea)…
In der sehr erfolgreichen Neuproduktionen sang sie die Fremde Fürstin (Dvořák / Rusalka) und Cassandre (Berlioz / Les Troyens).

Sie arbeitet mit dem führenden Dirigenten unserer Zeit, wie Christian Thielemann, Sir Simon Rattle, Franz Welser – Möst, Philippe Jordan, Adam Fischer, Valery Gergiev, Marco Armiliato, Sir Jeffrey Tate, Ivor Bolton, Peter Schneider, Daniele Gatti, Simone Young, Paolo Carignani, Giampaolo Bisanti.

Gastengagements führten Monika Bohinec u.a. an die Metropolitan Opera in New York, die Bayerische Staatsoper in München, das Teatro Real in Madrid, die Semperoper Dresden, die Oper Frankfurt, das Bunka Kaikan in Tokyo, das Staatstheater Wiesbaden, das Staatstheater am Gärtnerplatz in München, das Badische Staatstheater Karlsruhe, zu den Salzburger Festspielen …

Zu den Rollen, in denen sie International gastierte, zählen Amneris (Verdi / Aida), Carmen (Bizet / Carmen), Maddalena (Verdi / Rigoletto), Azucena (Verdi / Il Trovatore), Ortrud (Wagner / Lohengrin), Fricka (Wagner / Das Rheingold, Die Walküre), Brangäne (Wagner/ Tristan und Isolde), Sara di Nottingham (Donizetti / Roberto Devereux), Klytämnestra (R.Strauss / Elektra), La Principessa di Bouillon (Cilea / Adriana Lecouvreur), Giulietta (Offenbach / Les Contes d’Hoffmann), Ulrica (Verdi / Un Ballo in Maschera), Laura und La Cieca (Ponchielli / La Gioconda), Ježibaba (Dvořák / Rusalka), Czipra (J.Strauss / Der Zigeunerbaron), Kontschakowna (Borodin / Fürst Igor) und Marina (Mussorgsky / Boris Godunow) …

Noch während ihres Studiums am Salzburger Mozarteum und an der Universität für Musik und darstellende Kunst in Wien bei Univ. Prof. Claudia Visca, debütierte sie 2006 als Clarissa (Prokofjew: Die Liebe zu den drei Orangen) an der Slowenischen Staatsoper in Ljubljana.
Sie schließ ihr Magisterstudium in 2008 mit einer Auszeichnung ab.
In den Spielzeiten 2009/2010 und 2010/2011 war Monika Bohinec im Ensemble des Nationaltheaters in Mannheim engagiert.

Als Lied- und Konzertinterpretin bestritt sie bereits einen Liederabend im Rahmen des Zyklus Lied-Bühne im Wiener Musikverein. Weiters war sie u.a. im Wiener Konzerthaus bei den traditionellen Konzerten zum Jahreswechsel zu hören.
In jüngster Vergangenheit sang sie in Rossini’s Stabat Mater in Lille, Frankreich. Auftritte auf dem Konzertpodium führten sie bisher in namhafte Häuser wie die Wiener Musikverein, das Wiener Konzerthaus, die Philharmonie am Gasteig in München, die Berliner Philharmonie, das Concertgebouw Amsterdam, den Salle Pleyel in Paris, die Carnegie Hall in New York und die Philharmonie in St. Petersburg.

Monika Bohinec ist unter anderem auf der Gesamtaufnahme von Wagner’s Der Ring des Nibelungen unter Christian Thielemann (Deutsche Grammophon) sowie auf der Aufnahme von Tschaikowski‘s Iolanta (Deutsche Grammophon) an der Seite von Anna Netrebko zu hören. Von ihren Auftritten bei den Salzburger Festspielen in Wagner’s Die Meistersinger von Nürnberg und Winter’s Das Labyrinth erschienen DVD-Mitschnitte.

Carlos Cardoso

Carlos Cardoso, geboren in Tarouquela (Portugal), ist ein vielseitiger Tenor. Ursprünglich als Posaunist ausgebildet, arbeitete er als Orchestermusiker, bevor er bei Paulo Ferreira in Beira Interior Gesangsunterricht nahm.

