Digitales Programm
Sa 18.04.2026 Vladimir Jurowski
20:00 Konzerthaus
Johannes Brahms
Konzert für Klavier und Orchester Nr. 2 B-Dur op. 83
Pause
Richard Wagner
„Die Walküre“ WWV 86 b – 1. Akt, Konzertante Aufführung
Besetzung
Vladimir Jurowski, Dirigent
Sir Stephen Hough, Klavier
Irene Roberts, Sopran
Joachim Bäckström, Tenor
Mika Kares, Bass
Rundfunk-Sinfonieorchester Berlin
Ralf Sochaczewsky, Assistent des Chefdirigenten
Konzerteinführung: 19.10 Uhr, Ludwig-van-Beethoven-Saal, Steffen Georgi
Das Konzert findet in Kooperation mit der Berliner Morgenpost statt.
Aus gesundheitlichen Gründen musste Yefim Bronfman leider kurzfristig Abstand nehmen von der Solopartie im Klavierkonzert Nr. 2 von Johannes Brahms. Wir danken dem britischen Pianisten Sir Stephen Hough, dass er das Werk von Brahms interpretieren wird.
Olympisches Feuer
Zwei Schwergewichte sondergleichen – an einem Abend. Zwei konkurrierende ästhetische Welten, zwei grundverschiedene Denkansätze. Ob sie auch verblüffende Gemeinsamkeiten haben? Finden Sie es gerne heraus bei diesem Gipfeltreffen zwischen dem Bayreuther Meister und dem norddeutschen Wahlwiener! Sir Stephan Hough ist der Berufene, der Brahms‘ erhabenes zweites Klavierkonzert in die goldene Abendsonne tauchen wird, in der nach dem Willen Wagners der Spross der Walküre-Protagonisten, Siegfried, einst die Weltendämmerung der abgewirtschafteten Götter einleiten wird. Vollzogen aber wird sie erst von einer Frau. Brünnhilde. Sie wacht als imaginärer Geist über die Kämpfenden.
Podcast "Muss es sein?"
Johannes Brahms
Konzert für Klavier und Orchester Nr. 2 B-Dur op. 83
Vom Abstreifen der Leidenschaften
Der „obligate“ Klavierpart strotzt freilich von enormen Anforderungen an die Technik des Pianisten, noch mehr aber stellt er den Solisten in Bezug auf emotionale und intellektuelle Durchdringung auf die Probe. Gegenläufigen Arpeggien beider Hände über riesige Distanzen folgen große Sprünge vollgriffiger Akkorde und lange Trillerketten. Mit massiven, kräftezehrenden Oktavgängen, fingerbrechenden Kleinstfiguren und kompliziertester Rhythmik verrät das Konzert bei aller volksliedhaften Melodik, wes Meisters Kind es ist. Die Form ist freier als sonst beim klassikbewussten Brahms – zusätzliche Anforderung an die Interpreten im Hinblick auf Plastizität und strukturelle Durchhörbarkeit.
Das B-Dur-Klavierkonzert wurde 1878 konzipiert und gedieh 1879 und vor allem im Frühjahr 1881 besonders prächtig unter italienischem Himmel. Wenngleich Brahms die Musik dieses Landes als „schauderhaft” empfand, genoss er die italienische Landschaft und Architektur. Vielleicht war es dieser Einfluss, dem das Klavierkonzert den unbeschwerten, heiteren Grundgestus zu verdanken hat. Mit fast 50 Minuten Aufführungsdauer stellte es einen Gattungsrekord auf. Nach dem Abschluss der Partitur im Sommer 1881 in Pressbaum bei Wien probierte Brahms das Konzert zusammen mit dem vorzüglichen Hoforchester in Meiningen, wo sein Freund Hans von Bülow den Dirigentenstab führte. Die Uraufführung allerdings spielte der Komponist wegen eines alten Versprechens am 9. November 1881 in Budapest mit dem Ungarischen Nationalorchester unter Leitung von Alexander Erkel. Die Meininger Erstaufführung folgte am 27. November: „Brahms‘ neues Klavierkonzert ist aller, aller, aller ersten Ranges, klingt wundervoll – nb. er spielt es unnachahmlich schön, mit einer Klarheit, Präzision und Fülle, die mich überrascht haben.” Der Pianist und Dirigent Hans von Bülow, von dem diese Laudatio stammt, gab 1882 dem Berliner Publikum Gelegenheit, sich von den Qualitäten seines Freundes Brahms ein Bild zu machen: Mit der Meininger Hofkapelle gastierte er im Gebäude der Singakademie am Festungsgraben. Am 8. Januar spielte Brahms das B-Dur-Konzert, Bülow dirigierte, am 9. Januar spielte Bülow das d-Moll-Konzert und Brahms dirigierte.
Allegro, nicht zu sehr
Noch bevor im ersten Satz, Allegro non troppo, ein klares Thema formuliert ist, beginnt Brahms schon mit dessen Verarbeitung. Das merkt man, nachdem die Anfangstakte – schönste romantische Horn-Harmonien, unmittelbar fortgesponnen vom Solo-Klavier – entwickelt sind. Auch der zweite Anlauf nimmt mit seinen kunstvollen Verwandlungen jeglicher Gestalten sofort Durchführungscharakter an, so dass verständlich wird, was Brahms‘ Freund, der Mediziner Theodor Billroth meint, wenn er dem schlicht-erhabenen Anfangsmotiv des ersten Satzes des Klavierkonzertes Nr. 2 prophezeit, es bäume sich späterhin zum Gebirge auf. Ein zweites Thema sorgt für tänzerische Impulse. Doch die heitere Stimmung schlägt immer wieder um in nach innen gekehrte Nachdenklichkeit, nur gelegentlich fährt sie in heftiger Erregung hoch. Die eigentliche Durchführung des Satzes ist erstaunlich kurz, während die Reprise, ähnlich der Exposition, erneut nicht etwa bilanziert, sondern weitere Dramatik und Überraschung auftürmt.
