Digitales Programm

Di 25.11.2025 Giedrė Šlekytė 

Victor Julien-Laferrière

20:00 Uhr Konzerthaus Berlin

John Adams

„Short Ride in a Fast Machine“ – Fanfare für Orchester

Robert Schumann

Konzert für Violoncello und Orchester a-Moll op. 129

Pause

Anna Clyne

„This Midnight Hour“

Béla Bartók

„Der wunderbare Mandarin“ – Suite für Orchester aus der gleichnamigen Pantomime op. 19

Mitwirkende

Giedrė Šlekytė 

Dirigentin

Victor Julien-Laferrière

Violoncello

Achterbahnfahrt der Gefühle

„Kennen Sie das, wenn Sie jemand zu einer Fahrt in einem tollen Sportwagen einlädt und Sie sich dann wünschen, Sie hätten es nicht getan?“ John Adams nimmt Sie mit auf eine kurze Reise in einem rasenden Gefährt. Doch keine Angst, Sie werden begeistert sein. Denn: „Ich bin in einem Haushalt aufgewachsen, in dem keine Unterschiede zwischen Benny Goodman und Mozart gemacht wurden.“ Solche Erfahrungen prägten das musikalische Wertesystem von John Adams. Hier können Sie schon einen kleinen Ausschnitt aus dem Werk hören.

Nicht minder um den Kitzel der Angst geht es in Béla Bartóks packendem Orchesterwerk aus dem Zuhältermilieu der 1920er-Jahre. Die Geschichte mündet in einem brutalen Mord. Bartók zeigt mit musikalischen Mitteln die „Hässlichkeit und Widerlichkeit der zivilisierten Welt“, wie er selbst sagt.
Ein melancholischer Walzer irrt zwischen zwei musikalischen Welten hin und her, die von zwei Gedichten inspiriert worden sind. Das ist „Midnight Hour“ von Anna Clyne (geb. 1980). Ein Gedicht von Juan Ramón Jiménez (1881-1958) beschreibt Musik als eine nackte Frau, die sich „wie verrückt durch die reine Nacht“ bewegt. Das andere Gedicht von Charles Baudelaire (1821-1867) spricht von „Klängen und Düften, die sich in der Abendluft drehen“… Das könnte genau die Atmosphäre sein, in welche Sie zuvor das schwärmerische Cellokonzert von Robert Schumann geführt hat.

"Muss es sein?" - Der Konzertpodcast

John Adams

„Short Ride in a Fast Machine“ – Fanfare für Orchester

Ein kurzer Höllenritt

Wann hat man bei zeitgenössischer Musik schon mal etwas zu lachen? Reine, ansteckende Freude, das ist die Botschaft von John Adams „Short Ride in a Fast Machine“. „Kennen Sie das Gefühl, wenn man Sie zu einer Fahrt in einem tollen Sportwagen einlädt und Sie es dann bereuen?“ Augenzwinkernd jagt der US-amerikanische Komponist das große Sinfonieorchester und mit ihm das gesamte Publikum durch einen schnurgeraden Rhythmustunnel. Ein Schlaginstrument namens Holzblock gibt im Fortissimo das Tempo vor. Vier Trompeten fallen mit ein, gar nicht zart. Dann verdoppeln die Klarinetten das Metrum, indem sie jeden Schlag noch einmal unterteilen. Und ab geht die Post mit allen Zaubertricks, die John Adams so glänzend beherrscht: Zuerst ist da die „minimal music“, die Ende der 1950er-Jahre in den USA als Gegenströmung zu den in Europa bevorzugten „dissonanten Verrenkungen und Konstrukten“ entwickelt worden war. Vorbilder dafür liegen in außereuropäischen Kulturen, etwa in südafrikanischen Rhythmusmustern oder in indischen Klangflächen. Merkmale sind stereotype Rhythmuspatterns, Wiederholungen von kleinsten melodischen Floskeln und – wichtig – die geringfügige Verschiebung dieser Parameter gegeneinander. Zusätzlich verwendet Adams lateinamerikanische Musikidiome, Effekte aus der nord- und mittelamerikanischen Popmusik, aber auch Errungenschaften der europäischen Moderne und nicht zuletzt hoffnungslos romantische Harmonien in der Tradition des späten 19. Jahrhunderts.

„Short Ride in a Fast Machine wurde zuerst am 13. Juni 1986 vom Pittsburgh Symphony Orchestra aufgeführt. Elf Jahre später, 1997, sollte es die legendäre britische „Last Night of the Proms“ eröffnen. Doch der Tod von Lady Diana nach einem schweren Verkehrsunfall auf der Flucht vor einer Horde Paparazzi auf Motorrädern führte zu einer Absetzung des Stückes. Vier Jahre später, am 15. September 2001, stand Adams’ Stück wiederum auf dem Programm der „Proms“. Aus nachvollziehbaren Gründen wurde es in London erneut gestrichen. Beim RSB erklang es bisher nur einmal: 2013 in der Reihe „Feuerstein führt Klassik ein“.