Seit 2015 setzt er seine Ausbildung in Verona bei Annunziata Lia Lantieri fort. Als Preisträger renommierter Wettbewerbe, darunter Luísa Todi (1. Preis), Magda Olivero (1. Preis für Männerstimmen) und der Concorso Rubini (3. Preis und Debüt als Ernesto in Don Pasquale), unternahm er seine ersten internationalen Schritte an der Niederländischen Nationaloper (Edgardo in Lucia di Lammermoor für junges Publikum), am Teatro Filarmonico di Verona (Un giorno di regno), am Gran Teatre del Liceu in Barcelona (Ferrando in La Favorite im Foyer für junges Publikum) und an der La Monnaie in Brüssel (Adriana Lecouvreur). Von 2011 bis 2013 besuchte er die Accademia del Teatro alla Scala in Mailand und debütierte in Rossini-Rollen wie Don Ramiro in „La Cenerentola“ und Dorvil in „La scala di seta“ unter der Regie von Michieletto und dem Dirigenten Rousset. In dieser Zeit debütierte er auch als Conte di Libenskof in „Il viaggio a Reims“ beim Rossini-Festival in Bad Wildbad.

Neben seiner Opernkarriere ist er auch auf der Konzertbühne sehr gefragt. Zu seinem Repertoire gehören Dvořáks Requiem mit dem Tonkünstler-Orchester in Grafenegg und im Wiener Musikverein, Puccinis Messa di Gloria in Wuppertal, Rossinis Petite Messe Solennelle beim Millennium Festival in Lissabon, Donizettis Messa da Requiem am Teatro São Carlos, Janáčeks Glagolitische Messe sowie Rossinis Stabat Mater in der Philharmonie Essen.

Er trat zudem mit der Fundação Calouste Gulbenkian auf und wirkte bei einem Galakonzert auf Schloss Neukirchen im Rahmen eines im Fernsehen übertragenen Sommerkonzerts mit der Philharmonie Südwestfalen mit.

Insung Sim

© Picture People

Insung Sim wurde in der Republik Korea geboren und studierte an der Korea National University of the Arts sowie am Wiener Konservatorium. Sein Operndebüt gab er 2001 an der Wiener Staatsoper.

Im Laufe der Jahre trat Insung Sim an führenden Häusern und Festivals auf, darunter das Royal Opera House Covent Garden in London, das Teatro alla Scala in Mailand, das Teatro Real in Madrid, die Wiener Staatsoper, die Opéra de Monte-Carlo, das Teatro Regio in Turin, die Arena di Verona, das Teatro Comunale in Bologna, das Teatro Massimo in Palermo, das Teatro Petruzelli in Bari, das Teatro Carlo Felice in Genua, das Teatro Verdi in Triest, das Teatro Municipale in Salerno, die Malmö Opera, der Komischen Oper Berlin, der Staatsoper Stuttgart, dem Théâtre des Champs-Élysées, dem Théâtre de Caen, der Oper von Lausanne und dem Palau de les Arts in Valencia, dem Festival de Sanxay, dem Savonlinna Festival, dem Glyndebourne Festival, den Salzburger Festspielen, dem Puccini-Festival in Torre del Lago, dem Festival di Caserta und vielen anderen.

Internationale Auftritte führten ihn zudem nach Tokio, Tel Aviv, Santiago, Philadelphia und Seattle.

Er arbeitete mit namhaften Dirigenten wie Antonio Pappano, Fabio Luisi, Gianandrea Noseda, Daniel Oren, Zubin Mehta, Ottavio Dantone und Vladimir Jurowski zusammen.

Sein Repertoire umfasst bedeutende Bassrollen wie Sarastro (Die Zauberflöte), Ramfis (Aida), Banco (Macbeth), Lodovico (Otello), Padre Guardiano (La forza del destino), Timur (Turandot), Ferrando (Il trovatore), Zaccaria (Nabucco), Oroveso (Norma), Alvise (La Gioconda), Sparafucile (Rigoletto), Nourabad (Les Pêcheurs de Perles), Fafner (Siegfried), Rocco (Fidelio), Marchese di Calatrava (La forza del destino), Hunding (Die Walküre), Principe di Bouillon (Adriana Lecouvreur) und Attila (Attila) sowie viele andere.

Insung Sim trat auch in Konzertwerken wie Verdis Requiem, Mozarts Requiem, Liszts „Die Legende von der Heiligen Elisabeth“ und Bachs Matthäus-Passion auf.

Zu seiner Diskografie gehören Aufnahmen für die Deutsche Grammophon (Parsifal, Tristan und Isolde), EMI/Virgin Classics (Händels Faramondo und Alessandro) sowie DVDs von Otello (Royal Opera House, mit Antonio Pappano) und Turandot (Teatro Regio di Torino, mit Gianandrea Noseda).

