KONZERTKALENDER

24. November 2016

Donnerstag / 20.00 Uhr

Philharmonie Berlin

Marek Janowski

Marek Janowski

Anna Vinnitskaya / Klavier

Rundfunk-Sinfonieorchester Berlin

Richard Strauss

"Josephs Legende" - Sinfonisches Fragment aus dem gleichnamigen Ballett o.op. AV 148

Richard Strauss

"Intermezzo" - Vier sinfonische Zwischenspiele aus der gleichnamigen Oper op. 72

Sergei Rachmaninow

Konzert für Klavier und Orchester Nr. 2 c-Moll op. 18

18.45 Uhr, Südfoyer
Einführung von Steffen Georgi

Tanz - die Dritte

Ein weiteres Mal geht es im RSB tänzerisch zu. Marek Janowski belebt „Tanzmusik“ des 20. Jahrhunderts neu, die freilich nicht zuerst an Frivoles denken lässt. Richard Strauss’ „Josephs Legende“ entstand 1914 für die Ballets Russes von Sergei Diaghilew. Strauss nörgelte zunächst: „So ein Joseph, der Gott sucht – dazu muß ich mich höllisch zwingen.“ Über die Gegenspielerin, die verführerische Ehefrau des Potiphar, fand der Komponist Zugang zu der frommen Legende, die nun musikalisch alles andere als keusch daherkam. Am Ende befand Strauss: „Ich wollte mit Josephs Legende den Tanz erneuern. Den Tanz als Ausdruck des Dramatischen.“ Apropos Gegenspieler: Sergei Rachmaninow zählte zu jenen lieben Genossen, die nicht Richard Strauss’ Liebe genossen. Dessen ungeachtet hören wir das Klavierkonzert Nr. 2 des spätromantischen Russen als eine jener psychologischen Notwendigkeiten der modernen Konzertszene, deren Sog sich kaum ein Musikfreund zu entziehen vermag – so wenig wie dem der Straussschen.
Anna Vinnitskaya, in Hamburg lebende und lehrende russische Pianistin, spielt „Rach 2“ beim RSB, nachdem sie schon häufig an der Seite von Marek Janowski zu Gast in Berlin war, zuletzt mit allen drei Bartók-Klavierkonzerten an einem Abend.

Biografien

Marek Janowski / Dirigent

Von August 2002 bis Oktober 2015 war Marek Janowski Künstlerischer Leiter und Chefdirigent des Rundfunk-Sinfonieorchesters Berlin (RSB). Bis Ende 2016 wird er weiterhin in zahlreichen Konzertprojekten an der Spitze des Orchesters zu erleben sein. Vor seiner Berliner Zeit und teilweise parallel amtierte er als Musikdirektor des Orchestre de la Suisse Romande (2005–2012), Chefdirigent des Orchestre Philharmonique de Monte-Carlo (2000–2005), wirkte auf der Chefposition bei der …

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Von August 2002 bis Oktober 2015 war Marek Janowski Künstlerischer Leiter und Chefdirigent des Rundfunk-Sinfonieorchesters Berlin (RSB). Bis Ende 2016 wird er weiterhin in zahlreichen Konzertprojekten an der Spitze des Orchesters zu erleben sein. Vor seiner Berliner Zeit und teilweise parallel amtierte er als Musikdirektor des Orchestre de la Suisse Romande (2005–2012), Chefdirigent des Orchestre Philharmonique de Monte-Carlo (2000–2005), wirkte auf der Chefposition bei der Dresdner Philharmonie (2001–2003) und war Musikalischer Leiter des Orchestre Philharmonique de Radio France (1984–2000).

Marek Janowskis konsequenter Anspruch an orchestrale Präzision und seine genaue Partiturkenntnis gehen einher mit sinnreichen Programmideen und machen ihn zu einem der renommiertesten Orchesterleiter der Gegenwart. Wo er auftritt, ob als Gastdirigent u.a. in den USA beim San Francisco Symphony, dem Cleveland Orchestra, in Asien beim NHK Symphony Orchestra Tokyo, in Europa beim Orchestre de Paris oder dem Tonhalle-Orchester Zürich, genießt er außerordentliches Ansehen wegen der Effizienz seiner Arbeit.

