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RSB | Orchester | Künstlerischer Leiter

Chefdirigent & Künstlerischer Leiter Marek Janowski

Marek Janowksi (c) Felix Broede

Marek Janowski steht ein für die seit 2002 gewachsene Zusammenarbeit mit dem Rundfunk-Sinfonieorchester Berlin, eine durch unnachgiebige und ausdauernde Arbeit erworbene künstlerische Einheit, manifestiert durch die 2008 vom Orchester an ihn herangetragene Künstlerische Leitung auf Lebenszeit. In Berlin hat er sein berufliches Zentrum gefunden. Von 2005 bis 2012 amtierte er als Musikdirektor des Orchestre de la Suisse Romande, zuvor, von 2000 bis 2005, war er Chefdirigent des Orchestre Philharmonique de Monte-Carlo. Zusätzlich nahm er zwischen 2001 und 2003 die Chefposition bei der Dresdner Philharmonie ein. Zwischen 1984 und 2000 hatte Marek Janowski als Musikalischer Leiter das Orchestre Philharmonique de Radio France zu internationalem Ansehen und an die Spitze der französischen Orchesterlandschaft geführt. Von 1986 bis 1990 amtierte er parallel zu seiner Arbeit in Frankreich als Chefdirigent des Gürzenich-Orchesters in Köln, von 1997 bis 1999 war er außerdem Erster Gastdirigent des Deutschen Symphonie-Orchesters Berlin.

Marek Janowski (c) Felix Broede

Moderner Orchestererzieher
Heute beruflich in Berlin und privat in Paris zu Hause, gilt der Dirigent „mit den polnischen Wurzeln, dem rheinischen Humor und der strengen Miene“ (MDR Figaro) als einer der erfolgreichsten und renommiertesten Orchestererzieher der Gegenwart. Wo er auftritt, ob als Gastdirigent u. a. in den USA beim Boston Symphony, dem San Francisco, dem Pittsburgh Symphony Orchestra, dem Philadelphia Orchestra, in Europa beim Orchestre de Paris oder dem Orchester der Tonhalle Zürich, genießt er außerordentliches Ansehen wegen der Effizienz seiner Arbeit, die auf präzisen Interpretationsvorstellungen basiert. Davon profitieren auch Nachwuchsensembles. In Frankreich leitete Marek Janowski von 1992 bis 1997 das Nationale Jugendorchester, das Orchestre Français des Jeunes. Er ist Gastdirigent der Deutschen Streicherphilharmonie, des Patenorchesters des RSB, und arbeitet mit dem Sinfonieorchester der Hochschule für Musik „Franz Liszt“ in Weimar, zu deren Ehrendirigent er 2011 berufen wurde.

Marek Janowskis konsequenter Anspruch an vertikale orchestrale Präzision, die genaue Partiturkenntnis, das unbestechliche Gehör und die knappe Zeichengebung gehen einher mit intelligenten Programmideen, die oft einer entschlackenden Sicht auf scheinbar altbekanntes und auf zu Unrecht unterschätztes Repertoire geschuldet sind.

Ausbildung und Karriere
1939 in Warschau geboren und als Kind aufgewachsen in Wuppertal, absolvierte Marek Janowski nach Violin- und Klavierausbildung ein Kapellmeisterstudium an der Kölner Musikhochschule u. a. bei Wolfgang Sawallisch. Sein künstlerischer Weg führte ihn über Opern- und Konzertrepertoire schulende Korrepetitoren- und Kapellmeistertätigkeiten in Aachen, Köln, Düsseldorf und Hamburg zu Engagements als Generalmusikdirektor nach Freiburg i. Br. (1973–75) und Dortmund (1975–79). An die Zeit in Dortmund schloss sich eine rege Tätigkeit in der internationalen Opern- und Konzertszene an. Es gibt zwischen Metropolitan Opera New York und Bayerischer Staatsoper München, zwischen Chicago, San Francisco und Hamburg, zwischen Wien, Berlin und Paris kein Opernhaus von Weltruf, an dem er seit den späten 1970er Jahren nicht regelmäßig zu Gast war.

Marek Janowski (c) Jean-François Leclercq

In den 1990er Jahren hat Marek Janowski sich aus der Opernszene zurückgezogen. Im Konzertbetrieb, auf den er sich seitdem ausschließlich konzentriert, führt er die große deutsche Dirigententradition fort, gilt weltweit als herausragender Beethoven-, Schumann-, Brahms-, Bruckner- und Strauss-Dirigent, aber auch als Fachmann für das französische Repertoire. Sein Abschied von der Oper war indes nur ein institutioneller, kein musikalischer. Deswegen zählt Marek Janowski heute mehr denn je zu den Kundigsten etwa für die Musik von Richard Wagner.

Wagner und mehr
Mit dem RSB, dem Rundfunkchor Berlin und einer Phalanx von internationalen Wagnersängern realisierte er in den Jahren 2010 bis 2013 alle zehn großen Opern und Musikdramen des Bayreuther Kanons von Richard Wagner in jeweils einmaligen konzertanten Aufführungen in der Berliner Philharmonie. Sämtliche Konzerte wurden in Kooperation mit Deutschlandradio von PentaTone mitgeschnitten und erscheinen sukzessive bis Ende 2013 auf CD.

Partitur Rheingold (c) Felix Broede

Mehr als 50 zumeist mit internationalen Preisen ausgezeichnete Schallplatten – darunter mehrere Operngesamtaufnahmen und komplette sinfonische Zyklen – bezeugen seit 35 Jahren die besonderen Fähigkeiten Marek Janowskis als Dirigent. Bis heute gilt seine Gesamteinspielung (1980–83) von Richard Wagners Tetralogie „Der Ring des Nibelungen“ mit der Staatskapelle Dresden als eine der musikalisch interessantesten, die von diesem Werk je aufgenommen wurden. 2008 hat Marek Janowski in Pittsburgh alle Sinfonien von Johannes Brahms für das Label PentaTone aufgenommen. In Genf wurde eine CD-Serie mit den Sinfonien und Messen von Anton Bruckner für das gleiche Label produziert. In Berlin entstand 2009 eine Aufnahme des Deutschen Requiems von Johannes Brahms und 2010 eine der Urfassung von Leoš Janáčeks Glagolitischer Messe ebenso für PentaTone. Die bereits weit gediehene Gesamtaufnahme der Sinfonien von Hans Werner Henze für WERGO steht kurz vor ihrem Abschluss.

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