KONZERTKALENDER

17. September 2017

Sonntag / 20.00 Uhr

Philharmonie Berlin

Vladimir Jurowski

Christian Tetzlaff / Violine

Max Hopp / Sprecher (Fucík )

Sven Philipp / Sprecher (Offizier )

Rundfunk-Sinfonieorchester Berlin

Antrittskonzert von Vladimir Jurowski

Isang Yun

"Dimensionen" für Orchester

Arnold Schönberg

Konzert für Violine und Orchester op. 36

Luigi Nono

"Julius Fučík" für zwei Rezitatoren und Orchester

Ludwig van Beethoven

Sinfonie Nr. 5 c-Moll op. 67 mit Orchesterretuschen von Gustav Mahler

18.45 Uhr, Hermann-Wolff-Saal
Einführung von Steffen Georgi

 Stadtplan

 Programmheft (PDF)

Kooperationspartner

Konzert mit

Sendetermin:

20. September 2017

22.05 Uhr

Zeichen setzen

Vladimir Jurowski beginnt mit diesem Konzert seine Tätigkeit als Chefdirigent und Künstlerischer Leiter des Rundfunk-Sinfonieorchesters Berlin. Und er beginnt mit einem exemplarischen Programm. Kein Name, kein Werk ist zufällig. Dimensionen der gesellschaftlichen Empathie, der achtsamen Stille, der strukturellen Transparenz und der puren Klangenergie dürfen erwartet werden, wenn Jurowski in Zukunft vor das RSB tritt. Vier Beethoven-Sinfonien, Nr. 3, 5, 7, 9, erklingen 2017/2018 mit „Retuschen“ von Gustav Mahler, will heißen mit instrumentatorischen Verfeinerungen; keine Note von Beethoven wird dabei angetastet. Mahler ist die Brücke zu Schönberg, dem Haupt der Zweiten Wiener Schule und Pionier der Moderne. Das Seelenvolle des Violinkonzertes würdigt am ersten thematischen Abend einen Menschen, der sich im Namen der Nachgeborenen gegen den Faschismus aufgerichtet hat: Julius Fučik. Ihm ist ein klingender Mahnruf (1951) von Luigi Nono gewidmet.

Biografien

Vladimir Jurowski / Dirigent

Seit September 2017 ist Vladimir Jurowski Chefdirigent und Künstlerischer Leiter des Rundfunk-Sinfonieorchesters Berlin (RSB). Er gilt als einer der gefragtesten Dirigenten unserer Zeit, der weltweit für sein präzises musikalisches Können und sein experimentierfreudiges künstlerisches Engagement gefeiert wird. Geboren in Moskau, begann er am dortigen Konservatorium seine musikalische Ausbildung. 1990 zog er mit seiner Familie nach Deutschland, wo er sein …

Icon Arrow

Seit September 2017 ist Vladimir Jurowski Chefdirigent und Künstlerischer Leiter des Rundfunk-Sinfonieorchesters Berlin (RSB). Er gilt als einer der gefragtesten Dirigenten unserer Zeit, der weltweit für sein präzises musikalisches Können und sein experimentierfreudiges künstlerisches Engagement gefeiert wird. Geboren in Moskau, begann er am dortigen Konservatorium seine musikalische Ausbildung. 1990 zog er mit seiner Familie nach Deutschland, wo er sein Studium an den Musikhochschulen in Berlin und Dresden abschloss. 1995 debütierte er auf internationaler Ebene beim Wexford Festival mit Rimsky-Korsakows „Mainacht“ und im selben Jahr am Royal Opera House Covent Garden mit „Nabucco“.

2003 wurde Vladimir Jurowski zum Ersten Gastdirigenten des London Philharmonic Orchestra ernannt und ist seit September 2007 dessen Chefdirigent. Darüber hinaus ist er einer von vier Principal Artists des Orchestra of the Age of Enlightenment und Künstlerischer Leiter des Akademischen Staatsorchesters der Russischen Föderation „Jewgeni Swetlanow“, mit dem er in Moskau ein erfolgreiches Profil mit einem besonderen Fokus auf zeitgenössischem Repertoire entwickelt hat. Im März 2018 wurde er zum Generalmusikdirektor der Bayerischen Staatsoper in München ab der Spielzeit 2021/2022 ernannt. In der Vergangenheit war er Erster Kapellmeister der Komischen Oper Berlin (1997-2000), Erster Gastdirigent des Teatro Comunale di Bologna (2000-2003), Erster Gastdirigent des Russischen Nationalorchesters (2005-2009) und Musikdirektor der Glyndebourne Festival Opera (2001-2013).

