Interview mit Juliane Färber

Juliane Färber wurde 2014 Mitglied der RSB-Orchesterakademie und gewann noch während ihrer Akademiezeit das Probespiel für eine feste Stelle in den Zweiten Violinen.
Von Anfang an engagierte sie sich dabei in der Musikvermittlung.

Violinistin Juliane Färber
Juliane Färber © Bettina Stöß

Wie kamst du ins RSB-Musikvermittlungsteam?

Als ich noch RSB-Akademistin war, wurde ich bereits gebeten, bei einem „Rapauke“-Konzert mitzuwirken, was mir großen Spaß gemacht hat. Während meiner Probezeit als Mitglied der Zweiten Violinen wurde ich dann gefragt, ob ich mit ins Musikvermittlungsteam einsteigen möchte. Ich habe eigentlich kaum Berührungsängste bei der Arbeit mit Kindern, sie macht mir großen Spaß. Deswegen habe ich mich gefreut, dass die Kolleginnen und Kollegen damals gleich an mich gedacht haben.

Welche Projekte haben dir bislang am meisten Freude bereitet?

Was wirklich sehr schön ist, sind die Vorbereitungszeiten zu den Familien- und Schulkonzerten, in denen wir über Wochen oder sogar Monate hinweg immer dieselbe Schulklasse besuchen. Da haben wir und auch die Kinder die Möglichkeit, uns besser kennenzulernen und uns aneinander zu gewöhnen. „Rapauke macht Musik“ finde ich auch immer klasse, das kommt bei den Kindern einfach unglaublich gut an und es macht Spaß, mit den Kolleginnen und Kollegen mal in lustigen Kostümen Musik zu machen.

Was siehst du als größte Herausforderung bei deiner Arbeit?

Die Arbeit mit den kleinen Zuhörerinnen und Zuhörern ist nicht zu unterschätzen, vor allem die Aufgabe, ein eigenes Konzept zu entwickeln und es dann möglichst genau so umzusetzen, ist nicht immer leicht. Darin möchte ich auch noch besser werden und so an meinen Aufgaben wachsen. Aber die intuitive Beschäftigung mit den Kindern auf musikalischer Basis gefällt mir einfach sehr.

Hattest du selbst als Kind die Möglichkeit, solche Angebote wahrzunehmen?

Im Kleinkindalter eher weniger, aber ich komme aus einer Musikerfamilie, deshalb war Musik immer um mich herum. Ich habe auch schon als Kind an intensiveren Geigenkursen teilgenommen. Aber sowas wie „Rapauke“, das bereits im jüngeren Alter ansetzt und wo es, losgelöst von bestimmten Instrumenten, einfach spielerisch um Musik geht, das hätte mir bestimmt sehr gut gefallen.

Wie motivierst du dich zu der zusätzlichen Arbeit?

Ehrlich gesagt ist das nicht immer leicht, aber man bekommt von den Kindern oft so viel Freude zurück, das bereichert mich schon sehr. Das muss nicht jeder so sehen, aber ich empfinde es für mich als Aufgabe, die Musik weiterzutragen. Wenn ich merke, dass ich die Kinder für etwas begeistere, und es schaffe, ihre Ohren ein bisschen mehr zu öffnen – oder sagen wir mal, anders zu öffnen – dann bin ich schon ein bisschen stolz darauf, weil ich das Gefühl habe, vielleicht etwas Bleibendes bewirkt zu haben.

Mit welchem Argument würdest du deine Kollegen für die Musikvermittlung begeistern wollen?

Ich würde ihnen einfach erzählen, wie viel Spaß die Arbeit letztendlich macht, auch wenn man sich am Anfang manchmal aufraffen muss. Wenn ich in einem „normalen“ Konzert spiele und das Publikum klatscht, ist das natürlich schön, doch da habe ich oft das Gefühl, die Arbeit mehr für mich selbst zu tun – ich liebe es einfach, im Orchester zu spielen! Aber in dem Moment, wenn ich vor Kindern spiele, möchte ich, dass sie das auch wirklich toll finden. Was von ihnen zurückkommt, ist eben so viel unmittelbarer und echter, Kinder sind ein sehr ehrliches Publikum. Wenn man etwas langweilig oder etwas unkonzentriert vorträgt, sind sie vielleicht laut oder haben keine Lust zuzuhören. Wenn sie aber begeistert sind und man auf lange Sicht vielleicht sogar bewirkt, dass das ein oder andere Kind ein Instrument lernen möchte, dann ist das wirklich etwas Besonderes. Die Musikvermittlung macht unseren ohnehin schönen Beruf für mich noch vielschichtiger und ich fände es sehr schön, wenn noch mehr Leute sehen, wie wichtig und bereichernd diese Arbeit für die Kinder und uns selber sein kann.

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