ORCHESTERAKADEMIE

In der RSB-Orchesterakademie können Studenten aus Streicherklassen seit 2002 ihre ersten Schritte in einem professionellen Sinfonieorchester machen. Unter der Anleitung von persönlichen Mentoren aus dem Kollegenkreis lernen sie das Orchesterleben von innen heraus kennen, indem sie wie die festangestellten Musiker Proben, Konzerte und Aufnahmen mitspielen und dabei die Arbeit mit den internationalen Dirigenten und Solisten erleben. Die Akademie sieht derzeit 13 Plätze vor, auf die sich Studenten aus der ganzen Welt bewerben. Mit einem Probespiel qualifizieren sich die höchstens 26-Jährigen für die zweijährige Akademiezeit und kommen dadurch ihrer Zukunft als Orchestermusiker einen Schritt näher. Einmal im Jahr sind die Akademisten in einem Kammerkonzert des RSB zu hören, das sie im jährlichen Wechsel alleine oder gemeinsam mit ihren Mentoren gestalten. Die Arbeit in der Akademie ist für die Stipendiaten auf vielen Ebenen lehrreich und bietet den Mentoren die Möglichkeit, ihre theoretischen und praktischen Erfahrungen weiterzugeben.


Mitglieder Saison 2016/2017

Violinen

Bratschen

Violoncelli

Kontrabässe

Rui Pedro Guimaraes Rodrigues

Rui Pedro Guimaraes Rodrigues Portugal

Heidi Rahkonen

Heidi Rahkonen Finnland


Mentoren der RSB-Orchesterakademie

Anna Morgunowa / Violine
Nadine Contini / Violine
Gernot Adrion / Viola
Ringela Riemke / Violoncello
Hans-Jakob Eschenburg / Violoncello
Hermann F. Stützer / Kontrabass



Stipendiaten und Mentoren über die Akademie

 

INTERVIEW MIT BOMI SONG

› Bomi Song ist 22 Jahre alt, stammt aus der Schweiz und spielt seit Mai 2016 in der Orchesterakademie.

Wie kamst Du zur RSB-Orchesterakademie und wie erlebst Du die Arbeit?

Ich wollte unbedingt in eine Orchesterakademie und dabeihaben mich Rundfunkorchester immer schon im Speziellen interessiert, das kann ich mir für mein Berufsleben später auch gut vorstellen. Ich habe vorher schon in Berlin studiert und das RSB hat mir sehr gefallen, deshalb habe ich mich beworben. Die Zusammenarbeit mit den Kollegen empfinde ich als sehr angenehm, ich werde gut aufgenommen, auch unter uns Akademisten haben wir schöne Freundschaften geschlossen. Die Arbeit mit den verschiedenen Dirigenten und mit meiner Mentorin Anna Morgunowa gefällt mir sehr und ich finde es toll, so viel neues Repertoire kennenzulernen.

Wie arbeiten Eure Mentoren mit Euch?

Wir haben ungefähr zwei Mal im Monat Einzelunterricht, da werden verschiedene Sachen erarbeitet, natürlich mit Schwerpunkt darauf, was man im Orchesterleben so braucht, zum Beispiel Probespielvorbereitung, Blattspielen der komplizierte Stellen aus Werken, die wir grade spielen. Wir können jederzeit um Rat fragen, vor allem was Probespiele angeht, die natürlich für uns als angehende Berufsmusiker das Wichtigste sind.

Wie war das gemeinsame Kammerkonzert mit Deinen Akademistenkollegen?

Die Vorbereitung war sehr schön, aber auch sehr schwierig, da wir uns vorher gar nicht kannten und musikalisch doch sehr verschieden tickten. Vor allem kannten wir aber das von uns gespielte Streichquintett von George Onslow nicht, das war wirklich eine Hürde. Mit der Zeit und mit der Hilfe unseres Dozenten kamen wir aber auf einen gemeinsamen Nenner und das Konzert war dann noch besser, als alle Proben davor, da waren wir sehr froh.