„Ein ganz kleines zartes Scherzo” nennt Brahms in gewohnt grotesker Untertreibung den folgenden Satz in einem Brief an Elisabeth von Herzogenberg. Und gegenüber Emma Engelmann spöttelt er im oben zitierten Brief über das nämliche Allegro appassionato: „Ach, und ein Scherzo ist zum Überfluß darin, von einer Zartheit, von einem Duft, von einem O, um es mit einem Buchstaben zu sagen!“ Der hochemotionale d-Moll-Satz, ein kantiger Bärentanz im weitgehend lichten B-Dur-Konzert, spannt gar den geistigen Bogen zu seinem stürmischen Vorgänger, zum Klavierkonzert Nr. 1 in d-Moll op. 15. Allerdings bremst ein seltsam entrücktes Unisono-Motiv der hohen Streicher den energischen Sturm des Scherzos mehrfach aus. Das Trio hingegen in festlich-ernstem Dur voller kontrapunktischer Finessen wird von einer fragenden Kantilene des Klaviers so nachhaltig hinterfragt, dass auch die Wiederholung des trotzigen Scherzo-Teiles in neuem Licht erscheint.

Jenseits der Leidenschaft
Ganz und gar als intimes Zwiegespräch, so stellt sich der dritte Satz, ein Andante in Liedform, dar. Das Klavier antwortet behutsam und ausführlich in innigem Dialog dem Gesang eines Solo-Violoncellos. Mit diesem Gesang betritt Brahms unüberhörbar weltabgewandtes, wenn nicht jenseitiges Terrain. Denn der Cellogesang birgt eine vielsagende Vorausnahme von Brahms‘ Lied „Immer leiser wird mein Schlummer“op. 105/2 (1886). Später lässt der Komponist in der Solo-Klarinette eine Dur-Variante des Liedes „Todessehnen“op. 86/6 (1879) anklingen. Und es taucht beziehungsvoll das Oboensolo aus dem ersten Satz „Selig sind die Toten“ des Deutschen Requiems auf.
Das Finale lebt von einem Hauptthema, das mit einer Fülle von Seitenthemen kokettiert und sogar – wie so oft bei Brahms – pseudoungarische, folkloristische Züge annimmt. Vielleicht bezieht sich Brahms Bemerkung, er habe an manchen Stellen zeigen wollen, „wie unnütz die Pauke im Orchester [ist] und wie das Pf. [Pianoforte] sie weit ersetzt und überholt im Singen“ (an Emma Engelmann) auf eine solche Passage im Finale. Ohne Hast wogt das Allegretto graziosozum resoluten Schluss, „quasi allegretto grandioso”. Mit verlegenem Ernst gesteht Brahms Emma Engelmann: „Ich habe auch mit dem Stück beabsichtigt, zu zeigen, wie der Künstler die Leidenschaft abstreifen muß, um in reinstem Aether mit vorbedachten Bakterien schwärmen zu können.“ Ein Klavierkonzert voller Kraft und Energie, aber auch reich an zarter Heiterkeit, an abgeklärter Weisheit – das fulminante B-Dur-Werk verkörpert zum ersten Mal die schon altersmilde zu nennende „Nach-Sicht“ des 48-jährigen Komponisten auf seine kaum nur sanft abgestreiften, sondern eher gewaltsam abgetrennten Leidenschaften. Später sollte ihn der wiedergewonnene innere Frieden zu solchen Meisterwerken wie den Fantasien, Intermezzi und Klavierstücken op. 116 bis 119 und dem Klarinettenquintett op. 115 befähigen. Auch Beethoven erlaubte sich namentlich in den langsamen Sätzen seiner Streichquartette op. 127 bis 135 eine ähnliche Nachsicht mit und auf sich selbst.
Richard Wagner
„Die Walküre“ WWV 86 b – 1. Akt, Konzertante Aufführung
Im Rausch der Musik
Wotan selber gibt im Gespräch mit Brünnhilde in der zweiten Szene des zweiten Aktes der „Walküre“ darüber Auskunft, Er erzählt der Lieblingstochter vom Erlahmen der Jugend und wie stattdessen Machtkalkül sich seiner bemächtigte. Er gierte, drohte, log, ignorierte, stahl und betrog – der ganz normale Macho-Wahnsinn. Dem „bangen Nibelung“, Alberich, entriss er gewaltsam den Ring der maßlosen Macht, „doch nicht dem Rhein gab ich ihn zurück: mit ihm bezahlt’ ich Walhalls Zinnen, der Burg, die Riesen mir bauten, aus der ich der Welt nun gebot.“ Nur eines hat er (noch) nicht verraten: seinen „großen Gedanken“, wie er aus dem Schlamassel wieder rauskommen will. Fricka, seine Ehefrau, bohrt und fragt, und er – wohl wissend, warum – verbirgt den Gedanken vor ihr. Es geht nämlich um die verrückte Idee, Götterschmach und Vertragsbruch durch einen Freien wiedergutmachen zu lassen, der unabhängig von den Göttern handelt.