RSB-Abendbesetzung

Violine 1

Wolters, Rainer
Nebel, David
Herzog, Susanne
Yoshikawa, Kosuke
Beckert, Philipp
Drechsel, Franziska
Feltz, Anne
Kynast, Karin
Pflüger, Maria
Polle, Richard
Stangora, Christa Maria
Tast, Steffen
Yamada, Misa
Seogyun, Noh

Violine 2

Kurochkin, Oleh
Drop, David
Petzold, Sylvia
Buczkowski, Maciej
Draganov, Brigitte
Eßmann, Martin
Färber-Rambo, Juliane
Hetzel de Fonseka, Neela
Manyak, Juliane
Palascino, Enrico
Fan, Yu-Chen
Seo, Bohun

Viola

Regueira-Caumel, Alejandro
Adrion, Gernot
Silber, Christiane
Zolotova, Elizaveta
Drop, Jana
Montes, Carolina
Nell, Lucia
Roske, Martha
Mütze, Antonia
Ahn, Sehun

Violoncello

Eschenburg, Hans-Jakob
Breuninger, Jörg
Weiche, Volkmar
Albrecht, Peter
Bard, Christian
Boge, Georg
Kipp, Andreas
Weigle, Andreas

Doublebass

Wömmel-Stützer, Hermann
Rau, Stefanie
Gazale, Nhassim
Schwärsky, Georg
Puhr, William
Yeung, Marco

Flöte

Schaaff, Ulf-Dieter
Döbler, Rudolf
Kronbügel, Annelie

Oboe

Lazzari, Leandro
Vogler, Gudrun

Klarinette

Link, Oliver
Pfeifer, Peter

Fagott

Kofler, Miriam
Voigt, Alexander
Königstedt, Clemens
Kopf, Mario

Horn

Ember, Daniel
Klinkhammer, Ingo
Mentzen, Anne
Hetzel de Fonseka, Felix

Trompete

Dörpholz, Florian
Ranch, Lars
Gruppe, Simone
Hofer, Patrik

Bühnentrompeten

Bernhard Plagg
Stephan Stadtfeld
Tomas Medina
Guillermo Serrano

Posaune

Pollock, Louise
Hauer, Dominik
Lehmann, Jörg

Tuba

Schmidt, Jannick

Percussion

Tackmann, Frank

Pauke

Eschenburg, Jakob

Rundfunkchor Berlin © Jonas Holthaus

Abendbesetzung Rundfunkchor

SOPRAN

Berg-Bretschneider, Barbara
Bischoff, Christina
Engel, Judith
Friedrich, Eva
Hense, Catherine
Nowakowski, Gesine
Peetz-Glintenkamp, Heike
Puhlmann, Sabine
Reim, Bianca
Rettinghaus, Karen
Schwab, Sylke
Schwarze, Uta
Voßkühler, Isabelle
Willert, Gabriele
Kang, Gyeongah
Seyboldt, Verena
Otten, Nienke
Barck, Frieda Jolande
Blanz, Rebecca Theresa
Dziadko, Kamila
Holzhausen, Friederike
Neves de Sá, Ema
Papadopoulou, Sarah
Sarkissian, Anais

ALT I

Catherin, Sophie
Eyer, Sabine
Fischer, Katrin
Hummel, Annerose
Lichtenberg, Christine
Marks-Simonis, Judith
Nitzsche, Leandra
Seifert, Christina
Sotin, Tatjana
Stützer, Elisabeth
Heinecke, Anna Akad.
Bergert, Clara
Schäfer, Hanna
Heiligtag, Katharina Monika Christine
Juling, Sibylle
Park, Yerim
Greiner, Margarita
Jäger, Inga
Kwon, Yongbeom
Zeuner, Ewa

TENOR

Bumiller, Raoul
Drake, Georg
Finger, Jonas
Franke, Robert
Kim, Sinje
Klügling, Johannes
Kober, Thomas
Leonhardt, Christoph
Marks-Simonis, Holger
Ryu, Seongsoo
Shin, Joohoon
Wang, Wonseok Akad.
Janssen, Felix
Ahn, Youngjun
Bornemann, Andreas
Choi, Shinho
Gronemeyer, Mathis
Kurokawa, Tomonobu

BASS

Gawlik, Oliver
Glintenkamp, Sascha
Hülsmann, Christoph
Kim, Young Wook
Koch, Mathis
Meichsner, Bruno
Nesterenko, Artem
Pfützner, Thomas
Scheidig, Axel
Schneider, Jörg
Schnös, Rainer
Streuber-Chraniuk, Georg
Teßmer, Wolfram
Voßkühler, René
Witt, Georg
Adair, Michael
Hill, Johannes
Schmitz, Carlo
Schubach, Martin
Timm, Michael
Lee, Sanghun

Kooperationen

rundfunkchor-logo

Bildrechte

Titelbild © Andrea Ranzi
RSB in der Philharmonie © Peter Meisel
Rundfunkchor Berlin © Jonas Holthaus