Composer in Residence
Marko Nikodijević

Marko Nikodijevic © Aleksandar Stanojevic
Marko Nikodijević © Aleksandar Stanojević

„Seit ich 2014 zum ersten Mal mit Vladimir Jurowski in Brüssel und London gearbeitet habe, wollte ich unbedingt ein Werk für ihn schreiben und es mit ihm zur Uraufführung bringen. Diese Komposition hatte nun lange Zeit zu reifen und ich bin sehr glücklich, dass wir das Projekt mit dem RSB realisieren können, das ich bereits in einigen Konzerten hören konnte und sehr schätze.“(Marko Nikodijević)

Für die Spielzeit 2019/2020 haben Vladimir Jurowski und das RSB Marko Nikodijević als Composer in Residence eingeladen. Der gebürtige Serbe studierte zwischen 1995 und 2003 in Belgrad Komposition, bevor ihn ein Aufbaustudium 2003 nach Stuttgart führte, wo er bis heute seinen Lebensmittelpunkt hat. Von 2012 bis 2013 war er als Stipendiat an der Cité internationale des arts in Paris. 2013 erhielt Marko Nikodijević einen der drei Komponisten- Förderpreise der Ernst von Siemens Musikstiftung und 2014 wurde er mit dem Deutschen Musikautorenpreis in der Kategorie Nachwuchsförderung ausgezeichnet.

Tief und nachhaltig von Techno beeinflusst, spielen in seiner Musik geometrische Strukturen und digitale Technologien eine tragende Rolle. Gerne greift er auf Werke von anderen Komponisten wie Gesualdo, Vivier oder Liszt zurück, teils nur auf kleinste Keimzellen der Musik oder auf von Computern erstellte Fragmentierungen, Komprimierungen, Dehnungen und/oder Schichtungen der Originalwerke. Mithilfe von Computeralgorithmen, Anleihen bei elektronischer Tanzmusik und Volksmusik, dem Einsatz von Live-Elektronik und opulentem Orchesterglanz lässt er neue Klangwelten entstehen, in denen technische Raffinesse auf eine Sentimentalität trifft, die berührt und erschüttert.

Zwei seiner Kompositionen bringt das RSB in der Spielzeit zur Uraufführung, eine unter der Leitung von Vladimir Jurowski und eine im Rahmen von „Ultraschall Berlin“. In einem weiteren Konzertprogramm zum Gedenken an das Kriegsende vor 75 Jahren dirigiert Vladimir Jurowski das Orchesterwerk „cvetić, kućica … / la lugubre gondola“ („blümchen, häuschen … / die trauergondel“, 2009), eine auf dem berühmten Klavierstück von Franz Liszt beruhende Trauermusik für ein 5-jähriges Mädchen, das im Kosovokrieg ermordet wurde.

„Nikodijevićs offensichtliche und weniger offensichtliche Verbindungen zur technoiden Musikkultur betreffen neben strukturellen Aspekten ein viel grundlegenderes Phänomen, das in letzter Konsequenz Richard Wagner, Claude Vivier und das Berghain gemeinsam haben: das der Entgrenzung. Ein hypnotisches Abheben in transzendente Bezirke des Hörens ist auch Nikodijevićs Kompositionen zu eigen; …“ (Dirk Wieschollek, nmz 6/14).

Tauchen Sie mit uns ein in die Jahrhunderte überspannenden, grenzenlosen Klangwelten von Marko Nikodijević!

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