Der Komponist

John Adams, geboren am 15. Februar 1947 in Worcester im US-Bundesstaat Massachusetts, wuchs in der ländlichen Abgeschiedenheit Neuenglands auf. Im Elternhaus wurde kein Unterschied zwischen Mozart und Benny Goodman gemacht; man war für alle musikalischen Richtungen offen. Adams erhielt Klarinettenunterricht, spielte in einer Blaskapelle, dirigierte den örtlichen Orchesterverein und begann zu komponieren. Ein Talent unter vielen, aber eben im „Land der unbegrenzten Möglichkeiten“ und nicht im akademisch erstarrten europäischen Musikmarathon. Er nahm ein angebotenes Stipendium der Harvard University in Boston an und konzentrierte seine Studien zunächst auf das Dirigieren und die Klarinette. Im Laufe der Zeit verlegte er sich dann ausschließlich auf das Komponieren und ließ sich von Leon Kirchner, einem Schüler Arnold Schönbergs (sic!), unterrichten. Adams verließ die Universität mit dem Titel eines Bachelor of Arts (B.A.) sowie eines Master of Arts (M.A.) als Abschluss. Seine Eltern schenkten ihm als Anerkennung ein Exemplar von John Cages Aufsatzsammlung „Silence“ (1961). Mit diesen Anregungen ausgerüstet, suchte er Freiräume gegenüber dem Korsett des Serialismus.

Adams ging an die Westküste. 1971 setzte er sich in sein Auto und fuhr nach San Francisco, wo er bis heute in der Bay Area lebt. Von 1972 bis 1982 unterrichtete er am San Francisco Conservatory. In seiner kompositorischen Entwicklung wandte er sich – von John Cage angeregt – der Erforschung ungewöhnlicher Klangquellen zu. Danach beschäftigte er sich mit elektronischen Instrumenten und konstruierte Synthesizer. Doch erst die Begegnung mit der „minimal music“ brachte ihn als Komponist weiter. Adams verwarf jedoch die dort vorherrschende mechanische, unpersönliche Art des Komponierens und nutzte die Vielfalt stilistischer Möglichkeiten für sich. Mit seinen ersten Werken dieser Art, dem Klavierstück „Phrygiam Gates“ (1977/1978) und dem Septett für Streicher „Shaker loops“ (1978) ließ er seine Absicht erkennen, mit einem „Post-Minimalismus“ die ganze Palette der Ausdrucksformen anzuwenden, die dem Komponisten des ausgehenden 20. Jahrhunderts zur Verfügung stand. Sehr wichtig wurde für Adams die Verbindung mit der Musikpraxis: 1978 übernahm er die Funktion eines Beraters für Neue Musik der San Francisco Symphony; von 1982 bis 1985 war er Composer in Residence des San Francisco Symphony Orchestra. Danach widmete er sich auf Anregung des Regisseurs Peter Sellars der Oper und errang damit internationale Anerkennung. Inzwischen ist John Adams auch als Dirigent überwiegend eigener Werke weltweit sehr erfolgreich. Spätere Orchesterwerke wie „El Dorado“ (1991), die Kammersinfonie (1992) – erneut in Auseinandersetzung mit Schönberg, diesmal mit dessen 1. Kammersinfonie für 15 Instrumente von 1906 –, das Violinkonzert (1993), „Lollapalooza“ (1995) u.a. lassen ihn als den wichtigsten amerikanischen Komponisten nach Leonard Bernstein erscheinen.

Heute auch in Europa längst ein berühmter Komponist, war John Adams hierzulande erfolgreich vor allem durch seine Opern sowie durch einige Orchesterwerke. Die Berliner Philharmoniker luden ihn anlässlich seines 70. Geburtstages in der Saison 2016/2017 als Composer in Residence ein.

Robert Schumann

Konzert für Violoncello und Orchester a-Moll op. 129

„Der Morgen kam und mit ihm eine furchtbare Änderung. Die Engelsstimmen verwandelten sich in Dämonenstimmen mit gräßlicher Musik. Sie sagten ihm, er sei ein Sünder, und sie wollen ihn in die Hölle werfen... Die Ärzte brachten ihn zu Bett... dann stand er aber wieder auf und machte Korrekturen von seinem Violoncellkonzert...“

Clara Schumann, 18. Februar 1854

Wunderbares Leiden

Zeitlebens suchte Robert Schumann seinen Platz im auseinanderstrebenden System der großen Musik des 19. Jahrhunderts. Komponisten mit seinem Anspruch begriffen sie als Bekenntnismusik, aktive Auseinandersetzung mit Ideal und Wirklichkeit, tröstende Klammer vielleicht, Flucht ins Ideal oft, manchmal sehende Analyse mit apokalyptischem Ausgang.

