Digitales Programmheft
So. 08.11.2026 Stanislav Kochanovsky & Jörg Widmann
20.00 Uhr Konzerthaus Berlin
Programm
Jörg Widmann
(geb. 1973)
Fantasie für Klarinette solo
Jörg Widmann
„Elegie“ – Konzert für Klarinette und Orchester
Pause
Sergei Rachmaninow
(1873-1943)
Sinfonie Nr. 1 d-Moll op. 13
Besetzung
Stanislav Kochanovsky, Dirigent
Jörg Widmann, Klarinette
Rundfunk-Sinfonieorchester Berlin
Konzerteinführung
19.10 Uhr, Ludwig-van-Beethoven-Saal, Steffen Georgi
Radiotermin
12. November 2026, 20.00 Uhr im Deutschlandfunk Kultur
"In der Kunst gibt es nur ein Kriterium: die Gänsehaut."
Kurt Tucholsky (1890 – 1935)
Podcast "Muss es sein?"
Jörg Widmann
Fantasie für Klarinette solo
Fantasie ruft Fantasie
Weghören ausgeschlossen
Ein Musiker wie Jörg Widmann vermittelt stets, dass es auf das gemeinsame Atmen ankommt. Er weiß das, weil er sich immer wieder erdet, sozusagen täglich: als ausübender Klarinettist auf der Bühne im Kontakt mit den musizierenden Kollegen und mit dem Publikum, im Kontakt mit der bereits bestehenden Musik, mit Brahms, Weber, Mozart. Aber auch mit Strawinsky, Lachenmann und Rihm vor Augen und Ohren entsteht für ihn wie selbstverständlich ein weit gefasstes Konzept von Schönheit. Denn Konsonanz und Dissonanz, sagt er, definieren sich durch den Kontext. Ein Dreiklang kann in einem bestimmten Zusammenhang ebenso dissonant klingen, wie ein Geräuschklang zur Konsonanz sich wandeln kann. Denn alles sei letztlich aufgehoben in einer umfassenden Harmonie.
„Wer den Komponisten Jörg Widmann verstehen will, sollte vorher den Klarinettisten Jörg Widmann gehört haben, am besten mit seinen eigenen Kompositionen. Hier wird er zum Zeugen eines Spiels, das alle Möglichkeiten des Blasinstrumentes souverän auszunutzen versteht – vom Schönklang, der aus dem Nichts entsteht und im Nichts verschwindet, über subtile farbliche Veränderungen und Eintrübungen des Klangs bis zum prasselnden Perkussionseffekt, zum aufgeregten Schnattern und quasi-elektronischen Geräusch. Als ob die Klarinette sich in ein Schlagzeug, ein Klavier oder einen Synthesizer verwandeln könnte. Der Modifikation des Ausdrucks scheinen keine Grenzen gesetzt.“ (Max Nyffeler) Jörg Widmann, ein Spätgeborener aus der Sicht der Avantgarde, muss sich deren Dogmen, Abgrenzereien und Schulbildungen nicht mehr unterwerfen. Er gehört zur Generation derer, denen quasi alles erlaubt ist. Gerade weil der Komponist die Techniken und Ausdrucksformen der musikalischen Moderne buchstäblich spielend beherrscht, kann er sie neben klassischen und romantischen Mustern in seine eigene Schreibweise „mit geradezu erschreckender Leichtigkeit“ (Max Nyffeler) integrieren.
Beim Rundfunk-Sinfonieorchester Berlin war Jörg Widmann erstmals 2011 zu Gast. 2015 spielte und dirigierte er ein Programm mit Werken von Weber, Widmann und Mozart. 2017, dann 2025 folgten Weber, Mozart und Mendelssohn sowie die eigene Komposition „Armonica“. In der Saison 26/27 stehen außer dem heutigen Konzert ein Kammermusikabend mit der Orchesterakademie des RSB am 16.12. und ein Sinfoniekonzert am 21.4. auf dem Programm, wo Jörg Widmann erneut in Personalunion als Klarinettist, Komponist und Dirigent zu erleben sein wird.
