Marek Janowski im Gespräch mit Tonmeister Wolfram Nehls während der Aufnahme von Paul Hindemiths Oper "Das lange Weihnachtsmahl", Jesus-Christus-Kirche Berlin-Dahlem, August 2004
Das älteste deutsche Rundfunk-Sinfonieorchester stellt sich vor: Geschichte, Mitglieder, Stellenangebote
Rundfunk-Sinfonieorchester Berlin – eine vitale Geschichte
Ausgezeichnet
Zum dritten Mal in Folge und im Jahre 2007 gleich zweimal erhielten aktuelle CD-Aufnahmen des Rundfunk-Sinfonieorchesters Berlin einen „Echo Klassik“-Schallplattenpreis. Seit 2005 gab es zudem jährlich den Preis der Deutschen Schallplattenkritik für das RSB, außerdem je einen Cannes Classical Award, einen Grand Prix de l’Academie Charles Cros und einen Supersonic Award.
Seit Beginn der Ära von Marek Janowski als Künstlerischem Leiter und Chefdirigent im Jahre 2002 hat das Rundfunk-Sinfonieorchester Berlin seine Position zwischen den Berliner Spitzenorchestern und in der ersten Reihe der deutschen Rundfunkorchester nachhaltig ausbauen können. Seine Live-Interpretationen genießen hohe Wertschätzung ebenso wie seine zyklischen Programmkonzepte, die Etablierung neuer und interessanter Konzertsäle und seine junge Ausstrahlung.
Prägende Persönlichkeiten
Als ältestes deutsches rundfunkeigenes Sinfonieorchester geht das Rundfunk-Sinfonieorchester Berlin auf die allererste musikalische Funkstunde im Oktober 1923 zurück. Die Chefdirigenten (u.a. Sergiu Celibidache, Eugen Jochum, Hermann Abendroth, Rolf Kleinert, Heinz Rögner, Rafael Frühbeck de Burgos) formten einen Klangkörper, dessen sinfonisches Repertoire die Stilepochen von der Vorklassik bis hin zur Moderne umfasst und der sich seit seiner Gründung in besonderer Weise für die zeitgenössische Musik engagiert. Die besten Komponisten des 20. Jahrhunderts (Strauss, Schönberg, Strawinsky, Weill, Zemlinsky) traten selbst ans Pult dieses Orchesters oder führten als Solisten (Hindemith, Prokofjew) eigene Werke auf.
In jüngerer Zeit dirigierten Komponisten wie Krzysztof Penderecki, Peter Maxwell Davies, Friedrich Goldmann, Berthold Goldschmidt, Heinz Holliger, Siegfried Matthus, Matthias Pintscher oder Peter Ruzicka das Rundfunk-Sinfonieorchester Berlin mit eigenen Werken.
Namhafte Gäste, darunter Otto Klemperer, Bruno Walter, Erich Kleiber standen am Pult des Orchesters. Renommierte Gastdirigenten der Gegenwart beleben das Interpretationsspektrum des Orchesters mit ihrem Können.
Unter der Künstlerischen Leitung von Marek Janowski hat die Klangpersönlichkeit des Rundfunk-Sinfonieorchesters Berlin weiter enorm an Profil gewonnen. Sie zeichnet sich durch Transparenz und Leichtigkeit aus, dort, wo man sie am wenigsten erwartet - etwa bei der deutschen Romantik - und Intensität und Präzision da, wo oft pauschal darüber hinweggespielt wird - bei zeitgenössischer Musik genauso wie bei Haydn und Mozart oder bei Werken außerhalb des gängigen Repertoires.
Rundfunk als Träger
In Zusammenarbeit mit Deutschlandradio, Hauptgesellschafter der Rundfunk-Orchester und -Chöre GmbH Berlin, der das RSB angehört, steht das Orchester über seine zahlreichen öffentlichen Konzerte in Berlin und im Ausland hinaus im Studio für Rundfunk- und CD-Aufnahmen zur Verfügung. Paul Hindemiths letzte Oper „Das lange Weihnachtsmahl“ (Dirigent: Marek Janowski) und die Oper „Die Harmonie der Welt“ vom gleichen Komponisten gewannen 2002 und 2006 renommierte Schallplattenpreise.
Mit dem Preis der Deutschen Schallplattenkritik wurden die erste (2005) und die zweite CD (2006) mit Schnittkes Filmmusiken (Dirigent: Frank Strobel) ausgezeichnet, 2007 Werke von Karl Amadeus Hartmann, dirigiert von Marek Janowski.
Die beiden „Echo Klassik“-Preise 2007 erhielt das Orchester für Ernst Kreneks Oper „Sardakai“ und für die Weltersteinspielung von Hans Werner Henzes „Aristaeus“ unter Leitung von Marek Janowski. Von Hans Werner Henze werden Marek Janowski und das RSB in Kooperation mit Deutschlandradio und dem Label Wergo bis 2010 das sinfonische Gesamtwerk einspielen.
Marek Janowski im Gespräch mit Tonmeister Wolfram Nehls während der Aufnahme von Paul Hindemiths Oper "Das lange Weihnachtsmahl", Jesus-Christus-Kirche Berlin-Dahlem, August 2004
Internationale Präsenz
Zunehmende Präsenz zeigt das Rundfunk-Sinfonieorchester Berlin in Deutschland, in Europa und in Asien. Zu festen Partnern zählen bedeutende Festivals in Berlin und des Berliner Umlandes wie das Musikfest Berlin, das Ultraschall-Festival, die Festspiele Mecklenburg-Vorpommern, die Brandenburgischen Sommerkonzerte und der Choriner Musiksommer. Die Festspielsaison 2007 umfasste darüber hinaus Einladungen zu den Ludwigsburger Schlossfestspielen, den Europäischen Wochen Passau, dem Festival Septembre Musicale Montreux/Vevey und dem Südtirol Classic Festival Meran.
In der Philharmonie Essen begann das RSB unter der Leitung von Marek Janowski im Herbst 2007 mit einem auf drei Jahre angelegten Bruckner-Zyklus. Konzerte in Frankfurt am Main (Alte Oper), Stuttgart (Liederhalle), Köln (Philharmonie), beim Rheingau-Musikfestival sowie bei den Dresdner Musikfestspielen ergänzen die bundesweite Präsenz.
Im europäischen Ausland gastieren Marek Janowski und das RSB 2007/2008 beim Lugano-Festival, in Madrid, Valencia, Valladolid, Pamplona, in der Pariser „Salle Pleyel“, in Dijon, Vaduz und Eindhoven, 2008/2009 u.a. im Athener „Megaron“, in der Arena di Verona und beim Brucknerfest Linz.
Das Rundfunk-Sinfonieorchester Berlin folgt im November 2007 erneut einer Einladung in die Volksrepublik China. Wie 1998 wird das Orchester in den Metropolen Beijing und Shanghai (Oriental Arts Center) gastieren, diesmal außerdem beim 8. Internationalen Musikfestival in der mittelchinesischen Vier-Millionen-Stadt Wuhan. Für Februar 2009 ist die achte Japan-Tournee des RSB fest eingeplant.
Saison 2007/2008
81 Konzerte
57 Programme
135 Werke
3 Uraufführungen