Vielseitig begabt, war Schumann klug genug, den Riss zu erkennen, der unter ihm sich auftat und die bisherige Welt bröckeln ließ. Als Herausgeber der Neuen Zeitschrift für Musik in Leipzig sah er seine Aufgabe darin, Werte auf dem Gebiet der Musik aufrechtzuerhalten, neue Ziele zu setzen und Vielversprechendem den Weg zu ebnen. Brahms, Chopin, Berlioz, Schubert erfuhren durch Schumanns einflussreiche Zeitung die Anerkennung, die ihnen forthin internationale Reputation eintrug. Befreundet mit Liszt und Mendelssohn, persönlich bekannt mit Wagner, war es Schumann, der hohles Virtuosengeträller und geistigen Leerlauf mit scharfer Zunge geißelte. Das brachte ihm Feinde ein. Zusätzlich beeinträchtigt durch den zermürbenden privaten Kampf um Clara Wieck, die damals schon eine weithin berühmte Pianistin war (während Schumann seine diesbezüglichen Ambitionen wegen einer im Übereifer sich selbst beigebrachten Handlähmung begraben musste), suchte er Bestätigung, Ausgleich, Trost in seinem kompositorischen Werk. Die anmutigen Klavierwerke, die großartigen Lieder und auch die Orchesterkompositionen Schumanns werden, so gesehen, zu verletzlichen Kindern einer verletzten Seele.

Von Sachsen ins Rheinland

Nach der 1848-er Revolution, welche die Familie Schumann abseits von Dresden an sich vorübergehen lassen hatte, hoffte Robert (in der Nachfolge des steckbrieflich gesuchten Revoluzzers Richard Wagner) auf die Stelle des Dresdner Hofkapellmeisters. Nachdem sich dies zerschlagen hatte, liebäugelte er mit der Position des Leipziger Gewandhauskapellmeisters, die nach Mendelssohns Tod nicht sofort besetzt worden war. Ende 1849 nahmen Pläne Gestalt an, nach Düsseldorf zu gehen. Ferdinand Hiller war aus Düsseldorf nach Köln berufen worden und bot Schumann nun an, in Düsseldorf seine bisherige Stelle als Städtischer Musikdirektor zu übernehmen. Im September 1850 trafen Robert und Clara Schumann in der Stadt am Rhein ein, in der wenige Jahre später sein Leben sich so tragisch wenden sollte.

Dessen war sich Schumann mit Sicherheit nicht bewusst, und doch sind jene Zeilen, die er schon im Dezember des Vorjahres an Hiller gerichtet hatte, von erschreckender Prophetie: „...ich suchte neulich in einer alten Geographie nach Notizen über Düsseldorf und fand da unter den Merkwürdigkeiten aufgeführt: 3 Nonnenklöster und eine Irrenanstalt. Die ersteren lasse ich mir gefallen allenfalls; aber das letztere war mir ganz unangenehm zu lesen...“

Für das schöne Instrument

Zunächst aber schlug sich die freundliche Atmosphäre, mit der das Musikerpaar in Düsseldorf empfangen wurde, in neuen Kompositionen nieder: Im November und Dezember entstand die Sinfonie Nr. 3, die „Rheinische“, bereits im Oktober war das Konzert für Violoncello und Orchester a-Moll op. 129 komponiert worden. Etwas bemüht, versuchten beide Schumanns, dieses Konzert als „ein durchaus heiteres Stück“ (Robert) zu charakterisieren, seine „Frische“ und den „Humor“ (Clara) hervorzuheben und die Augen vor den auch vorhandenen dunklen und beklemmenden Seiten zu verschließen. Denn dem befreienden A-Dur-Schluss gehen Klänge voraus, die sich einer aufgewühlten musikalischen Sprache bedienen. Beseelte Momente im eigentlichen Sinn hat das durchkomponierte Werk nur im Mittelteil. Das Soloinstrument dominiert mit affektreichen, zum Teil wie nervösen Gesten, während das Orchester schlank und dezent seine Aufgabe als Träger des Klanges „für dieses schöne Instrument“ (Schumann) absolviert. Wegen seiner ungewöhnlich freien Form könnte man das Konzert als rhapsodische Fantasie bezeichnen. Die Nähe zu Freund Mendelssohns Violinkonzert ist unüberhörbar. Schon früher hatte Schumann das Violoncello bevorzugt bedacht: In hochstehender Kammermusik, aber auch in den Orchesterpartien der Sinfonien und des Klavierkonzertes findet sich herrlich tief empfundene, kantable Lyrik.