Vladimir Jurowski arbeitet jährlich mit dem Chamber Orchestra of Europe zusammen und tritt regelmäßig mit dem London Philharmonic Orchestra bei internationalen Festivals wie den BBC Proms und dem George Enescu Festival in Bukarest auf. Eine stete Zusammenarbeit verbindet ihn auch mit den führenden Orchestern Europas und Nordamerikas, wie z.B. dem Royal Concertgebouw Orchestra Amsterdam, der Dresdner Staatskapelle, dem Gewandhausorchester Leipzig, dem Boston, dem Cleveland und dem Philadelphia Orchestra sowie dem New York Philharmonic. Auch die Berliner und die Wiener Philharmoniker sowie das Tonhalle-Orchester Zürich hat er dirigiert.

Zu den Höhepunkten der Spielzeit 2015/2016 und darüber hinaus gehören seine Rückkehr zu den Orchestern in New York, Boston, Cleveland, Philadelphia und Amsterdam, sein Debüt bei den Salzburger Osterfestspielen an der Spitze der Dresdner Staatskapelle sowie Auftritte mit den Wiener Symphonikern. Beim London Philharmonic Orchestra wird er u.a. „Das Rheingold“ sowie die Weltpremiere von Alexander Raskatovs „Green Mass“ leiten.

Als engagierter Operndirigent debütierte Jurowski 1999 mit „Rigoletto“ an der Metropolitan Opera New York und war seitdem u.a. mit „Jenůfa“, „Hänsel und Gretel“ und „Die Frau ohne Schatten“ erneut dort zu Gast. Er dirigierte an der Welsh National Opera, der Opera National de Paris, der Mailänder Scala, am Bolshoi-Theater sowie an der Dresdner Semperoper. Beim Opernfestival in Glyndebourne leitete er Werke wie „Die Zauberflöte“, „La Cenerentola“, „Otello“, „Tristan und Isolde“, „Ariadne auf Naxos“ und Peter Eötvös’ „Love and Other Demons“. 2015 kehrte er an die Komische Oper Berlin für eine weltweit gefeierte Neuproduktion von „Moses und Aron“ zurück. Zukünftige Engagements schließen sein Debüt an der Bayerischen Staatsoper mit Prokofjews „Der feurige Engel“, sein Debüt bei den Salzburger Festspielen mit „Wozzeck“ und seine Rückkehr nach Glyndebourne als Gastdirigent für die Weltpremiere von Brett Deans „Hamlet“ ein.

Mit dem London Philharmonic Orchestra hat Vladimir Jurowski eine große Anzahl von Live-Aufnahmen auf dem LPO Live Label veröffentlicht, darunter alle Brahms-Sinfonien und Mahlers Sinfonien Nr. 1 und 2, Rachmaninows „Sinfonische Tänze“ sowie Tschaikowskys Sinfonien Nr. 1, 4, 5 und 6. Außerdem nahm Jurowski für PENTATONE Schnittkes Sinfonie Nr. 3 mit dem Rundfunk-Sinfonieorchester Berlin sowie eine Reihe von russischen Werken mit dem Russian National Orchestra auf. Seine Amtszeit als Musikdirektor in Glyndebourne wurde ebenfalls durch CD- und DVD-Aufnahmen dokumentiert, zu denen u.a. preisgekrönte Aufnahmen von „Tristan und Isolde“ und „Ariadne auf Naxos“ gehören.

Icon Arrow

Christian Tetzlaff / Violine

Christian Tetzlaff ist seit Jahren einer der gefragtesten Geiger und spannendsten Musiker der Klassikwelt. „The greatest performance of the work I’ve ever heard“, schrieb Tim Ashley im Guardian ...