1939 geboren in Warschau, aufgewachsen und ausgebildet in Deutschland, führte Marek Janowskis künstlerischer Weg über Aachen, Köln, Düsseldorf und Hamburg als GMD nach Freiburg i. Br. und Dortmund. Es gibt zwischen Metropolitan Opera New York und Bayerischer Staatsoper München, zwischen San Francisco, Hamburg, Wien und Paris kein Opernhaus von Weltruf, wo er seit den späten 1970er-Jahren nicht regelmäßig zu Gast war. Seit den späten 1990er-Jahren konzentriert er sich ausschließlich auf den Konzertbetrieb und führt dort die große deutsche Dirigententradition als herausragender Beethoven-, Schumann-, Brahms-, Bruckner- und Strauss-Interpret, aber auch als Fachmann für das französische Repertoire fort. Sein Abschied von der Oper war indes nur ein institutioneller, kein musikalischer. Heute zählt er mehr denn je zu den Kundigsten etwa für die Werke von Richard Wagner, was er im konzertanten Wagnerzyklus des RSB (2010–2013) unter Beweis stellte. Der „Ring“ führt ihn außerdem doch noch einmal in den Operngraben zurück – 2016 und 2017 bei den Bayreuther Festspielen.

Im Februar 2014 wurde Marek Janowski der Ehrenpreis der deutschen Schallplattenkritik für sein umfangreiches Lebenswerk verliehen.

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Marek Janowski / Dirigent

Von August 2002 bis Oktober 2015 war Marek Janowski Künstlerischer Leiter und Chefdirigent des Rundfunk-Sinfonieorchesters Berlin (RSB). Bis Ende 2016 wird er weiterhin in zahlreichen Konzertprojekten an der Spitze des Orchesters zu erleben sein. Vor seiner Berliner Zeit und teilweise parallel amtierte er als Musikdirektor des Orchestre de la Suisse Romande (2005–2012), Chefdirigent des Orchestre Philharmonique de Monte-Carlo (2000–2005), wirkte auf der Chefposition bei der …

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Von August 2002 bis Oktober 2015 war Marek Janowski Künstlerischer Leiter und Chefdirigent des Rundfunk-Sinfonieorchesters Berlin (RSB). Bis Ende 2016 wird er weiterhin in zahlreichen Konzertprojekten an der Spitze des Orchesters zu erleben sein. Vor seiner Berliner Zeit und teilweise parallel amtierte er als Musikdirektor des Orchestre de la Suisse Romande (2005–2012), Chefdirigent des Orchestre Philharmonique de Monte-Carlo (2000–2005), wirkte auf der Chefposition bei der Dresdner Philharmonie (2001–2003) und war Musikalischer Leiter des Orchestre Philharmonique de Radio France (1984–2000).

Marek Janowskis konsequenter Anspruch an orchestrale Präzision und seine genaue Partiturkenntnis gehen einher mit sinnreichen Programmideen und machen ihn zu einem der renommiertesten Orchesterleiter der Gegenwart. Wo er auftritt, ob als Gastdirigent u.a. in den USA beim San Francisco Symphony, dem Cleveland Orchestra, in Asien beim NHK Symphony Orchestra Tokyo, in Europa beim Orchestre de Paris oder dem Tonhalle-Orchester Zürich, genießt er außerordentliches Ansehen wegen der Effizienz seiner Arbeit.

1939 geboren in Warschau, aufgewachsen und ausgebildet in Deutschland, führte Marek Janowskis künstlerischer Weg über Aachen, Köln, Düsseldorf und Hamburg als GMD nach Freiburg i. Br. und Dortmund. Es gibt zwischen Metropolitan Opera New York und Bayerischer Staatsoper München, zwischen San Francisco, Hamburg, Wien und Paris kein Opernhaus von Weltruf, wo er seit den späten 1970er-Jahren nicht regelmäßig zu Gast war. Seit den späten 1990er-Jahren konzentriert er sich ausschließlich auf den Konzertbetrieb und führt dort die große deutsche Dirigententradition als herausragender Beethoven-, Schumann-, Brahms-, Bruckner- und Strauss-Interpret, aber auch als Fachmann für das französische Repertoire fort. Sein Abschied von der Oper war indes nur ein institutioneller, kein musikalischer. Heute zählt er mehr denn je zu den Kundigsten etwa für die Werke von Richard Wagner, was er im konzertanten Wagnerzyklus des RSB (2010–2013) unter Beweis stellte. Der „Ring“ führt ihn außerdem doch noch einmal in den Operngraben zurück – 2016 und 2017 bei den Bayreuther Festspielen.

Im Februar 2014 wurde Marek Janowski der Ehrenpreis der deutschen Schallplattenkritik für sein umfangreiches Lebenswerk verliehen.

