waiHintMenu

Gil Shaham – Violinkonzerte 1939

Gil Shaham

Gil Shaham

Violinkonzerte 1939
Die Welt vor 75 Jahren: am Rande des Krieges, des verheerendsten, den die Menschheit bisher ertragen musste. Drei Komponisten völlig unterschiedlicher Herkunft, Samuel Barber, Béla Bartók, William Walton, schreiben in diesen Jahren Violinkonzerte. Und sie sind wahrlich nicht die einzigen. Die 1930er Jahre brachten einen erstaunlichen Violinkonzertboom hervor, wie er sich seit den 1890er Jahren nicht mehr ereignet hatte. Strawinskys, Brittens, Prokofjews, Hindemiths, Bergs und Hartmanns kamen in markanten Konzertreihen des Rundfunk-Sinfonieorchesters Berlin während der letzten Jahre bereits zum Klingen.
Nun ist die wunderbare Gelegenheit, drei Protagonisten von drei Kulturen, dem Amerikaner Barber, dem Engländer Walton und dem Ungarn Bartók zuzuhören, wie sie die traditionsreiche Gattung bewältigten, aber auch ob und wie sie ihre Gegenwart, ihre unmittelbare geschichtliche und persönliche Situation reflektierten. Zu verdanken sind diese Einblicke einem herausragenden Geiger unserer Zeit, Gil Shaham, der das RSB anfragte, diese mit ihm in Berlin aufzuführen. An drei Abenden spielt er im Konzerthaus Berlin diese drei Violinkonzerte aus den Jahren kurz vor dem Ausbruch des Zweiten Weltkrieges, von Marek Janowski programmatisch ergänzt um sinfonische Werke, deren ästhetischer Gehalt mit dem der Violinkonzerte sinnfällig korrespondiert.

Gil Shaham, der Solist
Gil Shaham kennt keine Berührungsängste, wenn es um gute Musik geht. Mit der gleichen Intensität, mit der er Bachs Partiten für Violine solo spielt, widmet er sich der Walzerfolge aus Strauss‘ „Rosenkavalier“. Wenn er den vier Saiten seiner Geige Piazzolla-Tangos entlockt, dann vermag er südamerikanisch zu schmachten, wenn er Violinsonaten eines César Franck oder Gabriel Fauré spielt, trifft er exakt den noblen, leidenschaftlichen Ton der Franzosen. Gil Shaham fühlt sich als Romantiker und gibt das offen zu. Das betrifft vor allem seinen unnachahmlichen Stil: rund, schön, geschmackvoll, gar nicht asketisch oder schrill. Soweit sich die Moderne oder auch Vivaldi dieser Prämisse zu beugen verstehen, weicht er keiner Epoche aus.
Seit Gil Shaham 1990 den begehrten Avery Fisher Career Grant gewonnen hat, gehört er zur Weltspitze der geigenden Zunft. 1992 gewann er außerdem den Preis der Accademia Chigiana in Siena, den vor ihm Musiker wie Gidon Kremer, Shlomo Mintz, Anne-Sophie Mutter, Krystian Zimerman oder Jewgenij Kissin erhalten hatten. Im Jahr 2000 wurde Gil Shahams Aufnahme des Violinkonzertes Nr. 2 und der Rhapsodien Nr. 1 & 2 von Bartók für den Grammy Award nominiert.
Geboren 1971 in Champaign-Urbana im US-amerikanischen Staat Illinois, wuchs Gil Shaham in Israel auf. Siebenjährig erhielt er Violinunterricht von Samuel Bernstein an der Rubin Academy of Music in Jerusalem. Wegen seines außergewöhnlichen Talentes förderte ihn die America-Israel Cultural Foundation mehrere Jahre lang mit einem Stipendium. 1980 – er studierte inzwischen bei Chaim Taub – spielte der Hochbegabte den Geigengrößen Isaac Stern, Nathan Milstein und Henryk Szeryng vor. Ab 1980 kam er regelmäßig in den Sommermonaten nach Colorado an die Aspen Music School, um bei Dorothy DeLay, Jens Ellerman und Hyo Kang zu studieren.
Seine solistische Karriere begann 1981 in Jerusalem, führte nach Tel Aviv, in die USA, 1986 nach Europa, wo er beim Schleswig-Holstein Musik Festival für Furore sorgte. Seither spielt er mit allen großen Orchestern Europas, nimmt sich aber Freiräume für Kammermusik und Soloabende. Gil Shaham hat sich bei allem Erfolg sein bescheidenes, interessiertes, unkompliziertes Naturell bewahrt. Der sympathische Geiger ist Vater eines kleinen Sohnes und lebt heute mit seiner Familie (seine Frau Adele Anthony ist ebenfalls eine exzellente Geigerin) in New York.

Preise und Pakete

 

- RSB -
1 | Freitag | 18. Februar 2011 | 20.00 Uhr | Konzerthaus Berlin
Marek Janowski | Gil Shaham
Rundfunk-Sinfonieorchester Berlin

Violinkonzerte 1939 mit Gil Shaham

Edward Elgar Sinfonie Nr. 1 As-Dur op. 55

William Walton Konzert für Violine und Orchester

mehr »
- RSB -
2 | Freitag | 29. April 2011 | 20.00 Uhr | Konzerthaus Berlin
Marek Janowski | Gil Shaham
Rundfunk-Sinfonieorchester Berlin

Violinkonzerte 1939 mit Gil Shaham

Charles Ives "New England Holidays - A Symphony"

Samuel Barber Konzert für Violine und Orchester op. 14

mehr »
- RSB -
3 | Freitag | 10. Juni 2011 | 20.00 Uhr | Konzerthaus Berlin
Marek Janowski | Gil Shaham
Rundfunk-Sinfonieorchester Berlin

Violinkonzerte 1939 mit Gil Shaham

Leoš Janáček Lachische Tänze ("Lasské tance") für Orchester

Leoš Janáček "Taras Bulba" - Rhapsodie für Orchester

Béla Bartók Konzert für Violine und Orchester Nr. 2

mehr »

 

Sonderkonzert
Fr 10.02.2012 | 21.00 Uhr
Berlinale 2012 » mehr