Icon Arrow

Christian Tetzlaff ist seit Jahren einer der gefragtesten Geiger und spannendsten Musiker der Klassikwelt. „The greatest performance of the work I’ve ever heard“, schrieb Tim Ashley im Guardian über seine Interpretation des Beethoven-Violinkonzerts mit Daniel Harding. Und Hans-Klaus Jungheinrich sprach in der Frankfurter Rundschau geradezu von einer „Neugewinnung“ dieses vielgespielten Werks.
Konzerte mit Christian Tetzlaff werden oft zu einer existenziellen Erfahrung für Interpret und Publikum gleichermaßen, altvertraute Stücke erscheinen plötzlich in völlig neuem Licht. Daneben lenkt er den Blick immer wieder auf vergessene Meisterwerke wie das Violinkonzert von Joseph Joachim, für das er sich erfolgreich stark gemacht hat, und versucht, wirklich gehaltvolle neue Werke wie das von ihm uraufgeführte Violinkonzert von Jörg Widmann im Repertoire zu etablieren. Er pflegt ein ungewöhnlich breites Repertoire und gibt rund 100 Konzerte pro Jahr.
Christian Tetzlaff war „Artist in Residence“ bei den Berliner Philharmonikern, hat eine mehrere Spielzeiten umfassende Konzertserie mit dem Orchester der New Yorker Met unter James Levine bestritten und gastiert regelmäßig u.a. bei den Wiener und den New Yorker Philharmonikern, dem Concertgebouworkest und den großen Londoner Orchestern. Dabei arbeitet er mit Dirigenten wie Andris Nelsons, Robin Ticciati und Vladimir Jurowski zusammen.
Was den 1966 in Hamburg geborenen und inzwischen mit seiner Familie in Berlin lebenden Musiker so einzigartig macht, sind – neben seinem großen geigerischen Können – vor allem drei Dinge: Er nimmt den Notentext wörtlich, er versteht Musik als Sprache, und er liest die großen Werke als Erzählungen, die existenzielle Einsichten spiegeln. Was so selbstverständlich klingt, ist im Konzertalltag ein ganz ungewöhnlicher Ansatz.
Wenn Christian Tetzlaff den Notentext so tief wie möglich zu erfüllen versucht – ohne Rücksicht auf die „Aufführungstradition“ und ohne sich die oft üblichen geigentechnischen Erleichterungen zu gönnen –, dann zeigen sich die altbekannten großen Werke oft in neuer Klarheit und Schärfe. Als Geiger versucht Tetzlaff hinter dem Werk zu verschwinden – und das macht seine Interpretationen paradoxerweise sehr individuell.
Zum zweiten „spricht“ Christian Tetzlaff mit seiner Geige, sein Spiel umfasst, wie die menschliche Sprache, eine große Bandbreite an Ausdrucksmöglichkeiten und ist nicht allein auf Wohlklang und virtuosen Glanz ausgerichtet. Vor allem aber versteht er die Meisterwerke der Musikgeschichte als Geschichten, die von zentralen Erfahrungen handeln. In ihrer Musik haben die großen Komponisten intensivste Gefühle, höchstes Glück und tiefte Krisen, verarbeitet, und so begibt sich auch Christian Tetzlaff als Musiker in die Grenzbereiche der Gefühle – und der musikalischen Gestaltung. In vielen Stücken geht es um nichts Geringeres als um Leben und Tod. Das dem Publikum zu vermitteln, ist Christian Tetzlaffs Ziel.
Voraussetzung für diesen Ansatz sind Mut zum Risiko und spieltechnische Souveränität, Offenheit und eine große Wachheit fürs Leben. Bezeichnenderweise hat Christian Tetzlaff viele Jahre in Jugendorchestern gespielt, in Uwe-Martin Haiberg hatte er an der Musikhochschule Lübeck einen Lehrer, für den die musikalische Interpretation der Schlüssel zur Geigentechnik war – nicht umgekehrt. Bereits 1994 gründete Christian Tetzlaff sein eigenes Streichquartett, und bis heute liegt ihm die Kammermusik ebenso am Herzen wie seine Arbeit als Solist mit und ohne Orchester.
Das Tetzlaff Quartett wurde u.a. mit dem Diapason d’or ausgezeichnet, das Trio mit seiner Schwester Tanja Tetzlaff und dem Pianisten Lars Vogt für den Grammy nominiert. Aber auch für seine solistischen CD-Aufnahmen hat Christian Tetzlaff zahlreiche CD-Preise erhalten. Er spielt eine Geige des deutschen Geigenbauers Peter Greiner und unterrichtet regelmäßig an der Kronberg Akademie.
In der Saison 2016/17 ist Christian Tetzlaff auf vier Kontinenten zu erleben, u.a. in New York mit dem Met Orchestra und James Levine, mit dem Los Angeles Philharmonic, dem Chicago Symphony, dem London Philharmonic Orchestra, dem Sydney Symphony Orchestra und als Residenz-Künstler mit dem Netherlands Philharmonic in Amsterdam. Tourneen führen ihn mit dem Scottish Chamber Orchestra und Robin Ticciati durch Ostasien und mit Lars Vogt durch die USA. Mit dem Tetzlaff-Quartett oder im Trio mit Tanja Tetzlaff und Lars Vogt gastiert er in Paris, London, Amsterdam, Berlin und weiteren europäischen Metropolen.