Schumann blieb keine Zeit, dieses schöne Kind seiner Phantasie aufwachsen zu sehen. Zuerst verschwendete er seine Zeit an einen Möchtegernsolisten, Robert Emil Bockmühl, der das Stück unbedingt uraufführen wollte, dann aber mannigfache Änderungen wünschte, weil er es sonst nicht spielen könne. Schließlich ließ der Musikdirektorenstress Schumann erst 1852 Zeit, die Stimmen auszuschreiben. Ein Verleger fand sich nach mehreren Anläufen 1853. Noch in seinen letzten Tagen vor der Einlieferung nach Endenich und in der Nervenheilanstalt selbst arbeitete er an dem Konzert. Gehört hat er es nie.

Anna Clyne

„This Midnight Hour“

Tiefe Streicher und zwei Gedichte

Die britische Komponistin Anna Clyne lädt mit dem Orchesterwerk „The Midnight Hour“ zu einer gleichermaßen auditiven wie visuellen Reise ein. Ein melancholischer Walzer irrt zwischen zwei musikalischen Welten hin und her, die mit Gedichten von Juan Ramón Jiménez und Charles Baudelaire atmosphärisch aufgeladen sind.

Der spanische Nobelpreisträger Juan Ramón Jiménez (1881-1958) war der Musik tief verbunden. Dem Geistesverwandtem des Komponisten Manuel de Falla stand stets klar vor Augen, dass „Musik all dem Ausdruck verlieh, wonach er sich sein Leben lang in seinen Versen sehnte“ (José Ramón Ripoll). „Mein Leben lang habe ich die Idee eines Gedichts gehegt, das ohne konkretes Thema geschrieben ist und allein von Überraschung, Rhythmus, Entdeckung, Licht, aufeinanderfolgenden Illusionen getragen wird – also von seinen inneren Elementen, von seinem Wesen. Ein geschriebenes Gedicht, das, neben allem anderen, in Versform ist, wie die Musik Mozarts oder Prokofjews, die, neben allem anderen, Musik ist; eine Abfolge von mehr oder weniger unerklärlicher und entzückender Schönheit. – Der Lärm verstummt, der Gesang wird lauter.“

¡La musica;
– mujer desnuda,
corriendo loca por la noche pura! –

Juan Ramón Jiménez

Musik;
– eine nackte Frau,
die wie von Sinnen durch die reine Nacht rennt! –

„Dieses Bild beeindruckte mich sofort, und ich entschied mich, es mit Ausbrüchen frenetischer Energie zu interpretieren – zum Beispiel, indem ich die Streicher in Untergruppen aufteilte, die gestaffelte, absteigende Kaskadenfiguren von links nach rechts im Stereoeffekt spielen. Dies wurzelt in meinen frühen Erkundungen elektroakustischer Musik.“ (Anna Clyne)

Tönen und Betören

Charles Baudelaire (1821-1867), ein freier, unangepasster Künstler, der in Paris zu den größten Bewunderern von Richard Wagner zählte, wurde nicht zuletzt mit seinem Gedichtzyklus „Les Fleurs du Mal“ (Die Blumen des Bösen) zur Kultperson, die für die Moderne schlechthin stand – mit all ihren unerhörten Reizen und Verstörungen. Über die Leidenschaft für Wagner hinaus hatte Baudelaire eine besondere Beziehung zur Musik. Die musikalischen Anspielungen in seiner Lyrik, etwa in dem Gedicht „Musik“, wo er die Musik mit dem Meer verglichen hat, beflügelten zahlreiche Komponisten zur musikalischen Auseinandersetzung. Gedichte von Baudelaire zum Beispiel aus dem Zyklus „Die Blumen des Bösen“ wurden unzählige Male vertont, von Henri Duparc über Claude Debussy bis hin zu Karlheinz Stockhausen und Henri Dutilleux.

Anna Clyne widmet sich der ersten Strophe des Gedichtes „Harmonie du Soir“ (1857) aus „Les Fleurs du Mal“.
Voici venir les temps où vibrant sur sa tige
Chaque fleur s’évapore ainsi qu'un encensoir;
Les sons et les parfums tournent dans l’air du soir;
Valse mélancolique et langoureux vertige!

Charles Baudelaire

Es kommt die Zeit, auf zarten Stielen ranken
Blumen, betören wie mit Weihrauchduft;
Klänge, Düfte wirbeln in der Abendluft;
Walzerschwermut, schmachtendes Schwanken!

„Etwa in der Mitte von ‚This Midnight Hour‘ habe ich über die Idee des melancholischen Walzers nachgedacht – ich habe die Bratschengruppe in zwei Teile geteilt und eine Hälfte in der notierten Tonhöhe spielen lassen, die andere Hälfte im Viertelton, um die Klangfülle eines Akkordeons zu emulieren, das einen Pariser Walzer spielt.“ (Anna Clyne)