Doch woher soll der kommen? Fricka, die wahre Hüterin eherner Gesetze (darunter der Ehe als vertraglich geschlossenem Bund ohne Notwendigkeit gegenseitiger Liebe), ist zu Recht misstrauisch. Denn nicht ihrem Rat hat Wotan ernstlich vertraut, sondern dem von Erda, der Urmutter! Und nicht nur dies: „Die alles weiß, was einstens war, Erda, die weihlich weiseste Wala, riet mir ab von dem Ring, warnte vor ewigem Ende. Von dem Ende wollt’ ich mehr noch wissen; doch schweigend entschwand mir das Weib... Da verlor ich den leichten Mut, zu wissen begehrt’ es den Gott: in den Schoß der Welt schwang ich mich hinab, mit Liebeszauber zwang ich die Wala, stört’ ihres Wissens Stolz, daß sie Rede nun mir stand. Kunde empfing ich von ihr; von mir doch barg sie ein Pfand: der Welt weisestes Weib gebar mir, Brünnhilde, dich.“
Wotan, der Schwerenöter, gerade noch hatte er im Triumphgeheul des „Rheingoldes“ seiner Frau Fricka vollmundig versprochen, im neuerbauten Eigenheim endlich das von ihr ersehnte ruhige Familienleben zu teilen, da zog es ihn schon wieder auf Pirsch. (Ein Schelm, der hier sogleich an Wagners seinerzeit akute biographische Situation, an das „Asyl“ in Zürich, an Minna und Mathilde denkt!) Zu allem Überfluss blieb Brünnhilde beileibe nicht das einzige Unterpfand von Wotans ungebrochenem Liebeszauber. Acht weitere Walküren, deren Mütter freilich im Dunkel blieben, zeugte sich Wotan zum Schutze der Götterburg. Und dann noch zwei Menschenkinderzwillinge, beide ebenfalls ohne namentlich erwähnte Mutter.
Agonie und Aufbruch
Um genau diese beiden Menschenkinder geht es im ersten Akt der „Walküre“. Kaum ist der einleitende Orchestersturm, pure Angst verbreitend, verebbt, da kommt ein Mensch zur Ruhe. Nackt (ohne Orchester) und schutzlos (ohne Waffen) sucht er Unterschlupf, sich der Güte seiner Gastgeber ausliefernd: „Wes Herd dies auch sei, hier muß ich rasten.“ Nun, der Herd in der Hütte, die rund um eine gewaltige Esche gebaut ist, gehört Hunding. Der ist nicht zu Hause, wohl aber seine Frau. Sie wundert sich mit Worten: „Ein fremder Mann?“ In der Musik (Cellosolo) aber ist von vornherein klar, dass sich hier zwei gefunden haben, die zueinander gehören, auch und erst recht, weil das Motiv eine Variante des Motivs der Liebestragik darstellt, wie es bereits im „Rheingold“ erklungen ist. Die Frau spricht, ohne noch ihren Namen zu nennen, sofort ihr Schicksal an: „Dies Haus und dies Weib sind Hundings Eigen“, und, nachdem der Fremde höflich wieder gehen will, um die Frau nicht mit seinen eigenen Problemen zu belasten, hält sie ihn energisch zurück: „Nicht bringst du Unheil dahin, wo Unheil im Hause wohnt!“ Welcher Cis-Mann wüsste nicht spätestens jetzt, was zu tun ist! Zumal die musikalische Sprache der Frau von holder Sehnsucht getränkt ist – mittels eines Motivs, welches das Ring-Motiv tongenau spiegelt, also dessen Verhängnis schlicht ins Gegenteil verkehrt.
Alsbald kommt Hunding mit orchestralem Gebrüll. Die Musik lässt keinen Zweifel: Er stammt vom Geschlecht der Riesen ab. Oder doch nicht? Denn auch das Schmiede-Motiv der Nibelungen, das aufflackert, als er den Fremden nötigt, von seinen letzten Kämpfen zu erzählen – gegen niemand anderen als gegen Hundings eigene Sippe – könnte dem heimgekehrten Hausherrn zugeordnet werden. Aber Wagner wirft wohl eher alle brachialen Berserker – Riesen, Nibelungen, Hunding und nicht zuletzt sogar Wotan – durch einheitliche rhythmische Charakterisierung in ein und denselben Topf: „Sie sind die Knechte, die Unfreien, die an Gesetze und Verträge Gebundenen im Drama.“ (Erich Rappl, 1967) Dazu gehört auch, dass dem Fremden Gastrecht zu gewähren ist, und sei er der größte Feind. Die längere Schilderung der Heldentaten des Wälsen-Sohnes – als der sich der Fremde zu erkennen gibt – verdichtet die bösen Ahnungen Hundings und zugleich die freudigen Hoffnungen von dessen Frau. Die Musik tut ein Übriges, sie stellt vielfältige innere Beziehungen der Beteiligten her.