Jörg Widmann
"Elegie" für Klarinette und Orchester
Romantik mit Widerhaken
Sergei Rachmaninow
Sinfonie Nr. 1 d-Moll op. 13
Verteufelt gut
Im Geiste Tschaikowskys und Tolstois - für A.L.
Als Sergei Rachmaninow im Januar 1895 mit der Arbeit an der Sinfonie begann, befand er sich auf einer Welle öffentlicher Zustimmung. Kein Geringerer als Pjotr Tschaikowsky hatte ihn 1893, kurz vor dem eigenen Tod, zu seinem „natürlichen Nachfolger“ erklärt. Rachmaninow ging mit größtem Eifer an die sinfonische Arbeit und investierte enorme Ressourcen an Energie, Zeit und Liebe. Sein Ziel war eine große Sinfonie, die sich an der gesamten zeitgenössischen Produktion anno 1895 messen lassen konnte. Rachmaninows Orchester bestand aus großem Streicherapparat, doppeltem Holz plus Piccolo, vier Hörnern, dreifachem Blech, Tuba und opulentem Schlagzeug inklusive Tamtam für das Finale. Auf die Harfe verzichtete er. Nachdem er fast ein Jahr lang auf dem Landgut Iwanowka bei Tambow, etwa 400 km südöstlich von Moskau, an der Sinfonie gefeilt hatte, wartete er ungeduldig auf die Uraufführung, die dann – fünf Tage vor seinem 24. Geburtstag – zu dem erwähnten Fiasko führte.
Man fragt sich heute, was außer den inzwischen vernachlässigbaren Urteilen der Zeitgenossen dazu geführt hat, dass die Sinfonie Nr. 1 bis in die Gegenwart nicht wirklich populär geworden ist. Die Antworten wird man gegebenenfalls in der Musik finden. Zum Beispiel in der geradezu besessenen Art und Weise, mit der Rachmaninow ein einfaches Thema, das hörbar einem russischen Volkslied nachempfunden ist, zum Generalthema der ganzen, gut 45-minütigen Sinfonie macht. Ist ihm nichts anderes eingefallen? Oh, doch. Denn das Werk fließt über von originellen Ideen, raffiniertem Kontrapunkt und ausgebuffter Kompositionstechnik.
Wenn man sich weiterhin vergegenwärtigt, dass dem Thema der schaurige Atem der berühmten mittelalterlichen Dies-irae-Sequenz anhaftet, die sich in zahlreichen Werken von Rachmaninow als musikalisches Zitat findet, dann klärt das die Situation immer noch nicht unbedingt auf. Verweist etwa der Tag des Zornes, der Tag der Rache tatsächlich in jene Abgründe, in die sich César Cui beim Hören der Sinfonie versetzt gefühlt hat? Zu allem Überfluss trägt das Titelblatt der (verschollenen) Partitur eine Aufschrift aus der Bibel, Römer 12,19: ,,Die Rache ist mein; ich will vergelten, spricht der Herr“. Dasselbe Motto steht über Lew Tolstois gewaltigem Roman „Anna Karenina“. Last but not least existiert auch im Leben von Sergei Rachmaninow just zur damaligen Zeit eine persönliche Anna, die ihm offenbar gehörig die Sinne vernebelt. „A.L.“ steht als geheimnisvolle Widmung über der Sinfonie. Gemeint ist wohl Anna Lodischenskaja, eine faszinierende femme fatale der Moskauer Salons, der Rachmaninow – und nicht nur er – bis zur Selbstaufgabe verfallen gewesen ist. Insignien ihrer Herkunft, nämlich mannigfache Motive aus der Musik der europäischen Sinti und Roma, prägen die andere Hälfte des thematischen Materials der Sinfonie, dominieren namentlich deren charakteristische Seufzermelodien und die sehnsuchtsgeladenen harmonischen Spannungen, die sich aus Mollterz und übermäßiger Quarte speisen. Der junge Rachmaninow bewegt sich permanent zwischen den Extremen der Emotionen, er macht hör- und spürbar alle Gefühle zwischen dionysischem Glücksrausch und apollinischer Selbstdisziplinierung durch. Vielleicht bilden für ihn die ebenfalls omnipräsenten, strengen Melodieformeln der russisch-orthodoxen Liturgie gemeinsam mit dem Strafe androhenden „Dies irae“-Motiv der Westkirche die religiös-patriarchalischen Begrenzungen der zügellosen Höhenflüge seiner Phantasie.