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Anna Vinnitskaya / Klavier

Rotziges Tastenviech, kecker Kuckuck, samtpfötige Löwenkönigin von diamantener Kraft - eine sagenhafte Klaviermenagerie scheint das zu sein, die der Kritikerchor so vielstimmig besingt. Doch sie beherbergt nur ein einziges animal musicum, ein pianistisches Fabelwesen: Anna Vinnitskaya. Angriffslustig, swingend, dezent, barbarisch, cool sind einige der Attribute, die die Presse ihr zuschreibt. Wer diese exzellente, fantasievolle, empfindsame Musikerin im Konzert erlebt, dem springen und klingen die Assoziationen ...

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Rotziges Tastenviech, kecker Kuckuck, samtpfötige Löwenkönigin von diamantener Kraft - eine sagenhafte Klaviermenagerie scheint das zu sein, die der Kritikerchor so vielstimmig besingt. Doch sie beherbergt nur ein einziges animal musicum, ein pianistisches Fabelwesen: Anna Vinnitskaya. Angriffslustig, swingend, dezent, barbarisch, cool sind einige der Attribute, die die Presse ihr zuschreibt. Wer diese exzellente, fantasievolle, empfindsame Musikerin im Konzert erlebt, dem springen und klingen die Assoziationen.

Gebürtig aus dem russischen Novorossijsk, lebt Vinnitskaya (nach Studien bei Sergei Ossipienko in Rostow) seit 2002 in Hamburg: nicht etwa in Hagenbecks Tierpark, sondern zunächst als Meisterschülerin beim großen Evgeni Koroliov, heute als Professorin an der Hochschule für Musik und Theater. Wenn sie nicht gerade unterwegs ist auf den Podien der weiten musikalischen Welt.

Vinnitskayas vielseitiges Repertoire reicht von Johann Sebastian Bach bis zu Sofia Gubaidulina. Ihre besondere Liebe gilt den großen russischen Klavierkomponisten wie Rachmaninov, Prokofiev oder Schostakowitsch und dem schillernden Klavierwerk von Ravel, Debussy und Chopin. In jüngerer Zeit erregten ihr Brahms und Bartók Aufsehen. So spielte sie an einem einzigen Nachmittag in der Berliner Philharmonie alle drei Klavierkonzerte von Bartók (mit dem Rundfunk-Sinfonieorchester unter Marek Janowski).

Publikum und Kritik waren gleichermaßen begeistert. Sie schätzen, dass Vinnitskaya nicht nur spektakuläre Feuerwerke zünden kann, sondern auch große Gemälde zu malen versteht: Ihre technische Brillanz ist nie virtuoser Selbstzweck, sondern verbindet sich mit einem natürlichen, dabei farbenreichen Klang und mit der Fähigkeit zur Gestaltung langer, durchdachter Bögen.

Als Solistin konzertiert Vinnitskaya mit bedeutenden Orchestern von Berlin (Deutsches Symphonie-Orchester) bis London (Royal Philharmonic), von München (Münchner Philharmoniker) bis Tokyo (NHK-Sinfonieorchester), von Birmingham (City of Birmingham Symphony) bis Tel Aviv (Israel Philharmonic). Auch bei den führenden Rundfunkorchestern ist Vinnitskaya regelmäßig zu Gast.

Zu den Dirigenten, mit denen sie bereits zusammengearbeitet hat, gehören sowohl Pultstars der jüngeren Generation wie Andris Nelsons, Kirill Petrenko oder Krzysztof Urbański als auch Altmeister wie Charles Dutoit, Vladimir Fedoseyev und Marek Janowski. CD-Einspielungen von Anna Vinnitskaya wurden mit zahlreichen Preisen wie dem Diapason d’Or, der Gramophone Editor’s Choice und dem ECHO Klassik ausgezeichnet.

Ihren ersten internationalen Wettbewerb gewann Vinnitskaya im Alter von 12 Jahren. Zu ihren wichtigsten Preisen zählen eine Auszeichnung beim Busoni-Wettbewerb in Bozen 2005, der 1. Preis beim Concours Reine Elisabeth in Brüssel 2007 und der Leonard Bernstein Award des Schleswig-Holstein Musik Festivals 2008.

In der Saison 2016/17 war Anna Vinnitskaya Solistin in Residenz des WDR Sinfonieorchesters und führte gemeinsam mit Chefdirigent Jukka-Pekka Saraste die Klavierkonzerte von Béla Bartók auf.

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