Icon Arrow

Max Hopp / Sprecher

Max Hopp steht schon als Kind vor der Kamera. Drei Jahre lang spielt er in der Lustspielreihe des DDR-Fernsehens „Ferienheim Bergkristall“. Sein Handwerk studiert er an der Hochschule für Schauspielkunst Ernst Busch in Berlin. Am Bremer Theater ...

Icon Arrow

Max Hopp steht schon als Kind vor der Kamera. Drei Jahre lang spielt er in der Lustspielreihe des DDR-Fernsehens „Ferienheim Bergkristall“. Sein Handwerk studiert er an der Hochschule für Schauspielkunst Ernst Busch in Berlin. Am Bremer Theater beginnt Max Hopp seine Karriere. Es folgen Engagements an den Schauspielhäusern Hamburg und Zürich, den Münchner Kammerspielen, der Volksbühne Berlin und den Salzburger Festspielen. Seit 2010 arbeitet Hopp auch regelmäßig an der Komischen Oper Berlin. Seit 2000 ist Max Hopp auch im Kino und Fernsehen präsent. Er spielt in den Theaterverfilmungen „Lulu“ (Frank Wedekind) und „Peer Gynt“ (Henrik Ibsen). Als schrulligpflichtbewusster Polizeichef Mark Dononelli in der ZDF-Serie „Doktor Martin“ wird er an der Seite von Axel Milberg einem breiteren Publikum bekannt. Regelmäßig spielt er in den Krimi-Reihen „Bella Block“ und „Tatort“. Außerdem wirkte er in verschiedenen TV Produkltionen „Die Spiegel-Affäre“ (Regie: Roland Suso Richter) in der Rolle des Journalisten Leo Brawand zu sehen und in der Rolle des Sicherheitsoffiziers Burkhard Schönhammer in "Bornholmer Straße" (Regie: Christian Schwochow) sowie im ZFD Mehrteiler der "The Same Sky“ unter Regie von Oliver Hirschbiegel mit.

Icon Arrow

Sven Philipp / Sprecher

Der Schauspieler und Sprecher Sven Philipp wurde 1971 in Berlin geboren, wo er seine Kinder- und Jugendjahre verbachte und heute auch lebt. Seine Ausbildung erhielt er zu Beginn der 1990er-Jahre an der Hochschule für Musik und Theater Leipzig und war anschließend fest am Deutschen Nationaltheater Weimar, am Schauspiel Leipzig ...

Icon Arrow

Der Schauspieler und Sprecher Sven Philipp wurde 1971 in Berlin geboren, wo er seine Kinder- und Jugendjahre verbachte und heute auch lebt. Seine Ausbildung erhielt er zu Beginn der 1990er-Jahre an der Hochschule für Musik und Theater Leipzig und war anschließend fest am Deutschen Nationaltheater Weimar, am Schauspiel Leipzig sowie am Neuen Theater Halle/Saale engagiert.
Seit 2000 arbeitet er freischaffend als Schauspieler und Sprecher, vor allem für Kulturmagazine wie „Aspekte“, für Werbespots sowie für deutsche und österreichische Dokumentarfilm-Produktionen. Seit 2006 gehört er zu den Sprechern beim Internationalen Literaturfestival Berlin und war von 2006 bis 2011 regelmäßig im 3sat-Theatermagazin „Foyer“ zu hören.
Zudem hat Sven Philipp mehrere Hörspiele für den ORF und Hörbücher für verschiedene Verlage eingesprochen und produziert selber Aufnahmen für Werbespots, Dokumentationen Computer- und Hörspiele sowie von Erzählungen und Gedichten.
Als Schauspieler war er u.a. bereits am Deutschen Theater Berlin, am Schauspielhaus Hamburg und am Burgtheater Wien zu erleben und spielte in Kino- und TV-Produktionen wie „Eine Reise nach Weimar“, „Otto - der Katastrophenfilm“ und „1941“ sowie in Serien wie „Liebesau“ und „Bernd das Brot“ mit.

Icon Arrow