Aus einem Abstand von mehr als zwanzig Jahren resümierte Rachmaninow, die Sinfonie enthalte „einige gute Elemente, doch gibt es auch viel Unebenheiten, viel Unreifes, Hysterisches, Aufgeblasenes…“ Zum Glück, so möchte man dem älteren, abgeklärten Rachmaninow entgegnen. Zum Glück fanden sich auch die Orchesterstimmen im Archiv des Leningrader Konservatoriums, so dass Alexander Gauk 1945 die erste Wiederaufführung des Werkes seit 1897 dirigieren konnte und der Sinfonie zu einer, wenn auch bescheidenen, Repertoireposition verhelfen konnte.
Großer Gesang und Schicksals Rache
Der erste Satz, Grave und Allegro ma non troppo, durchläuft nach einer schicksalhaft dröhnenden Einleitung alle Höhen und Tiefen der menschlichen Gefühlsskala. Sofort stimmt die Klarinette das obsessive Hauptthema an, zunächst ganz unschuldig. Zuerst Oboen, Bratschen, dann alle Instrumentengruppen greifen nacheinander in das Geschehen ein. Die Entwicklung der Gedanken erinnert oft an Tschaikowsky, auch ein spezieller Effekt des „Durchreichens“ einer Linie durch alle Register. Zum Beispiel beginnen die Kontrabässe eine Melodie, übergeben unmerklich an die Celli, die an die Bratschen. Zum Schluss schwingen die Geigen mit derselben Melodie in größter Höhe aus. Gerade in der untergründig stets latenten Verzweiflung treffen sich bereits in dieser Sinfonie zwei so disparate Modi wie „Zigeunermoll“ und „Dies irae“-Sequenz zu gemeinsamer Aussage. Nach einem Tutti-Knall fegt eine eherne Fuge durch den Saal. Rachmaninow zwingt die russische Volksmelodie in ein schlecht sitzendes Korsett. Der Komponist hat sein Können unter Beweis gestellt. Bald schon befreit sich die Musik mit hymnischer Grandiosität aus des Kontrapunktes quetschender Enge. Auf die imaginierte Größe folgt wie in manchem narzisstischen Szenario die selbstzerfleischende Niedrigkeit, die bodenlose Leere.
Das Scherzo, ein „Allegro animato“ in unruhiger 9/8-Bewegung, könnte das Abbild einer schlaflosen Nacht sein. Selbst das zunächst recht gemütlich sich anschickende Walzer-Trio verrutscht nach wenigen Takten in eine synkopische Spukmusik. Wie so oft bildet der langsame Satz, „Larghetto“, das geistige und gefühlte Zentrum des zyklischen Werkes. Ein „Großer Gesang“ hebt an, atmet die bis an den Horizont reichenden Weiten der russischen Wälder und Steppen, die schier unendlichen Dimensionen der Flüsse und Seen. Aber auch der Gesang ist nicht frei von Bedrohung. Die ragt in Form eines martialischen Marsches in die Musik hinein. Rachmaninow kann nicht umhin, seiner seelischen Verfassung immer wieder in Form von minutenlangem Absinken zentraler Parameter der Tonkunst (Tonhöhe, Lautstärke, Tempo, Klangdichte) Ausdruck zu verleihen
Das gilt auch für das Finale, „Allegro con fuoco“. Trotz der furiosen Anfangsgesten fällt das Geschehen schnell in sich zusammen. Rachmaninows Partitur wandelt deutlich in Tschaikowskys Fußstapfen. Und so manche spätere Filmmusik wäre ohne die Errungenschaften Rachmaninows nicht zu denken – zum Beispiel Maurice Jarres „Lawrence von Arabien“. Nach der Eröffnungsfanfare erwacht – „con anima“ – eine musikalische Riesengestalt wie ein großes Tier. Mit erschütternd logischer Unausweichlichkeit kracht der Koloss schließlich gegen die Wand. Generalpause. Largo. Zwar bäumt sich ein auf den Anfang der Sinfonie zurückgreifendes „Grave“ noch einmal zu stolzer Gravität auf. Dann beginnt erneut das sprichwörtliche Zusammensinken. Zwei fürchterliche Hiebe fällen das waidwunde Tier endgültig. Tag der Rache. Tag der Wiedergeburt.
