ORCHESTERAKADEMIE

Seit dem Jahr 2002 können Musikstudenten aus Streicherklassen im Rahmen der RSB-Orchesterakademie erste Erfahrungen in einem Berufsorchester sammeln. Zwei Jahre lang nehmen sie am Orchesterdienst teil, spielen in Proben, Konzerten und bei CD-Aufnahmen an der Seite ihrer erfahrenen Kollegen, von denen ihnen jeweils einer als Mentor zur Verfugung steht. Ein gemeinsam vorbereitetes Kammerkonzert ist fester Bestandteil einer jeden Konzertsaison, zusätzlich gibt es Workshops zu weiteren Bereichen des Arbeitsalltages. Für die Akademisten ist die Zeit beim RSB ein wichtiger Meilenstein auf dem Weg zum Berufsmusiker, für die Mentoren bietet die Institution eine wunderbare Gelegenheit, ihr Fachwissen und ihre Erfahrungen an die nachfolgende Musikergeneration weiterzugeben.


Mitglieder Saison 2016/2017

Violinen

Bratschen

Violoncelli

Kontrabässe

Rui Pedro Guimaraes Rodrigues

Rui Pedro Guimaraes Rodrigues Portugal

Heidi Rahkonen

Heidi Rahkonen Finnland


Mentoren der RSB-Orchesterakademie

Anna Morgunowa / Violine
Nadine Contini / Violine
Gernot Adrion / Viola
Ringela Riemke / Violoncello
Hans-Jakob Eschenburg / Violoncello
Hermann F. Stützer / Kontrabass


Stipendiaten und Mentoren über die Akademie:

 

JULIANE FÄRBER

› stammt aus Hamburg und studierte Violine in Lübeck
› war von 2014 bis 2015 in der RSB-Orchesterakademie und erspielte sich noch vor Ende ihrer Akademiezeit eine Stelle in der Gruppe der zweiten Geigen des RSB

„Als ich Akademistin im RSB wurde, ging ein Traum für mich in Erfüllung. Das große Ziel, Orchestermusikerin zu werden, war für mich nie ein Kompromiss. Ich war von Anfang an auf keine Solistenkarriere aus und habe nie Wettbewerbe gespielt. Meine große Leidenschaft galt, schon seit ich 13 Jahre alt war, dem Orchesterspiel. Es ist für mich sehr erfüllend, mit vielen Leuten gemeinsam einen vollen, warmen Klang, rhythmische Kräfte oder auch Stille zu erzeugen.
Obwohl ich zuvor schon zahlreiche Erfahrungen in Jugend- und Studentenorchestern gesammelt hatte, konnte ich in der Akademie noch sehr viel lernen. In den zweiten Geigen fühlte ich mich von vornherein aufgrund der tollen Mischung aus Hilfsbereitschaft, Interesse an meiner Person und konstruktiver Kritik sehr wohl und gut aufgehoben. So konnte ich mein Spiel verbessern, ein Gefühl für den musikalischen Stil des Orchesters entwickeln und mich gut einfügen. Dass ich schließlich ein festes Mitglied der zweiten Geigen werden durfte, macht mich sehr stolz und glücklich.“

ALEXANDER EDELMANN

› stammt aus Chicago, USA
› studiert Kontrabass an der Hochschule für Musik „Hanns Eisler“ Berlin und ist seit August 2015 in der RSB-Orchesterakademie

„Der Übergang vom Studentensein ins Berufsleben ist etwas, das für junge Musiker ein wenig beängstigend sein kann. Wir verbringen Jahre damit, das Solo- und Orchesterrepertoire bis ins kleinste Detail zu studieren, um eine technische und musikalische Basis zu schaffen, die für eine Karriere als Musiker notwendig ist. Dennoch bleiben viele praktische Fragen unbeantwortet. Wie schafft man es, die Berge an mannigfaltigem Repertoire vorzubereiten, die ein Orchester Woche für Woche spielt? Was bedeutet es, in einem Ensemble wirklich zusammen zu spielen? Was wollte der Dirigent in der letzten Passage mit seinen Händen sagen? Die RSB-Orchesterakademie zielt darauf ab, diese Fragen zu beantworten, indem sie uns ermöglicht, Teil eines Ensembles aus hocherfahrenen Musikern zu werden, die uns durch das alltägliche Leben eines Orchestermusikers geleiten. Ich schätze mich sehr glücklich, mit solch wunderbaren Musikern auf der Bühne spielen zu können und ich werde alles Gelernte mitnehmen, wenn ich in die ‚echte‘ Berufswelt hinüber wechseln werde.“

HANS-JAKOB ESCHENBURG

› studierte Violoncello an der Hochschule für Musik „Hanns Eisler“ Berlin, an der er heute eine Professur innehat
› begann 1999 als Solocellist im RSB zu spielen und engagiert sich seit Gründung der Orchesterakademie als Mentor

„Unsere Orchesterakademie ist in vielerlei Hinsicht eine Bereicherung sowohl für die Ausbildung junger Musikerinnen und Musiker als auch für unser Orchester. Wie ich durch meine Arbeit an der Hochschule immer wieder erfahre, werden Musikstudierende bestens ausgebildet – technisch, methodisch, musiktheoretisch und künstlerisch, sowohl im solistischen Spiel als auch (manchmal leider nicht ganz ausreichend) in der Kammermusik. Aber wie ist es nun, in einem professionellen Orchester zu spielen? Das kann an den Hochschulen kaum ausreichend vermittelt werden. Und so ist es mir (und meinen Mentoren-Kolleginnen und -Kollegen, ja, allen Mitgliedern des RSB) ein Herzensanliegen, den jungen Musikern Unterstützung beim Start ins Leben in einem Orchester zu geben. Von ganz allgemeinen Regeln des Miteinanders in einer so großen Gruppe bis hin zu Details wie Fingersätzen, Artikulation, individuellen Klangfarben, Hilfe in mentalen Fragen und vielen anderen reicht das Betätigungsfeld. Auch die Vorbereitung auf Probespiele gehört dazu, sei es durch Einzelunterricht oder durch Probespielsimulationen. Und das gemeinsame Erarbeiten der Kammermusikprogramme mit unseren Akademisten ist eine besonders schöne Form des musikalischen Miteinanders.
Leider vergehen die zwei Jahre der Zugehörigkeit zur Akademie oft wie im Fluge, umso schöner, wenn es immer wieder Akademisten gelingt, sich einen festen Platz in unserem (oder einem anderen) Orchester zu erspielen. Das ist für unser aller Arbeit der schönste Lohn!“

Kontakt & Bewerbung

Die Akademie sieht momentan 13 Plätze für Streicher vor (Höchstalter: 26 Jahre).
Die Akademisten erhalten während der zweijährigen Ausbildung ein monatliches Stipendium von 700 Euro.
Die Auswahl erfolgt durch ein Probespiel.

Rundfunk-Sinfonieorchester Berlin
- Orchesterakademie -

Masurenallee 8-14
14057 Berlin

Für allgemeine Informationen:
Orchesterbüro, Herr Schwärsky/Frau Groß
Tel.: +49 (0) 30 202 987 520/521

Anmeldung zum Probespiel:
Wiebke Dunkhase
Tel.: +49 (0) 30 202 987 581