Das Thema Hunding wird mittels Schlaftrank vertagt. „Stummes Spiel nun, eine Pantomime, vom Orchester geführt. Sieglindes Blick sucht den des Gastes, lenkt ihn zwingend auf eine bestimmte Stelle im Eschenstamm. Zart untermalen erst die Holzbläser das Spiel, bis die Basstrompete entscheidend ausholt, leise nachgeahmt von Oboe und Englischhorn: Es handelt sich – natürlich – um das Schwert-Motiv, wie es zum Finale des Rheingolds erklang – vorerst fragend und ahnend in Moll verhüllt. Jenes Motiv, das Wotans ‚großen Gedanken’ wiedergab. Abgewandelt trägt es nun den großen Ausbruch dessen, der in dunkler Einsamkeit, vom verglimmenden Herdfeuer matt beleuchtet, einen Ausweg sucht: Ein Schwert verhieß mir der Vater.“ (Peter Wapnewski, 1995) „Bis zur Anrufung des Vaters – ‚Wälse! Wälse ! Wo ist dein Schwert?’ – dominiert der Rhythmus Hundings, des Zwangs, der Knechtschaft, – um es noch symbolischer auszudrücken – der Rhythmus der Speerträger. Nun aber wird dieser Rhythmus durchbrochen. Die göttliche Helden-Idee wird bei den Wälse-Rufen förmlich neu geboren … und die C-Dur-Schwert-Fanfare strahlt auf.“ (Rappl, 1967)
Jetzt vollendet sich auch für die Frau das Erinnerungspuzzle. Der Wanderer, der das Schwert in den Eschenstamm gerammt hatte, war kein anderer als beider Vater, Wälse-Wotan, der Gott! Die Musik bekräftigt es unentwegt. Doch bevor sich der Held dem verheißenen Schwert zuwendet, umarmt er die Frau. „Winterstürme wichen dem Wonnemond“ singt der nicht mehr Fremde, „als habe sein Komponist sich niemals verlautbart wider das belkantistische Opernvehikel der (Nummern-)Arie“ (Wapnewski, 1995). Nun ist es an der Zeit, dass man sich beim Namen nennt. Sieglinde kündet ihrem Bruder den seinen: Siegmund. Unversehens wandelt sich der Bruder zum Geliebten. Die beiden achten gleich doppelt nicht der heiligsten Gesetze menschlicher wie göttlicher Ordnung: Sie begehen Ehebruch und Inzest in einem.
„Zum dramatischen Höhepunkt der Liebesszene wird der Augenblick, da Siegmund nach dem Schwert im Eschenstamm greift. Zu den Worten ‚Heiligster Minne höchste Not’ intoniert er dabei die Entsagungsformel (‚Nur wer der Minne Macht entsagt’), freilich nicht, um sie zu erfüllen, sondern zu durchbrechen.“ (Rappl, 1967) Doch liegt der Sinn nicht tiefer? Das Schwert ist ein Symbol der Macht, ein Werkzeug Wotans. Im Moment, da sich Siegmund seiner bemächtigt, drängt es ihn „zu Tat und Tod“. Das ist schwerlich vereinbar mit heiligster Minne, mit reiner Liebe. Siegmund wird an der Liebe festhalten, aber er wird es büßen mit seinem Leben. Doch vorerst wird gefeiert: „So blühe denn Wälsungenblut!“ Das kurze Nachspiel des Orchesters bringt die Sache auf den (Höhe-)Punkt.
© Steffen Georgi
Libretto-Text
Heinrich Heine
Walküren
Unten Schlacht. Doch oben schossen
Durch die Luft auf Wolkenrossen
Drei Walküren, und es klang
Schilderklirrend ihr Gesang:
„Fürsten hadern, Völker streiten,
Jeder will die Macht erbeuten;
Herrschaft ist das höchste Gut,
Höchste Tugend ist der Mut.
Heisa! vor dem Tod beschützen
Keine stolzen Eisenmützen,
Und das Heldenblut zerrinnt
Und der schlechtre Mann gewinnt.
Lorbeerkränze, Siegesbogen!
Morgen kommt er eingezogen,
Der den Bessern überwand
Und gewonnen Leut und Land.
Bürgermeister und Senator
Holen ein den Triumphator,
Tragen ihm die Schlüssel vor,
Und der Zug geht durch das Tor.
Hei! da böllerts von den Wällen,
Zinken und Trompeten gellen,
Glockenklang erfüllt die Luft,
Und der Pöbel ‚Vivat!’ ruft.
Lächelnd stehen auf Balkonen
Schöne Fraun, und Blumenkronen
Werfen sie dem Sieger zu.
Dieser grüßt mit stolzer Ruh.“
Kurzbiographien
Vladimir Jurowski

Vladimir Jurowski ist seit 2017 Chefdirigent und Künstlerischer Leiter des RundfunkSinfonieorchesters Berlin (RSB). 2023/2024 setzten seine Konzerte, Tourneen und Aufnahmen die Glanzpunkte der Jubiläumssaison „RSB100“. Sein aktueller Vertrag in Berlin läuft bis 2029. Parallel dazu ist er seit 2021 Generalmusikdirektor der Bayerischen Staatsoper in München.
Vladimir Jurowski, einer der gefragtesten Dirigenten unserer Zeit, der weltweit für seine innovativen musikalischen Interpretationen und ebenso für sein mutiges künstlerisches Engagement gefeiert wird, wurde 1972 in Moskau geboren und absolvierte den ersten Teil seines Musikstudiums am Music College des Moskauer Konservatoriums. 1990 siedelte er mit seiner Familie nach Deutschland über und setzte seine Studien an den Musikhochschulen in Dresden und Berlin fort. 1995 debütierte er beim irischen Wexford Festival mit Rimski-Korsakows „Mainacht“ und 1996 am Royal Opera House Covent Garden mit „Nabucco“. Anschließend war er Erster Kapellmeister der Komischen Oper Berlin (1997-2001).
Bis 2021 arbeitete Vladimir Jurowski fünfzehn Jahre lang als Chefdirigent des London Philharmonic Orchestra (LPO) und wurde inzwischen zu dessen „Conductor Emeritus“ ernannt. In Großbritannien leitete er von 2001 bis 2013 als Musikdirektor der Glyndebourne Festival Opera eine breite Palette von hochgelobten Produktionen. Seine enge Verbindung zum britische Musikleben wurde im Frühjahr 2024 von König Charles III. dadurch gewürdigt, dass er Vladimir Jurowski zum Honorary Knight Commander of the Most Excellent Order of the British Empire (KBE) ernannte. Im April 2024 kehrte Vladimir Jurowski als Gast nach London zurück, um mit dem LPO in der Royal Festival Hall den konzertanten Aufführungszyklus von Wagners „Ring“ mit der „Götterdämmerung“ zu vollenden.
