waiHintMenu

waiHintSubMenu

RSB | Aktuelles_alt | RSB in der Presse | 2003 | Geigerin glänzt bei Brahms

Geigerin glänzt bei Brahms

Arabella Steinbacher und das Rundfunk-Sinfonieorchester Berlin unter Janowski im Kurhaus

Von Jan-Geert Wolff

(...) eröffnete das Rundfunk-Sinfonieorchester Berlin (RSB) unter der Leitung von Marek Janowski den Abend mit der Ouvertüre zu "Fidelio" in C-Dur, op. 72, wobei der Klangkörper derart schwungvoll, punktgenau und lebendig agierte, dass man sich die komplette Oper gewünscht hätte - vorausgesetzt Sänger, Kostüme, Bühnenbild und Inszenierung entsprächen der Orchesterleistung. Das Crescendo beispielsweise wurde hier gleichsam zu einer Idee, die sich über das ganze Stücke hinzuziehen schien. Und das RSO folgte seinem Dirigenten, der ohne Partitur antrat, ohne wenn und aber.

Ebenso energiegeladen ging es mit dem Brahmskonzert weiter, wobei Arabella Steinbacher sämtliche Spielarten von zart angehaucht bis hin zum derb rustikalen Bogenstrich meisterhaft ausführte. Virtuos trat die Solistin auf, auch wenn sich Brahms mit seinem Violinkonzert eigentlich gegen die Fokussierung auf das Soloinstrument wandte. Das aber hat auch Steinbacher verinnerlicht, denn bei aller Selbstsicherheit war ihr Spiel doch angenehm zurückhaltend, an manchen Stellen sogar eher begleitend denn solistisch. Selbstvergessen schien die junge Musikerin auf der Bühne zu stehen und - l'art pour l'art - nur für die Musik zu spielen. Bravissimo!

War eine Steigerung möglich? Zurückgekehrt zum sinfonischen Part muss man die Frage bejahen, denn das RSO zog mit seiner lebendigen Interpretation der "Rheinischen", der Sinfonie Es-Dur op. 97 von Robert Schumann nochmals alle Register: Spannungsgeladen intonierte Marek Janowski die Partien, unter denen vor allem der mutig vorangetriebene, aber nicht gehetzte erste Satz sowie der sakral anmutende Ruhepunkt des Werkes im vierten Satz beeindruckten. Der feierlich gehaltene Choralklang, der mit seiner teils kontrapunktischen Gestaltung an Bachs "Wohltemperiertes Klavier" erinnert, mündete gekonnt und reibungslos in das überschäumende Finale.

Orchester und Berlin? Standen hierfür bislang unverrückbar einzig und allein die Philharmoniker, wird man umdenken müssen: Das RSO ist stark im Kommen - hoffentlich auch im Wiederkommen.

 

Abo-Konzert
Do 09.09.2010 | 20.00 Uhr
Philharmonie Berlin, Großer Saal Strawinsky, Berio, Strauss » mehr
Familienkonzert
So 28.11.2010 | 16.00 Uhr
Lieben oder Streiten?
Ein Romeo-und-Julia-Programm
für Kinder mit Musik von
Tschaikowsky, Berlioz, Bernstein u.a. » mehr