Die „Mitternachtsstunde“ von Anna Clyne wird rund um die Erde gefeiert. Wo es erklingt, wird das „brillante, lyrische und klangvolle Nocturne“ (Classical Voice North America) dank „gewaltiger Bildkraft und großer Phantasie“ (Bachtrack) sowie einem „feinen Gespür für Orchesterfarben“ (Chicago Classical Review) mit den Tondichtungen von Strauss oder Sibelius verglichen (The Arts Desk) – „… eine seltsame und wunderschöne Komposition mit viel Feuer und Wut an beiden Enden.“ (Belfast Telegraph), ein „Glanzstück orchestraler Virtuosität“ (Edinburgh Music Review). „Die verstimmt klingenden Bratschen, die an eine keuchende Concertina erinnern), verleihen diesem Werk seinen rauen Reiz.“ (The Scotsman)

Anna Clyne

Die New York Times beschreibt Anna Clyne als eine „Komponistin mit außergewöhnlichen Gaben und ungewöhnlichen Methoden“, das National Public Radio in den USA nennt sie „furchtlos“. Die GRAMMY-nominierte, in London geborene und heute in den USA lebende Komponistin Anna Clyne gehört zu den zehn meistgespielten zeitgenössischen Komponisten weltweit.

Aufträge zu Orchesterwerken erhält sie von den dynamischsten und renommiertesten Kunstinstitutionen der Welt, darunter das Barbican Centre, die Carnegie Hall, das Kennedy Center, das Los Angeles Philharmonic, das MoMA, die Philharmonie de Paris, das Royal Concertgebouw Orchestra, das San Francisco Ballet und das Sydney Opera House. Ihre Musik eröffnete unter anderem das Edinburgh International Festival, die Last Night of the Proms und die Saison der New Yorker Philharmoniker. Das Weltwirtschaftsforum gab Clynes Werk „Restless Oceans“ in Auftrag, das bei der Eröffnungszeremonie in Davos von einem reinen Frauenorchester unter der Leitung von Marin Alsop uraufgeführt wurde.

Anna Clyne arbeitet häufig an kreativen Projekten in der Musikbranche mit, darunter dem Film „Between the Rooms“, dem Bühnenstück „The Nico Project“ über das Leben der Pop-Ikone Nico (Manchester International Festival). Sie hat außerdem Stücke aus dem Album „The Cosmic Game“ des Elektronik-Duos Thievery Corporation mit Orchesterbegleitung arrangiert. Ihre Musik wurde von Künstlern wie Björk aufgeführt. Zu ihren Kooperationspartnern zählen Musiker wie Jess Gillam, Jeremy Denk, Martin Fröst, Pekka Kuusisto und Yo-Yo Ma.

Béla Bartók

„Der wunderbare Mandarin“ – Suite für Orchester aus der gleichnamigen Pantomime op. 19

Tod durch Lust

Ein Ballett im Zuhältermilieu. Damit löste der ungarische Komponist Béla Bartók 1926 bei der Uraufführung einen ähnlichen Skandal aus, wie ihn 13 Jahre zuvor Igor Strawinsky bei der Premiere von „Le Sacre du printemps“ in Paris hinnehmen musste. Nur dass Bartóks Stück eine deutsche Bühne, die der Kölner Oper, entweihte. Der damalige Oberbürgermeister der Stadt Köln, Konrad Adenauer, ließ nach der ersten alle weiteren Aufführungen verbieten.

Bartók hatte sich sofort für das vielschichtige Sujet der Novelle von Menyhért Lengyel interessiert, als sie 1917 in der Budapester Zeitschrift „Nyugat“ erschienen war. Ursprünglich für die „Ballets Russes“ des Sergei Diaghilew konzipiert, stimmte der Textdichter 1918 der musikalischen Umsetzung seiner „Pantomime grotesque“ durch Bartók zu.

Bereits 1919 hatte der Komponist die Partitur seines nach dem Tanzspiel „Der holzgeschnitzte Prinz“ und der Oper „Herzog Blaubarts Burg“ dritten und letzten Bühnenwerkes im Klavierauszug vorliegen. Doch die ungarischen Behörden lehnten eine Aufführung wegen moralischer Bedenken von vornherein ab. So ließ sich Bartók Zeit mit der Instrumentation und vergab die Uraufführung an den aus Ungarn gebürtigen Kölner Generalmusikdirektor Jenö Szenkár – den das Unternehmen dann beinahe die Stellung gekostet hätte.

Ist es Liebe?

Woran nahmen die Zeitgenossen Anstoß? Kompromisslos hart bläst Bartók zum Angriff auf die verlogene Moral in der verflossenen Donaumonarchie und auf die nicht minder beängstigenden neuen Tendenzen nach dem 1. Weltkrieg. Er türmt expressiv-dissonante, durch symbolträchtige Intervalle „aufgeladene“ Motivgesten auf zupackend direkte Rhythmen, gewonnen aus stilisierten, verzerrten Tänzen. Die ungeheure Erregtheit des Sujets setzt sich im Klang fort. Unmittelbar prallt die vom Geld korrumpierte, Verbrecher hervorbringende Großstadtzivilisation auf eine junge Frau, keineswegs eine unschuldige Hoffnungsträgerin. Der titelgebende Mandarin, ein missverstandener Besucher aus einer fremden östlichen Kultur, wird gleichermaßen Opfer, wie er sich schuldig macht. Am Ende stirbt er, getötet durch eine pervertierte westliche Zivilisation, getröstet durch einen kümmerlichen Rest (oder einen zarten Keim?) von „Liebe“.