Ebenfalls bis 2021 war er Künstlerischer Leiter des Staatlichen Akademischen Sinfonieorchesters „Jewgeni Swetlanow“ der Russischen Föderation und Principal Artist des Orchestra of the Age of Enlightenment in Großbritannien, außerdem Künstlerischer Leiter des Internationalen GeorgeEnescu-Festivals in Bukarest. Darüber hinaus arbeitet er seit vielen Jahren mit dem Ensemble unitedberlin zusammen. Die Auftritte in Russland hat Vladimir Jurowski seit Februar 2022 ausgesetzt. Ukrainische Werke sind und bleiben Bestandteil seines Repertoires ebenso wie die Werke russischer Komponisten.
Vladimir Jurowski hat Konzerte der bedeutendsten Orchester Europas und Nordamerikas geleitet, darunter die Berliner, Wiener und New Yorker Philharmoniker, das königliche Concertgebouworchester Amsterdam, das Cleveland und das Philadelphia Orchestra, die Sinfonieorchester Boston und Chicago, das Tonhalle-Orchester Zürich, die Sächsische Staatskapelle Dresden und das Gewandhausorchester Leipzig. Er gastiert regelmäßig bei den Musikfestivals in London, Berlin, Dresden, Luzern, Schleswig-Holstein und Grafenegg. Obwohl Vladimir Jurowski von Spitzenorchestern aus der ganzen Welt als Gastdirigent eingeladen wird, konzentriert er seine Aktivitäten inzwischen auf jenen geographischen Raum, den er unter ökologischem Aspekt mit vertretbarem Aufwand gut erreichen kann.
Die gemeinsamen CD-Aufnahmen von Vladimir Jurowski und dem RSB begannen 2015 mit Alfred Schnittkes Sinfonie Nr. 3. Es folgten Werke von Britten, Hindemith, Strauss, Mahler und erneut Schnittke. Vladimir Jurowski wurde vielfach für seine Leistungen ausgezeichnet, darunter mit zahlreichen internationalen Schallplattenpreisen. 2016 erhielt er aus den Händen des heutigen Königs Charles III. die Ehrendoktorwürde der Royal Philharmonic Society. 2020 wurde Vladimir Jurowskis Tätigkeit als Künstlerischer Leiter des George-Enescu-Festivals vom Rumänischen Präsidenten mit dem Kulturverdienstorden gewürdigt.
Sir Stephen Hough

Sir Stephen Hough, der vom Magazin „The Economist“ zu einem der zwanzig lebenden Universalgelehrten gezählt wurde, verbindet eine herausragende Karriere als Konzertpianist mit der eines Komponisten und Schriftstellers. In Anerkennung seines Beitrags zum kulturellen Leben wurde er als erster klassischer Musiker mit einem MacArthur-Stipendium ausgezeichnet und im Rahmen der Geburtstags-Ehrungen der Königin 2022 für seine Verdienste um die Musik zum Ritter geschlagen.
In seiner über 40-jährigen Karriere hat Hough regelmäßig mit den meisten der weltweit führenden Orchester gespielt, darunter im Fernsehen und auf Film festgehaltene Auftritte mit den Philharmonischen Orchestern von Berlin, London, China, Seoul und New York sowie mit dem Concertgebouw-Orchester, dem Budapester Festivalorchester und dem NHK-Sinfonieorchester. Er ist regelmäßiger Gast bei Konzertreihen und Festivals weltweit, darunter in der Carnegie Hall, der Londoner Royal Festival Hall, in Salzburg, Verbier, La Roque-d’Anthéron, Aspen, Tanglewood, Aldeburgh und Edinburgh.
Sir Stephen Hough eröffnet seine Saison 2025/26 in der Elbphilharmonie und läutet damit die Spielzeit des Hamburger Staatsorchesters unter seinem neuen Chefdirigenten Omer Meir Wellber mit Beethovens Klavierkonzert Nr. 3 ein, für das er einen brandneuen zweiten Satz komponiert hat. In den folgenden 12 Monaten gibt er mehr als 60 Konzerte und Recitals auf drei Kontinenten und tritt mit führenden Orchestern in den USA, Europa und Asien auf. In dieser Saison findet zudem die Asienpremiere seines Klavierkonzerts „The World of Yesterday“ – benannt nach Stefan Zweigs Memoiren – mit dem Singapore Symphony Orchestra statt, gefolgt von der Korea-Premiere mit Symphony S.O.N.G. Zu seiner Saison gehören auch eine Reihe hochkarätiger Solokonzerte, darunter in der Wigmore Hall in London und beim Klavierfestival Ruhr in Deutschland. Sein Klavierquintett (Les Noces Rouges), inspiriert von einer Episode aus dem Roman „My Ántonia“ der amerikanischen Schriftstellerin Willa Cather und 2024 von der Lincoln Center Chamber Music Society in Auftrag gegeben, wird seine Europa- und UK-Premiere in der National Concert Hall in Dublin und im Southbank Centre in London feiern.
Als Komponist wurde Houghs „Fanfare Toccata“ für den Internationalen Van-Cliburn-Klavierwettbewerb 2022 in Auftrag gegeben und von allen 30 Teilnehmern aufgeführt. Sein Streichquartett Nr. 1 „Les Six Rencontres“ aus dem Jahr 2021 wurde für das Takács Quartett geschrieben und von diesem für Hyperion Records aufgenommen. Houghs Lied-, Chor- und Instrumentalwerke wurden vom Musée du Louvre, der National Gallery in London, der Westminster Abbey, der Westminster Cathedral, der Wigmore Hall, der Genesis Foundation, dem Gilmore International Keyboard Festival, der Walter W. Naumburg Foundation, BBC Sounds und dem Berliner Philharmonischen Bläserquintett in Auftrag gegeben. Seine Musik wird vom Verlag Josef Weinberger Ltd. verlegt.
