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RSB | Aktuelles_alt | RSB in der Presse | 2008 | Preisträger-Konzert in Mecklenburg

Preisträger-Konzert in Mecklenburg

Über das Preisträgerkonzert des RSB in der Konzertscheune Ulrichshusen bei den Festspielen Mecklenburg-Vorpommern berichtete Julian Hofer in der Zeitung "Die Welt":

Burgherr lädt zum Preisträger-Konzert in Mecklenburg

(...) Chefdirigent Marek Janowski hat in den vergangenen sechs Jahren aus dem Rundfunk-Sinfonieorchester Berlin einen Klangkörper geschaffen, der jenseits von zuchtmeisterlicher Dressur eine geistige Vitalität offenbart, die nicht nur an der Oberfläche für Turbulenzen sorgt, sondern auch den (Ur-)Gründen nachzuspüren vermag. Klar breitete da der 69-Jährige in Brahms' 2. Sinfonie die Musik aus, wühlte sich durch alle Schichten des Orchesters und rückte das Werk aus der Dämmerromantik ins Helle, ohne dabei die Konturen zu überzeichnen. Eben ein sinfonischer Aufriss in Harmonie - ganz im Sinne der von Ringstorff gewürdigten Ulrichshusener Erfolgsrezepturen.

Solch eine unverwechselbare, dabei höchst kontrastreiche Mischung war schon zum Auftakt in Messiaens "Un sourire" zu hören gewesen: Streicher, die in einer filigranen, fast meditativen Melodie versanken und diese in feinster Nuancierung ausleuchteten, wechselten sich ab mit den Percussionisten und Bläsern des Orchesters, die der Komponist einmal mehr seine Liebe zu den Vögeln ausmusizieren ließ. Da zwitscherte und hämmerte es virtuos, glitzerte und leuchtete in exotischen Klangfarben und rhythmischen Exaltationen.

Dass diese "orchestralen Solisten" indes sehr wohl ins zweite Glied zurücktreten können, ohne die Präzision und funkelnde Brillanz zu verlieren, bewiesen die Hauptstädter bei der Begleitung des Solisten-Preisträgers in Tschaikowskys gefälligen "Rokoko-Variationen": Von ihrer musikalischen Substanz ganz sicher kein Schwergewicht, setzten Janowski und seine Musiker doch auch hier ihre Liaison von Schönheit und Klarheit fort und boten dem erst 20-jährigen Cellisten Gabriel Schwabe Raum zum Glänzen: Tadellose Technik, kraftvoller Ansatz und eine weite Ausdrucksskala, die versonnene und heftige Töne ebenso umfasste wie das kantable Strömen und das leise Dahinschweben - so wechselten intensive, leidenschaftliche Momente im Spiel des Deutsch-Spaniers sich mit Passagen einer in sich versunkenen Ruhe ab.
(...)

Die Welt vom 25. August 2008

 

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