Wie oft spielst Du im RSB mit?

Es ist ungefähr das halbe Pensum einer vollen Orchesterstelle, aber es variiert monatlich je nach Absprache mit den Kollegen. Normalerweise kriegt man aber Studium und Akademie problemlos unter einen Hut und ich finde es sehr sinnvoll, beides gleichzeitig zu machen. Ich lerne im RSB viel über mich und mein Spiel und würde jedem in meiner Situation die Bewerbung für eine Orchesterakademieempfehlen, nicht nur für das fachliche Weiterkommen, sondern auch für das Erlernen des zwischenmenschlichen Miteinanders in einem Berufsorchester.

INTERVIEW MIT ANNA MORGUNOWA

› Anna Morgunowa erhielt ihre Ausbildung in ihrem Heimatland Russland, spielt seit 1995 in den Ersten Geigen des RSB und ist seit 2009 Mentorin der Akademie

Was hat Sie dazu bewegt, Mentorin der Orchesterakademie zu werden?


Als ich gefragt worden bin, ob ich das machen würde, hatte ich bereits viele Unterrichtsmethoden von Kollegen kennengelernt und zudem seit ich 19 war auf diversen Positionen in mehreren Orchestern gespielt. Meinem Empfinden nach hatte ich damals also genug Einblicke und Erfahrung gesammelt, um das mal auszuprobieren. Und es hat funktioniert!

Wie läuft die Arbeit mit Ihren drei Akademisten ab?

Sie bekommen möglichst regelmäßig Unterricht, wobei ich niemanden dazu zwinge, aber allen rate, diese Möglichkeit zu nutzen. Ich versuche, möglichst viele verschiedene Aspekte in den Unterricht einzubringen, das hängt natürlich auch von der jeweiligen Person ab. Manche sind sehr schüchtern, denen versuche ich mehr Sicherheit zu geben, manche sind eher zu stürmisch, die versuche ich zu bremsen. Bis jetzt hatte ich den Eindruck, dass alle zufrieden waren. Es freut mich immer unheimlich, wenn sich jemand eine Orchesterstelle erspielt, und ich wünsche es jedem, der hier bei uns als Akademist ist. Wir machen das Probespieltraining ja schließlich nicht umsonst!

Was ist Ihrer Meinung nach das Wichtigste, das Sie den jungen Musikern mit auf den Weg geben können?

Die Lust am Musizieren! Wenn ich merke, dass jemand die Tendenz hat, nur seinen Dienst abzusitzen, versuche ich sofort zu erklären, dass das bei uns nicht geht. Manchmal sind die jungen Kollegen auch kurzfristig überfordert mit dem, was im Orchester passiert, dann kann ich sie wieder auffangen. Mein Unterrichtsmotto lautet: „Es muss immer nach Geige klingen!“

Bringt Ihnen Ihre Arbeit als Mentorin auch etwas für Ihr eigenes Spiel?

Ja, absolut, man ist ständig auf der Suche, wie man die Dinge selber besser machen kann. Mit den jungen Menschen zu tun zu haben, hält frisch!

Kontakt & Bewerbung

Die Akademie sieht momentan 13 Plätze für Streicher vor (Höchstalter: 26 Jahre).
Die Akademisten erhalten während der zweijährigen Ausbildung ein monatliches Stipendium von 700 Euro.
Die Auswahl erfolgt durch ein Probespiel.

Rundfunk-Sinfonieorchester Berlin
- Orchesterakademie -

Masurenallee 8-14
14057 Berlin

Für allgemeine Informationen:
Orchesterbüro, Herr Schwärsky/Frau Groß
Tel.: +49 (0) 30 202 987 520/521

Anmeldung zum Probespiel:
Wiebke Dunkhase
Tel.: +49 (0) 30 202 987 581