RSB-PATENORCHESTER:
DEUTSCHE STREICHERPHILHARMONIE

In der Deutschen Streicherphilharmonie (DSP) kommen die besten Streicher aus den Musikschulen der Bundesrepublik im Alter von 11 bis 19 Jahren mehrmals im Jahr zu Probenphasen und Konzerten mit ihrem künstlerischen Leiter Wolfgang Hentrich, Gastdirigenten und international renommierten Solisten zusammen. Seit der Gründung 1973 engagieren sich Streicher aus dem Rundfunk-Sinfonieorchester Berlin als Dozenten und sorgen durch intensive Arbeit mit den einzelnen Stimmgruppen für den charakteristischen, überaus homogenen Streicherklang des Ensembles. Einige RSB-Musiker haben einst selbst in dem jüngsten deutschen Auswahlorchester gespielt – so setzen sich Traditionen zwischen den offiziell von der Jeunesses Musicales zertifizierten Patenorchestern fort.

Die RSB-Dozenten:
Bodo Przesdzing (1. Violine)
Karin Kynast (2. Violine)
Claudia Beyer (Viola)
Volkmar Weiche (Violoncello)
Axel Buschmann (Kontrabass)

Die Teilnehmer qualifizieren sich über ein Probespiel, zu dem die DSP regelmäßig einlädt.

Weiterführende Informationen erhalten Sie bei
Brigitte Baldes
Gesamtleitung Deutsche Streicherphilharmonie
+49 (0) 228 / 957 06 15
baldes@musikschulen.de
www.deutsche-streicherphilharmonie.de

Mitglieder und Mentoren über die DSP:

 

INTERVIEW MIT FIONA BUHR

› Fiona Buhr ist 15 Jahre alt, fing vor drei Jahren als Geigerin in der DSP an und wechselte auf Anregung ihrer Dozenten auf die Bratsche.

Wie kamst Du zur Deutschen Streicherphilharmonie?
Zugegebenermaßen hatte ich die Idee nicht selber, sie kam von meinem Geigenlehrer, der mich unbedingt in einem guten Orchester unterbringen wollte. Eigentlich war ich schon in einem Schulorchester, aber ich war sofort begeistert von der DSP.

Was gefällt Dir an der Arbeit im Ensemble und mit den Dozenten aus dem RSB?
Es ist schön, mit Berufsmusikern zu arbeiten, die nochmal eine andere Ausbildung haben als unsere Musiklehrer an der Schule. Wir bekommen so richtig einen Eindruck davon, wie ein großes Orchester funktioniert. Und wir können im Orchester untereinander über die Musik reden – und natürlich über andere Dinge. Ich habe durch die DSP auch einen sehr großen Freundeskreis, verteilt über ganz Deutschland.

Wie schaffst Du es, die Schule und die Projekte der DSP unter einen Hut zu bringen?
Es ist anstrengend, aber man kriegt es hin, ich bin auch an einer Schule, die das halbwegs akzeptiert. In den höheren Klassen sollte die DSP-Zeit reduziert werden, aber eigentlich lassen meine Lehrer mir dabei freie Hand.

2016 hast Du beim Mitsingkonzert des Rundfunkchores Berlin mit den RSB-Kollegen gespielt. Wie hast Du den Tag erlebt?
Es war so ein bisschen wie bei der DSP, aber noch ein Level höher. Zuerst war ich ziemlich nervös, neben einem richtigen Musiker zu spielen, aber dann überwog schnell wieder die Freude, dabei zu sein und in der Philharmonie spielen zu dürfen.

Was waren bisher besonders schöne Momente?
Die erste Probenphase war natürlich etwas Besonderes, davor war ich sehr aufgeregt. Ich wurde aber gut aufgenommen und auch die Dozenten haben sich wunderbar um mich gekümmert. Besonders schöne Momente waren 2016 zum Beispiel die Konzerte in der Tonhalle Düsseldorf und bei Young Euro Classic im Berliner Konzerthaus. Und durch die DSP kam ich auf die Bratsche!

Hast Du schon Zukunftspläne?
Seit dem letzten Sommer bin ich Jungstudentin an der Young Academy Rostock, in der Klasse von Claudia Beyer, die auch meine DSP-Dozentin ist. Das ist eine tolle Chance für mich, denn ich möchte gerne Bratsche studieren. Aber bis dahin freue ich mich noch auf ganz viele DSP-Projekte.

INTERVIEW MIT KARIN KYNAST

› Karin Kynast spielt bereits seit 1988 in den Ersten Violinen des RSB und arbeitet als DSP-Dozentin mit den Zweiten Geigen.

Was hat Dich dazu bewegt, DSP-Dozentin zu werden?
Ich erinnere mich noch genau an meinen Start beim RSB, da fiel mir ein Kollege durch seine Offenheit auf und wie er auf uns Jüngere zuging: Bodo Przesdzing, der heute bereits in Pension, aber ebenfalls DSP-Dozent ist. Er hat mich später angesprochen, ob ich die Zweiten Geigen der DSP übernehmen würde. Na klar! Das Leiten von Registerproben war mir bereits von der cappella academica an der Humboldt-Uni vertraut, allerdings nicht mit der Altersgruppe ab 11 Jahren. Da war ich sehr gespannt drauf, aber es hat gut geklappt. Und es ist bis heute immer wieder aufregend, welche Gruppe man vor sich hat, da die Jugendlichen nach zwei, drei Jahren wechseln und sich die Stimmgruppe schnell verändert.

Warst Du selber in einem Jugendensemble?
Nein, komischerweise ist mir sowas nie begegnet, das hatte aber auch damit zu tun, dass ich sehr früh eine Spezialklasse für Musik in Leipzig besucht habe. Das Spielen im Orchester habe ich aber eigentlich erst im RSB gelernt. Als ich angefangen habe, war ich gerade 22 und hatte noch keinerlei Erfahrung. Bodo Przesdzing war für mich in dieser Zeit der wichtigste Ansprechpartner und hat mich immer auf konstruktive Weise unterstützt.

Wie sieht eine typische Probenphase bei der DSP aus?
Im Normalfall fangen wir mit zwei Tagen Registerproben an, um alles einzustudieren und die Gruppen an sich zu stabilisieren. Mit Detailarbeit in Klang und Präzision bringen
wir alles auf einen guten Weg – unsere Erfahrungen weiterzugeben, ist ja das, wozu wir da sind. Und dann folgen Tuttiproben mit dem Dirigenten und das Konzert.

Wie fühlt es sich an, seine Schützlinge später auf der großen Bühne zu sehen?
Das ist schön! Manchmal bin ich sehr gerührt, wenn ich im Konzert sitze und so viel Wärme, Klang und Begeisterung von der Bühne kommt. Gezittert habe ich bisher nur ganz selten.

Was ist das Wichtigste, das Du den Jugendlichen mit auf den Weg geben kannst?
Die Freude an der Musik! Nicht einschüchtern lassen durch irgendeinen, der erzählt, das und das wäre falsch. In dem Moment, wo man sich die Freude verderben lässt, wird es schwierig.