KONZERTKALENDER

08. Dezember 2016

Donnerstag / 19.30 Uhr

Kühlhaus Berlin / Kammerkonzert

Volker Wieprecht / Moderation

Kensei Yamaguchi / Klavier

Maria Pflüger / Violine

Jörg Breuninger / Violoncello

Oliver Link / Klarinette

Sung Kwon You / Fagott

Anne Mentzen / Horn

Karin Kynast / Violine

Anne-Kathrin Seidel / Violine

Alexey Doubovikov / Viola

Peter Albrecht / Violoncello

Stefanie Rau / Kontrabass

Mitglieder des Rundfunk-Sinfonieorchesters Berlin und Gäste

Mieczyslaw Weinberg

Trio für Klavier, Violine und Violoncello op. 24

Egon Wellesz

Oktett für Klarinette, Fagott, Horn, zwei Violinen, Viola, Violoncello und Kontrabass op. 67

 Stadtplan

Kooperationspartner

Präsentiert von

Konzert mit

Weinberg und Wellesz

Die Programme der Kammerkonzerte entwickeln die Musikerinnen und Musiker des RSB selbst. Wenn dann so spannende Namen wie an diesem Abend auftauchen, ist die Freude doppelt – bei den Beteiligten, weil sie „ihre“ Musik vorstellen dürfen, bei den Verantwortlichen in der Administration, weil frische Farben ins Repertoire der Konzerte Einzug halten, die sinfonisch nicht ohne Weiteres zu realisieren sind.
Mieczysław Weinberg (1919–1996) hat den antisemitischen Terror mehrerer verbrecherischer Diktaturen im 20. Jahrhundert am eigenen Leib erfahren. Die Geschichte seiner Familie ist durchzogen von einer Blutspur: das Pogrom in Kischinjow, die deutsche Mordpolitik in Polen, die Gräuel der Stalinschen Geheimpolizei. Stalins Tod am 5. März 1953 rettete Weinberg das Leben, er kam
aus dem Gefägnis frei. Aber was war das für ein Leben? Seine Musik, von Schostakowitsch geschätzt und gefördert, kündet von Sehnsucht nach Schönheit und von unstillbarem Schmerz und Trauer.
Egon Wellesz (1885–1974), ein aus Ungarn gebürtiger, zunächst in Wien ansässiger Musikwissenschaftler und Komponist, verfasste 1920 die erste Biographie über Arnold Schönberg und war 1922 Mitbegründer der Internationalen Gesellschaft für Neue Musik (IGNM). Als Jude und Verfasser von „entarteter“ Musik musste der angesehene Wiener Professor Wellesz 1938 über Amsterdam nach England emigrieren. In Cambridge und Oxford konnte er an seine akademische Laufbahn anknüpfen, dennoch internierte man ihn 1940 gemeinsam mit anderen österreichischen und deutschen Exilanten als „enemy alien“. Österreich hat sich nie darum bemüht, ihn wieder in die Heimat zu holen. Wellesz’ Musik rangierte vor 1938 in der direkten Schönberg-Umgebung, nach 1943 in einer retrospektiven Rückbesinnung auf die österreichische Klassik. Den politisch bedingten Bruch in seiner Biographie hat Wellesz nie überwinden können.

Volker Wieprecht / Moderation

Volker Wieprecht, geboren 1963 in Herne, ist Hörfunkjournalist, Autor und Unternehmer in Berlin. Er studierte Germanistik, Philosophie und Altphilologie, bevor er ab Mitte der 1980er Jahre als Reporter beim Sender Freies Berlin (SFB) arbeitete. 1987 begann er mit der Moderation von Kinder- und Jugendsendungen. 1990 ging der SFB-Jugendsender Radio 4 U auf Sendung; Wieprecht war dort von Beginn an als Morgenmoderator tätig, was er ab 1993 zunächst mit Ken Jebsen für Radio Fritz fortsetzte. 1992/1993 unterbrach er diese Tätigkeit, um als freier Korrespondent in den USA zu arbeiten. 1994 wurde Volker Wieprecht vom „Musikexpress“ ...

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Volker Wieprecht, geboren 1963 in Herne, ist Hörfunkjournalist, Autor und Unternehmer in Berlin. Er studierte Germanistik, Philosophie und Altphilologie, bevor er ab Mitte der 1980er Jahre als Reporter beim Sender Freies Berlin (SFB) arbeitete. 1987 begann er mit der Moderation von Kinder- und Jugendsendungen. 1990 ging der SFB-Jugendsender Radio 4 U auf Sendung; Wieprecht war dort von Beginn an als Morgenmoderator tätig, was er ab 1993 zunächst mit Ken Jebsen für Radio Fritz fortsetzte. 1992/1993 unterbrach er diese Tätigkeit, um als freier Korrespondent in den USA zu arbeiten. 1994 wurde Volker Wieprecht vom „Musikexpress“ zum besten deutschen Radiomoderator gewählt. Bei Radio Fritz lernte er den Redakteur Robert Skuppin kennen. In ihm fand Volker Wieprecht einen kongenialen neuen Partner am Mikrofon. Das Duo ging bis 2011 gemeinsam auf Sendung. 1997 verließen Wieprecht und Skuppin den Sender Fritz zusammen mit Chefredakteur Helmut Lehnert, um ein neues Tagesbegleitprogramm für erwachsene Hörer aus der Taufe zu heben: radioeins, gehört heute zum Rundfunk Berlin Brandenburg (RBB). Wieprecht moderierte auch bei radioeins zunächst weiter mit Robert Skuppin. Seit Skuppins Ernennung zum Chefredakteur von radioeins moderieren Volker Wieprecht und Thomas Wosch im wöchentlichen Wechsel. 1998 gründete Volker Wieprecht mit Robert Skuppin zwei Agenturen: Die apparat multimedia gmbh entwickelt Hörfunkformate, erstellt Radio- und Fernsehsendungen sowie Hörbücher. Die apparat event gmbh organisiert Partys, Events und Veranstaltungen. Volker Wieprecht verfasste mehrere Bücher – auch zusammen mit Robert Skuppin – und veröffentlichte Best-of-CDs ihrer gemeinsamen Moderationen. Am 5. September 2013 wurde Volker Wieprecht von der Jury des Deutschen Radiopreises als „Bester Moderator“ Deutschlands ausgezeichnet. Die Begründung: „Volker Wieprecht ist unverwechselbar. Man hört den Journalisten, der sich mit unterschiedlichsten Themen adäquat und intensiv auseinandersetzt. Und man hört den Menschen, der neugierig und offen ist, lustig und nachdenklich, kritisch und warmherzig. Eine seit 25 Jahren einzigartige Kombination im deutschen Hörfunk.“

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