Mit bildhaft klarer Plastizität zeichnet Bartók die verschiedenen Charaktere. Man hört den Lärm der Großstadt, wie ihn damals auch Komponisten wie Honegger, Mossolow oder Prokofjew musikalisch umsetzten. Die Strolche bekommen ihre rohen, brutalen Klangfetzen.

Betörend lockt das Weib, dreimal. Musikalischer Spott stellt die beiden ersten Opfer bloß. Erst der Mandarin erweist sich als ernstzunehmender Gegner. Seine innere Zerrissenheit zwischen Machtanspruch aus Gier nach Lust und irrational wehrloser Zuneigung bricht ihm hörbar das Genick.

Manches erinnert an Strawinskys „Petruschka“ oder „Le Sacre du printemps“. Gleichwohl findet der Ungar Bartók, der mehr als 11000 Volksmelodien seiner Heimat gesammelt hat, gerade in der „Mandarin“-Musik endgültig zu einer eigenen musikalischen Sprache, vielleicht zur expressivsten, die ihm je zur Verfügung stand.

Die ganze Wahrheit

Die Chance, ein solches Werk öffentlich aufzuführen, war von Anfang an gering. In Ungarn ging der „Wunderbare Mandarin“ nach mehreren vergeblichen Anläufen (1925, 1927, 1931, 1941) zum ersten Mal am 9. Dezember 1945 über die Bühne. Fünfzehn Jahre lang hatten Bartók und Lengyel versucht, durch Kürzungen und Entschärfungen die Zensur zu beschwichtigen. Die Partitur der Pantomime erschien 1955 erstmals gedruckt im Verlag Universal Edition Wien, zehn Jahre nach Bartóks Tod.

Bartók entschied schon 1926, das Werk auch für den Konzertsaal einzurichten, „denn meiner Ansicht nach ist dieses Werk das beste, was ich bisher für Orchester geschrieben habe, und es wäre wirklich schade, dasselbe jahrelang begraben liegen zu lassen“ (Brief an die Universal Edition, 3. Februar 1927). Er gab detaillierte Anweisungen, welche Ausschnitte aus der Bühnenmusik für die Konzertfassung zu verwenden seien („ungefähr die erste Hälfte der Musik der Pantomime“) und komponierte einen neuen Schluss für diese Fassung. Die Konzertfassung endet mit der Hetzjagd des Mandarins auf das Mädchen: ein effektvoller, wilder Höhepunkt. Es fehlt der dreifache Tod des Mandarins, seine Erlösung durch die Umarmung. Dies ist der konzeptionelle Kompromiss Bartóks, den er für die Konzertfassung eingegangen ist.

Texte © Steffen Georgi

Kurzbiographien

Giedrė Šlekytė 

Die in Österreich lebende litauische Dirigentin Giedrė Šlekytė begann ihre musikalische Ausbildung an der Nationalen M. K. Čiurlionis Kunstschule in Vilnius. Anschließend studierte sie Dirigieren an der Universität für Musik und darstellende Kunst in Graz, an der Hochschule für Musik und Theater in Leipzig und an der Zürcher Hochschule der Künste. Außerdem besuchte sie Meisterkurse bei Bernhard Haitink und Riccardo Muti.

In der vergangenen Spielzeit 2024/25 gab Šlekytė ihr Debüt an der Wiener Staatsoper (La Bohème) und am Royal Opera House Covent Garden in London (Hänsel und Gretel), kehrte mit einer Neuproduktion von Das Paradies und die Peri ans Musiktheater an der Wien sowie mit Die Perlen-fischer und Sacre an die Staatsoper Berlin zurück. Ihre symphonischen Projekte umfassten Debüts beim Dallas Symphony Orchestra – zugleich ihr Debüt in den USA –, Philharmonia London und Tokyo NHK Symphony sowie Wiedereinladungen zu den Münchner Philharmonikern, SWR Symphonie-orchester, RSB Berlin und dem Lithuanian State Symphony Orchestra. Bereits im November 2023 sprang sie sehr kurzfristig für Daniel Barenboim bei der Staatskapelle Berlin ein und dirigierte den kompletten Brahms-Zyklus in Toronto, zugleich ihr Debüt in Kanada und Nordamerika.

2025/26 kehrt Šlekytė mit einer Neuproduktion Hänsel & Gretel an die Oper Zürich zurück, dirigiert das RSB Berlin, DSO Berlin, Wiener Symphoniker im Musikverein sowie Le nozze di Figaro am Royal Opera House Covent Garden. Debüts hat sie u.a. beim L.A. Philharmonic im Hollywood Bowl im August 2025, Royal Scottish National Orchestra, Rotterdam Philharmonic und Antwerp Symphony Orchestra.