Steffen Georgi ©
Kurzbiographien
Stanislav Kochanovsky

Stanislav Kochanovsky ist seit Beginn der Spielzeit 2024/2025 der Chefdirigent der NDR Radiophilharmonie Hannover. Schon die erste gemeinsame Saison mit dem Orchester war voller besonderer Konzerte und künstlerischer Highlights. Dazu zählen beispielsweise das Benefizkonzert des Bundespräsidenten im November 2024, das Mitsingkonzert zum Kirchentag 2025 in Hannover, die Tournee zum „Festival Internacional de música de Canarias“ auf die Kanarischen Inseln sowie Konzerte mit Gil Shaham in Hannover und Frankreich. In dieser Saison startete auch die Zusammenarbeit mit dem Label harmonia mundi. Als erste gemeinsame CD erschien eine Einspielung mit Tschaikowskys Orchestersuite Nr. 3 sowie Werken von Rimskij-Korsakow und Tcherepnin.
Stanislav Kochanovsky ist eine der interessantesten Künstlerpersönlichkeiten der Gegenwart. Sein Herz schlägt sowohl für die sinfonische Musik wie für die Oper. Und mit beiden Genres hat er in der internationalen Musikwelt in den vergangenen Jahren für großes Aufsehen gesorgt. So führen ihn seine Gastdirigate beispielsweise zum Royal Concertgebouw Orchestra, zu den Wiener Symphonikern, zum Israel Philharmonic Orchestra, zum Orchestre de Paris, zum Oslo Philharmonic, zum Orchestra dell‘Accademia Nazionale di Santa Cecilia, zum NHK Symphony Orchestra, zur Dresdner Philharmonie oder zum Philharmonia Orchestra London. Im Laufe seiner Karriere hat er auch die großen russischen Orchester dirigiert, darunter die St. Petersburger Philharmonikern, das Russischen Nationalorchester und die Moskauer Philharmoniker. Rund um den Globus arbeitet er mit renommierten Solist*innen zusammen, z. B. mit Leonidas Kavakos, Vilde Frang, Frank Peter Zimmermann, Mikhail Pletnev, Nikolai Lugansky, Kirill Gerstein, Truls Mørk und Matthias Goerne. Im Mai 2023 gab Stanislav Kochanovsky zudem sein Debüt in den USA als Dirigent des National Symphony Orchestra in Washington – ein vom Publikum wie von der Fachpresse gefeierter Auftritt. Im Juli gibt er beim Cleveland Orchestra seinen Einstand. Als ebenso gefragter Operndirigent gehören mehr als 30 Opern zu Stanislav Kochanovskys Repertoire, darunter die großen Bühnenwerke von Mozart, Donizetti, Gounod, Saint-Saëns, Tschaikowsky, Mussorgsky, Verdi, Puccini und Wagner. Seine Engagements im Bereich Musiktheater führen ihn u. a. an das Opernhaus Zürich, an die Niederländische Nationaloper Amsterdam, an das Mariinsky-Theater und zum Maggio Musicale Fiorentino. Seit seinem Debüt beim Verbier Festival 2017 ist er dort regelmäßig zu Gast, um sinfonische Programme sowie Opern zu dirigieren.
Über das etablierte klassische Repertoire hinaus setzt sich Stanislav Kochanovsky auch intensiv für die Musik der Gegenwart ein sowie für die Aufführung von Werken, die dem Publikum nur selten geboten werden. In den letzten Spielzeiten hat er Ausnahmewerke wie Ligetis Requiem, Skrjabins/Nemtins „Mysterium“, Kodálys „Psalmus Hungaricus“, Schostakowitschs unvollendete Oper „Der Spieler“, Mjaskowskis „Silence“ und Weinbergs Sinfonie Nr. 21 „Kaddish“ auf die Bühne gebracht. Außerdem führte er zeitgenössische Kompositionen von Brett Dean, Osvaldo Golijov, Anna Thorvaldsdóttir, Tobias Broström oder
Pēteris Vasks auf.