Als Autor veröffentlichte Hough im Frühjahr 2023 bei Faber & Faber seine Memoiren „Enough: Scenes from Childhood“. Sie folgen auf seinen 2019 erschienenen Essayband „Rough Ideas: Reflections on Music and More“, der mit dem Royal Philharmonic Society Award ausgezeichnet und von der Financial Times zu einem der Bücher des Jahres gekürt wurde. Sein Roman „The Final Retreat“ erschien 2018 (Sylph Editions). Er hat außerdem für die New York Times, den Telegraph, die Times, den Guardian und den Spectator geschrieben. Hough ist Ehrenmitglied des Middle Temple, Ehrenmitglied der Royal Philharmonic Society, Ehrenmitglied des Girton College der Universität Cambridge, Inhaber des internationalen Lehrstuhls für Klavierstudien und Companion des Royal Northern College of Music sowie Mitglied der Fakultät der Juilliard School in New York.
Irene Roberts

Die in Sacramento (Kalifornien) geboren Sängerin Irene Roberts zählt zu den bemerkenswertesten Mezzosopranistinnen ihrer Generation und überzeugt durch große vokale Ausdruckskraft und eindringliche Bühnenpräsenz. In der Spielzeit 2025/26 ist sie als Brangäne in Wagners Tristan und Isolde an der Deutschen Oper Berlin, an der Niederländischen Nationaloper in Amsterdam sowie bei den Internationalen Maifestspielen in Wiesbaden zu erleben. An der Deutschen Oper Berlin singt sie außerdem Carmen und Kundry (Parsifal). Höhepunkt der Saison ist ihr Rollendebüt als Sieglinde in Tobias Kratzers Neuproduktion von Die Walküre an der Bayerischen Staatsoper.
Bei den Bayreuther Festspielen 2024 gab Irene Roberts ihr umjubeltes Festspieldebüt als Venus in Tobias Kratzers gefeierter Tannhäuser-Inszenierung, eine Rolle, die sie mit großem Erfolg auch bereits 2023 beim Edinburgh International Festival und 2022 an der Opéra National de Lyon sang. Von 2015/16 bis 2023/24 war Irene Roberts Ensemblemitglied der Deutschen Oper Berlin, wo sie ein breites Repertoire sang, darunter Hänsel, Marguerite (La damnation de Faust), Nicklausse, Cherubino, Rosina, Brangäne und die Titelrolle in Carmen. Als Gast war sie an der Deutschen Oper seitdem als Eboli (Don Carlo), Kundry und erneut als Carmen zu erleben. Weitere Gastengagements führten Irene Roberts u. a. an die Bayerische Staatsoper (Suzuki, Kundry), zu den Tiroler Festspielen Erl (Kundry), an die Staatsoper Hannover (Kundry), an das Teatro Massimo Palermo (Brangäne), an das New National Theatre Tokyo (Amneris), an das Teatro La Fenice (Amneris), an die Opéra National de Lorraine und die Opéra de Dijon (Boesmans‘ Julie), an das Stadttheater Klagenfurt (Venus), an die Niederländische Nationaloper (Muse/Nicklausse) sowie zum Macerata Opera Festival (Carmen), in den USA an die San Francisco Opera (Offred/ The Handmaid’s Tale, Carmen, Dorabella u.a.), an die Metropolitan Opera, die Palm Beach Opera, die Atlanta Opera, die Lyric Opera of Kansas City, die New Orleans Opera und die Lyric Opera Baltimore.
Irene Roberts ist auf der Studioaufnahme von Opera Rara als Malvina Douglas in Mercadantes Il Proscritto unter der Leitung von Carlo Rizzi zu hören, die 2023 veröffentlicht wurde. Auch als Konzertsängerin ist Irene Roberts international gefragt, u. a. mit dem Los Angeles Philharmonic unter Gustavo Dudamel, dem Swedish Radio Symphony Orchestra unter Daniel Harding, der San Francisco Symphony und Atlanta Symphony Orchestra unter Sir Donald Runnicles sowie mit Rezitals an der Wigmore Hall London.
Joachim Bäckström

Der schwedische Tenor Joachim Bäckström eröffnete seine Saison 2025/26 mit seinem Rollendebüt als Lohengrin an der Malmö Opera und wird diesen Winter sein Hausdebüt an der Opéra de Monte-Carlo als Siegmund geben. Es folgt ein weiteres Hausdebüt an der Bayerischen Staatsoper als Narraboth in Salome und eine Rückkehr zur Rolle des Siegmund in der Neuproduktion der Walküre des Ensembles. Im April 2026 debütiert er mit dem Rundfunk-Sinfonieorchester Berlin unter der Leitung von Vladimir Jurowski in einer konzertanten Aufführung von Die Walküre.
Joachim Bäckström begann die Saison 2024/25 als Don José in Carmen sowohl an der Königlichen Oper Stockholm als auch an der Oper Göteborg, gefolgt von Peter Grimes, ebenfalls an der Oper Göteborg, und Cavaradossi in Tosca an der Norwegischen Nationaloper.
Joachim Bäckström ist regelmäßig als Gastsolist an der Oper Göteborg tätig, wo er in Rollen wie Hoffmann in Les Contes d’Hoffmann, Don José, Turiddu in Cavalleria Rusticana, Michel in Martinůs Trois fragments de Juliette, Francis in der Weltpremiere der Oper Mythomania von Paula af Malmborg Ward, Grigorij in Boris Godunow, Theseus in Monster in the Maze und Laertes in Thomas’ Hamlet.