2016 wurde Šlekytė zur Ersten Kapellmeisterin des Stadttheaters Klagenfurt ernannt, wo sie ihre erste eigene Produktion – Mozarts Entführung aus dem Serail – leitete. Weitere Opernengagements führten sie an die Bayerische Staatsoper, Oper Zürich, Staatsoper Berlin, Lithuanian National Opera und die Semperoper Dresden. Von ihr geleitete Neuproduktionen waren u.a. Janáčeks Das schlaue Füchslein am Musiktheater an der Wien, Káťa Kabanová an der Komischen Oper Berlin, Strauss’ Ariadne auf Naxos an der Royal Danish Opera, Dvořáks Rusalka am Opera Ballett Vlaanderen sowie Poulencs Dialogues des Carmélites an der Oper Frankfurt.

Als Gastdirigentin trat sie bei den Wiener Symphonikern, Münchner Philharmoniker, Lithuanian National Symphony Orchestra, hr-Sinfonieorchester Frankfurt, Tokyo Yomiuri Nippon Orchestra, Orchestre Philharmonique de Radio France, Sächsische Staatskapelle Dresden, Netherlands Philharmonic, Swedish Radio und vielen weiteren Orchestern auf.

Von 2022-25 war Giedrė Šlekytė 1. Gastdirigentin des Brucknerorchester Linz, mit dem sie erfolgreiche Konzertauftritte feierte.

2015 war sie Finalistin beim Young Conductors Award der Salzburger Festspiele und Preisträgerin des Malko International Young Conductors Competition in Kopenhagen. 2018 wurde sie in der Kategorie „Newcomer“ der International Opera Awards nominiert.

Giedrė Šlekytė ist eine engagierte Botschafterin litauischer Musik und führt Werke von Raminta Šerkšnytė, Bronius Kutavičius, Osvaldas Balakauskas, Justė Janulytė, Mikalojus Konstantinas Čiurlionis und weiteren litauischen Komponisten in Österreich, Schweden, Tschechien, Deutschland und Israel auf. Gemeinsam mit der Dirigentin Mirga Gražinytė-Tyla nahm sie ein Album mit Werken von Raminta Šerkšnytė für Deutsche Grammophon sowie das vielgepriesene Album mit Werken von Žibuoklė Martinaitytė für Ondine auf.

Victor Julien-Laferrière

Victor Julien-Laferrière, Gewinner des ersten Preises beim Königin-Elisabeth-Wettbewerb 2017 (im ersten Jahr, das dem Cello gewidmet war), wurde vom Magazin Diapason als „eines der zuverlässigsten Talente der jungen Generation französischer Cellisten” bezeichnet. Außerdem erhielt er den ersten Preis und zwei Sonderpreise beim Internationalen Wettbewerb „Prager Frühling“ 2012 und 2018 in Frankreich die Victoire de la Musique in der Kategorie „Instrumentalsolist des Jahres“. In der Saison 2023/24 tritt er als Cellist mit dem Nationalorchester Lille unter der Leitung von François Leleu sowie mit dem Philharmonischen Orchester Timisoara unter Antonio Méndez auf. Außerdem wird er vom Royal Liverpool Philharmonic für das Brahms-Doppelkonzert mit der Geigerin Simone Lamsma, in Utrecht vom Netherlands Radio Philharmonic für die Aufführung des Gedichts für Cello und Orchester von Henriëtte Bosmans und in Brüssel vom Belgian National Orchestra für Haydns zweites Cellokonzert eingeladen.

Darüber hinaus trat Victor Julien-Laferrière mit renommierten Orchestern auf der ganzen Welt auf, darunter das Royal Concertgebouw Amsterdam, das Deutsche Symphonie-Orchester Berlin, das BBC Philharmonic, das Bournemouth Symphony Orchestra, das Kammerorchester Lausanne, dem Orchestre de Paris, dem Radio France Philharmonic Orchestra, dem Orchestre National de France, dem Orchestre National du Capitole de Toulouse, dem Orchestre National de Lyon, dem Netherlands Radio Philharmonic, dem Brussels Philharmonic, dem Belgium National Orchestra, dem Antwerp Symphony Orchestra, Les Siècles, dem Philharmonischen Orchester Straßburg, dem RTÉ National Symphony Orchestra, der Nordwestdeutschen Philharmonie unter der Leitung renommierter Dirigenten wie Valery Gergiev, Kristiina Poska, Emmanuel Krivine, Tugan Sokhiev, Elim Chan, Maxim Emelyanychev, Hanna Chang, François-Xavier Roth, Jun Märkl und Philippe Herreweghe, Nathalie Stutzmann, Stéphane Denève, Joshua Weilerstein, Eivind Gullberg Jensen, Gergely Madaras und Ben Glassberg. Ihre Recital- und Kammermusikprojekte führen sie in renommierte Konzertsäle und zu Festivals wie dem Concertgebouw Amsterdam, dem Konzerthaus Wien, dem KKL Luzern, dem BOZAR Brüssel, der Queen Elisabeth Music Chapel, der Tonhalle Zürich, der Philharmonie de Paris, dem Théâtre des Champs -Elysées, Louis Vuitton Foundation, Essen Philharmonie, Phillips Collection in Washington, Internationales Musikfestival Prager Frühling, Klavier-Festival Ruhr, Rheingau Musik Festival Mecklenburg-Vorpommern, Sommets Musicaux de Gstaad, Brussels Cello Festival, Copenhagen Summer Festival, Folles Journées à Nantes und Tokio.