Über das etablierte klassische Repertoire hinaus setzt sich Stanislav Kochanovsky auch intensiv für die Musik der Gegenwart ein sowie für die Aufführung von Werken, die dem Publikum nur selten geboten werden. In den letzten Spielzeiten hat er Ausnahmewerke wie Ligetis Requiem, Skrjabins/Nemtins „Mysterium“, Kodálys „Psalmus Hungaricus“, Schostakowitschs unvollendete Oper „Der Spieler“, Mjaskowskis „Silence“ und Weinbergs Sinfonie Nr. 21 „Kaddish“ auf die Bühne gebracht. Außerdem führte er zeitgenössische Kompositionen von Brett Dean, Osvaldo Golijov, Anna Thorvaldsdóttir, Tobias Broström oder Pēteris Vasks auf.
Jörg Widmann

Jörg Widmann ist einer der bemerkenswertesten und vielseitigsten Künstler seiner Generation.
Von 2026 an ist er der neue Künstlerische Leiter der Lucerne Festival Academy, die seit ihrer Gründung 2004 durch Pierre Boulez eine zentrale Säule für die zeitgenössischen Musik innerhalb dieses Festivals ist. In der Saison 2025/26 ist er weltweit in all seinen Facetten als Klarinettist, Dirigent und Komponist zu erleben, unter anderem in seiner dritten Saison als Erster Gastdirigent der NDR Radiophilharmonie. Darüber hinaus ist er Associated Conductor des Münchener Kammerorchesters und Artistic Partner der Sinfonietta Riga.
Nach wichtigen Dirigaten beim Seoul Philharmonic Orchestra und Orquesta y Coro Nacionales de España führt ihn ein Schwerpunkt der Saison 2025/26 in die USA: Erstmals wird er das Cleveland Orchestra mit seiner und Mendelssohns Musik dirigieren. Zudem ist er am Pult der Sinfonieorchester von Atlanta und Detroit zu erleben. Weitere Gastdirigate führen ihn zum Oslo Philharmonic, Finnish Radio Symphony Orchestra, Orchestre Philharmonique de Radio France, Radio Filharmonisch Orkest, National Symphony Orchestra Taiwan, Budapest Festival Orchestra und zu den Bamberger Symphonikern. In seiner Eigenschaft als Associated Conductor ist er mit dem Münchener Kammerorchester auf Tournee in Südamerika.
Einen Akzent setzt im Feburar 2026 das Jörg Widmann gewidmete Klarinettenkonzert Zones of Blue von Olga Neuwirth, das er mit dem Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks unter Sir Simon Rattle uraufführen wird. Eine weitere Facette ist die Uraufführung von Jörg Widmanns neuer Komposition Jupiter-Etüde im Rahmen des Mozartfests Würzburg im Juni 2026.
Langjährige Kammermusikpartner wie Isabelle Faust, Pierre-Laurent Aimard, Carolin Widmann und das Hagen Quartett, Signum Quartett und Amabile Quartet werden zusammen mit Jörg Widmann unter anderem in der Elbphilharmonie Hamburg, Philharmonie Essen, Muziekgebouw, Konzerthaus Wien, Auditorio Nacional de Música, Toppan Hall und dem Boulez Saal musizieren.
Bei den Donaueschinger Musiktagen 2015 brachte Widmann das Klarinettenkonzert über von Mark Andre zur Uraufführung. Weitere ihm gewidmete und für ihn geschriebene Klarinettenkonzerte sind Wolfgang Rihms Musik für Klarinette und Orchester (1999) und Aribert Reimanns Cantus (2006).