Seit seinem Hausdebüt als Tamino war Joachim in mehreren Produktionen zu Gast an der Königlichen Oper Stockholm. 2019/20 gab er sein Rollendebüt als Siegmund in Die Walküre, was ihm internationale Aufmerksamkeit einbrachte, und 2023/24 gab Joachim dort sein Rollendebüt als Parsifal. An der Finnischen Nationaloper sang Joachim die Rolle des Siegmund in einer Neuproduktion von Die Walküre und die Rolle des Erik in Der fliegende Holländer. Er sang die Titelrolle in David Radoks preisgekrönter Neuproduktion von Peter Grimes am Janáček-Theater in Brünn und trat als Don Carlos am Theater Basel auf.
Als Don José in Carmen trat Joachim Bäckström an der Norwegischen Nationaloper, der Finnischen Nationaloper, der Königlich Dänischen Oper, der Opera Østfold in Norwegen, der Malmö Opera und an den Wuppertaler Bühnen in Deutschland auf. Er sang Tamino in Die Zauberflöte am Le Grand Théâtre de Genève, an der Königlich Dänischen Oper und an der Königlich Schwedischen Oper. 2017. Für seine Interpretation des Hoffmann in Les contes d’Hoffmann am Musiktheater im Revier in Gelsenkirchen erhielt er große Anerkennung. Joachim sang Atis in Joseph Martin Krauss’ Proserpin bei den Musikfestspielen Potsdam Sanssouci und Duca in Rigoletto an der NorrlandsOperan in Schweden.
An der Malmö Opera hat Joachim die Rollen des Des Grieux in Massenets Manon, des Rodolfo in La Bohème und des Roméo in Roméo et Juliette, des Tamino, des Pinkerton in Madame Butterfly, des Steva in Jenufa und des Don José gesungen. Joachim Bäckström studierte an der Königlich Dänischen Opernakademie in Kopenhagen und debütierte im Januar 2010 als Don José an der Königlich Dänischen Oper. Joachim Bäckström erhielt Stipendien und Auszeichnungen wie Birgit Nilsson, Christina Nilsson, Jussi Björling Society, Oscar Crawford, Odd Fellow und Idella Foundation.
Mika Kares

Mika Kares ist einer der international gefragtesten Bässe der heutigen Zeit. Sein breit gefächertes Repertoire beinhaltet neben Mozart und den großen Verdi- und Wagner-Partien auch bedeutende Werke der slawischen und finnischen Tradition.
Ausgezeichnet durch seine stimmliche Klangschönheit, gastiert Kares an den renommiertesten Opern- und Konzerthäusern sowie bei führenden Festivals und hat mit Dirigenten wie Christian Thielemann, Simone Young, Teodor Currentzis, Nikolaus Harnoncourt, Fabio Luisi, Marc Minkowski, Zubin Mehta, Riccardo Muti, Franz Welser-Möst, Sebastian Weigle, François-Xavier Roth, Klaus Mäkelä, Kent Nagano, Kirill Petrenko, Marco Armiliato, Thomas Guggeis und Tarmo Peltokoski zusammengearbeitet.
Opernhöhepunkte der jüngsten Spielzeiten waren u.a. sein Hagen/Götterdämmerung bei den Bayreuther Festspielen, an der Wiener Staatsoper und der Berliner Staatsoper (wo er auch Fasolt und Hunding sang sowie Vodník/Rusalka, Ivan/Chowanschtschina und Zaccaria/Nabucco in Neuproduktionen), Blaubart/Herzog Blaubarts Burg bei den Salzburger Festspielen, Sarastro/Die Zauberflöte am Royal Opera House Covent Garden und der Bayerischen Staatsoper München, Il Commendatore/Don Giovanni an der Lyric Opera of Chicago und bei den Salzburger Festspielen sowie dem Savonlinna Opera Festival, Daland/Der fliegende Holländer an der Lyric Opera, Fafner/Das Rheingold und Jacopo Fiesco/Simon Boccanegra an der Opéra National de Paris, Heinrich der Vogler/Lohengrin, König Marke/Tristan und Isolde, Padre Guardiano/La forza del destino und Balthazar/La Favorite an der Bayerischen Staatsoper, Gremin/Eugen Onegin an der Wiener Staatsoper, Landgraf Hermann/Tannhäuser am Royal Opera House und dem Opernhaus Zürich, Zaccaria/Nabucco an der Deutschen Oper Berlin, Inquisitor/Der feurige Engel am Teatro Real de Madrid, Großinquisitor/Don Carlo am Teatro alla Scala, Ramfis/Aida am Théâtre Royal de La Monnaie in Brüssel sowie die finnischen Hauptpartien Antti/The Horseman (A. Sallinen) an der Finnish National Opera und Paavo/The Last Temptations (J. Kokkonen) an der Oper Tampere und dem Savonlinna Festival, wo er jüngst ebenfalls die Titelpartie in Boris Godunow debütierte.
Mika Kares ist zudem ein sehr gefragter Konzertsänger. Sein breit gefächertes Konzertrepertoire beinhaltet Schlüsselwerke wie Mozarts Requiem, Rossinis Stabat Mater, Beethovens 9. Sinfonie und Missa solemnis, Verdis Messa di Requiem, Mahlers 8. Sinfonie sowie Schostakowitschs Sinfonien Nr. 13 und 14.
