Chefsache
Marek Janowski und Rundfunk-Sinfonieorchester Berlin. Diese künstlerische Verbindung ist in der Konzertszene europaweit zum Begriff geworden für „höchst verlockende … programmatische Kopplungen“ (F.A.Z., 9. September 2009), gilt in Berlin als „aufeinander eingeschworen wie ein Herz und ein Verstand“ (Tagesspiegel, 4. April 2009) und hinterließ im April 2009 zum Beispiel in Paris einen nachhaltigen „Eindruck von Leichtigkeit, Helligkeit und Präzision“ (ConcertoNet).
Seit Beginn der Ära von Marek Janowski als Künstlerischem Leiter und Chefdirigent im Jahre 2002 wird dem Rundfunk-Sinfonieorchester Berlin eine herausragende Position zwischen den Berliner Spitzenorchestern und in der ersten Reihe der deutschen Rundfunkorchester zuerkannt. Janowskis systematische Arbeit an der Vervollkommnung des Orchesterklanges und seine zyklischen Programmkonzepte um
Schumann, Mozart, Hartmann, Schostakowitsch, Bartók, Ravel, Bruckner, Strauss, Beethoven und Wagner weisen voraus in die gemeinsame Zukunft des Orchesters und des Dirigenten, nachdem ihm die Musikerinnen und Musiker des Orchesters 2008 die Position auf Lebenszeit angetragen hatten.
Festspiele und Tourneen
Die Gastspieltätigkeit erreicht einen Stellenwert, welche das Rundfunk-Sinfonieorchester Berlin fast genauso oft auf nationalem und internationalem Parkett auftreten lässt, wie es Sinfoniekonzerte in Berlin spielt. Zu den wiederkehrenden Tourneestationen zählen große europäische Musikfestivals und wichtige deutsche Städte ebenso wie die Konzerthallen in Japan, China und Korea. Die Festspielsaison 2010 | 2011 umfasst Einladungen zum Septembre Musical in Montreux, zum Bremer Musikfest, zum Internationalen Beethovenfestival Warschau und zum Festival International de Colmar. Eine Deutschlandtournee und die regelmäßigen Gastspiele in der Philharmonie Essen ergänzen das Spektrum. Feste Partner bleiben das Musikfest Berlin, die Festspiele Mecklenburg-Vorpommern, die Brandenburgischen Sommerkonzerte und der Choriner Musiksommer.
Gäste am Pult
Das unter Marek Janowski erreichte Leistungsniveau macht das RSB attraktiv für wichtige Dirigenten der Gegenwart. Neben Altmeistern wie Gerd Albrecht oder Rafael Frühbeck de Burgos werden immer wieder jüngere Dirigenten eingeladen, die sich bei der Gelegenheit zum ersten Mal in der deutschen Hauptstadt am Pult eines renommierten Sinfonieorchesters vorstellen. Zu ihnen gehörten Andris Nelsons, Kristjan Järvi, Yannick Nézet-Séguin, Ilan Volkov, 2010|11 gefolgt von Kazuki Yamada, Kazushi Ono, Arild Rem-mereit und Eivind Aadland.
Partnerschaft
In Zusammenarbeit mit Deutschlandradio steht das Orchester über seine öffentlichen Konzerte hinaus im Studio für Rundfunk- und CD-Aufnahmen zur Verfügung. Sieben Tonträger des RSB wurden seit 2002 mit renommierten Schallplattenpreisen ausgezeichnet. Mit Spannung erwartet werden das Requiem von Johannes Brahms, welches die zukunftsweisende Partnerschaft mit dem Label PentaTone weiterführt, die Fortsetzung der Gesamteinspielung aller Sinfonien von Hans Werner Henze mit WERGO und weitere Aufnahmen mit Werken von Arvo Pärt, Richard Strauss und Max Reger. Dabei sind Labels wie Hyperion, BIS, Sony Classical und Phoenix konstante Partner.
Geschichte
Als ältestes deutsches rundfunkeigenes Sinfonieorchester geht das Rundfunk-Sinfonieorchester Berlin auf die allererste musikalische Funkstunde im Oktober 1923 zurück. Die Chefdirigenten, u. a. Sergiu Celibidache, Eugen Jochum, Hermann Abendroth, Rolf Kleinert, Heinz Rögner, Rafael Frühbeck de Burgos, formten einen Klangkörper, der wie kein zweiter in Deutschland das Auf und Ab der deutschen Geschichte im 20. Jahrhundert mitvollzogen hat.
Die Musik aller Stilepochen von der Vorklassik bis hin zur Moderne bildet das sinfonische Repertoire des RSB, das sich seit seiner Gründung in besonderer Weise auch für die zeitgenössische Musik engagiert. Die besten Komponisten des 20. Jahrhunderts traten selbst ans Pult dieses Orchesters oder führten als Solisten eigene Werke auf: Paul Hindemith, Arthur Honegger, Darius Milhaud, Sergei Prokofjew, Richard Strauss, Arnold Schönberg, Igor Strawinsky, Wladimir Vogel, Kurt Weill und Alexander Zemlinsky ebenso wie in jüngerer Zeit Krzysztof Penderecki, Peter Maxwell Davies, Friedrich Goldmann, Berthold Goldschmidt, Siegfried Matthus, Matthias Pintscher, Peter Ruzicka, Heinz Holliger und Daniel Schnyder.
Das RSB gehört seit 1994 der Rundfunk-Orchester und -Chöre GmbH Berlin (roc berlin) an. Sie ist ein Verbund von vier hauptstädtischen Rundfunkklangkörpern (RIAS Kammerchor, Rundfunkchor Berlin, RSB, DSO), der von Deutschlandradio (40 %), der Bundesrepublik Deutschland (35 %), dem Land Berlin (20 %) und dem Rundfunk Berlin-Brandenburg (5 %) gemeinsam getragen wird.
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