Dirigenten wie Daniel Barenboim, Daniel Harding, Kent Nagano, Franz Welser-Möst, Christian Thielemann, Iván Fischer, Andris Nelsons und Sir Simon Rattle bringen seine Musik regelmäßig zur Aufführung. Orchester wie die Wiener and Berliner Philharmoniker, New York Philharmonic, Concertgebouw Orchestra Amsterdam, Cleveland Orchestra, Orchestre de Paris, London Symphony Orchestra und viele andere haben seine Musik uraufgeführt und regelmäßig in ihrem Konzertrepertoire. In der Saison 2023/24 war Jörg Widmann Composer in Residence der Berliner Philharmoniker. Den fulminanten Abschluss der Residenz bildete die Uraufführung seines Hornkonzerts mit Stefan Dohr als Solisten und den Berliner Philharmonikern unter der Leitung von Sir Simon Rattle.
Ausgebildet von Gerd Starke in München und Charles Neidich an der Juilliard School New York war Jörg Widmann selbst Professor für Klarinette und Komposition an der Freiburger Musikhochschule. Seit 2017 bekleidet Widmann einen Lehrstuhl für Komposition an der Barenboim-Said Akademie Berlin. In Anerkennung seiner Verdienste um die Musik wurde er im Juni 2024 zum Mitglied der Royal Swedish Academy of Music ernannt. Er war Fellow des Wissenschaftskollegs zu Berlin und ist Mitglied der Bayerischen Akademie der Schönen Künste, der Freien Akademie der Künste Hamburg (2007) und der Akademie der Wissenschaften und der Literatur Mainz (2016) und erhielt im Februar 2023 die Ehrendoktorwürde der University of Limerick, Irland. Im Juli 2025 wurde Jörg Widmann zum Präsidenten der Internationalen Max-Reger-Gesellschaft gewählt.
Komposition studierte Jörg Widmann bei Kay Westermann, Wilfried Hiller, Hans Werner Henze und Wolfgang Rihm. Sein Schaffen wurde vielfach ausgezeichnet, zuletzt mit dem renommierten Bach-Preis der Freien und Hansestadt Hamburg, wie auch mit dem Musikpreis der Landeshauptstadt München.
RSB-Abendbesetzung
Violine 1
Erez Ofer, David Nebel, Susanne Herzog, Kosuke Yoshikawa, Philipp Beckert, Anne Feltz, Karin Kynast, Anna Morgunowa, Maria Pflüger, Richard Polle, Bohdan Shalyha, Steffen Tast, Misa Yamada, Susanne Behrens
Violine 2
Oleh Kurochkin, Sylvia Petzold, Ania Bara-Rast, Maciej Buczkowski, Brigitte Draganov, Martin Eßmann, Neela Hetzel de Fonseka, Juliane Manyak, Enrico Palascino, Anne-Kathrin Seidel, Rodrigo Bauza, Ildyn Top
Viola
Karolina Errera Pavon, Gernot Adrion, Christiane Silber, Jana Drop, Alexey Doubovikov, Carolina Montes, Yugo Inoue, Martha Roske, Seun Ahn
Violincello
Hans-Jakob Eschenburg, Ringela Riemke, Jörg Breuninger, Christian Bard, Georg Boge, Andreas Kipp, Danbin Lee, Éléonore Rannou
Kontrabass
Hermann Wömmel-Stützer, Pedro Figueiredo, Axel Buschmann, Nhassim Gazale, Georg Schwärsky, Joonho Moon
Flöte
Magdalena Bogner, Rudolf Döbler, Markus Schreiter
Oboe
Gabriele Bastian, Thomas Herzog
Klarinette
Oliver Link, Christoph Korn
Fagott
Sung Kwn You, Yisol Shih
Horn
Pierre Azzuro, Ingo Klinkhammer, Frank Stephan, Felix Hetzel de Fonseka
Trompete
Daniel Ember, Ingo Klinkhammer, Anne Mentzen, Felix Hetzel de Fonseka
Posaune
Hannes Hölzl, Dominik Hauer, Jörg Lehmann
Percussion
Konstantin Thiersch, Jonas Neumann, Leonard Senfter, Bao-Tin Van Cong, Ingo Reddemann
Pauke
Arndt Wahlich
Celesta
Heike Gneiting
Akkordeon
Christine Paté
Kommende Konzerte mit Jörg Widmann
Kooperation

Bildrechte
Jörg Widmann, Stanislav Kochanovsky: © Marco Borggreve
Sergei Rachmaninow: gemeinfrei, Wikimedia Commons
Orchesterbild: © Peter Meisel