Konzerthighlights der letzten Spielzeiten waren die konzertanten Aufführungen von Tschaikowskis Jolanthe/König René mit Kirill Petrenko und den Berliner Philharmonikern, von Strauss‘ Capriccio/La Roche mit Christian Thielemann und Adriana Lecouvreur/Fürst von Boullion mit Anna Netrebko und Marco Armiliato, jeweils bei den Salzburger Festspielen, Beethovens 9. Sinfonie mit dem hr-Sinfonieorchester sowie bei den BBC Proms unter der Leitung von Sakari Oramo, Verdis Requiem mit dem Gewandhausorchester unter Franz Welser-Möst, Mozarts Requiem mit dem Chicago Symphony Orchestra (Riccardo Muti) und den Wiener Philharmonikern, Schostakowitschs 14. Sinfonie unter Klaus Mäkelä mit dem Oslo Philharmonic, Mahlers Sinfonie Nr. 8 mit dem Finnish Radio Symphony Orchestra und Hannu Lintu, sowie eine konzertante Aufführung von Herzog Blaubarts Burg mit dem Helsinki Philharmonic Orchestra und Susanna Mälkki, die bei BIS Records als CD erschienen ist und 2021 für den Grammy nominiert wurde.
Weitere Auszeichnungen sind der BBC Music Magazine’s Opera Award 2017 für die Aufnahme Don Giovanni mit Teodor Currentzis und musicAeterna, die Nominierung als Beste Opernaufnahme bei den International Classical Music Awards 2019 für Boris Godunow mit Kent Nagano und dem Gothenburg Symphony Orchestra, die Nominierung bei den International Opera Awards 2014 mit der Aufnahme ‚Der fliegende Holländer/Le Vaisseau fantome (Wagner/Dietsch)‘ mit Marc Minkowski und Les Musiciens du Louvre, sowie die Nominierung als Male Singer of the Year bei den International Opera Awards 2023 sowie 2025.
In der laufenden Spielzeit 2025-26 wird er erneut in Paris zu erleben sein, wenn der dritte Teil von Calixto Bieitos RING, Siegfried, Premiere feiert mit Kares als Fafner. Zudem steht er an der Berliner Staatsoper wieder als Fasolt, Hunding und Hagen in der Wiederaufnahme des RINGs von Dmitri Tcherniakov und unter der Leitung von Christian Thielemann auf der Bühne, sowie als Iwan in der Wiederaufnahme von Chowanschtschina. Neuproduktionen von Don Carlo/Filippo II und Jolanthe/König René bringen ihn wieder nach Tampere und Helsinki. Auf der Konzertbühne ist er ebenfalls mit den großen Wagner-Partien zu hören, so u.a. als König Marke/Tristan und Isolde in Helsinki und als Hunding/Die Walküre in Lissabon sowie mit dem SWR Symphonieorchester unter Francois-Xavier Roth und dem Rundfunk-Sinfonieorchester Berlin unter Vladimir Jurowski.
Im Sommer 2026 kehrt Mika Kares an den grünen Hügel in Bayreuth zurück, wo er im RING wieder als Fasolt, Hunding und Hagen sowie im Fliegenden Holländer als Daland zu hören ist.
RSB-Abendbesetzung
Violine 1
Ofer, Erez
Herzog, Susanne
Yoshikawa, Kosuke
Neufeld, Andreas
Beckert, Philipp
Feltz, Anne
Pflüger, Maria
Polle, Richard
Shalyha, Bohdan
Stangorra, Christa-Maria
Tast, Steffen
Seogyun, Noh
Cho, Yujin
Bernsdorf, Romina
Violine 2
Contini, Nadine
Simon, Maximilian
Drop, David
Petzold, Sylvia
Bara-Rast, Ania
Buczkowski, Maciej
Draganov, Brigitte
Eßmann, Martin
Färber-Rambo, Juliane
Hetzel de Fonseka, Neela
Manyak, Juliane
Palascino, Enrico
Seidel, Anne-Kathrin
Seo, Bohun
Viola
Regueira-Caumel, Alejandro
Adrion, Gernot
Silber, Christiane
Zolotova, Elizaveta
Drop, Jana
Doubovikov, Alexey
Montes, Carolina
Inoue, Yugo
Nell, Lucia
Solle, Miriam
Ahn, Seun
Paté, Livia Marine
Violoncello
Gutzeit, Konstanze von
Riemke, Ringela
Breuninger, Jörg
Weiche, Volkmar
Albrecht, Peter
Bard, Christian
Boge, Georg
Kipp, Andreas
Weigle, Andreas
Lee, Danbin
Kontrabass
Wagner, Marvin
Figueiredo, Pedro
Rau, Stefanie
Ahrens, Iris
Buschmann, Axel
Gazale, Nhassim
Schwärsky, Georg
Zon, Jakub
Flöte
Schaaff, Ulf-Dieter
Döbler Rudolf
Schreiter, Markus
Dallmann, Franziska
Oboe
Lazzari, Leandro
Grube, Florian
Vogler, Gudrun
Herzog, Thomas
Klarinette
Kern Michael
Pfeifer, Peter
Korn, Christoph
Simpfendörfer, Florentine
Fagott
Kofler, Miriam
Voigt, Alexander
Königstedt, Clemens
Horn
Ember, Daniel
Kühner, Martin
Klinkhammer, Ingo
Rast, Quirin
Mentzen, Anne
Stephan, Frank
Hetzel de Fonseka, Felix
Steininger, Timo
Trompete
Dörpholz, Florian
Gruppe, Simone
Hofer, Patrik
Basstrompete
Halder, Guntram
Posaune
Pollock, Louise
Hauer, Dominik
Vörös, József
Taveira Silva, Diogo
Tuba
Schmidt, Jannick
Harfe
Edenwald, Maud
Schuitemaker, Annelie
Pauke
Eschenburg, Jakob
Vorschau kommende Konzerte
Kooperation

Bildrechte
RSB im Konzerthaus © Peter Meisel
Titelbild © Joseph Ruben