Victor Julien-Laferrière ist auch als Dirigent sehr aktiv. Er dirigiert das Wiener Kammerorchester, das Orchester National d’Ile de France und das Orchester der Oper von Rouen auf Tournee sowie das Pariser Kammerorchester. Im Jahr 2021 gründete er sein eigenes Ensemble, das Consuelo Orchestra, das in Frankreich und im Ausland sehr aktiv ist.

Victor Julien-Laferrière studierte bei René Benedetti, anschließend bei Roland Pidoux am CNSM in Paris, bei Heinrich Schiff an der Universität Wien und bei Clemens Hagen am Mozarteum in Salzburg. Von 2005 bis 2011 nahm er außerdem an der Seiji Ozawa International Music Academy Switzerland teil. Er spielt auf einem Cello von Domenico Montagnana und mit einem Bogen von Dominique Peccatte.

RSB-Abendbesetzung

Violine 1

Wolters, Rainer
Herzog, Susanne
Yoshikawa, Kosuke
Neufeld, Andreas
Beckert, Philipp
Drechsel, Franziska
Feltz, Anne
Morgunowa, Anna
Pflüger, Maria
Shalyha, Bohdan
Tast, Steffen
Yamada, Misa
Behrens, Susanne
Bernsdorf, Romina
Kim, Myung Joo
Seogyun, Noh

Violine 2

Contini, Nadine
Petzold, Sylvia
Buczkowski, Maciej
Draganov, Brigitte
Eßmann, Martin
Färber-Rambo, Juliane
Hetzel de Fonseka, Neela
Manyak, Juliane
Palascino, Enrico
Seidel, Anne-Kathrin
Fan, Yu-Chen
Young, Yujoo
Wenzel, Izabela
Cazac, Cristina

Viola

Regueira-Caumel, Alejandro
Adrion, Gernot
Silber, Christiane
Zolotova, Elizaveta
Doubovikov, Alexey
Montes, Carolina
Inoue, Yugo
Roske, Martha
Solle, Miriam
Olgun, Berkay
Paté, Livia Marine
Chomarat, Abigail

Violoncello

Eschenburg, Hans-Jakob
Riemke, Ringela
Breuninger, Jörg
Weiche, Volkmar
Bard, Christian
Boge, Georg
Kipp, Andreas
Weigle, Andreas
Lee, Danbin
Yoon, Ji Woo

Kontrabass

Wömmel-Stützer, Hermann
Figueiredo, Pedro
Ahrens, Iris
Gazale, Nhassim
Schwärsky, Georg
Moon, Junha
Edin, Harald
Thuer, Milan
Wheatley, Paul

Flöte

Schaaff, Ulf-Dieter
Döbler, Rudolf
Schreiter, Markus
Dallmann, Franziska

Oboe

Bastian, Gabriele
Grube, Florian
Vogler, Gudrun

Klarinette

Link, Oliver
Pfeifer, Peter
Korn, Christoph
Simpfendörfer, Florentine

Fagott

Kofler, Miriam
Königstedt, Clemens
Shih, Yisol
Baziki, Aziz

Horn

Ember, Daniel
Klinkhammer, Ingo
Stephan, Frank
Hetzel de Fonseka, Felix

Trompete

Dörpholz, Florian
Gruppe, Simone
Hofer, Patrik
Bucka, Jonathan

Posaune

Hölzl, Hannes
Hauer, Dominik
Vörös, József

Tuba

Neckermann, Fabian

Harfe

Dessus Williams, Anne

Percussion

Thiersch, Konstantin
Lichtenfels, Jannis
Wappler, Moritz
Serger, Max
Barth, Martin

Pauke

Wahlich, Arndt

Synthesizer

Syman, Fred

Klavier

Syperek, Markus

Orgel

Schneider, Arno

Kooperation

Bild- und Videorechte

Bilder Giedre Slekyte © Peter Meisel
Bilder Anna Clyne © Victoria Stevens
Portrait Victor Julien-Lefferiere © Lyodoh Kaneko