Romantik-Triumvirat
Von Monika Klein
Robert Schumann und seinen Zeitgenossen Wagner und Mendelssohn widmete die Kulturabteilung Bayer das erste Saisonkonzert im Forum. Die Kombination des „Triumvirats der deutschen Romantik“ ergab ein ausgesprochen wohlgefälliges Programm, das Marek Janowski und das Rundfunk-Sinfonieorchester nach Leverkusen brachten.
Und es war ein Abend der großen Gegensätze. Janowski, der bei mehreren Gastspielen schon mit seinen diversen Orchestern bei Bayer zu Gast war, steckte die dynamischen Eckpunkte weit voneinander entfernt ab. Dichte Sinfonik und satter Orchestersound einerseits, aber auch ein äußerst diszipliniertes und durchgespanntes Pianospiel.
Heftige Sturmszenen
Richard Wagners Ouvertüre zur Oper „Der fliegende Holländer“ malten die Musiker in kräftigen Farben. Heftige Sturmszenen, in denen Blechbläser ungeniert den Sound dominierten und Streicher, die rhythmisch und raubeinig zupackten. Dagegen stellten sie aus gesprochen lyrische Passagen. In diesem Spannungsfeld zwischen energischem Zupacken und liedhafter Melodienseligkeit bewegte sich auch die Sinfonie Nr.4 d-moll von Robert Schumann im zweiten Teil.
Gerade hier erfreute die Vielfalt der Ausdrucksmöglichkeiten, die für durchgehende Spannung sorgte. Scharf rhythmisierte Punktierungen und locker sprudelnde Passagen bestimmten den Eingangssatz, pulsierend leicht kam das Scherzo daher. Und zum Abschluss ließ Janowski der brodelnden Energie freien Lauf.
Auch Leonidas Kavakos, der mit seinem bravourösen Violinsolo begeisterte, gehört zum Kreis der gern gesehenen Bayer-Partner. Brillante Virtuosität ist bei diesem Musiker gepaart mit überspringender Ausdruckskraft.
Ein meisterlicher Interpret der Form „Lieder ohne Worte“ im Mittelsatz und geistsprühend im Finale, das Erinnerungen an König Oberons Elfenreich in Mendelssohns Sommernachtstraum herauf beschwor. Ein rundum gelungener Start in eine Spielzeit, die den Jahresjubilaren Robert Schumann von verschiedenen Seiten zeigen wird.
Rheinische Post, 13. September 2006